15/2003

INHALT

Amtlicher Teil

 

Alle Bistümer

 

Wort der Schweizer Bischöfe zum Karwochenopfer 2003 für die Christen im Heiligen Land

Der Nahe Osten bewegt unsere Herzen und ist dennoch weit weg. Was die Menschen dort ertragen müssen, geht über unsere Schmerzgrenze. Der täglichen Schreckensmeldungen sind wir überdrüssig geworden, Resignation weicht vermehrt der Apathie. Alles wurde schon versucht, jedes Versprechen gemacht und nicht, wie unterzeichnet, eingelöst. Das gesprochene Wort bietet längst keine Gewähr mehr, Verträge werden zur Farce, das Vertrauen wird Lügen gestraft.
Am Weltjugendtreffen 2002 in Toronto beantworteten vier Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den besetzten Gebieten Palästinas die Frage «Wie kann euch geholfen werden?» mit: «Uns kann niemand mehr helfen!». Sie ertrugen während des Zwischenaufenthalts in der Schweiz den Frieden in unserm Land nicht und wachten des Nachts angespannt auf, entgegen jeder Versicherung des Reiseleiters, dass bei uns keine Granaten explodieren, keine Schüsse fallen und keine Häuser zerstört werden. In ihren Herzen hat längst die Angst Macht übernommen. Die aktuelle Frage lautet: «Wann beginnt der Krieg?» und nicht, ob es vielleicht einen Krieg gibt. Wenn er entbrennt, gibt es keinen Schutz. Alle sind der Gewalt ausgeliefert.
Unschuldige werden Opfer der Waffen und der Flammen und sind schnell vergessen, am schnellsten die Kinder und Babys. Ein blutiges Ereignis jagt das andere. Auch Christen sind Zielscheibe des Terrors. Wo sie leben, blüht Vergebung, Versöhnung und Caritas auf. Doch ist das Evangelium Gift in den Herzen der Diktatoren und ein Gräuel in ihren Augen. Es bedeutet eine Gefahr für die Verwirklichung ihrer Welt beherrschenden, unbarmherzigen Pläne. Umso mehr müssen wir Sorge tragen für unsere Glaubensgeschwister, die uns als Ur-Christen nach dem ersten Pfingstereignis die Welt verändernde Frohbotschaft Christi nach Europa und mit der Thebäischen Legion bis in die Schweiz gebracht haben. Das Karwochenopfer der Schweizer Katholiken ruft auf zur Solidarität mit unsern Brüdern und Schwestern in den Ursprungsländern des Christentums. Wir hören von Verfolgung und Zermürbung des christlichen Glaubens. Unser Gebet, unsere Pilgerbesuche, unsere persönlichen Kontakte über die modernen Kommunikationskanäle sowie die finanzielle Unterstützung sind evangelische Mittel, die zur Befriedung der bedrohlichen Situation im Heiligen Land wesentlich beitragen. Wir wissen, dass ein neuer Konflikt nicht nur den Mittleren Osten, sondern die ganze Welt durcheinander bringen kann.
Deshalb appellieren wir an Ihre fürsorgliche Mithilfe in der ausweglosen Lebenslage vieler christlichen Familien, die unbedingt auf ein Liebeszeichen aus dem Westen warten in der gemeinsamen Hoffnung und Osterfreude des auferstandenen Herrn.

Freiburg, im Februar 2003
Die Schweizer Bischöfe


Bistum Basel

 

