7/2003

INHALT

Amtlicher Teil

 

Alle Bistümer

 

Erklärung des Präsidiums der Schweizer Bischofskonferenz zum geplanten Krieg gegen den Irak

Seit einigen Tagen wird in den Medien nicht mehr die Frage nach der Zweckmässigkeit eines Krieges gegen den Irak gestellt, sondern das genaue Datum des Beginns der Kampfhandlungen in Erwägung gezogen. Schlimmer noch: Einige machen sich schon Gedanken über die Nachkriegszeit Wir sind zutiefst beunruhigt über diese Sichtweise und erinnern mit Entschiedenheit daran, dass wir einen Krieg ablehnen, dessen hauptsächlichstes Opfer die Zivilbevölkerung wäre. Seit Jahren leidet das irakische Volk und ganz besonders die Kinder entsetzlich an den Folgen des internationalen Embargos, das gegen dieses Land verhängt worden ist. Lassen wir es nicht zu, dass dieses Volk noch mehr gefoltert wird, denn noch sind nicht alle Wege des Dialogs ausgeschöpft und noch gibt es keine eindeutigen Beweise für die durch den irakischen Diktator drohende Gefahr.
Der Krieg ist immer der schlechteste Weg, Konflikte zu lösen, selbst wenn er bisweilen das letzte Hilfsmittel gegen einen noch grösseren Wahnsinn sein kann. Sind wir denn wirklich sicher, dass die Welt vor dieser Situation steht? Die Vereinigten Staaten haben für den heutigen Tag Beweise für diese uns bedrohende Gefahr versprochen. Diese müssen sicher mit Sorgfalt untersucht werden; wir zweifeln aber, dass der «point of no return» ­ wie ihn manche nennen ­ schon gekommen ist! Was wir brauchen, sind über alle Zweifel erhabene Beweise einer unausweichlichen und unmittelbaren Gefahr, um einen eventuellen Krieg zu legitimieren ­ wie auch der Papst schon mehrere Male unterstrichen hat. Sogar wenn ­ so zahlreiche Bischöfe der Welt im Wortlaut ­ der Irak wegen Saddam Hussein zu einer realen Bedrohung für uns werden sollte, müsste die internationale Gemeinschaft sich deswegen noch lange nicht Hals über Kopf in einen Krieg stürzen. Die Welt muss vor einem Präventivkrieg verschont werden; sie braucht viel mehr eine echte Prävention vor Krieg!
Ausserdem sollten wir uns bewusst sein, dass ein Krieg gegen den Irak zahlreiche Muslime «verletzen» wird und so gewiss das Gegenteil des erhofften Effektes erreicht würde. Dies bedeutete nicht zuletzt einen starken Anstieg terroristischer Bedrohungen durch fanatische Islamisten. Statt der «neuen Weltordnung», wie sie manche anpreisen, würde sich eher eine «Weltunordnung» einstellen.
Wir rufen alle Gläubigen unseres Landes auf, vermehrt dafür zu beten, dass der Krieg nicht ausbricht und der gute Menschenverstand siegt. Wir glauben an die Kraft des Gebetes, das fähig ist, Berge zu versetzen. Beten wir Christen aller Konfessionen zusammen ­ mit unseren muslimischen Mitmenschen, damit ein Blutbad verhindert werde. Gedenken wir ebenfalls in unseren Gebeten der Christen, Muslime und Juden in Palästina und Israel, die in einer ebenso dramatischen Situation leben. Erinnern wir uns daran: Niemals kann im Namen irgendeiner Religion Gewalt ausgeübt werden.

Das Präsidium der Schweizer Bischofskonferenz


«Kommt mit an einen einsamen Ort» (Mk 6,31)

