10/2002 | |
INHALT | |
Bücher |
Alfred Läpple, Heiligenkalender. Tag für Tag. Mit den Heiligen durch das Jahr 2002, Ludwig Buchverlag in der Econ Ullstein List Verlag GmbH, München 2001.
Sie sprechen sofort an, weil sie sorgfältig ausgewählt und auf gutem Papier farbig gedruckt sind, die Bilder der Heiligen und Seligen dieses Abreisskalenders. Auf der Rückseite sind in übersichtlicher Präsentation geraffte Angaben zum Leben und Hinweise zur Ikonographie sowie zu den Patronaten zu finden. Sowohl vom Bild wie vom Text her bringt jedes Kalenderblatt eine freudige Überraschung. Leider sind einige Ungenauigkeiten stehen geblieben. Sie hätten eliminiert werden können, wenn das Manuskript Leuten in den einzelnen Ländern des deutschen Sprachgebietes zum Durchlesen gegeben worden wäre: Was am 1. September (Verena) über Solothurn steht, entspricht nicht der Wirklichkeit: «...in Solothurn am Zusammenfluss von Aare, Reuss und Limat(!)...». Auf der gleichen Seite ist aus Stäfa «Staffä» geworden. Zum 25. September ist anzumerken, dass «Klaus von Flüe» für Schweizer eher fremd tönt. Wir sagen entweder «Bruder Klaus» oder «Niklaus von Flüe». Am 2. Oktober wird Leodegar von Autun vorgestellt: Das dort erwähnte Gebweiler liegt nicht am «Vierwaldstättersee», sondern im Oberelsass.
Chrysostomus Ripplinger, «...und deine Auferstehung preisen wir». Andachten zur Fasten- und Osterzeit, Benno Verlag, Leipzig 2001, 102 Seiten.
Die Andachten zur Fasten- und Osterzeit, inklusive Pfingstnovene, des Benediktiners von Gerleve, Chrysostomus Ripplinger (1945), sind Vorbilder für Gemeinschaftsandachten und das persönliche Gebet, eine HIlfe zum Dialog mit Gott und zur Gestaltung von Gemeinschaftsgottesdiensten. Der Autor leitet im Bistum Münster (Westfalen) die Sparte Liturgie.
Der Verlag Herder, Freiburg i.Br., bietet für die Fastenzeit vier
bemerkenswerte Neuerscheinungen an. Zwei davon laden zu persönlichen
Meditationen ein, zwei bieten anregende Texte für Gottesdienste und
Gemeindefeiern.
Henri Nouwens Buch «Zeig mir den Weg» enthält Meditationen
für alle Tage vom Aschermittwoch bis Ostern.<1>
Der bekannte Gottsucher und geistliche Meister führt an die Fundamente
des Lebens. Die ganze Wirklichkeit menschlicher Grenzerfahrung findet hier
Ausdruck in einer Sprache, die aus dem Herzen kommt. Für Henri Nouwen
gehört wesentlich zur Übung der Fastenzeit «das Ablegen
der Werke der Finsternis» und «das Anziehen der Werke des Lichtes».
Dazu kommt aber noch die tägliche Übung des Gebetes. Beten heisst
für Nouwen: «der Stimme Jesu lauschen, der in der Tiefe des Herzens
wohnt».
Das kleine, gefällig gestaltete und für pastorelle Geschenke geeignete
Bändchen von Pierre Stutz, «Aufstehen mitten im Tag»<2> ist eine kleine bibliographische Kostbarkeit.
Das Bändchen hat drei Abschnitte: a) wesentlicher leben = Fastenzeit,
b) leidenschaftlicher leben = Karwoche, c) befreiter leben = Ostern. Pierre
Stutz versteht es meisterhaft, Glauben und Leben miteinander zu verbinden.
Beim Autor, der im offenen Kloster «Abbaye de Fontaine-André»
(Neuenburg) lebt, spürt man die Nähe zeitgenössischer französischer
Spiritualität (Madeleine Delbrêl). Das geschmackvoll illustrierte
Bändchen eignet sich auch vorzüglich als Geschenk.
Gottesdienste und geistliche Impulse für alle Werktage der Fastenzeit
bietet der Band von Albert Dexelmann, «Schenk uns neues Leben».<3> Der Pfarrer von Bad Camberg hat schon
einige liturgisch-pastorelle Bücher herausgegeben. In diesem Buch stellt
er mutig neue Texte für die Liturgie der Fastenzeit vor. Er will damit
den ideologisierenden Formelschwang überwinden und das Wesentliche
klarer herausheben. Der Praktikus gibt auch gute Tipps für die Messgestaltung
an den Werktagen.
Auch die bekannte Autorin Andrea Schwarz ist seelsorglich aktiv in der Mitbetreuung
von zwei Stadtpfarreien. Sie bietet praxisbewährt Fastengottesdienste
mit Predigten für verschiedene Zielgruppen, Anregungen für die
Feier der Versöhnung, neue Formen für dieses «ungeliebte
Sakrament».<4> Besonders sorgfältig
ausgearbeitet sind die Gottesdienste für Karfreitag und Osternacht.
Für die Osterzeit bis Pfingsten werden Predigten und andere Gestaltungsformen
angeboten. Ein ideenreiches Buch, das im soliden Rahmen bleibt!
1 Henri Nouwen, Zeig mir den Weg. Meditationen für alle Tage von Aschermittwoch bis Ostern. Herausgegeben von Franz Johna, Neuausgabe 2002, 141 Seiten.
2 Pierre Stutz, Auferstehen mitten im Tag. Österliche Meditationen, 30 Seiten.
3 Albert Dexelmann, Schenk uns neues Leben. Gottesdienste und geistliche Impulse für alle Werktage der Fastenzeit, 184 Seiten.
4 Andrea Schwarz und Angelo Stiponovich, Wenn der Tod zum Leben wird. Neue Ideen für Gottesdienste und Gemeindefeiern in der Fasten- und Osterzeit, 141 Seiten.