17/2002 | |
INHALT | |
Dokumentation |
Liebe Brüder und Schwestern!
In jedem Zeitalter führt die Kirche die am Pfingsttag begonnene
Arbeit fort, als die Apostel mit der Kraft des Heiligen Geistes auf den
Strassen Jerusalems das Evangelium Jesu Christi in vielen verschiedenen
Sprachen verkündeten (vgl. Apg 2,511). Im Laufe der folgenden
Jahrhunderte gelangte diese Botschaft in alle Teile der Welt, wobei das
Christentum vielerorts Fuss fassen konnte und in den verschiedenen Sprachen
der Welt zu sprechen lernte, stets gemäss dem Gebot Christi, das Evangelium
allen Völkern zu verkünden (vgl. Mt 28,1920).
Doch die Geschichte der Evangelisierung ist nicht lediglich eine Frage geographischer
Ausdehnung, da die Kirche auch zahlreiche kulturelle Hindernisse überwinden
musste, von denen jedes neue Kraft und Kreativität für die Verkündigung
des einen Evangeliums Jesu Christi erforderte. Das Zeitalter der grossen
Entdeckungen, die Renaissance und die Erfindung der Buchdruckerkunst, die
Industrielle Revolution und die Entstehung der modernen Welt: Auch dies
waren entscheidende Augenblicke, die neue Formen der Evangelisierung erforderlich
machten. Da die revolutionäre Entwicklung auf dem Gebiet der Kommunikation
und Information in vollem Gang ist, befindet sich die Kirche unweigerlich
erneut in einer entscheidenden Phase. Am diesjährigen Welttag der sozialen
Kommunikationsmittel sollten wir daher über das Thema «Internet:
Ein neues Forum zur Verkündigung des Evangeliums» nachdenken.
Das Internet ist zweifellos ein neues «Forum», ähnlich jenem öffentlichen Platz im antiken Rom, auf dem Politik und Handel betrieben wurde, wo religiöse Pflichten erfüllt wurden, wo ein Grossteil des gesellschaftlichen Lebens der Stadt stattfand und wo die besten und schlechtesten Seiten des menschlichen Wesens zutage traten. Das Forum war ein bevölkerter, belebter Teil der Stadt, der sowohl die ihn umgebende Kultur widerspiegelte als auch eine eigene Kultur entwickelte. Das gilt auch für den Cyberspace, der zu Beginn dieses neuen Jahrtausends ein bahnbrechendes Neuland ist. Ebenso wie das Neuland zu anderen Zeiten ist auch dieser Bereich geprägt von einem Wechselspiel zwischen Gefahren und viel versprechenden Aussichten sowie von jenem Abenteuergeist, der auch andere grosse Zeiten des Umbruchs kennzeichnete. Die neue Welt des Cyberspace spornt die Kirche zu dem grossen Abenteuer an, sein Potential für die Verkündigung der Evangeliumsbotschaft zu nutzen. Diese Herausforderung steht im Mittelpunkt jenes Auftrags, der uns zu Beginn des gegenwärtigen Jahrtausends dazu ermutigt, dem Gebot des Herrn Folge zu leisten und «hinauszufahren»: Duc in altum! (Lk 5,4).
Die Kirche nähert sich diesem neuen Medium mit Realismus und Zuversicht.
Wie andere Kommunikationsmittel ist es ein Mittel und kein Selbstzweck.
Das Internet bietet ausgezeichnete Möglichkeiten der Evangelisierung,
wenn es auf kompetente Art und Weise und im klaren Wissen um seine Stärken
und Schwächen eingesetzt wird. Vor allem durch seine Fähigkeit
zu informieren und Interessen zu wecken, ermöglicht das Internet eine
erste Begegnung mit der christlichen Botschaft insbesondere bei jungen Menschen,
die sich mehr und mehr der Welt des Cyberspace wie einem Fenster zur Welt
nähern. Daher muss die christliche Gemeinschaft nach praktischen Wegen
suchen, um jenen zu helfen, die nach der ersten Kontaktaufnahme durch das
Internet von der virtuellen Welt des Cyberspace zur wirklichen Welt der
christlichen Gemeinschaft geführt werden sollen.
In einer späteren Phase kann das Internet dann auch die für die
Evangelisierung notwendige weiterführende und vertiefende Arbeit leisten.
Insbesondere in einer der christlichen Lebensweise nicht förderlichen
Umgebung ist ständige Bildung und Katechese notwendig, möglicherweise
ein Bereich, in dem das Internet ausgezeichnete Hilfe leisten kann. Unzählige
Informations-, Dokumentations- und Bildungsquellen im Hinblick auf die Kirche,
ihre Geschichte und Tradition, ihre Lehre und ihren Einsatz auf zahlreichen
Gebieten in allen Teilen der Welt sind im Internet bereits verfügbar.
