29-30/2002

INHALT

Kirche in der Schweiz

Tourismus- und Freizeitseelsorge

von Urs Köppel

 

Die Kommission «Kirche im Tourismus (KAKIT)» hat seit einigen Jahren keine Aktivitäten mehr wahrgenommen. Die Schweizer Bischofskonferenz hat deshalb eine Arbeitsgruppe beauftragt, die Bedeutung der Tourismusseelsorge zu überlegen und ­ wenn nötig ­ die Aufgaben einer neuen Kommission zu definieren. Die Arbeitsgruppe kommt zum Schluss, dass der ganze Freizeitbereich in die pastoralen Überlegungen einbezogen werden soll.
Die Bedeutung der Tourismusseelsorge ist vor allem in den Touristikzentren bewusst. Einige Seelsorgerinnen und Seelsorger bemängelten das Fehlen einer aktiven Kommission, welche sich mit der Thematik befasst, den Austausch unter den Pfarreien fördert und neue Initiativen vorschlägt. Deshalb hat die Schweizer Bischofskonferenz den Auftrag erteilt, diese Anregung zu prüfen und den Bischöfen einen entsprechenden Antrag zu unterbreiten.
Auf Anregung des bischöflichen Delegierten für Migration, Mgr. Norbert Brunner, Sitten, hat migratio in Zusammenarbeit mit Tourismusseelsorgern eine Umfrage bei den Ordinariaten durchgeführt, um abzuklären, welche Strukturen, Angebote und Erwartungen bestehen. Die Auswertung der Umfrage hat ergeben, dass

An einer Aussprache mit Tourismusseelsorgern wurde die Notwendigkeit einer aktiven Kommission unterstrichen. Zudem wurde festgestellt, dass sich eine neue Kommission nicht nur mit der Frage der Tourismusseelsorge befassen darf, sondern den ganzen Freizeitbereich, der immer grösser wird, in die Überlegungen einbeziehen muss, das heisst Wochenendtouristen, Ferientouristen, Pilger, Wanderer, Campingbewohner usw. Zudem sind sowohl die «Herkunftspfarreien» als auch die «Zielpfarreien» in Erwägung zu ziehen. Wichtig sei zudem die Sensibilisierung aller Seelsorgerinnen und Seelsorger für die Freizeitseelsorge als eine neue Chance für die Kirche.
Sie befürworten die Einsetzung einer Kommission, die sich folgendermassen zusammensetzt:

Der Kommission steht ein Sekretariat zur Verfügung, das in eine bestehende Struktur eingegliedert wird, um Synergien zu schaffen, vorhandene Infrastrukturen zu nutzen und als Koordinationsstelle mit anderen Institutionen zu fungieren. Der Aufgabenbereich der Stellenleiterin/des Stellenleiters, die/der im Halbamt angestellt werden soll, ist

Die Bischofskonferenz hat diese Anträge an ihrer letzen Sitzung grundsätzlich genehmigt. Sie hat die Arbeitsgruppe beauftragt, ein Statut, einen Stellen- und Aufgabenbeschrieb sowie ein detailliertes Budget zu erarbeiten. Sie hat bestimmt, dass die Koordinationsstelle für die Tourismus- und Freizeitseelsorge bei migratio angegliedert wird, zumal sich verschiedene Tätigkeitsbereiche der beiden Kommissionen ergänzen.
Die Arbeitsgruppe wird diesen Auftrag im Herbst dieses Jahres aufgreifen, damit die Beschlüsse der Bischofskonferenz ­ wenn möglich ­ auf Beginn des nächsten Jahres umgesetzt werden können.

 

Der promovierte Theologe Urs Köppel ist Nationaldirektor für Ausländerseelsorge und Generalsekretär der Kommission der Schweizer Bischofskonferenz für Migration «migratio».


© Schweizerische Kirchenzeitung - 2002