23/2002

INHALT

Bücher

Predigtwerk

 

Gotteswort im Kirchenjahr 2002, Lesejahr A, Band 2: Fasten- und Osterzeit. Herausgegeben von Thomas Klosterkamp, Echter Verlag, Würzburg 2002, 291 Seiten. Mit Beiheft zur Liturgie, 36 Seiten.

Die seit 1939 von der Deutschen Ordensprovinz der Oblaten der Makellosen Jungfrau herausgegebene Predigtzeitschrift beweist schon durch die Auflageziffer (über 10000), dass sie sich bewährt wie seit eh und je. Das ist auch unter der neuen Schriftleitung von Thomas Klosterkamp, der den langjährigen Vorgänger Rainer Rack ablöst, nicht anders. Das Werk liegt jedes Jahr in drei Bänden vor. Dazu gibt es ein perforiertes Separatum für die Einleitungstexte und die Fürbitten. Jedes Heft bietet für Sonn- und Festtage drei Predigten, darunter immer eine Kinderpredigt, an.
Im reich dotierten Anhang erscheint eine Kurzpredigt zu jedem Sonn- und Festtag. Neu sind auch die vier ausgearbeiteten Gottesdienste (für Kleinkinder, Bussfeier zum Abschluss eines Busskurses, Erstkommunion, Ökumenischer Trauergottesdienst).
In der neuen Sparte «Aus Welt und Umwelt der Bibel» behandelt dieser Band das Thema «Speisevorschriften». Verschiedene Kasualpredigten bilden den Abschluss des thematisch so vielseitigen Bandes.

Leo Ettlin


Ordensleben

 

Anselm Grün und Christiane Sartorius, Dem Himmel zur Ehre ­ den Menschen zum Zeichen. Menschliches Reifen im Ordensleben, Neuausgabe, Verlag Herder, Freiburg i.Br. 2001, 160 Seiten.

Das Buch kommt einem von Ordensgemeinschaften oft geäusserten Wunsch nach Kursen über menschliches Reifen im Ordensleben entgegen. P. Anselm Grün war in «seinem Recollectiohaus» in der Benediktinerabtei Münsterschwarzach oft mit diesem Anliegen konfrontiert worden. Besonders Ordensfrauen zeigten an solchen Themen spezielles Interesse. Anselm Grün hat sich mit der Missionsdominikanerin Sr. Christiane Sartorius zusammengetan, um mit ihr diese oft vage geäusserten Wünsche zu konkretisieren.
Das Buch ist eine Gemeinschaftsarbeit. Die Autoren suchen zuerst die Vorstellung von «geistlicher Reife» zu umschreiben. Dann werden angefangen bei Sigmund Freud bis Karlfried Graf Dürckheim die Richtungen angewandter moderner Tiefenpsychologie vorgestellt.
Der zweite praktische Teil weist auf viele Probleme des Ordensalltags hin (heimliche Hintertüren, Aggressionen, Sexualität, Schwermut, Rigorismus). Zum Weg des menschlichen Reifens gehört es, Gottes Stimme zu vernehmen mittels Sprach- und Klangohr des Leibes. Ordensleute, die nur geistlichen Idealen folgen möchten, dürfen ihren Leib nicht überspringen, sonst rebelliert der Leib gegen diese hochfliegenden Himmelsträume. Gegen eine solche «Hans-guck-in-die-Luft-Mystik» beginnt der Leib zu streiken.

Leo Ettlin


© Schweizerische Kirchenzeitung - 2002