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Liebe Priester!
Mit bewegtem Herzen wende ich mich, der Tradition entsprechend, zum Gründonnerstag
an Euch, indem ich mich mit Euch gleichsam an jenen Tisch des Abendmahlssaales
setze, an dem der Herr Jesus mit den Aposteln die erste Eucharistie feierte:
ein Geschenk an die ganze Kirche, ein Geschenk, das ihn, wenngleich hinter
dem sakramentalen Schleier, in jedem Tabernakel und auf allen Breitengraden
«wahrhaft, wirklich und substanzhaft» (Konzil von Trient, DS
1651) gegenwärtig macht. Vor dieser ganz besonderen Gegenwart beugt
die Kirche seit jeher in Verehrung das Knie: «Adoro te devote, latens
Deitas»; sie lässt sich seit jeher von der geistlichen Erhebung
der Heiligen tragen und sammelt sich, gleich einer Braut, in tiefem Glauben
und überströmender Liebe: «Ave, verum corpus natum de Maria
Virgine».
Gerade im Abendmahlssaal hat Jesus an das Geschenk dieser ganz besonderen
Gegenwart, das ihn im höchsten Opferakt vergegenwärtigt und zur
Speise für uns macht, eine spezifische Aufgabe der Apostel und ihrer
Nachfolger gebunden. Apostel Christi sein, wie es die Bischöfe und
die an ihrer Sendung teilhabenden Priester sind, bedeutet seit damals, befähigt
zu sein, in persona Christi Capitis zu handeln. Das geschieht auf erhabenste
Weise jedesmal, wenn das Opfermahl des Leibes und Blutes des Herrn gefeiert
wird.
Dann leiht der Priester gleichsam Christus das Gesicht und die Stimme: «Tut
dies zu meinem Gedächtnis!» (Lk 22,19).
Was für eine wunderbare Berufung ist uns zuteil geworden, meine lieben
Brüder im Priesteramt! Wir können tatsächlich mit dem Psalmisten
wiederholen: «Wie kann ich dem Herrn all das vergelten, was er mir
Gutes getan hat? Ich will den Kelch des Heils erheben und anrufen den Namen
des Herrn» (Ps 116, 1213).
Dieses Geschenk möchte ich heuer erneut mit Euch in Freude betrachten,
um bei einem Aspekt unserer Sendung zu verweilen, auf den ich bereits im
vergangenen Jahr bei dieser Gelegenheit Eure Aufmerksamkeit gelenkt habe.
Ich glaube, er verdient es, weiter vertieft zu werden. Ich beziehe mich
auf den Auftrag, den der Herr uns gegeben hat, nämlich ihn nicht nur
im eucharistischen Opfer, sondern auch im Busssakrament zu vertreten.
Zwischen den beiden Sakramenten besteht ein tiefer Zusammenhang. Die Eucharistie,
Höhepunkt der sakramentalen Heilsökonomie, ist auch deren Quelle:
Alle Sakramente gehen gewissermassen aus ihr hervor und führen zu ihr
hin. Das gilt in besonderer Weise für das Sakrament, das die Vergebung
Gottes, der den reuigen Sünder wieder in seine Arme schliesst, «vermitteln»
soll. Es ist tatsächlich wahr, dass die Eucharistie als Vergegenwärtigung
des Opfers Christi auch die Aufgabe hat, uns der Sünde zu entreissen.
Daran erinnert uns in diesem Zusammenhang der Katechismus der Katholischen
Kirche: «Die Eucharistie kann uns nicht mit Christus vereinen, ohne
uns zugleich von den begangenen Sünden zu reinigen und vor neuen Sünden
zu bewahren» (Nr. 1393). Doch in der von Christus gewählten Heilsökonomie
der Gnade bewirkt diese reinigende Kraft der Eucharistie zwar direkt die
Reinigung von den lässlichen Sünden, während sie die Reinigung
von Todsünden, die die Beziehung des Gläubigen zu Gott und seine
Beziehung zur Gemeinschaft mit der Kirche beeinträchtigen, nur indirekt
vollzieht. «Zur Vergebung von Todsünden sagt uns wieder
der Katechismus ist aber nicht die Eucharistie bestimmt, sondern das
Busssakrament. Die Eucharistie ist das Sakrament derer, die in der vollen
Gemeinschaft der Kirche stehen» (Nr. 1395).
