18/2003 | |
INHALT | |
Amtlicher Teil |
Die Schweizer Bischöfe haben die neue Enzyklika von Johannes Paul II. dankbar erhalten. Es ist ein Text, der sich durch seine Tiefe und eine persönliche sowie geistliche Grundhaltung auszeichnet. Der Papst erinnert darin an die wesentlichen Elemente des Glaubens der katholischen Kirche im Hinblick auf das Geheimnis der Eucharistie. Die Bischöfe sehen in diesem Text mit seinen manchmal liebevollen Akzenten und immer geprägt von Ehrfurcht vor jedem Menschen ein wertvolles Instrument, in dem Masse, als dass er klare Grundlinien für einen ökumenischen Dialog in Liebe und Wahrheit bietet. Der Papst erinnert an die zentrale Stellung der Eucharistie im kirchlichen Leben, welche doch zuallerst für die Katholiken selbst sowohl im persönlichen, alltäglichen Leben wie auch bei liturgischen Feiern eine Verantwortung ihr gegenüber mit sich bringt.
Die Enzyklika teilt sich in sechs Kapitel auf. Im ersten Kapitel beschreibt
Papst Johannes Paul II. das Sakrament der Eucharistie als Glaubensgeheimnis
und als Opfer, welches das Leben der Kirche fruchtbar macht. Er erinnert
an die biblischen Fundamente, die ihre Fortführung in der Messfeier
gefunden haben. Er betont darin die wahrhafte Gegenwart des gekreuzigten
und auferstandenen Christus, die der Kirche durch den Heiligen Geist anvertraut
ist. Die Eucharistiefeier ist nicht bloss ein rein spirituelles Ereignis,
hat sie doch Auswirkungen auf das Leben und die Umformung der Welt.
Zweites Kapitel: Da die Kirche nicht nur durch Strukturen und Gebäude
gebildet wird, sondern wesentlich auch eine geistliche Wirklichkeit ist,
wird sie auferbaut durch das Geheimnis der Eucharistie. Durch seine Taufe
ist der Christ vereint mit Christus, im alltäglichen Leben aber benötigt
er eine Einbindung. Durch die Teilnahme an der Eucharistie erneuert der
Christ die Bande, die ihn mit Christus vereinen, der im Geist Gottes in
der Kirche gegenwärtig ist. «Jeder von uns empfängt Christus»
und «Christus empfängt jeden Einzelnen von uns». So bildet
sich «das Volk des neuen Bundes».
Im dritten Kapitel betont der Papst, dass die Kirche auf die Apostel gegründet
ist. Nur auf diesem Hintergrund lässt sich die Feier der Eucharistie
verstehen. Bereits in den frühesten christlichen Texten ist die Eucharistie
verbunden mit der Gestalt des Apostels, des Bischofs oder des Priesters,
eine Tradition, die die katholische Kirche bis zum heutigen Tag aufrechterhalten
hat. Von daher ist es notwendig, dass der Priester der Messe vorsteht. Diese
Tatsache erinnert an die Möglichkeiten und Grenzen im ökumenischen
Dialog.
Das vierte Kapitel legt den Akzent auf den Aspekt der «Kommunion-Gemeinschaft».
Man kann die Eucharistie nicht dazu verzwecken, Gemeinschaft zu schaffen.
Die Eucharistie setzt kirchliche Gemeinschaft-Kommunion voraus; sie stärkt
diese und bringt sie zur Vollendung. Dabei gibt es eine unsichtbare Gemeinschaft,
nämlich jene des Glaubens, und eine sichtbare in der kirchlichen Gemeinschaft
mit ihren konkreten Strukturen. Leider ist diese Gemeinschaft mit gewissen
anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften noch nicht voll und ganz
verwirklicht. Es ist deswegen noch nicht möglich, um denselben Tisch
versammelt zu sein. Der Papst ermutigt jedoch dazu, unermüdlich nach
einer Vertiefung dieser Gemeinschaft zu suchen.
Im fünften Kapitel unterstreicht der Papst die Würde, die mit
der Eucharistiefeier verbunden ist. Sie hat Auswirkungen auf die Schönheit
der liturgischen Feiern und der Gebäude, die einem geistlichen Zweck
dienen. Der Papst spricht ebenfalls von einer gesunden und notwendigen Inkulturation
in die verschiedenen Kulturen.
In Kapitel sechs unterbreitet der Papst uns schliesslich eine tiefsinnige
Meditation über das ganze Leben Mariens, bei der er sie als die «eucharistische»
Frau beschreibt, da sie in gewisser Weise der erste Tabernakel war und in
ihrer Offenheit für das Wirken des Heiligen Geistes der Welt Christus
geschenkt hat. Sie ist von daher die Mutter der Kirche und kann deswegen
Vorbild für alle Christen sein.
