19/2003 | |
INHALT | |
Amtlicher Teil |
An seiner Versammlung vom Dienstag in Freiburg würdigte das Präsidium
der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) Mgr. Otmar Mäder, Altbischof
von St. Gallen, der am vergangenen Freitag im Alter von 81 Jahren verstorben
ist. Mgr. Mäder wurde 1947 zum Priester und 1976 zum Bischof geweiht.
Dieser grosse Seelsorger und Hirte präsidierte die SBK zwischen 1980
und 1982 und war deren Vizepräsident von 1977 bis 1979 sowie von 1992
bis 1994. Unter den Dikasterien zählte jenes der Medien sowie das der
Glaubensverkündigung.
Die Schweizer Bischöfe, die mit ihm in der SBK zusammenarbeiteten,
würdigen einen Mann mit grosser pastoraler Sensibilität, einen
Spezialisten der Katechese in all ihren Formen. Mit seiner grossen Bereitschaft
zum Dialog hat Mgr. Mäder viel für die Einheit der Kirche in der
Schweiz getan. Die Schweizer Bischöfe versichern dem amtierenden Bischof
von St. Gallen, Mgr. Ivo Fürer, sowie der Familie und allen Freunden
von Mgr. Mäder ihr tiefes Beileid, in der Gewissheit, dass der Verstorbene
das kirchliche Leben in der Diözese St. Gallen auch weiterhin begleiten
wird.
Wie Anfang März angekündigt wurde, haben die Schweizer Bischöfe
beschlossen, 2004 ein nationales Jugendtreffen der jungen Katholiken zu
organisieren. Datum und Ort dieses grossen Anlasses stehen nun fest: Das
Event wird am Wochenende des 5./6. Juni 2004 in Bern stattfinden. Des Weiteren
hat die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) anlässlich dieses Treffens
Papst Johannes Paul II. zu einer Begegnung mit den Jugendlichen eingeladen.
Der Heilige Vater hat auf diese Einladung nun eine grundsätzlich positive
Antwort gegeben. Es ist somit wahrscheinlich, dass er genau zwanzig Jahre
nach seinem ersten Pastoralbesuch in unserem Land wieder in die Schweiz
kommt.
Das nationale Jugendtreffen dessen genauer Name bis zu diesem Sommer
festgelegt sein wird wird in Bern stattfinden und zwar vor allem im
grossen Eisstadion der Stadt (Arena), das über maximal 10000 Sitzplätze
verfügt. Für den Fall, dass Papst Johannes Paul II. die Reise
am Sonntag, 6. Juni, antritt, wurden bereits erste Kontakte mit den betreffenden
Institutionen der Stadt Bern aufgenommen, damit gegebenenfalls eine Messe
auf der Allmend organisiert werden kann, an der auch weitere Katholiken
Erwachsene und Kinder, die dies wünschen, teilnehmen können.
Die Reise des Heiligen Vaters wird in Form eines «Blitzbesuches»
stattfinden. Die Hoffnungen sind gross, ihn nach so vielen Jahren wieder
in der Schweiz willkommen zu heissen. Für den Fall, dass Johannes Paul
II. nicht nach Bern kommen könnte, wird der Anlass selbstverständlich
trotzdem stattfinden.
Das Organisationskomitee wird in den nächsten Wochen mit den Vorbereitungen
für das nationale Jugendtreffen beginnen. Ihm gehören Vertreter
der Jugendseelsorge der verschiedenen Sprachregionen an, ebenso Vertreter
der SBK sowie jene der unterschiedlichen in der Schweiz vertretenen Bewegungen
und Organisationen der katholischen Kirche.
Die Organisatoren haben im Hinblick auf das Jugendtreffen ein Postscheckkonto
eröffnet. Wer diese Initiative gerne unterstützen möchte,
kann einen Beitrag leisten auf folgendes Postscheckkonto: «Rencontre
des jeunes catholiques», PC 17 267188 9. Zum Voraus herzlichen
Dank.
