16/2002 | |
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Kirche in der Schweiz |
Mit der Verabschiedung des neuen Stellenplans hat die Synode der Römisch-Katholischen Kirche des Kantons Basel-Stadt einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zur Realisierung des Pastoralkonzeptes II getan, welches das Dekanat Basel-Stadt am 26. Januar 2001 verabschiedet hatte. Mit diesem Konzept sollen, wie Bischof Kurt Koch in seinem Geleitwort schreibt, «neue Strukturen geschaffen werden, die unter veränderten Bedingungen eine am Evangelium orientierte und zugleich zeitgemässe Pastoral ermöglichen».
Der neue Stellenplan bringt, den finanziellen Perspektiven entsprechend,
einen Stellenabbau von 98 auf 85 Soll-Stellen mit sich. Doch bestimmten
nicht diese finanziellen Perspektiven die Ausgangssituation, wie an der
Medienorientierung Xaver Pfister als Codekanatsleiter betonte, sondern die
Notwendigkeit, die pastoralen Optionen und kirchlichen Strukturen unter
dem Gesichtspunkt des gesellschaftlichen Wandels zu überprüfen.
Dies erfolgte ausgehend einerseits von den soziologischen, religionssoziologischen
und praktisch-theologischen Überlegungen des «Pastoralen Orientierungsrahmen
Luzern» und anderseits den Ergebnissen der Ökumenischen Basler
Kirchenstudie.
Akzentuiert wurde die durch die veränderte gesellschaftliche Situation
und die mit der Kirchenstudie erhobenen Besonderheiten geprägte Ausgangssituation
durch die dramatische Mitgliederentwicklung der Römisch-Katholischen
Kirche im Stadtkanton; Xaver Pfister sprach von einer Austrittswelle nach
1975. Schuld daran sei jedoch nicht die 1974 in Kraft getretene öffentlich-rechtliche
Anerkennung bzw. die damit ermöglichte Kirchensteuer, denn die seit
1910 öffentlich-rechtlich anerkannte Evangelisch-Reformierte Kirche
musste die gleiche Erfahrung machen. In der letzten Zeit sei eine Abschwächung
der Austritte zu beobachten, und in diesem Jahr seien bereits 52 Wiedereintritte
zu verzeichnen. Eine Folge dieser Mitgliederentwicklung ist ein Mitgliederschwund
in der Zeit von 1993 bis heute um 25% und damit einher gehend ein Rückgang
des Kirchensteuerertrags um 16%. Dazu kommt der im Gefolge der revidierten
ab 1995 wirksamen Besoldungsverordnung um 20% höhere Personalaufwand.
Diese finanziellen Gegebenheiten machen eine Reduktion der Soll-Stellen
unvermeidlich. Und schliesslich hatte die neue Personalordnung Anpassungen
des Stellenplans zur Folge.
Der neue Stellenplan ist nur ein Teil der mit dem Pastoralkonzept II
angestrebten Restrukturierung. Begonnen hatte die Gesamtplanung im Gefolge
eines Beschlusses des Dekanats 1998 (ein erster Plan, das 1992 veröffentlichte
Pastoralkonzept I, blieb weitgehend folgenlos); das Pastoralkonzept II ist
also das Ergebnis eines langen Prozesses und, wie Xaver Pfister betonte,
eines partizipativen und also eines im Rahmen des in der Römisch-Katholischen
Kirche Möglichen demokratischen Prozesses.
Die neuen Strukturen sollen ermöglichen, die Aufgabe der Kirche evangeliumsgemäss
und im Blick auf das Lebensgefühl und die Lebensumstände der Menschen
heute zu erfüllen; dabei sollen die unterschiedlichen Mitgliedschaftstypen,
wie sie die Ökumenische Basler Kirchenstudie sichtbar gemacht hat,
ernst genommen werden. Geschaffen werden sollen sinnvolle und lebbare Organisationsstrukturen:
sie sollen ein sinnvolles Planen und Zusammenarbeiten ermöglichen und
den sich ändernden Voraussetzungen immer wieder angepasst werden können
und ihnen gewachsen sein. Das heisst aber auch, dass sie einen weiteren
Mitgliederschwund ertragen können müssen. Im Einzelnen geht es
bei diesen Strukturen um die pastoralen Optionen, das Organisationsmodell
und die Personal- und Mittelzuteilung.