Durch die Betonung dieser Wahrheit will die Kirche gewiss nicht die Rolle
der Eucharistie unterbewerten. Ihre Absicht ist es, die Bedeutung der Eucharistie
in Beziehung zur gesamten sakramentalen Heilsökonomie zu erfassen,
so wie sie von der heilbringenden Weisheit Gottes geplant worden ist. Das
ist im Übrigen die vom Apostel endgültig vertretene Linie, als
er an die Korinther schrieb: «Wer also unwürdig von dem Brot
isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und
am Blut des Herrn. Jeder soll sich selbst prüfen; erst dann soll er
von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken. Denn wer davon isst und trinkt,
ohne zu bedenken, dass es der Leib des Herrn ist, der zieht sich das Gericht
zu, indem er isst und trinkt» (1 Kor 11,2729). In der Spur dieser
paulinischen Ermahnung steht das Prinzip, wonach «wer sich einer schweren
Sünde bewusst ist, das Sakrament der Busse empfangen muss, bevor er
die Kommunion empfängt» (KKK, Nr.1385).
Während ich an diese Wahrheit erinnere, spüre ich den Wunsch,
Euch, meine lieben Brüder im Priesteramt, wie ich es schon im vergangenen
Jahr getan habe, herzlich einzuladen, die Schönheit des Busssakramentes
persönlich wiederzuentdecken und wiederentdecken zu lassen. Aus verschiedenen
Gründen leidet es seit einigen Jahrzehnten unter einer gewissen Krise,
auf die ich mehr als einmal hingewiesen habe. Es war mein Wille, dass sich
sogar eine Bischofssynode damit befasse, und ich habe deren Anregungen in
das Apostolische Schreiben Reconciliatio et paenitentia aufgenommen. Andererseits
kann ich mit tiefer Freude die positiven Signale erwähnen, die besonders
im Jubiläumsjahr gezeigt haben, dass dieses Sakrament, wenn es in geeigneter
Weise dargestellt und gefeiert wird, auch von jungen Menschen generell wiederentdeckt
werden kann. Begünstigt wird eine solche Wiederentdeckung sicherlich
von dem Bedürfnis nach persönlicher Kommunikation, die sich heutzutage
durch die Hektik der technisierten Gesellschaft zunehmend schwieriger gestaltet,
aber gerade deshalb immer mehr als ein Lebensbedürfnis empfunden wird.
Gewiss kann man diesem Bedürfnis auf verschiedene Weise entgegenkommen.
Aber sollte man etwa verkennen, dass das Busssakrament, ohne es freilich
mit den verschiedenen Psychotherapien zu vermischen, gleichsam aus Überfluss
auch auf dieses Bedürfnis eine massgebende Antwort anbietet? Es tut
dies, indem es den Pönitenten durch das freundschaftliche Antlitz eines
Bruders in Beziehung zum erbarmenden Herzen Gottes bringt.
Ja, wirklich grossartig ist Gottes Weisheit, die sich mit der Einsetzung
dieses Sakramentes auch eines tiefen und unausschaltbaren Bedürfnisses
des menschlichen Herzens angenommen hat. Wir müssen durch den persönlichen
Kontakt, den wir bei der Feier der Busse zu vielen Brüdern und Schwestern
herzustellen berufen sind, liebevolle und erleuchtete Dolmetscher dieser
Weisheit sein. In diesem Zusammenhang möchte ich betonen, dass die
persönliche Feier die ordnungsgemässe Form der Spendung dieses
Sakramentes ist, und nur «wenn eine schwere Notlage besteht»,
ist es rechtmässig, sich mit der gemeinschaftlichen Form der Feier
zu behelfen, mit Sündenbekenntnis und allgemeiner Lossprechung. Die
erforderlichen Bedingungen für diese Art der Absolution sind bekannt,
wobei daran erinnert wird, dass von der späteren Einzelbeichte der
schweren Sünden, zu der die Gläubigen für die Gültigkeit
der Absolution verpflichtet sind, nicht abgesehen werden kann (vgl. KKK,
Nr. 1483).
Entdecken wir aufs Neue voll Freude und Zuversicht dieses Sakrament!
Leben wir es vor allem für uns selbst als ein tiefes Bedürfnis
und eine stets neu ersehnte Gnade, um unserem Weg der Heiligkeit und unserem
Amt wieder Kraft und Schwung zu verleihen.
Gleichzeitig wollen wir uns bemühen, glaubwürdige Diener der Barmherzigkeit
zu sein. Denn wir wissen, dass wir in diesem wie in allen anderen Sakramenten,
während wir von einer Gnade Zeugnis geben, die von oben kommt und durch
eigene Kraft wirkt, aufgerufen sind, ihre tätigen Werkzeuge zu sein.
Mit anderen Worten und das erfüllt uns mit Verantwortung
Gott zählt auch auf uns, auf unsere Verfügbarkeit und Treue, um
seine Wunder in den Herzen zu wirken. Bei der Feier dieses Sakraments ist
es vielleicht noch mehr als bei anderen Sakramenten wichtig, dass die Gläubigen
das Angesicht Christi des Guten Hirten lebendig erfahren.
