45/2002

INHALT

Bildung

Pastoralinstitut Chur

 

1. Pastorale Weiterbildung

Die Taufe ­ mehr als eine Zeremonie. Zur Praxis des Taufgesprächs, Wege für die Taufpastoral heute und morgen. Referent: Prof. Ernst Spichtig. Montag, 18. November 2002, 10.15­16.30 Uhr, Priesterseminar St. Luzi, Chur.

2. Theologischer Literaturtreff

Mitlesen ­ Mitreden: Aus der Flut theologischer Neuerscheinungen werden von einem Fachprofessor wichtige und interessante Bücher vorgestellt und mit den Teilnehmern/Teilnehmerinnen besprochen.
I. Der Monotheismus im Widerstrei: Jan Assmann, Moses der Ägypter. Entzifferung einer Gedächtnisspur, Frankfurt a.M. 2000. Referent: Prof. Dr. Michael Fieger. Mittwoch, 20. November 2002, 14.15­16.45 Uhr, im Centrum 66, Zürich.
II. Umstrittene Menschenrechte: Konrad Hilpert, Menschenrechte und Theologie. Forschungsbeiträge zur ethischen Dimension der Menschenrechte, Freiburg i.Ü. 2002. Referent: Prof. Dr. Albert-Peter Rethmann. Mittwoch, 4. Dezember 2002, 14.15­16.45 Uhr, im Centrum 66, Zürich.

3. Ein Tag zum Innehalten

Vom Umgang mit der Zeit. Einen Tag aussteigen aus Arbeit und Zeitdruck und sich die Frage stellen: Wie will ich leben und meine Zeit gestalten? Referent: Prof. Dr. Albert-Peter Rethmann. Montag, 2. Dezember 2002, 10.15­16.45 Uhr, Priesterseminar St. Luzi, Chur.

Anmeldungen bitte an: Pastoralinstitut der Theologischen Hochschule, Alte Schanfiggerstrasse 7­9, 7000 Chur, Tel. 0812522012, Fax 081 252 01 15, E-Mail pastoralinstitut@priesterseminar-thc.ch


Mission heute?

 

Vor 450 Jahren starb der grosse Jesuitenmissionar, der heilige Franz Xaver, auf der Insel Sanzian direkt vor dem chinesischen Festland. In Indien und auf den Molukken hatte er Zehntausende getauft und dann in Japan die Grundlage für die Missionsarbeit gelegt. Nach China brachten erst seine Nachfolger die Botschaft des Evangeliums.
Heute begegnet der Gedanke einer christlichen Mission erheblichen Vorbehalten. Franz Magnis-Suseno, Jesuit, Professor für Philosophie in Jakarta und diesjähriger Ehrendoktor der Theologischen Fakultät der Universität Luzern, bekräftigt demgegenüber: Mission ist weiterhin aktuell. Die Kirche wird überhaupt nur überleben, wenn sie auch im Westen wieder missionarisch wird. Aber, und das ist sein zweiter Punkt, Mission muss heute anders verstanden werden, als es selbst Franz Xaver noch verstand. Entscheidend für ein neues Missionsverständnis sind zwei grundsätzliche Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils: Erstens, dass auch Nichtgetaufte Gottes Heil erlangen können, wenn sie nach ihrem Gewissen leben. Zweitens, dass auch andere Religionen religiöse Werte besitzen.
Magnis-Suseno geht zunächst auf den heute kontrovers diskutierten so genannten Pluralismus der Religionen ein. Er zeigt, dass Festhalten an der Wahrheit der eigenen religiösen Überzeugung keineswegs Geringschätzung anderer Überzeugungen impliziert. Das Zweite Vaticanum hat der christlichen Mission ihren eigentlichen Sinn zurückgegeben. Mission ist dann allerdings nicht mehr auf Taufzahlen fokussiert. Vielmehr ist Mission Angebot zur Teilhabe an der unsagbaren Freude der sich von Gott befreit Wissenden. Missionieren heisst heute in Leben, Tat und Wort Zeugnis zu geben für die heilende Kraft des Glaubens an Jesus, ein Zeugnis, das seine Glaubwürdigkeit durch in interessenlose Solidarität mit den Armen, Leidenden, Ausgegrenzten und Unterdrückten gewinnt. Eine in diesem Sinne missionarische Kirche hat auch im säkularisierten Europa eine Zukunft.

Prof. Dr. Franz Magnis-Suseno SJ spricht am Sonntag, 10. November 2002, um 19.30 Uhr, in der Jesuitenkirche Luzern.


© Schweizerische Kirchenzeitung - 2002