Die pastoralen Optionen stellt das Pastoralkonzept II unter die Überschriften:
1. Kirche ein Zeichen für alle Menschen, 2. Kirche ein Zeichen der
Einheit, 3. In die Enge getrieben und zugleich zuversichtlich und gelassen,
4. Die Kirche im Dienste des Reiches Gottes, 5. Auf dem Weg zu einer geschwisterlichen
Kirche, 6. Auf dem Weg zu einer lebendigen, vieldimensionalen Kirche, 7.
Kirche aus vielen Sprachen und Kulturen.
Bei der Erläuterung der Grundstruktur betonte Xaver Pfister das Eingebunden-Sein
von Dekanat (kirchenrechtlich) und Römisch-Katholischer Kirche Basel-Stadt
(öffentlich-rechtlich) in das Bistum und in ihm in die Weltkirche.
Getragen werden Dekanat und RKK von vier Säulen, die bei der Stellenverteilung
zu berücksichtigen sind: die deutschsprachigen Pfarreien (mit 42% der
Stellen), die anderssprachigen Seelsorgen (mit 9% der Stellen), die überpfarreilichen
Dienste (mit 35% der Stellen; hier schlagen die 20 Planstellen Religionsunterricht
zu Buche) und die zentralen Dienste (mit 11% der Stellen; über 3% der
Stellen kann der Kirchenrat flexibel verfügen).
Neben den 85 Planstellen der RKK sind im neuen Stellenplan 10,6 «fremdfinanzierte»
Stellen vorgesehen. Durch Beiträge anderer Kantonalkirchen, namentlich
jener von Basel-Landschaft, aber auch des Kantons (für die Spital-
und Gefängnisseelsorge) sowie anderer Beitragszahler kann der Stellenplan
so aufgestockt werden.
Dass die Pfarreien im Dekanat Basel-Stadt mehr zusammenarbeiten müssen,
sei Konsens, konnte Pfarrer André Duplain, Codekan und Kirchenrat,
mitteilen; zu reden hätten lediglich die Formen der Zusammenarbeit
gegeben. Günstige Voraussetzung für eine Restrukturierung sei
der Umstand, dass der Kanton die Stadt und die Gemeinden Riehen und
Bettingen eine einzige Kirchgemeinde bilde.
Um die Zusammenarbeit strukturell zu verbessern, ist zum einen eine Neuumschreibung
von Pfarreien und zum andern die Bildung von Seelsorgeverbänden vorgeschlagen.
So sollen die Kleinbasler Pfarreien St. Christophorus und St. Joseph sowie
St. Clara und St. Michael nicht fusioniert, sondern neu umschrieben werden;
die Doppelpatrozinien sollen die jeweiligen Pfarreitraditionen wach halten.
Nach Anhörung des Priesterrates wird Bischof Kurt Koch den diesbezüglichen
Entscheid fällen können. Die Pfarreien Bruder Klaus, Don Bosco
und Heiliggeist sowie St. Marien und Allerheiligen sollen Seelsorgeverbände
bilden. Um Seelsorgeverbände bilden zu können, braucht es indes
noch eine Änderung der öffentlich-rechtlichen Kirchenverfassung;
bei dieser Gelegenheit soll auch die Grösse der Synode angepasst, das
heisst verkleinert werden. Im Fall von St. Marien und Allerheiligen ist
zudem ein Referendum hängig. Die Verträge zwischen den Pfarreien
bedürfen dann der Zustimmung von Kirchenrat, Dekanat und Personalamt
des Bistums. Selbständig bleiben die Pfarreien St. Franziskus und St.
Anton sowie die anderssprachigen Pfarreien Sacré Cur und Pio X.
