11/2002 | |
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Theologie in Luzern |
Vor einem Vierteljahrhundert am 8. Dezember 1976 starb in
Luzern der weit über die Grenzen Luzerns und der Schweiz hinaus hoch
geschätzte Theologe Otto Karrer. Im darauf folgenden Jahr am
10. Dezember 1977 haben persönliche Freunde und Bewunderer seines
ökumenischen und seelsorgerlichen Wirkens den Verein «Otto-Karrer-Gesellschaft»
gegründet. Der Vereinszweck war, die Erinnerung an Otto Karrers Wirken
wach zu halten, die von ihm ausgegangenen Impulse weiterzuführen, den
ökumenischen Bemühungen der christlichen Kirchen besondere Aufmerksamkeit
zu schenken und seinen Nachlass zu betreuen.
In der Folge lud die Otto-Karrer-Gesellschaft jeweils anlässlich ihrer
jährlichen Generalversammlung zu Vorträgen von bekannten auswärtigen
Referenten und Referentinnen ein. Zudem gab sie Bücher und Schriften
heraus, die der Erinnerung an Otto Karrer dienten, wie die grosse von Liselotte
Höfer verfasste und von Victor Conzemius begleitete Biographie sowie
Auswahl- bzw. Neuausgaben von Schriften Otto Karrers. Auf Initiative der
Gesellschaft wurde ferner ein Porträt von ihm in die Portrait-Galerie
der Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern aufgenommen, an seinem Wohnhaus
eine vom Künstler Paul Diethelm geschaffene Gedenktafel angebracht
und der von diesem Haus wegführende Otto-Karrer-Weg eröffnet.
Im Rathaus seiner Heimatgemeinde, in Ballrechten-Dottingen im Markgräflerland,
wurde ein Otto-Karrer-Saal eingerichtet
Trotz dieser Initiativen begann das Andenken an Otto Karrer allmählich
zu verblassen und die Zahl der Vereinsmitglieder abzunehmen. Der Vorstand
der Gesellschaft klärte unter seinem Präsidenten Walter Gut verschiedene
Möglichkeiten ab, den Verein in eine neue Institution überzuführen.
Zur Abstimmung gelangte schliesslich der Vorschlag, das Vereinsvermögen
in einen zu errichtenden Fonds zur Finanzierung einer jährlichen «Otto
Karrer Memorial Lecture» einzubringen und den Verein aufzulösen.
Dieser Vorschlag wurde von der letzten Generalversammlung des Vereins
am 30. Januar 2002 angenommen und der Fonds an der Theologischen Fakultät
der Universität Luzern errichtet. Die Vermögensverwaltung des
Fonds liegt beim Finanz- und Rechnungswesen der Universität, die Verantwortung
für die Otto-Karrer-Vorlesungen obliegt ad personam dem Leiter (bzw.
der Leiterin) des Ökumenischen Instituts, gegenwärtig also Prof.
Wolfgang W. Müller. Im Ökumenischen Institut befindet sich zurzeit
auch noch der Nachlass von Otto Karrer.
Im kommenden Sommer 2002 werden 15 Diplomandinnen und Diplomanden des Katechetischen Institutes Luzern (KIL) motiviert und gut vorbereitet ihre beruflichen Aufgaben als Katechetinnen und Katecheten aufnehmen. Sie werden in ihren Pfarreien ein Beziehungsnetz aufbauen, in dem Glaubenlernen möglich wird. Dabei brauchen sie Geduld und einen langen Atem. Durch die Veränderungen in Gesellschaft und Kirche wird ihre Arbeit in Katechese und Gemeindepastoral zur persönlichen und beruflichen Herausforderung. Sie haben sich entschieden und sind bereit, sich dieser Herausforderung zu stellen. Ihnen gilt unsere Wertschätzung, und unsere guten Wünsche begleiten sie für ihre persönliche und berufliche Zukunft.
Soll der Übergang vom Studium am KIL zum Berufsalltag in der Pfarrei
gelingen, braucht es eine intensive Begleitung der neuen Berufseinsteiger
und -einsteigerinnen. Die Interdiözesane Katechetische Kommission (IKK)
hat sich diesem dringenden Anliegen angenommen und ein Konzept für
die Berufseinführung der Katechetinnen und Katecheten entwickelt.
Die Deutschschweizerische Ordinarienkonferenz (DOK) hat nach eingehender
Beratung dieses Konzept an ihrer Sitzung vom 18. Dezember 2001 verabschiedet
und zur Einführung dieser BE einer dreijährigen Pilotphase ihr
Einverständnis gegeben. Die IKK hat ihrerseits das Institut für
kirchliche Weiterbildung IFOK, Luzern, mit der Organisation und Durchführung
der BE beauftragt. Die Absolventen und Absolventinnen des diesjährigen
Diplomkurses am KIL werden während ihres ersten Berufsjahres (Schuljahr
2002/2003) diese BE absolvieren. Sie dauert insgesamt 15 Kurstage.
Das BE-Konzept will folgenden Anliegen gerecht werden:
Das Aufgabenfeld in Unterricht und Gemeindepastoral stellt hohe Anforderungen
an die «jungen» Katecheten und Katechetinnen. Das Studium am
KIL (312 Jahre) ist eine anspruchsvolle und wertvolle Ausbildung.
Berufsanfänger und Berufsanfängerinnen haben in der Regel hohe
Erwartungen an ihre künftige Tätigkeit. Diese Erwartungen und
die Wirklichkeit im Einsatz können oft nicht zur Deckung gebracht werden:
Anforderungen in Unterricht und Jugendarbeit; Arbeit im Team; die verschiedenen
Rollen können Mühe bereiten oder zur Überforderung führen;
das Berufsbild und die abgeleitete Berufsrolle sind im Wandel, nicht genügend
definiert und bekannt; der «Sprung ins kalte Wasser» (Praxisschock)
wird so von vielen Berufsanfängern und Berufsanfängerinnen als
einsamer Start erfahren. «Praxisschock» und Frustration machen
sie anfällig für Resignation oder gar einen frühzeitigen
Ausstieg.
In einer solch schwierigen Anfangsphase ist eine Unterstützung durch
eine Berufseinführung eine wichtige Hilfe. Die Notwendigkeit ist von
vielen Betroffenen unbestritten. Die guten und wichtigen Erfahrungen von
der BE der Pastoralassistenten und Pastoralassistentinnen sowie bei den
Lehrern und Lehrerinnen bestätigen die dringende Notwendigkeit dieses
Anliegens.
Die BE wird Absolventen und Absolventinnen des KIL berufsbegleitend angeboten. Die Teilnahme für Berufseinsteiger und -einsteigerinnen ist verpflichtend und soll fest institutionalisiert werden.
Da sich die BE im Überschneidungsbereich verschiedener Institutionen befindet, sollen alle Beteiligten Mitverantwortung tragen:
Eine wirkungsvolle BE, die den Berufseinstieg entlastet, muss in erster
Linie den individuellen und situationsspezifischen Problemen am konkreten
Arbeitsplatz Rechnung tragen. Sie soll die Berufsanfänger und -anfängerinnen
aus ihrer Vereinzelung herausholen, sie unter sich zur Zusammenarbeit zusammenführen
und vor Ort die Zusammenarbeit mit erfahrenen Praktikern und Praktikerinnen
verbessern.
Ziel der BE ist es, professionellere Methoden im Umgang mit Arbeitstechnik,
Zeitbudget, Rollenverständnis usw. zu vermitteln.
Dieses Modell der BE betont die Zusammenarbeit und die Reflexion als zentrale Elemente und die berufliche Praxis als Ausgangspunkt. Es handelt sich um ein Modell kollegialer Kooperation und Praxisreflexion. Elemente der Unterstützung im Praxisalltag, eine angemessene Entlastung (eventuell gestufter Berufseinstieg = 90%) sowie eine bedürfnisorientierte Erweiterung und Vertiefung der Grundausbildung durch themenzentrierte Angebote lassen sich ergänzend in dieses Modell integrieren.
| BE-Absolvent/Absolventin | Fr. 1000. |
| Kirchgemeinde | Fr. 2300. |
| Bistum pro BE-Absolvent/Absolventin | Fr. 1000. |
Die BE wird während des ersten Berufsjahres durchgeführt. Sie beginnt für die diesjährigen Absolventen und Absolventinnen im August 2002 und schliesst mit der feierlichen Erteilung der Missio im Juni 2003. Sie umfasst insgesamt 15 Kurstage.
Für die Zeit währen der BE wird eine 90%-Anstellung empfohlen, damit die 15 Kurstage im gesamten Arbeitspensum sinnvoll integriert werden können.
Regionale Besonderheiten zur Beufseinführung und Begleitung von neben- wie hauptamtlichen Katecheten und Katechetinnen, wie sie zum Beispiel im Kanton Luzern bestehen, werden in geeigneter Weise koordiniert aufgenommen. Dabei müssen die speziellen Fragestellungen und Anliegen der hauptamtlichen Katecheten und Katechetinnen in der Gestaltung der BE besondere Beachtung finden.
Verantwortlicher Kursleiter dieser ersten BE ist Nick Sieber, Mitglied
der Institutsleitung des IFOK.
Nähere Auskünfte zur BE sind beim IFOK (Telefon 0414194820), beim
KIL (Telefon 041 2285520) oder bei den Ordinariaten erhältlich.
Der Autor Nick Sieber ist diplomierter Katechet/Religionspädagoge, Mitglied der Institutsleitung des IFOK und Geschäftsleiter der IKK.