Nach eingehender Beratung unterstützt Justitia et Pax die parteiübergreifende Initiative «Gleiche Rechte für Behinderte». Die Initiative fordert zu Recht, dass den Behinderten nicht nur ein besserer Zugang zu Bauten und Dienstleistungen gewährt werde, sondern dass auch die Integration in Schule, Ausbildung und Erwerbsleben verbessert werden müsse. Sie schafft den nötigen politischen Druck und die gesellschaftliche Aufmerksamkeit für eine bessere Integration behinderter Mitmenschen in unsere Gesellschaft. Mit dem Abbau von Hindernissen im Alltag und der Möglichkeit einer weitergehenden Teilnahme am öffentlichen und am Erwerbsleben gewinnen Behinderte mehr Lebensqualität trotz gewisser Kosten ein gesellschaftliches Gut, das in unser aller Interesse liegen muss.
Gregor Dötsch-Wierschem als Spitalseelsorger im Kantonalen Spital Sursee per 1. Mai 2003.
Am Sonntag, 15. Juni 2003, 15.00 Uhr, wird in der St.-Ursen-Kathedrale Solothurn Weihbischof Martin Gächter durch die Institutio in den ständigen Dienst im Bistum aufnehmen:
Am Sonntag, 22. Juni 2003, 15.00 Uhr, wird in der St.-Ursen-Kathedrale Solothurn Diözesanbischof Dr. Kurt Koch folgende Diakone zu Priestern weihen:
Priester, die bei der Handauflegung mitwirken und konzelebrieren wollen, mögen sich mit Liturgiegewand und weisser Stola um 14.30 Uhr im Pfarreisaal einfinden. Sie mögen ihre Teilnahme ans Seminar St. Beat Luzern (Telefon 0414199191, Fax 0414199171) melden.
Die auf den 1. Oktober 2003 vakant werdende Pfarrstelle Reussbühl
(LU) wird für einen Pfarrer zur Wiederbesetzung ausgeschrieben (siehe
Inserat).
Die vakante Pfarrstelle Utzenstorf (BE) wird für einen Pfarrer zur
Wiederbesetzung ausgeschrieben.
Interessierte Personen melden sich bitte bis 30. Mai 2003 beim Diözesanen
Personalamt, Baselstrasse 58, 4501 Solothurn, oder E-Mail personalamt@bistum-basel.ch
Diözesanbischof Amédée Grab ernannte
Pius Czeslaw Bosak, bisher Pfarradministrator in Cazis (GR), neu zum Pfarradministrator der Pfarrei Näfels (GL).
Infolge Demission des bisherigen Stelleninhabers wird die Pfarrei Wädenswil
(ZH) zur Wiederbesetzung ausgeschrieben.
Interessenten mögen sich melden bis zum 30. Mai 2003 beim Sekretariat
des Bischofsrates, Postfach 133, 7002 Chur.
Am Donnerstag, 1. Mai 2003, nahm das Bistum St. Gallen mit Angehörigen
und Freunden und gegen 1000 Gläubigen in der Kathedrale Abschied von
seinem emeritierten Bischof Otmar Mäder. Dabei wurde der ausdrückliche
Wunsch des Verstorbenen respektiert und auf eine Würdigung seines segensreichen
Wirkens als Priester und Bischof sowie auf Ansprachen verzichtet.
Ein eindrückliches Bild: im Chor der Kathedrale der Sarg von Otmar
Mäder, flankiert von Schweizer Gardisten. Links und rechts über
hundert Seelsorger und Seelsorgerinnen, die mit dem Priester und Bischof
einst studiert oder am gleichen Ort gewirkt hatten, die von ihm geweiht
oder in den kirchlichen Dienst genommen worden, die alle auf die eine oder
andere Art mit ihm verbunden waren. Sie dürften sich besonders angesprochen
gefühlt haben von der Meditation über das Wesen und den Wert des
Priestertums, die Otmar Mäder gleichsam als geistliches Vermächtnis
für seine Beerdigung verfasst hatte und die von Domdekan Markus Büchel
vorgetragen wurde.