Der neue Stellenplan bringt nicht nur einen Stellenabbau mit sich, sondern
zwei neue 50%-Stellen im Bereich der überpfarreilichen Dienste, eine
Frauenstelle und eine Fachstelle Diakonie. Die Frauenstelle wurde geschaffen,
weil die Frauen in der Kirche mehr leisten als die Männer, wie eine
Erhebung der ehrenamtlichen Arbeit in einer Basler Pfarrei belegt, von der
Kirche aber auch mehr erwarten und von ihr auch mehr enttäuscht sind
als die Männer, wie die Kirchenstudie zeigt. Mit der Diakoniestelle
übernimmt das Dekanat die Verantwortung für die Koordination der
pfarreilichen Sozialdienste bisher wurde diese Aufgabe von der Caritas
wahrgenommen , und schafft für sich und den Kirchenrat eine gemeinsame
Stabsstelle für Fragen der Diakonie.
Nach der Verabschiedung des neuen Stellenplans geht es nun an seine auf
den 1. Januar 2004 vorgesehene Umsetzung. Trotz Stellenabbau sollte es zu
keiner Kündigung kommen; für möglich Härtefälle
Umschulung usw. ist finanziell vorgesorgt, versicherten die
Referenten. In den Pfarreien müssen nun die Pflichtenhefte angepasst
werden, wobei die Betroffenen voll beteiligt werden sollen.
Grössere Änderungen wird es in absehbarer Zeit zudem im Bereich
des schulischen Religionsunterrichts geben. Dieser soll künftig von
der Römisch-Katholischen und der Evangelisch-Reformierten Kirche gemeinsam
verantwortet werden. Er soll von ausgebildeten Religionslehrkräften,
die Mitglieder einer Kirche sind, erteilt werden und sich an Schülerinnen
und Schüler richten, die entweder Mitglieder einer der Kirchen oder
am ökumenischen Religionsunterricht interessiert sind. Damit könnten
auch die Lehrmittel- und Medienstellen der beiden Kirchen und überdies
der beiden Halbkantone zusammengelegt werden. Das Angebot eines solchen
ökumenischen Religionsunterrichts auf allen Schulstufen sollte auf
das Schuljahr 2004/2005 gemacht werden können.
In Planung ist ferner eine Schüler- und Schülerinnenseelsorge
mit dem Titel «Betreuung und Mediation»; dieses Projekt soll
indes nicht aus dem ordentlichen Budget finanziert werden.
Gemeinsam mit der Evangelisch-Reformierten Kirche setzt sich die Römisch-Katholische
Kirche bei den zuständigen Behörden für einen von der Schule
verantworteten und vom Staat finanzierten Ethikunterricht «religiöse
Sprachschulung, nachdenken über den Sinn des Lebens, philosophieren»
für alle ein. Beide Kirchen setzen sich auch dafür ein,
dass der Staat auch anderen Religionsgemeinschaften Raum und Zeit für
einen von ihnen verantworteten Religionsunterricht zur Verfügung stellt.
Grundsätzlich müssten auch Schülerinnen und Schüler
anderer Religionszugehörigkeit die Möglichkeit eines schulischen
Religionsunterrichts haben.
Ins UNO-Jahr der Freiwilligen ist das Bistum St. Gallen mit dem Hirtenbrief
von Bischof Ivo Fürer zur Freiwilligenarbeit gestartet. Mit Freiwilligen
klang das Jahr aus, wobei das Klingen im buchstäblichen Sinn gemeint
ist, denn Mitglieder des Domchores verschönerten die Weihnachtsfeier,
zu der Bischof Ivo seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Zeichen des
Dankes in die Bischöfliche Wohnung eingeladen hatte.
