39/2002 | |
INHALT | |
Bücher |
Das Zeit-Reise-Buch. Archäologische und historische Ausflüge
in der Dreiseenregion und im Jura, Basel 2002, Schweizerische Gesellschaft
für Ur- und Frühgeschichte (Postfach, 4001 Basel).
Ein länger bleibender Nutzen der Expo.02 für die Gastgeberregion
dürfte sein, dass die etwas weniger bekannte Gegend um den Neuenburger-,
Murten- und Bielersee sowie im Jura dank Mitmachkampagnen bewusster wahrgenommen
werden könnte. Ein bemerkenswerter Beitrag dazu ist der von der Schweizerischen
Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte herausgegebene Führer
zu den wichtigeren Kulturgütern und also zum reichen Kulturerbe der
Region um die drei Seen und im Jura.
Den Hauptteil dieses Führers bilden gegen 150 Blätter, auf denen
Besuchsorte vorgeschlagen werden. Berücksichtigt sind dabei Kulturgüter
aus allen Epochen, von der Urgeschichte über die Römische Zeit,
das Mittelalter bis in die Neuzeit. Auch thematisch umfasst die getroffene
Auswahl das ganze Spektrum des Kulturerbes, von der Welt der Lebenden (Burgen
und Schlösser, Siedlungen, Produktion, Aquaedukte, Festungen, Strassen)
über die Geisteswelt (Kultstätten, Sakralbauten und Kirchen, Grabanlagen
und Bestattungsplätze) bis zur Welt des Kulturerbes (Museen und Archäo-Parks).
Zu jedem Ort gibt es ein Foto oder eine Illustration und einen einführenden
Text, ergänzt mit Literaturangaben sowie praktischen Hinweisen für
den Besuch. Ebenfalls hilfreich ist eine kurze historische Einführung
sowie der Anhang mit Exkursionsvorschlägen, Karten, Indices, einem
Glossar sowie allgemeinen Literaturhinweisen.
Bernhard Maier, Die Religion der Kelten. Götter, Mythen, Weltbild, Verlag C.H. Beck, München 2002, 251 Seiten.
Bücher über die Kelten gab es schon viele, doch die Zeit ist
über sie hinweggeschritten. Nur wenige vermögen noch den Ansprüchen
heutiger Interessen für die Alte Geschichte zu entsprechen. Eine intensive,
ideenreiche Forschung hat sie in den Hintergrund gedrängt; besonders
die sprachwissenschaftliche Akribie hat immer mehr populärwissenschaftliche
Thesen korrigiert oder völlig verdrängt und wissenschaftliche
Theorien überholt. Heute kann man auf den Grundlagen intensiver Studien
manches nüchterner sehen und einiges aus dem Bereich der Anschauungen
über die Kelten aussortieren. Anderseits muss man feststellen, dass
die Ignorantia über das Volk der Kelten beträchtlich ist. Viele
haben heute noch Mühe, Kelten und Germanen voneinander zu unterscheiden.
Der Autor des Buches, Bernhard Maier, ist Lehrbeauftragter für vergleichende
Religionswissenschaft an der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität
Bonn. Sein erstes Buch «Die Kelten» (Beck, München 2000)
erhielt einen Preis der Akademie der Wissenschaft zu Göttingen. Der
vorliegende Folgeband über die Religion der Kelten erfüllt ebenso
alle Ansprüche für eine ähnliche akademische Ehrung. Auf
die Kapitel dieses Buches über das religiöse Weltbild, Mythologie
und Kultstätten, sakrale Herrschaftsformen und keltische Jenseitsvorstellungen
wird jeder, der sich mit den Kelten befasst, eingehen müssen.
Henri J. M. Nouwen, Auf der Suche nach dem Leben. Ausgewählte Texte mit einer Einführung von Robert A. Jonas. Aus dem Amerikanischen von Franz Johna, Verlag Herder, Freiburg i.Br. 2001, 206 S.
Das Buch hat zwei Teile, einen biographisch-anekdotischen und einen exemplarisch-paradigmatischen.
Im ersten Teil zeichnet Robert A. Jonas, ein vertrauter Freund Nouwens,
das Bild des von vielen Lesern geschätzten Autors. Er erzählt
Erlebnisse und Begegnungen, die Typisches von Nouwen aussagen: seine Spontaneität,
die immer wieder überraschte, seine im Grunde einfache und deshalb
auch ansprechende Spiritualität. Robert A. Jonas kennt Nouwen nicht
nur oberflächlich, er ist tiefer vertraut und kann auch frei und offen
von Schwächen und Einseitigkeiten berichten. Für den Leser wird
damit der bewunderte Autor vertrauter und verständlicher.
Der zweite Teil lässt Nouwen in religiösen Texten und Meditationen
selber sprechen. Wie die Sprache der Unterhaltung mit Freunden ist auch
die Sprache zu Gott einfach und schlicht der Phrase fern. Sie ist
echt und im wahrsten Sinne demütig. Eine Schule des schlichten Herzensgebetes!