Zur richtigen Erfassung der Tragweite dieses Dokumentes ist eine ruhige
Lektüre erforderlich. Ansonsten ist es möglich, dass man darin
irrtümlicherweise einen Kampftext gegen Missbräuche inhaltlicher
Art sehen könnte oder enttäuscht ist vom Sprachgebrauch, der durchaus
«traditionell» ausgefallen ist. Doch der Heilige Vater benützt
diesen Sprachstil in der Absicht, den Katholiken am Anfang des dritten Jahrtausends
sichere Orientierungshilfen zu geben. Johannes Paul II. setzt damit die
angebrochene neue Epoche reich an Hoffnungen, aber ebenso an bedrückenden
Unsicherheiten unter das Zeichen der Eucharistie. Zusammen mit dem
Papst ermutigen die Schweizer Bischöfe die Katholiken der heutigen
Welt, ein Zeugnis ihres Glaubens an die Eucharistie zu geben. Mit seinen
Worten bekräftigen sie erneut: «Hier ist der Schatz der Kirche,
das Herz der Welt, das Unterpfand des Ziels, das jeder Mensch erstrebt.»
Alle Katholiken sollten diesen Schatz für sich betrachten und ihn in
ihrem Herzen bewahren.
Die Schweizer Bischöfe sind empört über die vom Bundesamt
für Gesundheit (BAG) lancierte Kampagne STOP AIDS 2003. Mit den Slogans
«Schütze deinen Nächsten wie dich selbst... benütze
ein Präservativ!» oder «Grüss Gott, Herr Pfarrer,
wenn Rom es schon nicht gerne hört, dass Sie über Verhütung
sprechen, reden Sie doch über Präservative», diesen und
anderen Beispielen, verwenden und missbrauchen die Bundesbehörden den
Sinn wichtiger Werte des christlichen Glaubens zu ihren Gunsten und machen
die Haltung der katholischen Kirche lächerlich. Die SBK ist sich ganz
klar bewusst, dass der Kampf gegen Aids extrem wichtig ist und dass die
Kampagnen aufrüttelnd sein müssen, um zu wirken. Dazu aber die
Religion zu gebrauchen, um diese zu verspotten, ist zutiefst schockierend.
Statt gegen diese Geissel gemeinsam zu kämpfen gewiss jeder auf
seine Art , sucht der Bund die Konfrontation. Das ist untragbar! Diese
Kampagne zudem mitten in der Karwoche vorzustellen, zeugt von Verbissenheit
oder einer Unkenntnis des wichtigsten Festes der Christen, das auch gesellschaftlich
anerkannt ist!
Die SBK verlangt mit Nachdruck die Rücknahme der in ihren Augen die
Katholiken beleidigenden Plakate und empfiehlt, dass in Zukunft solche Kampagnen
eher in gegenseitiger Absprache realisiert werden als in der Missachtung
des anderen. Da wir ja in einer Demokratie leben und also um jeden Preis
das Recht auf freie Meinungsäusserung respektieren müssen, erfordert
genau diese Freiheit je grösseren Respekt vor den Überzeugungen
des Nächsten! Genau dieser Respekt vor dem Nächsten ist ein erster
notwendiger Schritt in der Prävention gegen Aids...
Der interkulturelle und interreligiöse Dialog sind eine grundlegende
Voraussetzung für einen dauerhaften Frieden im Irak. Der Krieg hat
das gegenseitige Misstrauen zwischen der westlichen und der arabisch-muslimischen
Welt vergrössert. Dadurch drohen Werte wie die Anerkennung der Menschenrechte,
religiöser Pluralismus und Demokratie in Frage gestellt zu werden.
Die Vereinten Nationen und auch die Schweiz müssen alle Anstrengungen
unternehmen, dass auf der Grundlage internationalen Rechts ein zukünftiger
Friede im Irak und in der ganzen Region des Nahen und Mittleren Ostens möglich
wird.
An Ostern feiern Christen die Auferstehung Jesu, eine Botschaft der Freude
und des Lebens: für jede und jeden ein Appell, den Dialog des Friedens
in schwesterlich-brüderlichem Geist wieder aufzunehmen.
Der «Islam in Europa»-Ausschuss, 1987 vom Rat der Europäischen
Bischofskonferenzen (CCEE) und von der Konferenz Europäischer Kirchen
(KEK) gegründet, um die Kirchen in ihren Beziehungen mit muslimischen
Mitbürgern in ganz Europa zu unterstützen und zu ermutigen, beendete
sein gegenwärtiges fünfjähriges Mandat mit seiner Schlusssitzung
vom 13.16. März 2003 in Strassburg.
