35/2002 | |
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Berichte |
Über Konzil und Synode 72 beides sehr kommunikative Prozesse
ist der diesjährige Preisträger des Katholischen Medienpreises
Josef Osterwalder als Pfarrer der ökumenischen Gemeinde Halden-St.
Gallen in den Journalismus eingestiegen und 1982 zu seinem zweiten Beruf
gekommen. Dass sein 20-Jahr-Arbeitsjubiläum bei der Tageszeitung «St.
Galler Tagblatt» gleich von zwei Preisen begleitet wird, ist Zufall,
aber auch verdiente Anerkennung. Den Ostschweizer Medienpreis erhielt der
Leiter der Stadtredaktion für den besten Tagestext. Mit dem Preis der
Medienkommission der Schweizer Bischofskonferenz wurde sein langjähriges
Schaffen in einem führenden kirchenunabhängigen Presseorgan der
Ostschweiz gewürdigt.
Ein Stadtredaktor soll auch in der Stadt, in der er arbeitet und wohnt,
in der er aufgewachsen ist, die er kennt wie seinen Hosensack, geehrt werden.
Darum fand die Verleihung des Katholischen Medienpreises am 28. Juni in
St. Gallen statt. Darum überreichte für einmal nicht der Medienbischof
Peter Henrici, sondern der St. Galler Bischof Ivo Fürer einem sichtlich
gerührten Preisträger die Ehrenurkunde. Ein Bischof, der sich
ebenfalls über die Ehrung freute und der für die sensible Begleitung
durch Josef Osterwalder in der Zeitung dankte.
«Ob Du über eine Erstkommunion berichtest, über eine Vortragsreihe
an unserer Universität oder über den von manchen ersehnten Ruhestand
des leidenden Pontifex immer sind Deine Sorge und Deine Zuneigung
zur Kirche spürbar, auch wenn ihre dogmatische Katholizität Dir
manchmal stirnrunzelnd zu denken und zu schreiben gibt.» Spürbar
sei die Zuneigung an der Loyalität, mit der Josef Osterwalder die Kirche
begleite und in die Zeilen bringe, sagte denn auch der Religionslehrer Gregor
Müller in der Laudatio. Feinfühligkeit sei ein Merkmal, das die
Artikel von J. O. auszeichneten und das Kürzel zu einem Gütesiegel
gemacht hätten. «Er ist ein Geschenk für die Stadt, für
die Region, für die Kirche des Bistums und über die diözesane
Kirchengrenze hinaus.»
Angesichts der grossen Zahl guter Nominationen hatte die Jury die Qual der
Wahl. Das Ergebnis sei jedoch nach eingehender Abklärung einmütig
und überzeugt ausgefallen, berichtete Jurypräsident Georg Rimann,
Chefredaktor am Zürcher «forum». Der Preisträger erfülle
in hohem Mass die Voraussetzung des Medienpreises, der Initiativen ins Bewusstsein
rücken wolle, «die einen Beitrag im Sinne der Hoffnung des Evangeliums
zur öffentlichen Meinung leisten». Der Katholische Medienpreis
ist aussenorientiert und will nicht zum Insiderpreis verkommen. Rimann verwies
auf den Medienpastoralplan der SBK, der in guter Gesellschaft mit päpstlichen
Verlautbarungen dafür plädiert, dialogisch und transparent teilzunehmen
am Konzert der Information und Meinungsbildung in allen Medien. Wer das
wie der Preisträger kontinuierlich während zwei Jahrzehnten durchgehalten
habe, trage nachhaltig zur Glaubwürdigkeit der christlichen Botschaft
bei. Der Jury-Präsident bedauerte, dass die notorischen Kritiker des
Medienpreises aus den Reihen von «Pro Ecclesia» nicht wissen
wollen, wie ernst es vielen Vertretern der obersten Kirchenleitung mit dem
redlichen Dialog mit der Welt ist. Gerade sie seien dankbar für Übersetzer
und Dolmetscher wie Josef Osterwalder.
Von einem Röschtigraben war an der Preisverleihung nichts zu spüren,
war doch P. Albert Longchamp SJ als Präsident der Medienkommission
extra von Genf nach St. Gallen gereist, um dem Preisträger für
sein Wirken als überzeugender Übersetzer und Vermittler zu danken.
Er wiederholte auch den Dank von Bischof Ivo an alle Medienschaffende im
Bistum St. Gallen, wo die Kirche in den Medien noch immer gut präsent
ist.
In seiner Dankadresse versicherte Josef Osterwalder, im Sinne von «Communio
et progressio» (für ihn die Medienethik der Kirche) weiterhin
seinen Beitrag zur Gemeinschaft und zum Fortschritt der Gesellschaft leisten
zu wollen.