Erlaubt mir daher, mich mit Euch über dieses Thema zu unterhalten,
indem ich mich gleichsam an die Orte begebe, an denen Ihr Euch jeden Tag
in den Dienst der Spendung dieses Sakramentes stellt: in den Kathedralen,
in den Pfarrgemeinden, an Wallfahrtsorten oder sonst wo. Hier kommen mir
die Stellen aus dem Evangelium in den Sinn, die uns unmittelbarer das barmherzige
Antlitz Gottes zeigen. Wie sollte man nicht an die ergreifende Begegnung
des verlorenen Sohnes mit dem barmherzigen Vater denken? Oder an das Gleichnis
vom verlorenen und wiedergefundenen Schaf, das der Hirt voll Freude auf
die Schultern nimmt? Jeder von uns, liebe Mitbrüder, muss die Umarmung
des Vaters und die Freude des Guten Hirten dort bezeugen, wo von uns verlangt
wird, dass wir uns für einen Bussfertigen zu Dienern der Vergebung
machen.
Um jedoch einige spezifische Dimensionen dieses ganz besonderen Heilsgespräches,
wie es das sakramentale Sündenbekenntnis ist, besser zu beleuchten,
möchte ich heute als «biblische Ikone» die Begegnung Jesu
mit Zachäus (vgl. Lk 19,110) heranziehen. Mir scheint, dass das,
was sich zwischen Jesus und dem «obersten Zollpächter»
von Jericho abspielt, in verschiedener Hinsicht einer Feier des Sakramentes
der Versöhnung gleicht. Anhand dieser kurzen, aber so intensiven Erzählung
wollen wir in den Verhaltensweisen und in der Stimme Christi gleichsam alle
jene Nuancen menschlicher und übernatürlicher Weisheit ergründen,
die auch wir auszudrücken versuchen müssen, damit das Sakrament
auf bestmögliche Weise gelebt wird.
Die Erzählung schildert, wie wir wissen, die Begegnung zwischen
Jesus und Zachäus gleichsam als ein Zufallsereignis. Jesus kommt nach
Jericho und geht durch die Stadt, begleitet von der Menschenmenge (vgl.
Lk 19,3). Zachäus scheint fast nur von Neugier getrieben, als er auf
einen Maulbeerfeigenbaum klettert. Manchmal haben die Begegnungen Gottes
mit dem Menschen den Anschein der Zufälligkeit. Aber bei Gott ist nichts
«zufällig». So wie wir in die unterschiedlichsten pastoralen
Wirklichkeiten hineingestellt sind, kann uns bisweilen der Umstand entmutigen
oder demotivieren, dass viele Christen nicht nur dem sakramentalen Leben
nicht die gebührende Aufmerksamkeit schenken, sondern wenn sie die
Sakramente empfangen, dies häufig auf oberflächliche Weise tun.
Wer Beichterfahrung hat und weiss, wie man dieses Sakrament im gewöhnlichen
Leben empfängt, mag mitunter befremdet sein angesichts der Tatsache,
dass manche Gläubige zum Beichten kommen, ohne überhaupt zu wissen,
was sie eigentlich wollen. Bei manchen von ihnen kann die Entscheidung,
beichten zu gehen, einzig und allein von dem Verlangen bestimmt sein, angehört
zu werden. Bei anderen von dem Bedürfnis, einen Rat zu bekommen. Bei
wieder anderen von dem psychologischen Drang, sich vom Druck der «Schuldgefühle»
zu befreien. Bei vielen besteht zwar das echte Bedürfnis, wieder eine
Beziehung zu Gott herzustellen, aber sie beichten, ohne sich die daraus
erwachsenden Verpflichtungen hinreichend bewusst zu machen. Aufgrund von
Mangel an Einsicht hinsichtlich einer konsequenten am Evangelium inspirierten
sittlichen Lebensführung nehmen sie vielleicht eine ganz oberflächliche
Gewissensprüfung vor. Welcher Beichtvater hat nicht schon diese Erfahrung
gemacht?
Und genau das ist der Fall Zachäus. An dem, was ihm widerfährt,
ist alles erstaunlich. Wenn es nicht zu einem bestimmten Moment die «Überraschung»
des Blickes Christi gegeben hätte, wäre er wohl ein stummer Zuschauer
seines Weges durch die Strassen von Jericho geblieben. Jesus wäre an
ihm vorübergegangen, aber nicht in sein Leben eingetreten. Er selbst
ahnte nicht, dass die Neugier, die ihn zu einer so einzigartigen Handlung
getrieben hatte, bereits Frucht einer Barmherzigkeit war, die ihm zuvorkam,
ihn anzog und ihn schon bald im Innersten seines Herzens verwandeln würde.
Meine lieben Priester, lesen wir, während wir an viele unserer Beichtkinder
denken, jene wunderbare Ausführung des Lukas über das Verhalten
Christi: «Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und sagte
zu ihm: Zachäus, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem
Haus zu Gast sein» (Lk 19,5).
Jede Begegnung mit einem Gläubigen, der bei uns beichten möchte,
sei es auch in etwas oberflächlicher Weise, weil er nicht entsprechend
motiviert und vorbereitet ist, kann durch die überraschende Gnade Gottes
immer jene «Stelle» beim Maulbeerfeigenbaum sein, an der Christus
zu Zachäus hinaufschaute. Wie tief die Blicke Christi in das Herz des
Zöllners von Jericho eingedrungen sind, können wir unmöglich
ermessen. Wir wissen jedoch, dass es dieselben Blicke sind, die sich auf
jeden unserer Pönitenten richten. Wir sind im Busssakrament Werkzeuge
einer übernatürlichen Begegnung mit ihren eigenen Gesetzen, die
wir nur respektieren und unterstützen dürfen. Für Zachäus
musste es eine überwältigende Erfahrung sein, sich bei seinem
Namen gerufen zu hören. Sein Name wurde bei Landsleuten mit Geringschätzung
bedacht. Nun hörte er ihn mit einem Hauch von Zärtlichkeit aussprechen,
die nicht nur Vertrauen, sondern Vertraulichkeit und fast das Drängen
auf Freundschaft ausdrückte. Ja, Jesus spricht zu Zachäus wie
ein alter, vielleicht in Vergessenheit geratener Freund, der aber nicht
von seiner Treue abgelassen hat und daher mit deutlich spürbarer Zuneigung
in das Leben und in das Haus des wiedergefundenen Freundes eintritt: «Komm
schnell herunter, denn ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein»
(Lk 19,5).
In der Erzählung des Lukas berührt uns der Tonfall der Rede:
Alles ist auf die Person abgestimmt, so feinfühlig, so liebevoll! Es
handelt sich nicht nur um ergreifende Züge von Menschlichkeit. In diesem
Text liegt eine innige Dringlichkeit, die Jesus als endgültiger Offenbarer
der Barmherzigkeit Gottes zum Ausdruck bringt. Er sagt: «Ich muss
in deinem Haus zu Gast sein», oder, um es noch wörtlicher zu
übersetzen: «Es ist notwendig, dass ich in deinem Haus zu Gast
bin» (Lk 19,5). Während Jesus dem geheimnisvollen Plan der ihm
vom Vater vorgegebenen Strassen folgte, hat er auf seinem Weg auch Zachäus
gefunden. Bei ihm macht er Halt wie zu einer von Anfang an eingeplanten
Begegnung. Das Haus dieses Sünders ist dabei, ungeachtet der vielen
Kleinherzigkeiten, zu einem Ort der Offenbarung, zum Hintergrund für
ein Wunder der Barmherzigkeit zu werden. Das kann gewiss nicht geschehen,
wenn Zachäus sein Herz nicht von den Schlingen des Egoismus und vom
Knoten des betrügerischen Unrechts befreit. Aber die Barmherzigkeit
hat ihn schon als freies und überreiches Angebot erreicht. Die Barmherzigkeit
ist ihm zuvorgekommen!
Dies geschieht bei jeder sakramentalen Begegnung. Wir dürfen nicht
meinen, der Sünder verdiene sich durch seinen selbstgewählten
Weg der Umkehr die Barmherzigkeit. Im Gegenteil, es ist die Barmherzigkeit,
die ihn auf den Weg der Umkehr führt. Von sich aus ist der Mensch zu
nichts imstande. Und er verdient nichts. Die Beichte ist, bevor sie ein
Weg des Menschen zu Gott ist, eine Einkehr Gottes im Haus des Menschen.
In der Beichte befinden wir uns den verschiedensten Menschentypen gegenüber.
Von einem werden wir überzeugt sein müssen: Vor unserer Einladung
und noch vor unseren sakramentalen Worten werden die Brüder, die um
unseren Dienst bitten, schon von einer Barmherzigkeit umfangen, die von
innen heraus auf sie wirkt. Möge es der Himmel geben, dass es uns auch
durch unsere Worte und unseren Sinn als Hirten, die sich eines jeden Menschen
annehmen, gelingt, zu Mitarbeitern der empfangenden Barmherzigkeit und der
rettenden Liebe zu werden. Dabei mögen wir imstande sein, die Probleme
der Menschen zu erahnen und ihren Weg mit Feingefühl zu begleiten,
indem wir ihnen das Vertrauen in die Güte Gottes vermitteln.
«Ich muss in deinem Haus zu Gast sein». Versuchen wir diese
Worte noch tiefer zu ergründen. Sie sind eine Proklamation. Noch bevor
sie auf eine von Christus getroffene Entscheidung hinweisen, machen sie
den Willen des Vaters kund. Jesus erscheint als einer, der einen bestimmten
Auftrag hat. Er selbst muss ein «Gesetz» befolgen: den Willen
des Vaters, den er mit solcher Liebe erfüllt, dass er ihn zu seiner
«Speise» macht (vgl. Joh 4,34). Die Worte, mit denen sich Jesus
an Zachäus wendet, dienen nicht nur dazu, eine Beziehung herzustellen,
sondern sie sind die Verkündigung eines von Gott entworfenen Planes.
Die Begegnung vollzieht sich im Blickfeld des Wortes Gottes, das eins wird
mit dem Wort und dem Angesicht Christi. Darin besteht auch der notwendige
Beginn einer jeden echten Begegnung bei der Feier des Busssakramentes. Wehe,
wenn sich alles auf kommunikative menschliche Notlösungen beschränkt!
Die Beachtung der Gesetze der menschlichen Kommunikation mag nützlich
sein und soll nicht vernachlässigt werden, doch alles muss sich auf
das Wort Gottes gründen. Deshalb sieht der Ritus des Sakramentes auch
vor, dass dem Pönitenten dieses Wort verkündigt wird.
Das ist ein nicht zu unterschätzender Einzelgesichtspunkt, der nicht
immer leicht umsetzbar ist. Beichtväter machen immer wieder die Erfahrung,
wie schwierig es ist, das Gewicht des Wortes Gottes denen zu veranschaulichen,
die es nur oberflächlich kennen. Sicherlich ist die Feier des Busssakramentes
nicht der geeignetste Augenblick, um diesen Mangel wettzumachen. Mit pastoraler
Weisheit sollten deshalb in der vorausgehenden Vorbereitung jene grundlegenden
Hinweise gegeben werden, die es einem jeden erlauben, sich an der Wahrheit
des Evangeliums zu messen. Der Beichtvater soll es jedenfalls nicht versäumen,
sich der sakramentalen Begegnung zu bedienen, um zu versuchen, den Pönitenten
so gut es geht die barmherzige Nachsicht Gottes erahnen zu lassen, der seine
Hand nach ihm ausstreckt, nicht um ihn zu strafen, sondern um ihn zu retten.
Wie könnte man im Übrigen die objektiven Schwierigkeiten ignorieren,
welche in dieser Hinsicht aus der herrschenden Kultur unserer Zeit resultieren?
Auch reife Christen werden davon nicht selten in ihrem Bemühen um Einklang
mit den Geboten Gottes und mit den vom kirchlichen Lehramt auf der Grundlage
der Gebote deutlich dargelegten Orientierungen behindert.
Das ist der Fall bei vielen Problemen der Sexual- und Familienethik, der
Bioethik, der Berufs- und Sozialmoral. Dies gilt ebenso für die Fragen,
die die Pflichten des Christen in Bezug auf die religiöse Praxis und
die Teilnahme am kirchlichen Leben betreffen. Deshalb ist eine katechetische
Vorarbeit, die aber dem Beichtvater unmöglich bei der Spendung des
Sakramentes zugemutet werden kann, unerlässlich. Man wird gut daran
tun zu versuchen, die Vertiefung der Vorbereitung auf die Beichte zum Thema
zu machen. Gemeinschaftlich vorbereitete Bussgottesdienste, die dann mit
der Einzelbeichte abgeschlossen werden, können dazu sehr hilfreich
sein.
Um all das alles richtig zu erhellen, bietet die «biblische Ikone»
von Zachäus einen weiteren wichtigen Hinweis. Noch bevor das Sakrament
ein Zusammentreffen mit den «Geboten Gottes» darstellt, wird
es in Jesus zu einer Begegnung mit dem «Gott der Gebote». Dem
Zachäus stellt sich Jesus selbst vor: «Ich muss in deinem Haus
zu Gast sein». Er ist das Geschenk für Zachäus und zugleich
ist er das «Gesetz Gottes» für Zachäus. Wenn man Jesus
als einem Geschenk begegnet, dann gewinnt auch der anspruchsvollere Aspekt
des Gesetzes die «Leichtigkeit», die der Gnade zu eigen ist,
gemäss jener übernatürlichen Dynamik, die Paulus sagen liess:
«Wenn ihr euch aber vom Geist führen lasst, dann steht ihr nicht
mehr unter dem Gesetz» (Gal 5,18). Jeder Bussgottesdienst sollte im
Herzen des Pönitenten jene freudige Erregung auslösen, wie sie
die Worte Christi bei Zachäus hervorriefen, der «schnell herunterstieg
und Jesus freudig bei sich aufnahm» (Lk 19,6).
Die Priorität und die Überfülle der Barmherzigkeit dürfen
allerdings nicht vergessen lassen, dass diese nur die Voraussetzung des
Heils ist, das in dem Masse zur Erfüllung gelangt, in dem sie Antwort
von Seiten des Menschen findet. Die im Busssakrament gewährte Vergebung
ist nämlich nicht ein äusserlicher Akt, eine Art rechtliche «Heilung»,
sondern eine wahre und eigentliche Begegnung des Pönitenten mit Gott,
welche die durch die Sünde zerbrochene Freundschaftsbeziehung wiederherstellt.
Die Wahrhaftigkeit dieser Beziehung verlangt, dass der Mensch jeden sündenbedingten
Widerstand überwindet und die barmherzige Umarmung Gottes annimmt.
Genau dies ereignet sich bei Zachäus. Da er sich als «Sohn»
behandelt fühlt, beginnt er als Sohn zu denken und sich entsprechend
zu verhalten; dies beweist er dadurch, dass er die Brüder wiederentdeckt.
Unter dem liebevollen Blick Christi öffnet sich sein Herz für
die Nächstenliebe. Aus einer Haltung der Verschlossenheit, die dazu
geführt hatte, dass er sich bereicherte, ohne sich um das Leid der
anderen zu kümmern, gelangt er zu einer Haltung der Anteilnahme, die
in einem echten «Teilen» seines Vermögens zum Ausdruck
kommt: die «Hälfte seines Vermögens» geht an die Armen.
Das zum Schaden der Brüder durch Betrug begangene Unrecht wird durch
eine vierfache Rückerstattung wiedergutgemacht: «Wenn ich von
jemand zu viel gefordert habe, gebe ich ihm das Vierfache zurück»
(Lk 19,8).
Erst an diesem Punkt erreicht die Liebe Gottes ihr Ziel und das Heil erfüllt
sich: «Heute ist diesem Haus das Heil geschenkt worden» (Lk
19,9).
Dieser Weg des Heils, den die Zachäus-Episode so klar zum Ausdruck
bringt, soll uns, liebe Priester, die richtige Orientierung geben, um unsere
schwere Aufgabe im Beichtdienst mit kluger pastoraler Ausgewogenheit zu
erfüllen. Dieser Dienst leidet seit jeher unter den gegensätzlichen
Einflüssen zweier übertreibender Positionen: dem Rigorismus und
dem Laxismus. Der Rigorismus trägt dem ersten Teil der Zachäus-Geschichte
nicht Rechnung: der zuvorkommenden Barmherzigkeit, die zur Umkehr bewegt
und auch die geringsten Fortschritte in der Liebe gelten lässt, weil
der Vater das Unmögliche tun will, um den verlorenen Sohn zu retten.
«Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was
verloren ist» (Lk 19,10). Die zweite Übertreibung, der Laxismus,
berücksichtigt nicht, dass das volle Heil, also nicht nur das angebotene,
sondern das empfangene, das den Menschen tatsächlich heilt und erhebt,
eine echte Umkehr zu den Forderungen der Liebe Gottes einschliesst. Wenn
Zachäus den Herrn in seinem Haus angehört hätte, ohne zu
einer Haltung zu gelangen, die ihn sich der Liebe öffnen, das angerichtete
Böse wiedergutmachen und einen festen Vorsatz zu einem neuen Leben
fassen liess, hätte er in seinem Inneren nicht die Vergebung empfangen,
die ihm der Herr mit so grosser Zuvorkommenheit angeboten hatte.
Man muss immer Acht geben, das richtige Gleichgewicht zu halten, um in keines
dieser beiden Extreme zu verfallen. Der Rigorismus erdrückt und stösst
ab. Der Laxismus verzieht und täuscht. Der Diener der Vergebung, der
für den Pönitenten das Angesicht des Guten Hirten verkörpert,
muss in gleichem Masse die zuvorkommende Barmherzigkeit und die heilende
und versöhnende Vergebung zum Ausdruck bringen. Auf Grund dieser Prinzipien
ist der Priester beauftragt, im Gespräch mit dem Pönitenten zu
erkennen, ob dieser für die sakramentale Absolution bereit ist. Natürlich
verlangt der anspruchsvolle Charakter einer Begegnung mit den Seelen in
einem so intimen und oft schwierigen Augenblick grosse Feinfühligkeit.
Wenn sich kein gegenteiliger Eindruck ergibt, darf der Priester davon ausgehen,
dass der Pönitent beim Beichten der Sünden echten Schmerz über
sie empfindet und den entsprechenden Vorsatz zur Besserung hat. Diese Annahme
wird um so mehr begründet sein, wenn es der Beichtpastoral gelingt,
für geeignete Hilfen zu sorgen, indem sie Zeiten zur Vorbereitung auf
das Sakrament sicherstellt, die den Pönitenten helfen sollen, ein ausreichendes
Bewusstsein für das reifen zu lassen, worum sie bitten. Es ist jedoch
klar, dass der Beichtvater dort, wo offensichtlich das Gegenteil zutage
tritt, die Pflicht hat, dem Pönitenten zu sagen, dass er für die
Absolution noch nicht bereit ist. Wäre diese jemandem gewährt
worden, der ausdrücklich erklärt, sich nicht bessern zu wollen,
würde der Ritus zu reiner Illusion verkommen, ja er hätte den
Beigeschmack eines fast magischen Aktes, der vielleicht einen Anschein von
Frieden wecken, aber sicher nicht den von der Umarmung Gottes garantierten
tiefen Frieden des Gewissens bewirken könnte.
Im Lichte des Gesagten erscheint es auch besser, dass die persönliche
Begegnung zwischen dem Beichtvater und dem Pönitenten der ordentliche
Weg der sakramentalen Versöhnung ist, während die Form der Generalabsolution
Ausnahmecharakter haben soll. Nachdem jahrhundertelang die Form der öffentlichen
Busse vorherrschte, hat sich bekanntlich die kirchliche Praxis schrittweise
auf die private Bussfeier hin entwickelt. Diese Entwicklung hat das Wesen
des Sakraments nicht nur nicht verändert es konnte gar nicht
anders sein!, sondern hat auch seine Ausdruckskraft und seine Wirksamkeit
vertieft. Das konnte nicht ohne Hilfe des Geistes geschehen, der auch hierin
die Aufgabe erfüllt hat, die Kirche «in die ganze Wahrheit»
zu führen (Joh 16,13).
In der Tat drückt die ordentliche Form der Versöhnung nicht nur
die Wahrheit der göttlichen Barmherzigkeit und der aus ihr entspringenden
Vergebung aus, sondern beleuchtet die Wahrheit vom Menschen in einem ihrer
grundlegenden Aspekte: der Originalität jeder Person, die sich, auch
wenn sie in einem Beziehungs- und Gemeinschaftsgefüge lebt, niemals
in den Zustand einer gestaltlosen Masse verflachen lässt. Das erklärt
das tief gehende Echo, das im Herzen geweckt wird, wenn sich jemand bei
seinem Namen gerufen hört. Wenn wir uns in unseren ganz persönlichen
Eigenschaften erkannt und angenommen wissen, bewirkt dies, dass wir uns
wirklich «lebendig» fühlen. Die Seelsorge sollte diesem
Aspekt grössere Beachtung schenken, um auf kluge Weise ein Gleichgewicht
herzustellen zwischen den Momenten gemeinsamer Feier, in denen die kirchliche
Gemeinschaft unterstrichen wird, und jenen Augenblicken, in denen die Aufmerksamkeit
den Bedürfnissen der einzelnen Person gilt. Die Menschen erwarten im
Allgemeinen, dass man sie anerkennt und begleitet. Eben durch diese Nähe
spüren sie stärker die Liebe Gottes.
Aus dieser Perspektive erscheint das Sakrament der Versöhnung als einer
der bevorzugten Wege dieser «Pädagogik der Person». Hier
nähert sich der Gute Hirt dem Menschen durch das Angesicht und die
Stimme des Priesters, um mit ihm einen persönlichen Dialog zu beginnen,
der aus Zuhören, Rat, Trost und Vergebung besteht. Die Liebe Gottes
ist dergestalt, dass sie sich auf jeden Menschen konzentriert, ohne einem
anderen etwas wegzunehmen. Wer die sakramentale Absolution empfängt,
muss die Wärme dieser persönlichen Sorge spüren können.
Er muss die Intensität der dem verlorenen Sohn angebotenen väterlichen
Umarmung erfahren können: «Er fiel ihm um den Hals und küsste
ihn» (Lk 15,20). Er muss jene warmherzige Stimme der Freundschaft
hören können, die den Zöllner Zachäus erreichte, als
sie ihn bei seinem Namen zu einem neuen Leben rief (vgl. Lk 19,5).
Hierdurch ergibt sich auch die Notwendigkeit einer entsprechenden Vorbereitung
des Beichtvaters auf die Feier dieses Sakramentes. Sie muss so geschehen,
dass, gemäss den vom Ritus der Beichte vorgesehnen Regeln, auch in
den äusseren Formen der Feier ihre Würde als liturgischer Akt
zum Strahlen kommt. Im Lichte des klassischen Prinzips, das die suprema
lex der Kirche in der salus animarum erkennt, schliesst dies die Möglichkeit
situationsbedingter pastoraler Anpassungen dort nicht aus, wo sie von echten
Notwendigkeiten im Leben des Pönitenten nahe gelegt werden. Lassen
wir uns dabei von der Weisheit der Heiligen leiten. Gehen wir mutig voran,
auch beim Beichtangebot an die Jugendlichen. Bleiben wir unter ihnen, indem
wir ihnen zu Freunden und Vätern, zu Vertrauten und Beichtvätern
werden. Sie sollten in uns diese und jene Rolle, die eine und die andere
Dimension finden.
Des Weiteren sollten wir ernsthaft darum bemüht sein, unsere theologische
Ausbildung, vor allem in Anbetracht der neuen ethischen Herausforderungen,
wirklich auf dem neuesten Stand zu halten, dabei aber immer im Urteilsvermögen
des kirchlichen Lehramtes verankert zu bleiben. Bei aktuellen ethischen
Fragestellungen kann es bisweilen vorkommen, dass die Gläubigen mit
ziemlich wirren Ideen aus der Beichte kommen, weil sie bei den Beichtvätern
nicht dieselbe Linie der Beurteilung finden. Tatsächlich unterliegen
alle, die im Namen Gottes und der Kirche diesen anspruchsvollen Dienst ausüben,
der klaren Verpflichtung, persönliche Meinungen, die der kirchlichen
Lehre und Verkündigung nicht entsprechen, nicht zu pflegen und schon
gar nicht während der Sakramentenspendung zu äussern. Aus einem
missverstandenen Sinn von Verständnis heraus darf die Liebe nicht mit
der Vernachlässigung der Wahrheit verwechselt werden. Es ist uns nicht
gestattet, nach unserem Gutdünken Verkürzungen vorzunehmen, und
sei es auch mit den besten Absichten. Unsere Aufgabe ist es, Gottes Zeugen
zu sein, indem wir uns zu Dolmetschern einer Barmherzigkeit machen, die
auch dadurch rettet, dass sie sich als Gericht über die Sünde
des Menschen erweist. «Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!,
wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters
im Himmel erfüllt» (Mt 7,21).
Liebe Priester! Ihr wollt, dass ich mich Euch besonders nahe fühle,
während Ihr Euch an diesem Gründonnerstag des Jahres 2002 um Eure
Bischöfe versammelt. Wir alle haben beim Anbruch des neuen Jahrtausends,
im Zeichen des «Neuanfangs bei Christus» (vgl. Novo millennio
ineunte, Nr. 29ff.), einen erneuten kirchlichen Aufschwung erlebt. Es war
der sehnsüchtige Wunsch aller, dass dies mit einer neuen Ära der
Brüderlichkeit und des Friedens für die ganze Menschheit einhergehen
würde. Wir haben jedoch neues Blut fliessen gesehen. Wir sind erneut
Zeugen von Kriegen geworden. Voller Angst nehmen wir die Tragödie der
Spaltungen und des Hasses wahr, welche die Beziehungen zwischen den Völkern
zerstören.
In dieser Zeit erschüttern uns als Priester zutiefst die Sünden
einiger unserer Mitbrüder, welche die Gnade des Weihesakramentes verraten
haben, indem sie den schlimmsten Ausformungen des mysterium iniquitatis
in der Welt nachgegeben haben. Auf diese Weise entstehen schwerwiegende
Skandale, die zur Folge haben, dass ein dunkler Schatten des Verdachts auf
alle anderen verdienstvollen Priester fällt, die ihren Dienst ehrlich,
konsequent und bisweilen mit heroischer Liebe ausüben. Während
die Kirche den Opfern ihre Fürsorge zum Ausdruck bringt und ihre Kraft
aufbietet, gemäss der Wahrheit und der Gerechtigkeit auf jede schmerzliche
Situation zu reagieren, sind wir alle im Bewusstsein der menschlichen
Schwachheit, aber im Vertrauen auf die heilende Kraft der göttlichen
Gnade dazu aufgerufen, das mysterium Crucis mit Liebe anzunehmen und
uns beim Streben nach Heiligkeit mehr anzustrengen. Wir müssen beten,
dass Gott in seiner Vorsehung einen grossmütigen Aufbruch in den Herzen
zugunsten des Ideals der Ganzhingabe an Christus erwecke, welche die Grundlage
für den priesterlichen Dienst bildet.
Gerade der Glaube an Christus gibt uns Kraft, um mit Vertrauen in die Zukunft
zu schauen. Tatsächlich wissen wir, dass das Böse von jeher im
Herzen des Menschen liegt und dass der Mensch, nur wenn er sich von Christus
erfassen und ergreifen lässt, fähig wird, Friede und Liebe um
sich zu verbreiten. Als Spender der Eucharistie und der sakramentalen Versöhnung
haben wir in vordringlicher Weise die Aufgabe, in der Welt Hoffnung, Güte
und Liebe zu verbreiten.
Ich wünsche Euch, dass Ihr im Frieden des Herzens, in tiefer Gemeinschaft
untereinander, mit dem Bischof und mit Euren Gemeinden diesen Gründonnerstag
erlebt, an dem wir mit der Einsetzung der Eucharistie unserer Geburtsstunde
als Priester gedenken. Mit den Worten, die Christus nach der Auferstehung
an die Apostel im Abendmahlssaal richtete, und unter Anrufung der Jungfrau
Maria, Regina Apostolorum und Regina pacis schliesse ich Euch alle brüderlich
in die Arme: Friede! Friede allen und einem jeden von Euch! Frohe Ostern!
Aus dem Vatikan, am 17. März, dem fünften Fastensonntag des Jahres 2002, im 24. Jahr meines Pontifikates.