Der Ausschuss hatte die Aufgabe:
Zwangsläufig hatte der «Islam in Europa»-Ausschuss auf
die weltweiten Ereignisse einzugehen, die die christlich-muslimischen Beziehungen
in Europa beeinflussen. Deshalb hat der Ausschuss auch die Auswirkungen
der gegenwärtigen Irak-Krise und der Konsequenzen eines möglichen
Krieges wie auch des andauernden Konflikts im Heiligen Land diskutiert.
In diesem Zusammenhang wurde der Ausschuss durch die von Kirchenführern
in Europa und in aller Welt ausgedrückte Einmütigkeit inspiriert,
einer Lösung dieser Krise durch das Mittel des Krieges anstatt durch
UN-Verhandlungen zu widerstehen; ebenso wurde der Ausschuss ermutigt durch
die aktive Zusammenarbeit von Christen und Muslimen aus ganz Europa und
weltweit mit gemeinsamen Erklärungen, gemeinsamen Initiativen und Gebeten
für den Frieden. All dies zusammen genommen straft jene Lügen,
die diesen Konflikt als eine Auseinandersetzung zwischen Christen und Muslimen
darstellen.
Viele dieser Anliegen sind in die im Jahr 2001 von den europäischen
Kirchen verabschiedete Charta Oecumenica im Abschnitt 11 aufgenommen worden:
«Die Begegnungen zwischen Christen und Muslimen sowie den christlich-islamischen
Dialog wollen wir auf allen Ebenen intensivieren. Insbesondere empfehlen
wir, miteinander über den Glauben an den einen Gott zu sprechen und
das Verständnis der Menschenrechte zu klären.»
Der «Islam in Europa»-Ausschuss, zusammen mit vielen anderen,
betet, arbeitet und hofft weiterhin für Frieden und Gerechtigkeit,
besonders im Irak und im Heiligen Land.
1 Im Internet abrufbar unter www.ccee.ch und www.cec-kek.org
2 Im Internet abrufbar.
Die rund 20 Mitglieder der OKJV, Ordinarienkonferenz Jugendvereinigungen,
fanden sich am 12. Februar in Zürich zu ihrer ersten Sitzung im neuen
Jahr zusammen. Diese stand ganz im Zeichen eines umfangreichen Informationsaustausches
der OKJV-Mitglieder, um sich gegenseitig über die in diesem Jahr geplanten
Aktivitäten orientieren zu können.
So finden in den Diözesen Basel und Chur am 30. März (Solothurn)
und 6. April (Chur) die Bistumstreffen für Jugendliche und junge Erwachsene
statt. In St. Gallen haben die Verantwortlichen des Jugendbegegnungstages
erstmals nach 10 Jahren eine Pause eingelegt. Blauring und Jungwacht setzen
mit dem Jugendevent «junglaublich» am 24. Mai 2003 den Schlusspunkt
unter das Projekt ja!und. Die Fachstelle für Kinder- und Jugendarbeit
veranstaltet in diesem Jahr zwei Deutschschweizer juseso-Konferenzen zu
den Themen «Ästhetische Welten von Jugendlichen» und «Event
und Eventkultur». Schönstatt- Junge und -Mädchen laden über
Auffahrt zu einer Jugendgebetsnacht in Quarten ein, während Ende Oktober
die Fokolar-Bewegung in Baar ein Musical der Band Genrosso organisiert.
Jugend 2000 vermittelt wiederum Einkehrtage im Kloster Baldegg und will
in diesem Jahr die geistige Begleitung von Jugendlichen in Klöstern
intensivieren. In diesem Jahr finden in der Deutsch- und Westschweiz sowie
im Tessin regional gefeierte Weltjugendtage statt, so in Disentis am 13.
und 14. September. Mehr Informationen zu diesen und weiteren Anlässen
können den Websites www.junge-kirche.at (Regionalteil Schweiz) und
www.junge-christen.ch entnommen werden.
Des Weiteren nahmen die Anwesenden die Schlussrechung der Arbeitsgruppe
Toronto 2002 (sie hatte für die Reise ans Weltjugendtreffen verantwortlich
gezeichnet) sowie deren Auflösung zur Kenntnis.
Die nächste OKJV-Sitzung vom 17. Juni 2003 wird eine Begegnung zwischen
den OKJV-Mitgliedern und den Deutschschweizer Diözesanbischöfen
beinhalten. Thema des Austausches bildet die Situation der Jungendlichen
heute und ihre Hoffnungen im Jahr 2010.
Meine Entscheidung, von den Weiheverpflichtungen dispensierte Priester inskünftig nicht mehr zur Mitverantwortung bei der Gemeindeleitung zu beauftragen, hat im Bistum viel Unverständnis und Aufregung ausgelöst. Vor allem ist nach den Gründen gefragt worden. Ich will gerne Rechenschaft über die Beweggründe und auch über die Art und Weise, wie ich diese Entscheidung gefällt und kommuniziert habe, geben. An erster Stelle aber will ich betonen, dass ich mir diese Entscheidung nach sieben Jahren im Amt als Bischof von Basel keineswegs leicht gemacht habe. Ich habe sie vielmehr nach reiflicher Überlegung und intensiver Beratung mit den Weihbischöfen und dem Bischofsrat gefällt. Die Gründe dafür liegen nicht bei den Personen dispensierter Priester oder in der Annahme, dass sie ihre Aufgabe nicht gut gemacht hätten. Die Gründe liegen auf einer anderen und viel grundsätzlicheren Ebene.