In die Wohnung, in der während des Jahres wiederum «aller Gattig
Lüüt» ein- und ausgegangen sind: Seelsorger und Seelsorgerinnen,
Firmlinge, Politiker und Politikerinnen und der gesamte Evangelische Kirchenrat
beim Neujahrsempfang, Mütter und Kinder, die am Räbeliechtli-Umzug
der Dompfarrei mitgemacht hatten, Medienleute, Anwärter und An-wärterinnen
für den Pastoralkurs, zukünftige Ständige Diakone, Verbandsfrauen,
Ordensleute, Vertreter und Vertreterinnen aus Wirtschaft sowie Bildung und
Erziehung. In die Wohnung, in der ernsthaft über Gott und die Welt,
über Probleme in den Pfarreien, in Verbänden, auf Arbeitsstellen
usw. debattiert, aber auch gefeiert wurde. Beispielsweise feierte Otmar
Mäder hier am Ort, wo er selber von 1976 bis 1994 als Bischof gewirkt
hatte, mit dem Ordinariatsrat seinen 80. Geburtstag.
Bischof Ivo ging aber auch hinaus in die Pfarreien zu Pastoralgesprächen
und zum Firmen. Und er hielt Vorträge. Unter anderem beleuchtete er
an der Universität St. Gallen im Rahmen der Vortragsreihe «Schule
auf christlicher Grundlage?» die heutige katholische Sicht. Schweizerisch
präsent war er in den Sitzungen der Schweizerischen Bischofskonferenz
und der Deutschschweizerischen Ordinarienkonferenz. Er war in Strassburg
dabei, als die Charta Oecumenica für die Zusammenarbeit der Kirchen
in Europa unterzeichnet wurde und er war Gast der Südafrikanischen
Bischofskonferenz. An der Olma wurde ihm der Titel eines Expo-Botschafters
verliehen.
In den 21 Ordinariatssitzungen, einige davon ganztägig, spiegelten
sich die Sorgen und Nöte des ganzen Bistums. In ihnen wurde auch deutlich,
wie stark die Mitglieder mit ihren breit gefächerten Aufgabenbereichen,
zu denen überall noch die Mitarbeit in überdiözesanen Gremien
kommt, an ihre Grenzen stossen. Es gab daher keine Einwände gegen die
von Bischof Ivo angeregte Prozessanalyse des Instituts für Öffentliche
Dienstleistungen und Tourismus an der Universität St. Gallen. Vorerst
brachte sie zwar Mehrarbeit, längerfristig jedoch soll nach der Analysierung
von Stärken und Schwächen und der Umsetzung der Empfehlungen eine
Entlastung spürbar sein.
Die Prozessanalyse hat Verschiedenes in Bewegung gebracht, einiges ausgelöst,
alle Probleme gelöst hat sie noch nicht. Gewisse geplante personelle
Aufstockungen sollen es ermöglichen, dass die anstehenden dringenden
Projekte im Jahr 2002 in die Realisierungsphase überführt werden
können. Projekte wie: Pastorales Leitbild, Richtlinien für Seelsorgeeinheiten,
Firmung ab 18, Erwachsenenbildung, Reorganisation Pastoralkurs und Diözesane
Arbeitsstellen (Umsetzung der Folgerungen aus den von Administration und
Bischof aufgrund eines Postulates im Kollegium in Auftrag gegebenen Gutachten
und Neubesetzung der vakant gewordenen Bibelpastoralen Arbeitsstelle).
Ein erster Schritt in dieser Richtung wurde mit der Aufstockung des Pastoralamtes per 1. Juli um 20 Prozent gemacht. Der neue Mitarbeiter Franz Kreissl ist Pastoralassistent im Seelsorgeverband Ebnat-Kappel/Neu St. Johann. Er bleibt dran am Bistumsprojekt «He! Was glaubst Du?», für das er sich von Anfang an in der fünfköpfigen Arbeitsgruppe intensiv engagiert hat. Dieses im August 1998 gestartete Projekt ist am 19. Mai in der Kathedrale von der zweiten Phase des Urteilens in die Phase des Handelns gegangen. Bischof Ivo hatte öffentlich den Ordner mit den Arbeitsunterlagen, den Analysen und den Impulsen für das Handeln entgegengenommen. Der Ordner ist Symbol für den Auftrag an die Bistumsleitung, im Sinn und Geist des Dialogprojektes «He! Was glaubst Du?» in die Zukunft zu gehen und die Anregungen und Wünsche von der Basis Schritt für Schritt umzusetzen und bei allen Entscheidungen im Auge zu behalten. «Ein Bistum glaubt und ich?» stand denn auch als Motto über dem Besinnungstag des Ordinariates im Dezember im Haus der Stille in der Propstei St. Peterzell mit Sr. Paula. Die Pfarreien haben mit dem Faltblatt «Einladung zu befreitem Leben» ebenfalls eine Anregung zur Weiterarbeit erhalten.
