46/2002 | |
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Verstorbene |
Am 31. Mai 2002 starb durch Herzversagen Pfarrer Edwin Lengen in seinem
Wohnort Tägerwilen. Geboren wurde er am 24. Juli 1919 in St. Niklaus
(VS) als achtes Kind einer zehnköpfigen Familie. Schon in jungen Jahren
äusserte er den Wunsch, Priester zu werden und besonders als Missionar
tätig zu sein. Nach der Primarschule trat er in das neu gegründete
Missionshaus in Altdorf ein. Im Jahre 1939 musste er in die RS und anschliessend
in den Aktivdienst. Nach dem Krieg führte er sein Studium bei den Pallotinern
in Ebikon weiter. Ab Herbst 1945 studierte er Theologie in Freiburg. Nach
der dreijährigen Profess meldete er sich am Salesianum für ein
Missionsbistum. So konnte er mit einem Bistum in Chile Kontakt aufnehmen
und reiste anschliessend nach Copiago in Chile. Am 10. März wurde er
von José Maria Cardinal Caro zum Priester geweiht. Bald ernannte
man ihn zum Pfarrer in der Kathedrale. Bereits im folgenden Jahr fuhr er
zum Betteln in die Schweiz. Für sein Anliegen in Chile konnte er eine
schöne Summe sammeln. Kaum war er wieder in Chile, wurde er noch zum
Consultor diocesanus ernannt. Anfang August 1954 erlitt der Bischof einen
Schlaganfall, und so musste Edwin Lengen auch diese Arbeit übernehmen.
1956 übernahm er als Pfarrverweser die Pfarrei Laupersdorf. Aus den
geplanten drei bis vier Wochen wurden 14 Monate. Bischof von Streng bat
ihn, in der Diözese zu bleiben. Darauf stellte er seine Kraft als Vikar
der Pfarrei Neuhausen zur Verfügung. Im Juli 1957 übernahm er
die Leitung der Pfarrei Fahrwangen im Aargau, ohne Pfarrhaus und Kirche;
es war alles aufzubauen. Mitten in dieser Aufbauarbeit rief ihn der Bischof
nach Däniken, wo er ab 1961 für 16 Jahre im Amt blieb. Auch dort
fehlten Pfarrhaus und Kirche. Auf dem künftigen Bauplatz stand ein
altes Vereinslokal, das als Gottesdienstlokal diente. Der Besitzer einer
Fabrikliegenschaft stellte ein Kellerlokal zur Verfügung: Platz für
200 Personen. Das Pfarramt war in einem Haus der Stiftung einquartiert.
So konnte der Pfarrer seine Bettelaktionen in immer grösserem Ausmass
fortsetzen. Jeden Sonntag feierte er drei Gottesdienste bei der sehr aktiven
Gemeinschaft. Ein Kirchenbasar wurde organisiert und erfolgreich abgeschlossen.
Beim Bauprogramm der Kirchgemeinde waren noch keine Glocken vorgesehen.
Dieser Umstand wurde vielfach bedauert und kritisiert. Anderseits wollten
viele nur für Glocken spenden. Dies bewog Edwin Lengen in dieser Richtung
weiterzuwerben. Als die Finanzierung gesichert war, konnte er mit den Zusagen
der Spender im Jahre 1963 das Prachtgeläute bei der Glockengiesserei
in Auftrag geben, und am 11. April 1964 konnten die fünf schönen
und wohlklingenden Glocken geweiht werden. Am 31. Mai fanden die Kirchweihe
und die Installation des ersten Pfarrers von Däniken statt.
Während dieser Tätigkeit von Pfarrer Lengen in Däniken fand
in Rom das Vaticanum II statt. Seine guten Beziehungen zu den südamerikanischen
Bischöfen öffneten ihm die Türen zum Vatikan. Er lud die
südamerikanischen Bischöfe nach Däniken ein, wo mit Bewilligung
von Bischof von Streng die erste Konzelebration in der Schweiz stattfand.
Am 17. Oktober fand eine Konzelebration mit Fernsehübertragung mit
9 Missionsbischöfen aus der Schweiz statt. Im Jahre 1976 durfte er
in Däniken sein silbernes Priesterjubiläum feiern. Die Bürgergemeinde
Däniken schenkte ihm das Bürgerrecht.
Auch nach seinem Wegzug aus Däniken kümmerte er sich um die Orgel
in der Kirche. Ende 1977 bis 1984 war er Pfarrer in Biberist. Mit 65 Jahren,
im Jahre 1984, wurde Edwin Lengen Pfarrer in Ermatingen, und seit dem Jahr
1987 war er im Ruhestand. Nicht vergessen darf man die Mitarbeit der Pfarrköchin
Therese Schaad. Gar manches hat sie so im Stillen organisiert und mitgeholfen.