1. Ein von den Weiheverpflichtungen dispensierter Priester bleibt Priester, der aber seine priesterlichen Aufgaben nicht mehr wahrnehmen darf. Deshalb ist es unkorrekt, wenn man von laisierten Priestern redet. Bei der Gewährung der Dispens von den Weiheverpflichtungen gibt der Priester sein Versprechen ab, keine priesterlichen Dienste mehr wahrzunehmen und vor allem keine Sakramente mehr zu feiern. Gemäss den universalkirchlichen Vorgaben verzichtet er mit seiner Unterschrift sogar auf alle seelsorgerlichen Aufgaben. Wenn er dennoch wieder zu Aufgaben der Gemeindeleitung, die das Weiheamt voraussetzt, beauftragt wird und nun auf ausserordentliche Weise wahrnimmt, was ihm als Priester auf ordentliche Weise zugekommen ist, wird nicht nur das gegebene Versprechen umgangen, sondern auch er selbst in eine zweideutige Situation gebracht. Völlig paradox wird die Situation, wenn ich einem dispensierten Priester als Gemeindeleiter die ausserordentliche Taufvollmacht geben muss. Die angesichts der heutigen personellen Situation ohnehin schwierige Not-Lösung der kooperativen Wahrnehmung der Gemeindeleitung zwischen einem Laientheologen und einem Priester verschärft die damit gegebenen Identitätsprobleme der kirchlichen Dienste zusätzlich, wenn ein dispensierter Priester Gemeindeleiter ist. Damit ist nach meiner Überzeugung eine Grenze überschritten worden, die ich nicht mehr verantworten kann.
2. Bei jeder kirchlichen Beauftragung sind stets zwei Seiten impliziert: diejenige Person, die beauftragt, und diejenige Person, die beauftragt wird. In der öffentlichen Diskussion wird zumeist nur die eine, nämlich die zweite Seite, wahrgenommen. Die erste Seite aber ist ebenso wichtig, ja fundamental. Denn wer einen Menschen zu einem kirchlichen Dienst beauftragt, nämlich der Bischof, muss sich selbst immer wieder Rechenschaft geben, was er tut, wenn er beauftragt und wen und wozu er beauftragt. Bereits die Beauftragung eines Laientheologen mit Aufgaben der Gemeindeleitung ist für mich keine problemlose Angelegenheit, und zwar auch wegen des betreffenden Menschen selbst. Denn Theologen und Theologinnen zu gemeindeleitenden Aufgaben zu beauftragen, ohne ihnen die sakramentale Befähigung dafür geben zu können, kann zu einer seelengefährdenden Überforderung dieses Menschen führen. Aus Gesprächen mit Gemeindeleitern und Gemeindeleiterinnen weiss ich, dass sie diese schwierige Situation selbst oft so erfahren und spüren. Wiewohl ich diese schmerzlichen Erfahrungen ernst nehmen will und nehme, halte ich dennoch angesichts der heutigen pastoralen Not-Situation an der kooperativen Wahrnehmung der Gemeindeleitung fest und halte sie für Not-wendend. Unmöglich und glaubenspsychologisch unzumutbar ist für mich aber die Beauftragung eines dispensierten Priesters zu Aufgaben der Gemeindeleitung, weil damit die notvolle Situation noch potenziert wird. Jeder Bischof ist in seinem Gewissen verpflichtet, sich Rechenschaft darüber zu geben, ob er dies verantworten kann. Ich kann dies in sensiblem Hören auf mein Gewissen nicht mehr verantworten. Ich bitte deshalb das Bistum, zu respektieren, dass auch ein Bischof ein Gewissen hat und verpflichtet ist, auf es zu hören.
3. Das Bistum Basel kann von mir als Bischof mit Recht, zumal angesichts des bei uns herrschenden alarmierenden Priestermangels, erwarten, dass ich mich in der Universalkirche für veränderte Zugangswege zum Priestertum einsetze, aber es kann und darf von mir nicht erwarten oder gar verlangen, mich dabei unglaubwürdig zu machen. Dies ist jedoch der Fall, wenn ich weiterhin dispensierte Priester zu Aufgaben der Gemeindeleitung beauftrage. Meines Wissens ist das Bistum Basel das einzige gewesen, das dispensierte Priester als Gemeindeleiter eingesetzt hat. Ich habe die Erfahrung machen müssen, dass dieser Weg in anderen Ortskirchen nur schon in Deutschland oder Frankreich nicht verstanden, geschweige denn akzeptiert wird. Man sieht in ihm vielmehr eine schleichende Aushöhlung des katholischen Priestertums. Dieser Umstand er-schwert mein Bemühen um Veränderung der Zulassungsbedingungen zum priesterlichen Dienst. Dieses Bemühen macht nämlich nur Sinn, wenn man es glaubwürdig vollziehen kann.