Die Besetzung von Stellen in den Pfarreien, in Seelsorgeverbänden und neu in den angestrebten Seelsorgeeinheiten wird immer schwieriger und komplexer. Eine harte Nuss für den stark geforderten Leiter des Personalamtes, Anton Thaler und das gesamte Personalteam mit Paul B. Hutter und Philipp Hautle. Dabei ginge es ja noch an, wenn für alle drei diese Aufgabe die einzige wäre. Als Generalvikar ist Anton Thaler auch Firmspender. Die zeitaufwändige Aufgabe des Visitators führte ihn durch die Pfarreien des Dekanates Appenzell. Er ist Mitglied der Finanzkommission und präsidiert die Hilfskasse der Seelsorger. Wie alle Residentialkanoniker ist er auch liturgisch an der Kathedrale engagiert. Dem Liturgiker und Präsidenten der Liturgiekommission liegen die diözesanen Liturgiekurse sehr am Herzen.
Den Mitgliedern der Kommission zur Förderung kirchlicher Berufe ist klar, dass die effektivste Werbung immer noch die ist, wenn Seelsorgende direkt Leute auf einen möglichen kirchlichen Dienst hin ansprechen. Im Pastoralkurs 2001/2002 mit seinen Blockkursen im Seminar St. Georgen (neue Hausleiterin Susanne Hollenstein) sind drei Frauen und ein Mann aus der Diözese, dazu zwei Oberwalliser und zwei Franziskaner. Im Studium (teilweise im vorgerückten Alter) befinden sich sechs Männer, die Priester werden, und je zehn Frauen und Männer, die als Laien in der Kirche tätig sein wollen. Am Katechetischen Institut in Luzern studieren aus unserem Bistum vier Männer und zwei Frauen. Die Studierenden werden von Regens Josef Wick und Beate Kuttig, Mitarbeiterin im Regensamt, begleitet. Zum Team Ausbildung/Fortbildung gehört auch Fortbildungsleiter Paul Hutter. Dieses Team ist daran, die Zielsetzung und Ausgestaltung des Pastoralkurses, der in seiner jetzigen Form nicht mehr in allen Teilen den gewandelten Bedürfnissen entspricht, zu überdenken.1
Für Bischofsvikar Markus Büchel ist die Visitation er war im Dekanat Gossau unterwegs ebenfalls spannend, aber streng. Als Firmspender kam er noch mit weiteren Pfarreien in Kontakt. Als Pastoralamtsleiter bemühte er sich, eine neue, schlankere Pastoralplanungskommission auf die Beine zu stellen, ist er im Büro der diözesanen Räte, leitet er die Dekanenkonferenzen, die Konferenz für Fremdsprachigenseelsorge im Bistum und die Kommission Politisch-wirtschaftlicher Bereich. Er ist Delegierter des Ordinariates in der Caritaskommission und in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) sowie in der Koordinationsgruppe Gefängnisseelsorge SG/AR/AI, welche sich als Scharnierstelle zwischen den Leitungen der Landeskirchen, dem Justiz- und Polizeidepartement und den Gefängnisseelsorgern und -seelsorgerinnen versteht und sich intensiv mit einer Neuorganisation der Gefängnisseelsorge beschäftigt hat. Er ist in der Finanzkommission und für die Haushälterinnen der Geistlichen der Diözesanbeauftragte.