Botschaft zum Krankensonntag

Liebe alte, kranke, behinderte und einsame Brüder und Schwestern,
Sie erinnern sich an das kleine Kind, das von seinem Spielen so gefangen ist, dass es die Welt um sich ganz vergisst. Es lebt sich so in dieses Spiel hinein, dass es selber ein Teil davon wird; es lebt in dieser Spielwelt; es denkt in dieser «künstlichen» Welt. Von aussen gesehen ist es völlig von der wirklichen Welt abgeschnitten; es lebt in einer völligen «Einsamkeit». Es hat diese selber gewählt, es spürt sie aber nicht als solche, weil es in «seiner Welt» regen Kontakt hat mit den Gestalten, die dort leben.
Jesus hat während seines irdischen Lebens oft eine ähnliche Einsamkeit gesucht und gefunden. Auch er «entfloh» der weltlichen Welt, um sich mit seinem Vater in der «Welt Gottes» zu treffen. Dort hielt er mit seinem Vater Zwiesprache und war ihm ganz nahe. Dann und wann lud er auch seine Jünger dazu ein. Haben diese sich wohl immer so lösen können wie Jesus selber, um die Nähe Gottes zu spüren wie er? Die Bibel sagt uns darüber nichts.
Sie, liebe kranke, alte, leidende, behinderte Mitmenschen, haben eine ähnliche Einsamkeit vielleicht auch einmal gewählt, wenigstens vorübergehend. Ihr Gehör wurde immer schlechter. Sie konnten immer weniger an den Gesprächen teilnehmen. Sie wurden manchmal sogar misstrauisch. Da zogen Sie sich lieber etwas zurück. Oder die Kraft der Augen liess nach. Sie wollten niemanden zur Last fallen und versuchten, in Ihren eigenen vier Wänden zu bleiben. Oder Sie hatten ein körperliches Gebrechen, das Sie besonders an das Haus fesselte. Sie wollten wegen dieser Schwächen auch Besucher nicht mehr so gerne empfangen.
Vielleicht hat diese selbst gewählte Einsamkeit dann wieder aufgehört. Von lieben Mitmenschen begleitet, haben Sie wieder leichter Kontakte gesucht und auch gefunden, trotz der körperlichen Schwächen, die Sie weiter begleiten.
Oft jedoch ist diese Einsamkeit geblieben. Sie hatten nicht mehr die Kraft, sie zu überwinden. Sie mussten die eigene Wohnung oder das eigene Heim, in dem Sie ein ganzes Leben verbringen durften, verlassen und in ein Alters- oder Pflegeheim ziehen. Plötzlich hatten Sie wieder Kontakt mit mehr Menschen, die mit Ihnen zusammenlebten. Sie sahen regelmässig die Hausleitung, das Pflegepersonal oder Besucher. Und trotzdem: irgendwie sind Sie einsam geblieben, ja vielleicht sogar noch einsamer geworden. Sie haben sich ähnlich dem Kind in «ihre Welt» geflüchtet, eine Welt, die oft die «Welt Ihrer Vergangenheit», die Welt Ihrer eigenen persönlichen Geschichte und der Geschichte Ihrer Familie war. Jetzt sind Sie allein mit dieser Geschichte. Kaum jemand, oder Niemand mehr ist da, mit dem Sie die alten und schönen Erinnerungen aufleben lassen können. So vergessen Sie bald einmal auch diese ­ oder es beschäftigen Sie nur noch die schlechten Erinnerungen. Und diese belasten Sie und machen Sie noch einsamer.
Diese Einsamkeit kann noch schwerer werden, wenn Sie spüren, dass Ihr irdisches Leben bald zu Ende gehen wird, wenn, wie wir auch sagen, «Ihre Tage gezählt sind». Dann kann die Einsamkeit nur noch Leere und Angst sein. Und Sie müssen noch mehr leiden. Sie haben kaum noch etwas, das Sie halten und stützen kann. Manchmal ist der einzige Kontakt, den Sie noch haben, die Personen, die Sie daheim, im Spital oder im Altersheim pflegen.
Vielleicht ist es in dieser Situation etwas vermessen, die Einladung Christi an Sie zu richten. Trotzdem wage ich es. Möchten Sie in Ihrer Einsamkeit nicht versuchen, dieser Einladung zu folgen: «Komm mit mir an einen einsamen Ort.» Christus ist gewiss schon an diesem Ort, und Er erwartet Sie dort. Er lebt mit Ihnen in Ihrer Einsamkeit, und Sie haben es vielleicht nicht spüren können, trotz Ihres Gebetes, trotz Ihres Opfers. Doch manchmal ist es Ihnen gelungen, wie es dem kleinen Kind immer wieder gelingt, in seiner «Welt» zu leben und dort nicht einsam zu sein, obwohl es ganz allein ist.
Denken Sie auch an die Personen, die Sie betreuen. Diese versuchen, Ihre Einsamkeit zu lindern, auch wenn sie nicht immer bei Ihnen sein können. Mit Ihnen danke ich heute wieder diesen Personen: den Ärzten und Krankenschwestern, dem Pflegepersonal und den Direktionen, der Küche und dem Hausdienst. Und ich möchte diese Worte an sie richten:

Liebe Betreuer und Betreuerinnen, Sie sind oft die einzigen Menschen, mit denen einsame, kranke und behinderte Mitmenschen noch Kontakt haben. Sie sind oft das Fenster, durch das die Ihnen anvertrauten noch Ausblicke aus ihrer Einsamkeit in die Welt um sie herum werfen können. Sie sind manchmal die einzige Türe, durch die einsame Menschen in Kontakt zu andern treten können. Und wenn deren «Tage zu Ende gehen», dann sind Sie manchmal die letzten Begleiter jener Menschen, die die letzte Wegstrecke ihres irdischen Lebens gehen. Ich danke Ihnen herzlich im Namen aller alten, kranken und behinderten Mitmenschen, besonders der Einsamen, für Ihre Dienste. Durch Sie erhält die Einladung Jesu konkrete Gestalt: Bleibt mit mir an diesem einsamen Ort. Denn hier können wir besonders eng Gemeinschaft haben mit unserem gemeinsamen himmlischen Vater, der uns über alles liebt, und der mit uns sein will, besonders, wenn wir allein, verlassen und einsam sind.
Danken auch Sie, liebe alte, kranke, behinderte und einsame Brüder und Schwestern, diesen Menschen. Denn diese helfen Ihnen, Jesus in Ihrem Leben immer neu zu entdecken, in enger Verbundenheit mit ihm einen schweren Lebensweg oder den letzten Teil Ihres Lebensweges zu gehen.
Das wünsche ich Ihnen. Dafür bete ich mit Ihnen. Dazu segne Sie Gott der Vater, Gott der Sohn und Gott der Heilige Geist.

+ Norbert Brunner
Bischof von Sitten


Gemeinsamer Ausschuss CCEE-KEK in Bukarest 2003

Der Gemeinsame Ausschuss von KEK (Konferenz Europäischer Kirchen) und CCEE (Rat der Europäischen Bischofskonferenzen) tagte vom 30. Januar bis zum 2. Februar 2003 in Bukarest (Rumänien) aufgrund der freundlichen Einladung und grosszügigen Gastfreundschaft des Rumänisch-orthodoxen Patriarchats, einer Mitgliedskirche der KEK. Der Ausschuss traf zum Gebet mit seiner Seligkeit Patriarch Teoctist zusammen und feierte gemeinsam mit den christlichen Kirchen in Bukarest einen Gottesdienst. Der Patriarch sprach mit Herzlichkeit über seine ökumenische Freundschaft mit Papst Johannes Paul II. Er dankte der KEK und ihren Mitgliedskirchen für die Unterstützung des rumänischen Volkes angesichts der Herausforderungen durch Armut und Umwälzungen vor und nach den politischen Veränderungen in Rumänien.
Bischof Finn Wagle, lutherischer Bischof von Trondheim (Norwegen), erinnerte die Anwesenden an den grundlegenden christlichen Auftrag, alle Menschen zur Fülle des Lebens zu ermächtigen, und gab damit die Orientierung für die Arbeit vor.
Während der gesamten Sitzung waren die Gedanken der Mitglieder des Gemeinsamen Ausschusses bei der drohenden Gefahr eines bewaffneten Konfliktes mit dem Irak. Alle politisch Verantwortlichen in der Welt sind verpflichtet, das weltweite gemeinsame Gut vor jeder Bedrohung des Friedens zu schützen.
Im Geiste dessen, was das Evangelium vorgibt, «Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heissen» (Mt 5,9), und verpflichtet durch die Charta Oecumenica zu einer «Friedensordnung auf der Grundlage gewaltfreier Konfliktlösungen» (§ 8,3) fordert der Gemeinsame Ausschuss alle politischen Führungskräfte auf, entsprechend internationalem Recht und moralischen Normen zu handeln und alle nur möglichen gewaltfreien Mittel, die zur Verfügung stehen, zu nutzen, um einen Ausweg aus der gegenwärtigen Sackgasse zu finden und wahrhaftige Gerechtigkeit und wirklichen Frieden zu gewährleisten.
Ausgehend von ihrem gemeinsamen Erbe setzen sich die christlichen Kirchen fortlaufend mit der scheinbar endlosen Tragödie des Mittleren Ostens auseinander und bekräftigen ihre Solidarität mit den christlichen Gemeinschaften und allen Opfern der Gewalt in dieser Region. Der Gemeinsame Ausschuss schliesst sich dem Ruf nach Gerechtigkeit, Frieden und Versöhnung in dem Land, das als erstes die gute Nachricht von dem auferstandenen Herrn gehört hat, an.
Die Kirchen Europas erhoffen sich von dem Dialog miteinander eine Erneuerung ihrer Kraft und Hoffnung. So hat der Gemeinsame Ausschuss nach weiteren Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit und Stärkung der koinonia (Gemeinschaft) gesucht. Die Veröffentlichung der Charta Oecumenica hat sich als grundlegender Beitrag dazu erwiesen. Schon jetzt ist die Charta ein integraler Bestandteil der ökumenischen Architektur Europas. Der gemeinsame Ausschuss bittet alle Kirchen, ein Fürbittgebet für alle christlichen Kirchen und Gemeinschaften Europas als regelmässigen Bestandteil in ihre Gottesdienste einzubeziehen.
Artikel 11 der Charta Oecumenica spricht von dem Wunsch, den christlich-islamischen Dialog zu intensivieren. Deshalb empfiehlt der Gemeinsame Ausschuss, dass dieser Dialog im KEK/CCEE-Ausschuss für die Beziehungen mit den Muslimen in Europa gebündelt wird, in dem Christen und Muslime miteinander über ihren Glauben an Gott und ihr gemeinsames Leben in Europa sprechen.
Keine Zusammenkunft von Christen in Europa darf die gegenwärtige politische Entwicklung in Europa vernachlässigen. Der gemeinsame Ausschuss tagte in Rumänien, einem der Kandidatenländer für eine erweiterte Europäische Union. Die zukünftige Struktur der Union hat für die Mitgliedsstaaten, für die Kandidatenländer und für ihre Nachbarn tief greifende Konsequenzen
Die Kommission «Kirche und Gesellschaft» der KEK und ComECE (Kommission der Bischofskonferenzen in der Europäischen Union) haben intensiv daran gearbeitet, dem Konvent zur Zukunft Europas eine Reihe von Eingaben zu unterbreiten, einschliesslich Vorschlägen für die Rechtsordnung der Union. Angesichts dessen, dass der Konvent in die Schlussphase seiner Arbeit kommt, unterstützt der Ausschuss ausdrücklich diese Vorschläge und bittet die Mitgliedskirchen, diesen Prozess aufmerksam zu begleiten und die nationalen Regierungen aufzurufen, dass das neue Europa:

  1. den Status der Kirchen, Religionsgemeinschaften und nichtkonfessionellen Organisationen gemäss der nationalen Gesetzgebung respektiert (Erklärung 11 des Amsterdamer Vertrages);
  2. die besondere Identität von Kirchen und Religionsgemeinschaften anerkennt und Möglichkeiten eines strukturierten Dialoges mit ihnen vorsieht;
  3. die Religionsfreiheit in ihren individuellen, kollektiven und korporativen Dimensionen respektiert.

Das christliche Erbe Europas ist nicht nur eine Verpflichtung aus der Vergangenheit, sondern auch eine Kraft für den zukünftigen Zusammenhalt Europas und seine Werte.
Die KEK ist zurzeit intensiv mit der Vorbereitung ihrer Vollversammlung in Trondheim im Juni 2003 befasst. Die KEK-Mitglieder im Gemeinsamen Ausschuss werden ihr Mandat dann beenden.Voller Dankbarkeit für all das, was in diesen vergangenen Jahren möglich war, nicht zuletzt die Charta Oecumenica, richtete der Ausschuss auch den Blick auf zukünftige gemeinsame Initiativen. Er beriet, wie zukunftsweisende Begegnungen zwischen kirchenleitenden Personen, Politikern/Politikerinnen und Meinungsführern/-führerinnen in Europa verstärkt werden könnten. Der Ausschuss schlägt vor, auf der Grundlage und im Geiste der Versammlungen von Basel (1989) und Graz (1997) eine dritte Europäische Ökumenische Versammlung im Jahre 2007 einzuberufen, und zwar in einem osteuropäischen Land mit orthodoxer Tradition.
Die Sitzung endete mit einem Gottesdienst in Gegenwart des Patriarchen und weiterer rumänischer Kirchenleiter. Der Patriarch brachte seine Überzeugung zum Ausdruck, dass der Dialog im Gemeinsamen Ausschuss von KEK/CCEE in gemeinsamen Erfahrungen verwurzelt ist, im gemeinsamen Gebet gefeiert wird und dazu dient, die Kirchen Europas immer näher zueinander zu bringen.


Bistum Basel

 

Ausschreibung

Die auf den 1. Mai 2003 vakant werdende Pfarrstelle Luthern (LU) wird für einen Pfarrer oder einen Gemeindeleiter/eine Gemeindeleiterin zur Wiederbesetzung ausgeschrieben.
Interessierte Personen melden sich bitte bis 7. März 2003 beim Diözesanen Personalamt, Baselstrasse 58, 4501 Solothurn, oder E-Mail personalamt@bistum-basel.ch


Bistum Lausanne, Genf und Freiburg

 

Pfarrei Überstorf

Die Stelle des abtretenden Pfarrers von Überstorf, Niklaus Kessler, wird vorläufig nicht neu besetzt. Die Nachfolgeregelung wird im Rahmen der gegenwärtig laufenden Neustrukturierung der Seelsorge in Deutschfreiburg diskutiert.


© Schweizerische Kirchenzeitung - 2003