7/2002 | |
INHALT | |
Bücher |
Herbert Schlögel, Profi & Profil. Zum Ethos pastoraler Berufe, Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2000, 127 Seiten.
Wir haben auch in der Seelsorge eine Reihe neuer pastoraler Aufgaben
und Berufe. Zum Teil sind die verschiedenen Tätigkeitsbereiche auch
ungenügend geklärt. Das kann oft zu Reibungen, Frustrationen und
Überbelastungen Einzelner im Seelsorgeteam führen. Zur Entlastung
und Prophylaxe bietet der Autor er ist Dominikaner und Professor für
Moraltheologie an der Theologischen Fakultät der Universität Regensburg,
hilfreiche Überlegungen. Sein Buch bietet ethische und spirituelle
Leitlinien für eine gelingende Zusammenarbeit der seelsorglich Tätigen:
Pfarrer, Diakone, Pastoralassistenten und Gemeindereferenten. Für sie
formuliert der Autor wichtige Grundhaltungen wie: Profil zeigen, Frustrationstoleranz
aufbauen, Transparenz in den eigenen Handlungen schaffen, eine persönliche
und glaubwürdige Frömmigkeit leben, verlässlich sein usw.
Der Autor behandelt diese Fragen als Moraltheologe. Er geht die Themen behutsam
und zurückhaltend an. Es ist ein aktueller Beitrag zum Ethos der Mitarbeiter
in pastoralen Berufen.
Paul M. Zulehner/Anna Hennersperger, «Sie gehen und werden nicht matt.» Jes 40,31. Priester in heutiger Kultur. Ergebnisse der Studie PRIESTER 2000, Schwabenverlag, Ostfildern 2001, 164 Seiten.
Dieses bemerkenswerte Buch ist aufgrund einer Umfrage entstanden, die
die Arbeitsstelle für kirchliche Sozialforschung in Wien im Jahre 2000
bei in der Seelsorge aktiven Geistlichen im Jahre 2000 durchgeführt
hat. Das Überraschende und Nichtselbstverständliche der Umfrage
war: Die Priester stehen trotz vermehrter Arbeitsbelastung positiv zu ihrem
Beruf; ja sie bilden eine erstaunlich zufriedene Berufsgruppe. Die meisten
sagen aus, dass sie wieder diesen Beruf ergreifen würden.
Paul M. Zulehner hat zusammen mit seiner Mitarbeiterin Anna Hennersperger
die Ergebnisse dieser Umfrage kommentiert und gewürdigt. Dieser Kommentar
greift alle Aspekte des Seelsorgers in der Gegenwart auf und stellt sie
in einen grösseren Zusammenhang. Diese aktuelle und mit grosser Kompetenz
gearbeitete Studie vertieft die Priester- und Seelsorgerproblematik von
heute. Sie kann bestens empfohlen werden.
Gepriesen bist du, Herr. Gebete für Wortgottesdienste mit Kommunionspendung, (Konkrete Liturgie). Zusammengestellt und ein-geleitet von Guido Fuchs, Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2000, 99 Seiten.
Das Büchlein macht auf Probleme aufmerksam, die bei der öfteren
Kommunionspendung ausserhalb der eucharistischen Messliturgie meist übersehen
werden. Diese Kommunionspendung steht isoliert und beziehungslos da, als
«Anhängsel» zu einem Wortgottesdienst. Die theologischen
und liturgischen Defizite, die da offenbar werden, können das Verständnis
der Eucharistie als Mahlfeier und als Vergegenwärtigung der Hingabe
Christi am Kreuz auf die Dauer schwer beeinträchtigen.
Guido Fuchs macht für jene Gemeinden, die nicht auf die sonntägliche
Kommunionspendung verzichten möchten, den Vorschlag, die Kommunionfeier
auszugestalten, eventuell mit einer eucharistischen Prozession oder wenigstens
mit speziellen Liedern und Gebeten, die dazu in diesem Buch eigens formuliert
sind. Sie sind zusammen mit Lobpreisungen und Wechselgebeten liturgisch
schlechthin vorbildlich.