Neben seiner Beratertätigkeit prüft Fortbildungsleiter Paul B. Hutter die Gesuche für die freiwillige Fortbildung des Personals im Bistum, überlegt auch zusammen mit den «Fortbildungswilligen», was ihnen am meisten bringen könnte. Er organisiert selber Kurse, wie den sehr vorzüglich geplanten und bei ausgezeichneter Stimmung durchgeführten Quartener-Kurs sowie «Führen und Leiten in der Pfarrei» für Priester und Laientheologen, die neu die Führung einer Pfarrei übernommen haben. Pfarreisekretärinnen und -sekretäre schätzten einmal mehr den Begegnungstag in Wil, der einerseits der beruflichen Weiterbildung (diesmal neue Rechtschreibung) und dem persönlichen Erfahrungsaustausch dient. Stärker als in früheren Jahren engagierte er sich für seine «alte», während einiger Zeit priesterlose Pfarrei Rorschach. Seine Mitarbeit in der Missionskommission und bei Missio kommt vielleicht bald dem Bistum zugute, wenn es gilt, die Schweiz zu missionieren!
Als vielschichtig lässt sich auch die Tätigkeit von Diözesankatechet Philipp Hautle umschreiben. Neben der Mitarbeit in über 20 Kommissionen war er mit dem Erarbeiten von Wegleitungen für Seelsorgeeinheiten betraut, ist er in die Vorbereitung für Firmung ab 18 involviert. Er wirkte mit am Konzept zur Ausbildung von Katechetinnen und Katecheten im Nebenamt sowie an der Ausarbeitung der Richtlinien für Jugendseelsorge (die Daju, die diözesane Arbeitsstelle für Jugendseelsorge, feierte ihr 25-Jahr-Jubiläum). Er visitierte Mittelschullehrkräfte, war Referent im Glaubenskurs und Prüfungsexperte am Katechetischen Institut Luzern. Seine Stimme im Konsultativgremium für die Pädagogische Fachhochschule Rorschach und für die Pädagogische Hochschule St.Gallen ist für das Bistum von Bedeutung. Zur Weiterbildung nahm er teil an der Internationalen Religionspädagogischen Jahrestagung in Graz über den Einfluss von Informatik auf den Religionsunterricht. Er muss sich über Kirchenrenovationen auf dem Laufenden halten. Ein Teil der Arbeitskapazität gehört der Kirchenmusik, und in diesem Rahmen gestaltete er die 2. Kirchenmusikwoche in St. Gallen mit. Schliesslich ist er auch noch Schulseelsorger an der Katholischen Kantonssekundarschule St. Gallen.
Am Fest Maria Lichtmess sind rund 150 Ordensleute aus den Klöstern des Bistums und aus all den Orten, wo sie im Dienst von Gemeinden und Institutionen tätig sind, nach St. Gallen gekommen. Josef Kaufmann, Offizial, Pfarrer und zuständig für die 14 Frauenklöster im Bistum, hatte diesen Tag zum zweiten Mal organisiert. Es ist ihm ein Anliegen, die Ordensleute spüren zu lassen, dass sie eine wichtige Aufgabe im Bistum haben. Mit dem Festtagsgedanken «Die Freude an Gott ist unsere Kraft» wurden sie ermutigt, das Ordensleben in allen seinen Facetten zuversichtlich und treu zu leben, zu pflegen und zu vertiefen. Um Fragen der Vorsteherinnenwahlen und um das Gespräch in der Gemeinschaft ging es beim Treffen der Oberinnen mit Bischof Ivo und den Visitatoren in St. Gallen. Das Bedürfnis nach Beratung von Ordensleuten und Gemeinschaften in Lebens-, Organisations- und Güterfragen hat merklich zugenommen, ebenfalls der Wunsch nach Glaubensschulung und geistlicher Nahrung.
Zur Hauptaufgabe des Offizialats gehören nach wie vor die Eheverfahren.
Es wurden neun Angelegenheiten bearbeitet. Dazu kamen einige Vorabklärungen.