Das Ständige Diakonat

Wir planen zurzeit wiederum die Vorbereitung für interessierte Theologen unseres Bistums auf das Ständige Diakonat. Die Vorbereitungszeit erstreckt sich über ein Jahr. Interessierte Theologen erhalten gerne weitere Auskünfte beim Ordinariat. Wer sich im Verlaufe des Jahres 2003/2004 auf das Ständige Diakonat vorbereiten möchte, melde sich bitte bis Mitte Juni 2003 bei Weihbischof Denis Theurillat. Er ist der Verantwortliche für die Vorbereitung auf das Ständige Diakonat und steht Interessierten für ein Gespräch gerne zur Verfügung. Sie können direkt Kontakt mit ihm aufnehmen (Tel. 0326255825 Fax 0326255845 E-Mail jugend@bistum-basel.ch).
Nachstehend finden Sie die allgemeinen Kriterien für die Zulassung zum Ständigen Diakonat, wie sie in unserem Bistum üblich sind.
1. Bezüglich Anforderungen an die Weihebewerber und Voraussetzungen für die Weihespendung gelten die Regelungen des CIC (vgl. Can 1024­1052).
2. Zusätzlich zu den Bestimmungen des CIC gelten im Bistum Basel folgende Weihekriterien:
a) Die Bewerber müssen ein Theologiestudium auf einem vom Diözesanbischof anerkannten Bildungsweg erfolgreich abgeschlossen haben.
b) Wer zum Ständigen Diakon geweiht wird, muss über eine ausreichende positive Erfahrung als hauptamtlicher Seelsorger verfügen.
c) Die Weihekandidaten bringen eine positive Erfahrung als Verheiratete im kirchlichen Dienst mit. Die Gattin erklärt sich bereit, den diakonalen Dienst ihres Ehemannes mitzutragen.


Bistum Chur

 

Weiterbildungsseminar für Pfarreisekretärinnen und -sekretäre

Am Montag und Dienstag, 1. und 2. September, oder Donnerstag und Freitag, 30. und 31. Oktober, findet in Bethanien, St. Niklausen, ein Weiterbildungsseminar statt.
Erster Tag: Sekretariat ­ ein kleines Medienunternehmen. Leitung: Thomas Binotto, Redaktor forum Zürich und freier Journalist.
Zweiter Tag: Kommunikation ­ Ressourcen und Fähigkeit. Leitung: Verena Schlauri-Kormann, dipl. Erwachsenenbildnerin.
Im Auftrag der Fortbildungskommission des Bistums Chur wird der Tag organisiert von Uschi Hefti, Affoltern a.A.; Donata Maran, Volketswil; Irene Schorr, St. Anton, Zürich; Rosmarie Werschlein, Pfäffikon (ZH).
Die Einladung mit Anmeldung wurde im Februar an alle Pfarrämter verschickt. Es sind noch wenige Plätze frei. Kontaktperson ist Rosmarie Werschlein, Telefon 019500823.


Bistum Sitten

 

Ernennungen

Der Bischof von Sitten, Mgr. Norbert Brunner, hat auf das Seelsorgejahr 2003/2004 die «Missio canonica» erteilt an:

Die Bistumsleitung wünscht beiden ein gesegnetes und fruchtbares neues Seelsorgejahr 2003/2004.


Diözesaner Pastoral-theologischer Fortbildungskurs «Notfallseelsorge»

Vom 10.­13. März 2003 fand im Bildungshaus St. Jodern, Visp, der jährliche Pastoral-theologische Fortbildungskurs für Priester, Diakone und hauptamtliche kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter statt. Thema des Kurses war die «Notfallseelsorge». 40 Seelsorgerinnen und Seelsorger nahmen daran teil. Von der Bistumsleitung waren Bischof Norbert Brunner und Generalvikar Josef Zimmermann anwesend.
Im letzten Jahrzehnt ist das Wallis mehr von schweren Katastrophen heimgesucht worden als im ganzen letzten Jahrhundert. Infolge Lawinen-Niedergänge und Flutkatastrophen waren nicht nur Rettungsmannschaften gefordert, sondern auch Priester, Seelsorgerinnen und Seelsorger. Aus diesem Grund wählte die Fortbildungskommission des Oberwallis das Thema «Notfallseelsorge» für den diesjährigen Pastoral-theologischen Fortbildungskurs.
Sechs Fachleute aus den Medien, der Psychologie, der Polizei und der Religionswissenschaft sowie betroffene Priester führten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch das viertägige Programm.