Zweifellos kann das Internet nicht jene tief greifende Gotteserfahrung ersetzen,
die allein das unmittelbare liturgische und sakramentale kirchliche Leben
bieten kann, dennoch stellt es eine einzigartige Ergänzung und Unterstützung
dar, sowohl im Blick auf die Vorbereitung der Begegnung mit Christus in
der Gemeinschaft wie auch für die Betreuung der neuen Gläubigen
auf ihrem soeben begonnenen Glaubensweg.
Dennoch ergeben sich gewisse notwendige und offenkundige Fragen hinsichtlich
der Verwendung des Internets im Bereich der Evangelisierung. Das wesentliche
Merkmal dieses Kommunikationsmittels ist die Übermittlung einer nahezu
grenzenlosen Flut von Informationen binnen kürzester Zeit. Eine von
Vergänglichem und Kurzlebigem geprägte Kultur läuft leicht
Gefahr, zu glauben, dass nicht Werte, sondern Fakten ausschlaggebend sind.
Das Internet vermittelt umfassende Kenntnisse, aber es lehrt keine Werte;
und wenn Werte keine Beachtung mehr finden, dann wird unsere menschliche
Natur selbst erniedrigt, und allzu leicht verliert der Mensch seine transzendente
Würde aus den Augen. Trotz seines enormen positiven Potentials sind
wir uns alle jener entwürdigenden und schädlichen Nutzungsmöglichkeiten
des Internets durchaus bewusst, und zweifellos liegt es im Verantwortungsbereich
des Staates, sicherzustellen, dass dieses hervorragende Kommunikationsmittel
dem Gemeinwohl dient und nicht zur Gefahrenquelle wird.
Ferner verursacht das Internet eine radikale Veränderung der psychischen
Beziehung der menschlichen Person zu Zeit und Raum. Die Aufmerksamkeit richtet
sich auf das Greifbare, das Nützliche, das unmittelbar Verfügbare;
möglicherweise fehlen Anregungen zu Meditation und Reflexion. Dennoch
braucht der Mensch unbedingt Zeit und innere Ruhe zum Nachdenken und Erkunden
des Lebens und seiner Geheimnisse und um allmählich zu einer reifen
Beherrschung seiner selbst und seiner Umgebung fähig zu sein. Erkenntnis
und Weisheit sind Frucht eingehender Betrachtung der Welt und gründen
nicht lediglich auf einer Reihe von Fakten, so interessant sie auch sein
mögen. Sie sind das Ergebnis jener Einsicht, die in die tiefere Bedeutung
der Dinge eindringt, die in ihrer Beziehung zueinander und zur gesamten
Realität betrachtet werden. Als Forum, auf dem praktisch alles akzeptabel
und beinahe nichts von Dauer ist, fördert das Internet zudem eine relativistische
Denkweise und unterstützt gelegentlich die Flucht vor persönlicher
Verantwortlichkeit und Verpflichtung.
Wie können wir in einem solchen Kontext jene Weisheit fördern,
die nicht allein auf Information, sondern auf Einsicht gründet, die
Rechtes von Unrechtem unterscheidet und jene Werteskala unterstützt,
die von dieser Differenzierung ausgeht?
Die Tatsache, dass durch das Internet die Kontakte zwischen den Menschen
auf bislang undenkbare Art und Weise vermehrt worden sind, bietet wunderbare
Möglichkeiten zur Verbreitung des Evangeliums. Wahr ist aber auch,
dass elektronisch vermittelte Beziehungen nie den für eine wahre Evangelisierung
notwendigen direkten menschlichen Kontakt ersetzen können, denn Grundlage
der Evangelisierung ist stets das persönliche Zeugnis dessen, der gesandt
ist, zu verkünden (vgl. Röm 1415). Wie kann die Kirche von
dem durch das Internet ermöglichten Kontakt zu der für die christliche
Verkündigung erforderlichen tieferen Kommunikation hinlenken? Wie können
wir auf dem durch das Internet entstandenen ersten Kontakt und Informationsaustausch
aufbauen?
Zweifellos lässt die elektronische Revolution auf einen viel versprechenden
Durchbruch in den Entwicklungsländern hoffen, aber es besteht auch
die Möglichkeit, dass die bereits existierenden Ungleichheiten sich
weiter vertiefen, während der Rückstand auf dem Informations-
und Kommunikationssektor zunimmt. Was kann getan werden, damit die Revolution
im Bereich der Information und Kommunikation, deren Triebkraft das Internet
ist, der Globalisierung der menschlichen Entwicklung und Solidarität
dient, Ziele, die mit dem Evangelisierungsauftrag der Kirche in enger Verbindung
stehen?
Gestattet mir schliesslich in dieser unruhigen Zeit die Frage, wie dieses
ursprünglich für militärische Ziele entwickelte wunderbare
Kommunikationsmittel nun für friedliche Zwecke zu gebrauchen ist? Kann
es jene Kultur des Dialogs, der Anteilnahme, der Solidarität und Versöhnung
fördern, ohne die der Friede nicht verwirklicht werden kann? Die Kirche
ist überzeugt, dass diese Möglichkeit besteht, und um dieses Ziel
zu erreichen, ist sie fest dazu entschlossen, mit dem Evangelium Christi
des Friedensfürsten dieses neue Forum zu betreten.
