13-14/2002 | |
INHALT | |
Bücher |
Wunibald Müller, Auf der Suche nach der verlorenen Seele, Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 1999, 238 Seiten.
Wunibald Müller, Diplompsychologe und Doktor der Theologie, leitet
als verheirateter Laie das Rekollektiohaus der Abtei Münsterschwarzach.
Er behandelt in diesem Buch jenes Phänomen, das Thomas Merton seinerzeit
«Gespür für die Seele» nannte. Für den Autor
ist es dazu höchste Zeit, da wir uns immer mehr von unserer Seele wegbewegen.
Müller sucht die «verlorene Seele» an bestimmten Orten:
Musik, Poesie, Liebe und Sichverlieben, Spiritualität. Aber sie findet
sich auch in der Depression, der Trauer, der Krankheit und im Tod. Der Autor
will zeigen, dass wir noch so sehr nach Zerstreuung, Erfüllung materieller
Wünsche und ihrer Befriedigung suchen mögen, solange darin die
Seele fehlt, bleiben sie unbefriedigt. In diesem Zusammenhang erfahren verschiedene
Themen, die Leben und Alltag bestimmen und belasten können, Klärung
aus der therapeutischen Erfahrung des Autors: Depressionen, Eifersüchte,
Wut, Sexualität, Seele im ehelosen Leben, Seele und Tod.
Sehr aktuell und bemerkenswert sind in diesem Buch die Ausführungen
über den seelenlosen kalten Umgang mit den Toten (Gemeinschaftsgrab,
Bestattung in Stille unter Ausschluss der Öffentlichkeit).