Dies sind die wesentlichen drei Gründe, die mich zu meinem Gewissensentscheid
geführt haben. Sowohl meinen Entscheid als auch die Gründe habe
ich im Spätsommer des vergangenen Jahres den Regionaldekanen eingehend
kommuniziert. Dabei sind wir übereingekommen, keine Mitteilung an die
mediale Öffentlichkeit zu geben, und zwar aus folgenden Gründen:
Erstens gibt es den in den Medien behaupteten Grundsatzbeschluss von Bischof
Anton Hänggi, dispensierte Priester prinzipiell auch als Gemeindeleiter
einzusetzen, gar nicht. Vielmehr hat sich diese Praxis von Fall zu Fall
eingebürgert, und zwar nicht, wie behauptet wird, während des
Episkopats von Bischof Anton Hänggi, sondern desjenigen von Bischof
Otto Wüst. Von daher hielt ich es für richtig und adäquat,
diese Praxis auch auf demselben Weg zu beenden, auf dem sie begonnen hatte.
Man kann deshalb von mir nicht erwarten, einen Beschluss, den es gar nie
gegeben hat, öffentlich rückgängig machen zu müssen.
Zweitens wollte ich diese Frage nicht in die breitere Öffentlichkeit
bringen, weil ich angesichts der weltweiten Eskalation von Medienmitteilungen
nicht wollte, dass dieser in meinen Augen falsche Weg noch weiter in der
Universalkirche bekannt gemacht wird. Ich bin vielmehr entschieden bestrebt,
dass das Bistum Basel in der Weltkirche ein gutes Bild abgibt. Da ich weiss,
dass der Einsatz von dispensierten Priestern auch in unserem Bistum kontrovers
beurteilt wird, wollte ich schliesslich die dispensierten Priester selbst
von einer öffentlichen Diskussion verschonen. Ich habe deshalb die
Regionaldekane gebeten, die von meiner Entscheidung unmittelbar betroffenen
dispensierten Priester in ihrer Bistumsregion persönlich zu informieren.
Ich vermag nicht einzusehen, warum ein solches Vorgehen falsch sein soll.
Es gibt auch in jedem weltlichen Betrieb Entscheidungen, die nur intern
kommuniziert werden.
Dies heisst nun freilich nicht, dass meine Entscheidung nicht öffentlich
geworden wäre. Nachdem ich sie den Regionaldekanen mitgeteilt hatte
und nachdem die unmittelbar Betroffenen direkt informiert waren, musste
ich in fast allen Diözesanen Beratungsgremien und verschiedenen Briefwechseln
über meine Entscheidung Red und Antwort stehen und habe es auch getan.
Dass diese Frage kurz vor Ostern dann doch in den Medien behandelt wurde,
hat seinen Grund darin, dass Herr Ernst Knorr, als dispensierter Priester
Gemeindeleiter in Gretzenbach, nicht nur mit meinem Entscheid, sondern auch
mit meinem Vorgehen nicht einverstanden war. In zwei Briefen hat er mich
erpresst, selbst in die Medien zu gehen, wenn ich meine Entscheidung bis
Ostern nicht publik gemacht haben werde. Obwohl ihm die Gründe meines
Vorgehens mitgeteilt wurden und obwohl ich ihm klar geschrieben habe, dass
ich mich von einem Gemeindeleiter nicht erpressen lasse, hat er seine Drohung
offensichtlich wahrgemacht, und zwar in Kollaboration mit Journalisten wie
Michael Meier vom Tages-Anzeiger und Thomas Gubler von der Basler Zeitung,
von denen er wissen musste, wie sie zu unserer Kirche eingestellt sind.
Hinzu kommt erschwerend, dass er mir als Bischof in der Öffentlichkeit
jedes Vertrauen abgesprochen und mich verdächtigt hat, das Bistum Basel
in eine «Katastrophe» hineinzuführen. Ich will und kann
nicht verschweigen, dass ich ein solches Verhalten eines hauptamtlichen
Seelsorgers für untragbar halten muss.
Ich bedaure, dass durch den damit provozierten Medienrummel im Bistum viel
Aufregung und Unsicherheit entstanden ist, zumal kurz vor der Heiligen Woche.
