23/2002 | |
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Berichte |
Eine Präsentation von zwei kirchengeschichtlichen Forschungsprojekten
durch die Doktoranden Beat Müller (Flüchtlingspolitik der Evangelischen
Kirche des Kantons Thurgau von 1939 bis 1945) und Gérard Guisolan
(Gemischte Ehen in der Romandie 1840 bis 1980) eröffnete die unter
dem Vorsitz von Prof. Mariano Delgado (Freiburg) durchgeführte Jahresversammlung
der Vereinigung für Schweizerische Kirchengeschichte in Solothurn.
Lokalgeschichtliches Kolorit brachte das anschliessende Podiumsgespräch
unter der Leitung von Rolf Weibel (Redaktionsleiter SKZ) mit Teilnehmern
solothurnischer Herkunft zum Ausdruck: Urs Altermatt (Professor für
Zeitgeschichte an der Universität Freiburg), Urs von Arx (christkatholischer
Theologe an der Universität Bern) und Ulrich Knellwolf (reformierter
Pfarrer und Schriftsteller in Zürich). Sie diskutierten über religiöse
Zeitgeschichte aus Solothurner Sicht, brachten die grosse Spannbreite innerhalb
dieser Gesellschaft zum Vorschein und erzählten, wie sie persönlich
Religion und jeweilige Kirche im Verlaufe des letzten halben Jahrhunderts
erlebt haben. Als Desideratum wurde der Einbau des vielfach brachliegenden
christkatholischen Aktenbestandes in die Katholizismusforschung angeregt.
An der anschliessenden Jahresversammlung gab der Präsident Kenntnis
vom überraschenden Tod des Vereinsaktuars Werner Vogler, Stiftsarchivar
in St. Gallen, der am 30. März 2002 in Frankreich verstarb. Die Versammlung
gedachte des Verstorbenen in stillem Gebet. Die Ersatzwahl ist an der Jahresversammlung
2003 vorgesehen. Redaktor Urs Altermatt orientierte über die Bände
der ZSKG 2002 (Referate der Tagung über den Katholizismus des 20. Jahrhunderts
vom 15./16. März 2002 in Freiburg) und 2003 (Variaband).
Breiten Raum nahm der Vorstoss des Vorstandes ein, eine Namensänderung
der ZSKG vorzunehmen. Jüngere Teilnehmer begrüssten diese Idee,
während ältere Mitglieder Bedenken anmeldeten und einen Identitätsverlust
der bald hundertjährigen Zeitschrift befürchteten. Der Vorstand
erhielt den Auftrag, während des kommenden Jahres die Angelegenheit
nochmals zu überprüfen und auf die nächste Jahresversammlung
vom 3. Mai 2002 in Freiburg einen ausgereiften und allseits befriedigenden
Vorschlag zu unterbreiten. Erfreulicherweise haben 18 viel versprechende
junge Mitglieder ihren Beitritt zur Vereinigung erklärt, denen drei
vorwiegend altersbedingte Austritte gegenüberstehen.
Eine kleine Gruppe Unentwegter besichtigte anschliessend noch den Domschatz
von St. Ursen.
Die Vereinigung für Schweizerische Kirchengeschichte betreibt die
Erforschung der kirchlichen Geschichte in der Schweiz und schafft Gelegenheit
zur Veröffentlichung von Ergebnissen. Jährlich führt sie
eine Versammlung durch.
Die Mitgliedschaft steht allen Personen und wissenschaftlichen Institutionen
offen; der Beitrag beträgt Fr. 50. pro Jahr, für Studierende
Fr. 30.. Darin eingeschlossen ist das Abonnement für die jährlich
in einer Nummer erscheinende Zeitschrift für Schweizerische Kirchengeschichte
(ZSKG).
Anmeldungen nimmt der Präsident jederzeit entgegen: Prof. Dr. Dr. Mariano
Delgado, Universität Freiburg, Miséricorde, 1700 Freiburg, Telefon
026 300 74 03, Telefax 026 300 96 62, mariano.delgado@unifr.ch