Wie alle Texte und Predigten von Otmar Mäder war auch diese Meditation
(basierend auf dem Hebräerbrief) klar gegliedert. In einem ersten Punkt
hielt sie fest, dass jeder Priester sein Leben lang ein einfacher Mensch
ist und bleibt, kein Übermensch, sondern ein Mensch mit all seinen
Schwächen und Fehlern. Das Wissen um das Geheimnis der Berufung durch
Gott würde ihn vor jeglicher Überheblichkeit bewahren. Im zweiten
Punkt wies Otmar Mäder darauf hin, dass es falsch wäre, Priester
zu werden, um zur Geltung zu kommen oder seine Talente ins Licht zu stellen
oder zur «so genannten Selbstverwirklichung». Priester werde
man «zum Dienst vor Gott». Zum Wissen um die Berufung und zum
Bewusstsein der Aufgabe müsse Punkt drei «ein ständig
neues, tapferes Ja» kommen. Der Gehorsam gegenüber Gott, den
Erfordernissen der jeweiligen Zeit und den Bedürfnissen und Nöten
der Menschen könne «schwer, sehr schwer werden und sein».
Die Verantwortung, die auf einem Priester laste, könnte bedrücken
und Angst machen, aber, so tröstete Otmar Mäder abschliessend,
im Hebräerbrief stehe auch: «lasst uns alle voll Zuversicht hingehen
zum Thron der Gnade, damit wir Erbarmen und Gnade finden und so Hilfe erlangen
zur rechten Zeit...».
Bischof Ivo Fürer konnte zur eindrücklichen Abschiedsfeier Mitglieder
der Schweizerischen Bischofskonferenz mit ihrem Präsidenten Amedée
Grab begrüssen. Dazu Äbte aus Innsbruck, Einsiedeln und Uznach,
den emeritierten Tessiner Bischof Ernesto Togni, mit dem Otmar Mäder
besonders verbunden war, sowie die Mitglieder des Katholischen Administrationsrates,
den Kirchenratspräsidenten Dölf Weder, die alt Bundesräte
Furgler und Koller und Delegationen von kirchlichen, kantonalen und städtischen
Behörden sowie aus dem Friaul. Aus Rom hergereist war Bischof Josef
Romer, der 1961 in St. Otmar-St. Gallen Nachfolger von Otmar Mäder
wurde und heute Generalsekretär des päpstlichen Familienrates
ist. Gut vertreten waren die Pfarreien, in denen Otmar Mäder gelebt
und vor seiner Wahl zum Bischof (19761994) gewirkt hatte: Mörschwil
(seit 1986 Ehrenbürger), Flawil, St. Otmar-St. Gallen, Alt St. Johann,
Ricken und Muolen. Anstelle des erkrankten Nuntius verlas Bischof Ivo das
Beileidstelegramm von Papst Johannes Paul II., in dem er schreibt, die opferbereite
Hinwendung des verstorbenen Hirten zu den Menschen solle den Gläubigen
in dankbarer Erinnerung bleiben.
In der Eucharistiefeier, die für den Verstorbenen Mittelpunkt seines
priesterlichen Lebens und Wirkens war, wurden die von Otmar Mäder ausgelesenen
Lieder aus dem Kirchengesangbuch gesungen, ergänzt durch Teile aus
dem Requim von Gabriel Fauré, gesungen vom Domchor. Nach den Einsegnungsgebeten
und dem Fahnengruss der Sakristanenvereinigung des Bistums St. Gallen, des
Kolpingwerkes, der KAB St. Gallen, des Lourdes-Pilgervereins, der Studentenverbindung
Leonina und der Otmarmusik St. Gallen, begleiteten Bischof Ivo, das Domkapitel,
die Bischöfe und Äbte den Verstorbenen zu seiner letzten Ruhestätte
in der Otmarskrypta hinten in der Kathedrale. Die Otmarskrypta ist bis zum
Dreissigsten am 24. Mai zugänglich (Öffnungszeiten wie Kathedrale).