Ursache dafür war der Artikel von Michael Meier im Tages-Anzeiger vom
9. April mit dem reisserischen, aber völlig falschen Titel «Bischof
Koch zügelt Laien». Michael Meier ist freilich intelligent genug,
um zu wissen, dass er damit bewusst eine irreführende Behauptung aufstellt.
Es war deshalb wohl nicht mangelnde Sachkenntnis, sondern Absicht, wenn
er schon im Titel die Leser/Leserinnen zum Missverständnis verführen
wollte, es ginge nicht um eine kleine Zahl unmittelbar Betroffener, sondern
um alle Laien, und es handle sich nicht um dispensierte Priester, sondern
um Laien. Ferner bedaure ich, dass in diesem Zusammenhang auch bei der Informationsstelle
des Bistums, vor allem bei Rückfragen von Journalisten, bei der Hetze
des journalistischen Betriebs Pannen geschehen sind, für die ich mich
entschuldigen möchte.
Ich bin mir wohl dessen bewusst, dass viele Gläubige in den Pfarreien
meine Entscheidung nicht verstehen, weil sie in der heutigen pastoralen
und personellen Situation vornehmlich pragmatische Problemlösungen
von Fall zu Fall wünschen und fordern. Als Bischof muss ich bei meinen
Entscheidungen aber immer auch Aspekte berücksichtigen, die aus der
Sicht der Pfarreien nicht ohne weiteres einsichtig sind. Ich bin deshalb
dankbar, wenn die Seelsorgenden dabei mitwirken, diese grösseren Zusammenhänge
zu erklären. Ebenso dankbar bin ich für das Engagement der Seelsorgenden
und für ihr Aushalten von Spannungen in der notvollen Situation von
heute. Schliesslich danke ich allen, die erkennen, dass ich als Bischof
in Verantwortung gehandelt und die Schritte sorgsam überlegt habe.
Eines sollten wir alle aus dieser Angelegenheit gelernt haben: Wenn sich
das Bistum Basel weiterhin als «Sonderfall» verstehen will,
dann bitte als ein Sonderfall im Guten und nicht im Problematischen, und
auf eine so sensible und glaubwürdige Weise, dass es von den verschiedenen
Ortskirchen auf der weiten Welt auch als solcher wahrgenommen werden kann.
Denn auch das Bistum Basel ist wie jedes andere Ortskirche in der universalen
Kirche auf der weiten Welt und in Gemeinschaft mit dem Nachfolger des Petrus.
Vielleicht ist es an der Zeit, wieder neu zu lernen, dass man ohne diese
Verbundenheit nicht katholisch sein kann. Mit Überzeugung stehe ich
hinter den Worten, die Bischof Anton Hänggi zusammen mit seinem Weihbischof
Otto Wüst nur wenige Tage vor seiner Bitte um Gewährung des Rücktritts
als Bischof von Basel im Jahre 1982 an die Seelsorgenden geschrieben hat:
«Wir stehen nicht eigenmächtig an unserem Ort, sondern im Auftrag
der Kirche und damit auch in Verantwortung vor der Kirche vor der
Kirche unseres Bistums und der Weltkirche.»
Die auf den 1. Juli 2003 vakant werdende Spitalseelsorgestelle (70%)
am Kantonalen Spital Sursee-Wolhusen mit Standort in Sursee wird für
einen Spitalseelsorger oder eine Spitalseelsorgerin zur Wiederbesetzung
ausgeschrieben (siehe Inserat).
Die vakante Erwachsenenbildungsstelle für die Region Fricktal (50%)
wird für einen Erwachsenenbildner/eine Erwachsenenbildnerin zur Wiederbesetzung
ausgeschrieben. Es besteht die Möglichkeit, das Pensum durch eine Seelsorgetätigkeit
in einer Pfarrei des Dekanates Fricktal zu erhöhen (siehe Inserat).
Interessierte Personen melden sich bitte bis 23. Mai 2003 beim Diözesanen
Personalamt, Baselstrasse 58, 4501 Solothurn, oder E-Mail personalamt@bistum-basel.ch
Hugo Durrer, emeritierter Pfarrer,Biberist
Am 22. April 2003 starb in Biberist der emeritierte Pfarrer Hugo Durrer.
Am 8. Mai 1924 geboren, empfing der Verstorbene am 29. Juni 1951 in Solothurn
die Priesterweihe. Er wirkte als Domkaplan in der Pfarrei St. Ursen Solothurn
von 19511962. Danach war er Spiritual im Priesterseminar Solothurn
von 1962 1969 und wurde danach eingesetzt als Kaplan in der Pfarrei
St. Marien Solothurn von 19691973. Von 19731995 wirkte er als
Pfarrer in der Pfarrei Lohn-Ammannsegg und danach als Pfarradministrator
in dieser Pfarrei bis 1996. Von 19921993 versah er das Amt des Dekans
im Dekanat Solothurn. Ab 19962001 war er in der Pfarrei Grenchen als
Aushilfspriester tätig. Ab 2001 verbrachte er seinen Lebensabend als
emeritierter Pfarrer in Biberist. Er wurde am 28. April 2003 in Biberist
beerdigt.
