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Bücher |
Barbara Huber-Rudolf, Muslimische Kinder im Kindergarten. Eine Praxishilfe für alltägliche Begegnungen, Kösel Verlag. München 2002, 109 Seiten.
Kindergärten in Deutschland stehen meist in kirchlicher Verantwortung.
Deshalb ist die Präsenz von muslimischen Kindern keine Seltenheit.
Dies ist in der Schweiz nicht der Fall. Die Handreichung wird aber hier
vorgestellt, weil die Informationen und Anregungen auch für die untere
Primarschulstufe Gültigkeit haben. Sie richtet sich in erster Linie
nicht an Katechetinnen und Katecheten, sondern an Lehrerinnen und Lehrer.
Sie ist aber hilfreich für alle, die in der Katechese oder in der Jugendarbeit,
in der oft auch muslimische Kinder anzutreffen sind, tätig sind.
Die Praxishilfe gliedert sich in drei Teile: die religiöse Sozialisation
in der Begegnung mit Muslimen, die Projektbeschreibung und die Anregungen
für die Praxis. Sie geht somit von praktischen Erfahrungen aus, die
kommentiert und als Anregungen weitergegeben werden. Vor allem der 3. Teil
weist auf Verhaltensnormen hin, die im Umgang mit Muslimen, auch mit muslimischen
Kindern, wichtig sind. Dabei werden die Erkenntnisziele formuliert und Anregungen
für das Gespräch und dessen Vorbereitung und Durchführung
vorgestellt. In diesem Teil sind auch die Hintergrundinformationen, die
in verständlicher Sprache geschrieben sind, enthalten. Wichtig ist
der Autorin, dass immer auch die Eltern in die Gespräche und Begegnungen
einbezogen werden.
Die vorliegende Praxishilfe vermittelt in klarer Form eine Fülle von
Basisinformationen über den Islam, vor allem auch über den Islam
in Europa. Sie enthält auch überraschende Vorschläge. Die
farbigen Illustrationen zeigen Szenen aus dem Alltag von Muslimen oder sind
Hinweise auf die islamische Kultur im Vorderen Orient.
Dr. Barbara Huber-Rudolf ist Absolventin des Päpstlichen Instituts
für Islamstudien PISAI und war während längerer Zeit zudem
Dozentin an diesem Institut. Heute ist sie Geschäftsführerin von
CIBEDO (Christlich-islamische Begegnung Dokumentationsstelle), einer
Fachstelle der Deutschen Bischofskonferenz mit Sitz in Frankfurt.
Georg Schmid, Problemfall Islam, Friedensreligion oder Gefahr für den Weltfrieden? Paulusverlag, Freiburg Schweiz 2002, 136 Seiten.
Nach den vorläufigen Ergebnissen der Volkszählung 2000 leben
gegenwärtig etwa 310000 Muslime in der Schweiz. Aber nicht diese Präsenz
ist der Anlass, dass das Thema «Islam» häufig in kontrovers
geführten Diskussionen abgehandelt wird, die oft von Unkenntnis des
Islam und von Schlagworten über die Muslime zeugen. Gerade die Frage
nach dem Stellenwert des Islam gegenüber den anderen Religionen und
Kulturen ist schwierig zu beantworten. Gottesstaat, Terrorismus, Unterdrückung
der Frau bestimmen zunehmend unser Bild vom Islam und von den Muslimen.
In einer neuen Publikation «Problemfall Islam» geht der Zürcher
Religionswissenschaftler Georg Schmid auf diese und weitere Themen ein:
In sechs Kapiteln zeigt er jene Problemfelder auf, die heute aktuell sind.
Zu jedem Kapitel fügt er einen Exkurs bei, der aus dem Leben Mohammeds
auf die Fragestellung eingeht.
Aus diesen Ausführungen macht der Autor deutlich, dass viele Entwicklungen,
die im Islam festzustellen sind, nicht auf den Koran oder auf Mohammed zurückgeführt
werden können, auch wenn sich im Koran häufig gegensätzliche
Aussagen finden. So lässt sich auch die Frage, ob der Islam eine Religion
des Schwertes oder eine Religion des Friedens sei, nicht eindeutig aus dem
Koran beantworten. Zwar gibt es auch dort die Gewalt, der allerdings deutliche
Grenzen gezogen werden. Der Islamismus, der zum Schreckgespenst westlicher
Demokratien geworden ist, hat seine Ursache in politischen, historischen
und sozialen Entwicklungen, vor allem aber auch in der mangelnden Fähigkeit
vieler führender Muslime, die eigene Tradition und Praxis kritisch
zu betrachten. Der Autor scheut sich nicht, auf die Schwierigkeiten im Dialog,
der für eine gemeinsame Zukunft unabdingbar ist, hinzuweisen.
Das Buch vermittelt das grosse Wissen des Autors und ist eine wertvolle
Hilfe für die Begegnung mit Muslimen, weil es einerseits die anstehenden
Probleme aufzeigt, andererseits aber auch auf Chancen des Dialogs hinweist.
Anneliese Knippenkötter / Marie-Luise Langwald (Hrsg.), FrauenGottesDienste. Modelle und Materialien. Band 12: Biblische Frauen, Schwabenverlag/Klens Verlag, Ostfildern/Düsseldorf 2002, 86 Seiten.
«Frauen haben sich auf Entdeckungsreise begeben: Sie halten Ausschau
nach Frauen in der Bibel. Frauen ziehen die Decke weg, die über mancher
Frau aus der Bibel gelegen hat und ent-decken so Frauen neu...» So
gibt dieses Periodikum die Richtung an, von der her die fertig ausgearbeiteten
Gottesdienstmodelle (Eucharistiefeiern und Wortgottesfeiern) wie auch die
Materialien und Anregungen verstanden werden wollen. Erfrischend wirkt die
Vertrautheit mit biblischen Personen und Aussagen. Die Modelle sind solid
ausgearbeitet. In ihrer Direktheit sprechen sie unmittelbar an. Eine Wortgottesfeier
über Hagar bietet die Basis für eine gemeinsame Feier mit jüdischen
und muslimischen Frauen und macht so ernst mit der abrahamitischen Ökumene.
Im Anhang bietet die «Werkstatt Gottesdienst» Impulse, die unabhängig
vom Thema dieses Heftes sind, aber die Arbeit von Frauen in der Liturgiegestaltung
betreffen.
Von Klemens Richter, Professor für Liturgiewissenschaft, stammt unter
«Stichwort Liturgie» ein Text über frauengerechte Sprache
in der Liturgie.