Beispiel Gondo

Die Flutkatastrophe von Gondo stand als Fallbeispiel immer wieder im Mittelpunkt der Ausführungen und Diskussionen. Adrian Arnold, Korrespondent am Schweizer Fernsehen, berichtete über seine damalige Berichterstattung für das Fernsehen und seine Erfahrungen: Wie er die Bevölkerung und den zuständigen Pfarrer von Gondo erlebte. Wie er zuerst Schwierigkeiten hatte, an Bilder zu kommen und vor Ort zu gelangen usw. Anhand von verschiedenen Videosequenzen zeigte Adrian Arnold auf, wie die Berichterstattung für das Fernsehen ablief: Die Notwendigkeit des Bildes für die Medienarbeit ist für ein Fernsehen das A und O. Dennoch soll dem Schmerz der Bevölkerung in einer solchen Situation Rechnung getragen werden. Für ihn galt es, eine möglichst objektive Berichterstattung zu geben. Die Tagesschau bringe nur Kurzberichte und lehne bis heute jeden Boulevard-Journalismus für ihre Sendung ab.
Pfarrer Josef Sarbach sprach über seine Erfahrungen in Gondo und legte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zehn Punkte vor, die anregen sollten, nach- und weiterzudenken. Hilfreich seien während einer Katastrophe nicht Worte, sondern die Anwesenheit bei den Betroffenen und die grossen und kleinen selbstverständlichen Hilfeleistungen. Er habe immer darauf geachtet, mit allem, was nur möglich war, so schnell als möglich wieder in die Normalität zurückzukehren. Wo ein grosses Durcheinander herrsche, wirke alles Normale beruhigend und gebe Sicherheit.

Psychologische Aspekte

Urs Baumann, Fachpsychologe für Pschychotherapie in Oberwil bei Zug, ging während eines ganzen Tages der Frage nach, was mit Menschen in Krisensituationen geschieht. Die Notfallpsychologie, die in solchen Situationen gefragt sei, gebe es im Oberwallis noch nicht lange. Einerseits zeigte er Strukturen auf, die im Lawinenwinter 1998/1999 und auch im Herbst 2000 im Wallis für die Notfallpsychologie vorhanden waren, anderseits zeigte er an praktischen Beispielen, auf was bei der Betreuung von Menschen in ausserordentlichen Stresssituationen zu achten sei. In Gruppenarbeiten und anhand von Videobeiträgen verstand Urs Baumann, die Teilnehmer für einen Lernprozess in diesem Bereich zu motivieren und auch deren Sensibilität zu wecken, dass in Katastrophen eine Zusammenarbeit der Psychologen und der Seelsorger eigentlich eine absolute Notwendigkeit sei.
Ein Besuch bei der Kantonspolizei gab Einblick in die Arbeit und Organisation der Polizei, der Feuerwehr und des Militärs bei Katastrophenfällen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt in der Notfallseelsorge betrifft die Betreuung von Menschen anderer Religionen. Ein Referat von Dr. Berno Stoffel über den Umgang mit dem Tod in den verschiedenen Religionen, die religiöse Begleitung von Familienangehörigen und sterbenden Menschen zeigte den Teilnehmern, worauf besonders beim Islam und beim Judentum zu achten sei.
Pfarrer Robert Imseng, Mitglied der Arbeitsgruppe «Konzept für die psychologische, psychiatrische und seelsorgliche Betreuung in Katastrophensituationen im Kanton Wallis», hatte die Aufgabe, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein Konzept der Seelsorge in Katastrophenfällen vorzustellen. Seiner Meinung nach stellen Katastrophen einen Ernstfall des Glaubens dar, bei dem die Fragen nach dem Warum, nach dem Sinn des Lebens und der Frage nach Gott auftauchen.

Fazit...

Der Aufbau einer ökumenischen Notfallseelsorge im Oberwallis ist wichtig. Dabei soll aber nicht eine Parallelorganisation zu den schon bestehenden Strukturen des Kantons aufgebaut werden, sondern die Seelsorge soll darin integriert werden. Seelsorgerinnen und Seelsorger müssen speziell für diese Aufgabe ausgebildet werden. Dies war auch der Auftrag an die Fortbildungskommission, dafür besorgt zu sein, dass einige Seelsorgerinnen und Seelsorger für diese Aufgabe ausgebildet werden. Am Schluss des Kurses erklärten sich dazu ein halbes Dutzend bereit.

Heidi Widrig, Informationsstelle


© Schweizerische Kirchenzeitung - 2003