Ein sonniger Frühlingstag der Monatsmarkt mit seinem bunten
Treiben prägt das Bild in den Gassen Solothurns rund um die Kathedrale.
Um 250 Priester, Diakone, Seelsorgerinnen und Seelsorger ziehen zusammen
mit Bischof Kurt Koch und den Weihbischöfen Martin Gächter und
Denis Theurillat über die Treppe in das Innere der Kathedrale zur Chrisam-Messe.
«Die Chrisam-Messe mit der Weihe der Heiligen Öle (Krankenöl,
Katechumenenöl und Chrisam) gibt uns einen guten Einblick in die himmlische
Apotheke Jesu Christi. Denn die Sakramente der Kirche sind die Arzneimittel
Jesu Christi für die Glaubenden in ihrem christlichen Leben.»
So Bischof Kurt Koch in seiner Predigt. Damit zeigte er den Bezug auf, einmal
im Jahr Priester, Diakone, Seelsorgerinnen und Seelsorger am Montag in der
Karwoche nach Solothurn einzuladen. Sie sind es, die nach dieser Feier die
Heiligen Öle in ihre Pfarreien mitnehmen, mit den Gedanken an die Predigt,
mit dem Auftrag Gott zu den Menschen zu bringen und Menschen zu Gott zu
führen, zur Verherrlichung Gottes.
Bischof Kurt Koch weiter: «Wir brauchen heute die Wiederentdeckung
des gemeinsamen Priestertums aller Getauften, das in der Verherrlichung
Gottes und im Dienst am Menschen besteht. Diese beiden Sendungen verbinden
uns alle auch im kirchlichen Dienst. Denn unser gemeinsames Fach ist Gott,
und unsere gemeinsame Kompetenz ist Gott für die Menschen.»
Anschliessend an den feierlichen Gottesdienst trafen sich die Teilnehmenden
im grossen Landhaussaal zum Imbiss, zum Gedankenaustausch und zur Gründungsversammlung
des «Vereins Pro Kathedrale St. Urs und Viktor». Dies mit dem
Ziel, das Bewusstsein für den spirituellen Ort des Bistums, die Bistumskathedrale,
zu stärken.
Diözesanbischof Amédée Grab ernannte die Neupriester
Im Weiteren ernannte er Martin Müller, bisher Vikar in Rüti (ZH), neu zum Pfarradministrator der Pfarrei Herz Jesu, Zürich-Wiedikon.
Infolge Demission des bisherigen Stelleninhabers wird die Pfarrei Amsteg
(UR) zur Wiederbesetzung ausgeschrieben.
Interessenten mögen sich melden bis zum 23. Mai 2003 beim Sekretariat
des Bischofsrates, Postfach 133, 7002 Chur.
Am Samstag, 17. Mai 2003, um 10.15 Uhr, wird Diözesanbischof Amédée Grab den folgenden Kandidaten, die sich auf das Priestertum vorbereiten, in der Seminarkirche die Diakonenweihe spenden: Erich Camenzind, Stalden (OW); Oliver Stens, Zürich-Witikon; Markus Weber, Zürich; Mathias Zihlmann, Wetzikon (ZH), und Urs Zihlmann, Rüti-Tann (ZH). Sie sind herzlich zu diesem Weihegottesdienst eingeladen. Die Priester, welche am Weihegottesdienst konzelebrieren, werden gebeten, sich bis Dienstag, 13. Mai 2003, bei der Bischöflichen Kanzlei anzumelden (Tel. 0812586000). Bitte nehmen Sie Ihre Albe und weisse Stola mit. Besammlung in der Eingangshalle des Priesterseminars um 9.45 Uhr.
Für das Jahr 2003 bestehen zwei Möglichkeiten zur Erwachsenenfirmung
in der Bischöflichen Kapelle des Ordinariates in Chur:
1. Termin: Samstag, 14. Juni 2003, nachmittags;
2. Termin: Samstag, 18. Oktober 2003, nachmittags.
Das Sakrament der Firmung wird gespendet durch den Diözesanbischof
oder seinen Stellvertreter.
Pfarrämter, die von diesem Angebot Gebrauch machen wollen, werden gebeten,
Kandidatinnen und Kandidaten schriftlich, unter Beilage des vorbereiteten
Firmscheines und eines neuen Auszuges aus dem Taufbuch, beim Bischöflichen
Ordinariat Chur, «Erwachsenenfirmung», Postfach 133, 7002 Chur,
anzumelden.
Anmeldefristen:
Für den 1. Termin bis spätestens Mittwoch, 4. Juni 2003.