Das heisst: Eheleute und Seelsorger suchten Rat und Hilfe, Ehepartner und
Zeugen mussten ausführlich befragt werden. Für Ehepartner dauern
Befragungen durchschnittlich zwischen sechs bis zehn, für Zeugen zwischen
drei und fünf Stunden. Ferner waren eingehende Studien zu speziellen
Fragen nötig, besonders wenn es um verschiedene Kulturen oder um die
Anwendung früheren Rechts ging. Schliesslich mussten Urteile gefällt
und schriftlich ausgestellt werden, was bis zur Fällung des Urteils
etwa drei Wochen Zeit und für die Redaktion eines begründeten
Urteils ungefähr ebenso viele Wochen Arbeit verlangt.
Einen gewissen Raum hat das Stiftungswesen eingenommen: Stiftungen, die
ihren Zweck nicht mehr erfüllten, mussten aufgehoben, neue Aufgaben
geregelt werden (Schwägalp, Meglisalp, Zukunft klösterlicher Güter,
Angelegenheiten des früheren Kommissariates Appenzell...) und verschiedene
Pfarreien legten Fragen vor zu ihren Stiftmessbüchern.
Stellungnahmen und Mitarbeit waren gefragt zum Medienrecht, in Fragen liturgischer
Dienste sowie der diözesanen Arbeitsstellen, der Revision von Leitbildern
und Formularen, ganz besonders aber im Zusammenhang mit der Entwicklung
von Seelsorgeeinheiten.
Als Dompfarrer ist Josef Raschle ebenfalls Mitglied im Ordinariatsrat. Mit
Josef Kaufmann und Josef Wick, die beide Pfarreien vorstehen, kommt der
Rat so weniger in Versuchung, zu stark «abzuheben» er
bleibt auf dem Boden der Realität.
Vernetzung ist heute das In-Wort. Vernetzt ist die Bistumsleitung nicht nur untereinander via E-Mail; das Bistum ist seit dem Sommer im Internet präsent: www.bistum-stgallen.ch. Damit ist es auch verlinkt mit all jenen im Bistum, die ebenfalls mit diesem Kommunikationsmittel «aufgerüstet» haben: Arbeitsstellen, Pfarreien, Kirchgemeinden, Konfessionsteil. Der Internet-Auftritt ist zwar auswärts realisiert worden, bedingte aber doch viel Zusatzarbeit für den EDV-Verantwortlichen, dessen Hauptaufgabe die Betreuung des Bischöflichen Archives ist. Zusatzarbeit auch für das Sekretariat, das die verschiedenen Beiträge samt Fotos zusammenstellen musste.
Priesterrat und Rat der hauptamtlichen Laienseelsorger/-seelsorgerinnen
trafen sich nach der konstituieren-den Sitzung im Herbst 2000 zur ersten
Arbeitstagung im Januar im Jugend- und Bildungshaus St. Arbogast. Indem
die Teilnehmenden zuerst ihren eigenen Grundlagen des Seelsorger- und Seelsorgerinnen-Daseins
nachspürten, sollte eine Grundlage des Vertrauens und der Vertrautheit
entstehen. Denn erst eine solche Grundlage ermöglicht ehrliche und
offene Auseinandersetzungen in den Räten.
Die Sitzung in Wattwil stand im Zeichen der geplanten Seelsorgeeinheiten.
Als Grundlage diente unter anderem der Pfingstbrief von Bischof Ivo an alle
Seelsorgerinnen und Seelsorger. Wichtigste Diskussionspunkte waren die Stellenbesetzungspolitik,
die Bedeutung der «Bezugsperson», die intensivere Zusammenarbeit
mit den Dekanaten, die Rücksicht auf gewachsene Strukturen und auf
unterschiedliche Mentalitäten. Gewünscht wurden eine von den Räten
ausgearbeitete «Checkliste» zum Ausprobieren konkreter Modelle
sowie eine Begleitung während der Planungsphase durch ein Mitglied
des Personalamtes. Die noch in der letzten Amtsdauer geforderte «Seelsorge
an Seelsorgenden» ist vom Ordinariatsrat mittlerweile als Pilotprojekt
für zwei Jahre verabschiedet worden.
Die Dekane beschäftigten sich an ihren zwei Konferenzen zusammen mit
Bischof Ivo und weiteren Ordinariatsmitgliedern ebenfalls intensiv mit den
Seelsorgeeinheiten sowie mit Personalfragen im Zusammenhang mit Stellenwechseln
und Stellenbesetzungen. An der Herbstsitzung nahm mit Vreni Ammann, Katechetin
in Berg, erstmals eine Frau als Dekan-Stellvertreterin teil. Für den
neu im Dekanat Gossau arbeitenden Pfarrer Georg Schmucki hatte noch kein
Nachfolger gefunden werden können.
Der diözesane Seelsorgerat beschäftigte sich an seinen Sitzungen
in Appenzell und Gossau mit den neuen Familienrealitäten und den Werten
und Haltungen, die ein harmonisches Zusammenleben in Ehe, Partnerschaft
und Familie fördern und ermöglichen. An der Tagung in Quarten
sprach er sich für einen verbindlichen Vorbereitungsweg auf die kirchliche
Trauung hin aus.
Neu im Ablauf wiederkehrender Ereignisse im Bistumsjahr war, dass zur
Chrisammesse in der Karwoche erstmals mit den Jubilaren mit seinen
70 Priesterjahren war P. Johann Frick von der Mariaburg der älteste
, alle hauptberuflich im kirchlichen Dienst Tätigen eingeladen
wurden. In der Predigt zeigte Bischof Ivo ausgehend vom Bibelwort
«Der Geist des Herrn ruht auf mir, denn der Herr hat mich gesalbt»
auf, was es bedeutet, bei der Taufe, bei der Firmung und schliesslich
bei der Priesterweihe mit Chrisam gesalbt zu werden. Die Chrisammesse wurde
so zu einem Fest der Berufung, des Dankes und des Lobes sowie zu einem Zeichen
der Einheit im Bistum.
Die grosse Beanspruchung von Bischof und Ordinariatsmitgliedern wirkt sich
auch aus auf die Arbeit der Kanzlerin Margreth Küng, welche nicht nur
Termine und Finanzen verwaltet und die verschiedenen Anlässe wie Neujahrsempfang
und Jubilarenehrung organisiert. Sie muss auch dafür besorgt sein,
dass der «Laden», die Bischöfliche Kanzlei, «läuft»,
dass das Personalverzeichnis fristgerecht erscheint, die Seelsorgenden rechtzeitig
den Brief des Bischofs in Händen haben, diese oder jene Mitteilung
erhalten. Mit Bischof Ivo und Josef Kaufmann ist sie Mitglied der BIKO,
der gemeinsamen Kommission von Ordinariat und Administration. Diese befasst
sich mit den gemeinsamen Zuständigkeiten von Bistum und Konfessionsteil
und ist eine Reaktion auf den Arbeitsstellenbericht.
Medienmässig war das Bistum über das ganze Jahr in den Druckerzeugnissen
wie auch in Lokalradios und im Regional-Fernsehen gut präsent. Der
Medienlunch im Januar war auf ein positives Echo gestossen, hat allerdings
insofern nicht die erhoffte Wirkung gebracht, als nach wie vor zu den verschiedensten
Fragen und Problemen in erster Linie oder ausschliesslich der Bischof gewünscht
wird. Neben dem Dankesagen war ein weiterer Grund für den Medienlunch,
die Medienleute mit den übrigen Ordinariatsmitgliedern in Kontakt zu
bringen, damit sie später auch auf sie zurückgreifen würden.
Aber ein Bischof ist halt auch für die Medienleute prestigeträchtiger!
Die Informationsstelle wird von den Medien stark als Dienstleistungsstelle,
die sofort auf ihre Wünsche und Bedürfnisse reagiert, verstanden.
Sie ist, seitdem das Bistum im Internet präsent ist, vermehrt Anlaufstelle
für die verschiedensten Anliegen auch von Privaten.