Milliarden von Bildern gelangen über das Internet auf Millionen von Computermonitoren überall auf dem Planeten. Wird durch diese aus Bildern und Tönen bestehende Galaxis das Antlitz Christi sichtbar und seine Stimme hörbar werden? Denn erst, wenn sein Angesicht gesehen und seine Stimme vernommen werden kann, wird der Welt die Frohbotschaft unserer Erlösung zuteil werden. Das ist Ziel und Zweck der Evangelisierung. Und das ist es auch, was das Internet zu einem wahrhaft menschlichen Bereich machen wird, denn wo kein Platz für Christus ist, da ist auch kein Platz für den Menschen. Anlässlich dieses Welttags der sozialen Kommunikationsmittel wage ich es daher, die gesamte Kirche aufzufordern, mutig diese neue Schwelle zu überschreiten, in die Tiefen des Kommunikationsnetzes vorzudringen, damit jetzt wie bereits in der Vergangenheit die grosse Aufgabe der Evangelisierung und die mit ihr verbundene Kultur «den göttlichen Glanz auf dem Antlitz Christi» (vgl. 2 Kor 4,6) für die Welt sichtbar machen kann. Der Herr möge all jene segnen, die sich für dieses Ziel einsetzen.
| Kantone | 2000 | 2001 | 2000/2001 |
| Fr. | Fr. | (+/-%) | |
| Aargau | 23 733 | 24 223 | 2,1 |
| Appenzell Ausserrhoden | 1 333 | 1 729 | 29,7 |
| Appenzell Innerrhoden | 2 472 | 2 370 | -4,1 |
| Basel-Land | 8 625 | 8 158 | -5,4 |
| Basel-Stadt | 6 220 | 5 788 | -6,9 |
| Bern | 12 547 | 10 350 | -17,5 |
| Freiburg* | 45 020 | 62 313 | 38,4 |
| Glarus | 1 796 | 1 267 | -29,5 |
| Genf* | |||
| Graubünden | 14 451 | 13 501 | -6,6 |
| Jura | 7 308 | 6 919 | -5,3 |
| Luzern | 33 037 | 33 041 | 0,0 |
| Neuenburg* | |||
| Nidwalden | 3 877 | 4 014 | 3,5 |
| Obwalden | 2 613 | 2 733 | 4,6 |
| Schaffhausen | 2 642 | 2 325 | -12,0 |
| Schwyz | 14 343 | 15 087 | 5,2 |
| Solothurn | 15 798 | 18 239 | 15,5 |
| St. Gallen | 37 534 | 39 120 | 4,2 |
| Tessin | 33 600 | 31 450 | -6,4 |
| Thurgau | 12 518 | 11 446 | -8,6 |
| Uri | 5 335 | 6 443 | 20,8 |
| Waadt* | |||
| Wallis | 45 120 | 45 025 | -0,2 |
| Zug | 7 185 | 8 513 | 18,5 |
| Zürich | 31 730 | 34 694 | 9,3 |
| Total Kantone | 368 837 | 388 749 | |
| Direkte Spenden | 18 979 | 18 225 | |
| Total Schweiz | 387 816 | 406 974 | 4,9 |
| Ergebnis Medienkollekte | 406 974.83 | ||
| Zinserträge/Zusätzliche Erträge | 10 154.40 | ||
| Total Einnahmen | 417 129.23 | ||
| Verteilung: | |||
| Centre catholique de radio et télévision (CCRT), Lausanne | 28 000. | ||
| Centre International de Reportages et d'Information Culturelle (CIRIC), Lausanne | 17 000. | ||
| Centro Cattolico per la Radio e la Televisione, Lugano (reserviert) | 20 000. | ||
| Cinédia/Ciné-Feuilles, Freiburg | 15 000. | ||
| Deutschsprachige Medienarbeit am Vatikan (DMV), Vatikan | 2 000. | ||
| Diözese Sitten (Medienarbeit) | 10 800. | ||
| Katholische Internationale Presseagentur (KIPA), Freiburg | 152 000. | ||
| Katholischer Mediendienst (KM), Zürich | 34 000. | ||
| Medienladen (KM), Zürich | 15 000. | ||
| Radioagentur KM, Zürich | 15 000. | ||
| Sekretariat der Schweizer Bischofskonferenz, Informationsstelle, Freiburg | 6 000. | ||
| Total bewilligte Gesuchsbeiträge | 314 800. | ||
| Katholischer Medienpreis 2001 | 4 000. | ||
| Nationale Koordination (Medienkommission der Schweizer Bischofskonferenz, Schweizerisches Katholisches Pressesekretariat, Vorbereitung Medienkollekte 2001) | 86 086.70 | ||
| Total Ausgaben | 404 886.70 | ||
| Gewinn | 12 242.53 | ||
| Eigenkapital am 1.1.2001 | 22 489.93 | ||
| Gewinn 2001 | 12 242.53 | ||
| Eigenkapital am 31.12.2001 | 34 732.46 |