Für den 2. Termin bis spätestens Mittwoch, 8. Oktober 2003.
Otmar Mäder, Dr. theol.,emeritierter Bischof von St. Gallen
Am 25. April 2003 ist im Kantonsspital St. Gallen der emeritierte Bischof
von St. Gallen, Otmar Mäder, gestorben. Als jüngstes von elf Kindern
wurde er am 15. November 1921 in Mörschwil geboren, wo er auch seine
Jugendzeit verbrachte. Die katholische Sekundarschule besuchte er in St.
Gallen, das Gymnasium in Einsiedeln. Theologie studierte er in Freiburg
(daneben Studium der Physik und Philosophie), Sitten und Innsbruck. 1947
wurde er zum Priester geweiht und anschliessend von Bischof Josef Hasler
zum Weiterstudium nach Innsbruck geschickt. Dort promovierte er 1950 zum
Doktor der Theologie (Dissertation über das Problem der Kollektivschuld
im Alten Testament), dort lernte er auch Hunger und Entbehrung kennen sowie
die Probleme von Mitstudenten, die Krieg und Gefangenschaft erlebt hatten.
Seinen Weg als Seelsorger begann Otmar Mäder als Kaplan in Flawil (19501956),
wo er mit den Sorgen von Fabrikarbeiterinnen und -arbeitern konfrontiert
wurde. Mit der Stadtbevölkerung kam er als Vikar von St. Otmar-St.
Gallen in Kontakt (19561961). Bergbauern, kleine Bauernbetriebe mit
finanziellen Sorgen und Tourismus sind Stichworte für die Zeit als
Kaplan in Alt St. Johann (19611966) und als Pfarrer in Ricken (19661973).
Als Pfarrer von Muolen wurde er am 23. März 1976 überraschend
und als erster, der nicht dem Domkapitel angehörte, zum Bischof von
St. Gallen gewählt. Von Rom wurde die Wahl am 25. März 1976 bestätigt.
Geweiht wurde Otmar Mäder am 2. Mai 1976. Zum Wahlspruch wählte
er «In Glauben, Hoffnung und Liebe». 1977 vertrat er die Schweizerische
Bischofskonferenz an der 4. Internationalen Bischofssynode in Rom mit dem
Thema Katechese. Von 19791983 war er Präsident der Schweizerischen
Bischofskonferenz (Papstbesuch), von 19911994 deren Vizepräsident
(Konflikt um das Bistum Chur mit Bischof W. Haas). Von 19781979 und
19861988 war er Vorsitzender der Deutschschweizerischen Ordinarienkonferenz.
Lichtblicke in seiner Bischofszeit waren 1985 das diözesane Jugendtreffen
in Appenzell zum Jahr der Jugend und 1987 das Bistumstreffen in St. Gallen.
Die gesundheitlich bedingte Demission als Bischof von St. Gallen wurde am
24. September 1994 von Papst Johannes Paul II. angenommen. Nach seiner Emeritierung
war Otmar Mäder von 19941998 Primissar in Muolen bis sein angeschlagenes
Herz ihn zwang, auf seine seelsorgerliche Tätigkeit zu verzichten.
Die letzten Jahre verbrachte er in St. Gallen-Haggen. Seine letzte Ruhestätte
befindet sich seit dem 1. Mai 2003 bei seinen acht Vorgängern in der
St. Otmarskrypta in der Kathedrale St. Gallen.
Nach fast zehnjähriger Tätigkeit in den Pfarreien Bütschwil
und Ganterschwil ist Pfarrer Josef Buchmann als Pfarrer von Schänis
gewählt worden. Die Pfarrstellen von Bütschwil und Ganterschwil
im Seelsorgeverband BütschwilGanterschwil sind darum zur Wiederbesetzung
ausgeschrieben. Der neue Pfarrer wird seine Tätigkeit gemeinsam mit
einem Seelsorgeteam aufnehmen können. Die Neubesetzung der Pfarrstellen
muss auf eine mögliche künftige Seelsorgeeinheit ausgerichtet
sein. Stellenantritt nach Vereinbarung.
Interessenten richten ihre Bewerbung bis zum 20. Mai 2003 an das Personalamt
der Diözese St. Gallen, Dr. Anton Thaler, Klosterhof 6b, Postfach 263,
9001 St. Gallen. Weitere Auskunft erteilen Bruno Gemperle, Präsident
des Kirchenverwaltungsrates Bütschwil (Tel. P 0719833185 oder G 0719832519),
und Felix Hess, Präsident des Kirchenverwaltungsrates Ganterschwil
(Tel. 0719834252).
Der Bischof von Sitten, Mgr. Norbert Brunner, hat am Gründonnerstag, 17. April 2003, in der Kathedrale von Sitten bei der Chrisam-Messe zwei Priesteramtskandidaten folgende Dienstämtern übertragen: