25/2002 | |
INHALT | |
Bücher |
Willi Hoffsümmer, 70 Symbolpredigten für Familiengottesdienste durch das Kirchenjahr, Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 2002, 176 Seiten.
«Neben einer gewissen Kürze und Lebendigkeit des Gottesdienstes, neben der wichtigen Auswahl der Lieder ist meiner Erfahrung nach auch eine Anschaulichkeit in der Verkündigung notwendig.» Das ist ein Hinweis von Willi Hoffsümmer in seinem neuesten Buch. Der Priester mit Jahrgang 1941 wirkt seit vielen Jahren in einer Pfarrei im Grossraum Köln. Anschauliche Verkündigung des Wortes Gottes das ist ihm ein Herzensanliegen. In einigen Dutzend Büchern, die mittlerweile in über einer Million Exemplaren auf den Markt gekommen sind, hat er sich schon für diese Anschaulichkeit eingesetzt. Reichhaltig wie die frisch aufgefüllten Regale in einem Einkaufszentrum zeigen sich auch hier wieder die Anstösse für eine lebendige und überzeugende Verkündigung zu den Festzeiten und den Sonntagen im Jahreskreis sowie zu besonderen Gelegenheiten (Pfarreifest, Ferienlager, Chilbi, Einführung eines Pfarreimitarbeiters, Einschulung, Schulentlassung, Ferien, Erntedank, Muttertag, Beerdigung). Eher abstrakte Begriffe gewinnen in der Veranschaulichung Nähe (Weltreligionen, Gemeinschaft, Schöpfung). Auch dieses Buch des vielfach bewährten Verfassers zeichnet sich durch gute Brauchbarkeit aus.
Klaus Wittstadt, Julius Kardinal Döpfner. Anwalt Gottes und der Menschen, Don Bosco Verlag, München 2001, 344 Seiten.
Zum 25. Todestag (24. Juli 1976) hat der Kirchenhistoriker der Universität Würzburg Prof. Klaus Wittstadt diese umfangreiche Biographie zusammengetragen. Der Autor benutzte die Gelegenheit, viele noch lebende Informanten heranzuziehen, die Julius Döpfner auf seinem Lebensweg begleiteten. Er hat sich nicht gescheut, in einer immensen Kleinarbeit alle fassbaren Auskünfte zu sichten und in diese Lebensbeschreibung einzufügen. Sehr reichhaltig ist auch das Bildmaterial und die wörtlichen Zitate aus Reden und schriftlichen Verlautbarungen. Da der Autor die Mitteilungen seriös hinterfragt und in den jeweiligen Zusammenhang hineinstellt, wird das Buch zu einer wertvollen Darstellung deutscher Kirchengeschichte aus der Konzils- und Nachkonzilszeit.
András Máté-Toth, Pavel Mikluscak u.a., Kirche im Aufbruch, (Gott nach dem Kommunismus). Zur pastoralen Entwicklung in Ost(Mittel)europa eine qualitative Studie. Herausgegeben von Paul M. Zulehner, Miklos Tomka, Niko Tos, in Zusammenarbeit mit dem Pastoralen Forum Wien, Schwabenverlag, Ostfildern 2001, 381 S.
Die christlichen Kirchen in Ostmitteleuropa waren nach der kommunistischen
Machtergreifung der sowjetischen Religionsvernichtungspolitik ausgeliefert.
Der Wiener Pastoraltheologe Paul M. Zulehner hat ein gross angelegtes Forschungsprojekt
«Aufbruch» in die Wege geleitet, um die pastorale Situation
in den verschiedenen Oststaaten, die unter sich wieder andere Voraussetzungen
haben, zu erforschen. Es handelt sich um den Osten Deutschlands, Kroatien,
Litauen, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ukraine,
Ungarn. Geforscht wurde in allen Ländern nach bestimmten aufgelisteten
Kriterien. Das fördert die Objektivität und die Möglichkeit,
Vergleiche anzustellen. Die gesamte untersuchte Epoche ist in folgende Teile
eingeteilt: a. Epoche vor der kommunistischen Machtübernahme, b. die
Epoche der totalen Diktatur (auch ägyptische Gefangenschaft genannt),
c. die Epoche der weichen Diktatur (auch babylonische Gefangenschaft genannt),
d. die Epoche nach der politischen Wende.
Themen der Forschung waren: Pfarrseelsorge, Caritas, Religiöse Unterweisung,
Ökumene, Laien Frauen Jugend Orden, Leitung der Kirche
und kirchliche Kommunikation, materielle Grundlagen, Volksfrömmigkeit,
Kirche und Medien, Internationale Beziehungen, Kirchliche Erneuerungsbewegungen,
Sekten und neue religiöse Bewegungen, Religiöse und nationale
Identität, Widerstand und Konformismus, Kirche im Aufbruch. Für
jeden Oststaat gab es ein eigenes nationales Arbeitsteam. Der Fragenkatalog
wurde in Wien mit diesen Mitarbeitern erarbeitet. Das ermöglicht einen
Zustandsbefund, der die Unterschiede in den einzelnen Kirchen leichter erkennen
lässt. Das Gesamtwerk, hinter dem eine effiziente Organisation steht,
wird für die Kenntnis der konfessionellen Verhältnisse in Ostmitteleuropa
unentbehrlich. Als Kirchengeschichtsquelle wird es seinen Wert behalten.