50/2002 | |
INHALT | |
Amtlicher Teil |
Vom 2. bis 4. Dezember hat in Morges/VD (Kongresszentrum La Longeraie) die 258. Ordentliche Versammlung der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) getagt. Folgende Hauptthemen wurden dabei behandelt:
Die SBK hat ihre Richtlinien für die Diözesen zum Thema «Sexuelle
Übergriffe in der Seelsorge» verabschiedet. Dieses sehr umfangreiche
Dokument behandelt ebenso die Prävention wie die in den Diözesen
zu ergreifenden Massnahmen im Fall von sexuellen Übergriffen durch
eine in der Seelsorge tätige Person. Ebenso findet sich darin eine
Beschreibung der Aufgaben des von der SBK eingesetzten Fachgremiums (task-force),
das den Auftrag hat, die SBK im Bereich sexueller Übergriffe zu beraten.
Das Dokument wird unter anderem ergänzt durch die Mitgliederliste dieses
Fachgremiums und den verschiedenen kirchlichen und zivilen Beratungsstellen.
Den Bischöfen lag daran, dass dieses Dokument sich nicht allein mit
dem Problem der Pädophilie befasst, zumal dieses nicht die einzige
Form von sexuellen Übergriffen bildet, denen man begegnen kann. Wie
sie im Vorwort schreiben, betonen sie ihren Wunsch, dass das gelebte Zeugnis
der Priester und der kirchlichen Mitarbeiter glaubwürdig sein soll,
dass sie ihren Dienst kompetent ausüben sollen und dass die Beziehungen
mit den Gläubigen verantwortungsbewusst vorgelebt werden.
Der erste Teil des Dokumentes behandelt die Frage der Verantwortung. Nach
einer klaren Definition der Begriffe «sexuelle Übergriffe»,
«Ausnützung eines Gefälles» (von Beziehungen) sowie
«ÐZustimmungð des Opfers» wird die ganze Dynamik der
Beziehungen zwischen den betroffenen Personen analysiert. Die Bischöfe
lehnen die Bagatellisierung einer Grenzüberschreitung ab und umschreiben
die besondere Verantwortung, welche Priester und kirchliche Mitarbeiter
gegenüber den ihnen anvertrauten Menschen übernehmen müssen.
Überaus deutlich schreiben sie: «Selbst wenn einmal das Ansinnen
für eine sexuelle Beziehung von der anderen Person ausgehen sollte,
ist dies keine Legitimation für das Eingehen eines solchen Kontakts.»
Weiter wird gesagt, dass die Verantwortung dann «besonders gross»
ist, wenn es sich um Kinder, Jugendliche, Behinderte oder andere abhängige
Personen handelt.
Kapitel zwei und drei behandeln die Vorbeugung von solchen Übergriffen.
Die SBK prangert eine gewisse Art von männlichem oft unbewusstem
Auftreten an, das Frauen sowie Kinder und Jugendliche als «weniger
respektwürdig» betrachtet. Dies kann eine gefährliche Voraussetzung
für verschiedene Formen von Ausbeutung und Missbrauch sein. Im Hinblick
auf die Priester und Ordensleute ist der Entschluss zu einem zölibatären
Leben eine besondere Herausforderung für die Integration der Sexualität.
Es ist also empfehlenswert, diesbezüglich besonders aufmerksam zu sein
und das Verheimlichen oder Verschweigen des Gefühlslebens zu vermeiden.
Für jede Person aber wie auch immer ihre Lebensform aussieht
ist die Sexualität ein Prozess, den es zu integrieren gilt, sowohl
in den Zeiten des Gelingens wie auch jenen des Versagens. Die Bischöfe
betonen die Bedeutung des persönlichen Gleichgewichts, des Gleichgewichts
zwischen Arbeit und Erholung, einer guten sozialen Einbettung, der Pflege
religiöser und humaner Werte sowie des geistlichen Lebens. Ohne diese
Werte erhöht sich das Risiko eines Ausrutschers.
Konkret empfiehlt die SBK eine gründliche Zulassungsprüfung der
Kandidaten zum kirchlichen Dienst, unter besonderer Berücksichtigung
der Affektivität. Im Zweifelsfall muss ein Fachmann beigezogen werden.
Zudem muss das Thema der Sexualität unbedingt ein Teil der Ausbildung
sein. Dazu gehören: Selbstwahrnehmung, Rollenmacht und Grenzüberschreitungen,
Erkennen kritischer Situationen, Auseinandersetzung mit den Folgen eines
sexuellen Übergriffs usw. Die Frage der Integration der Sexualität
muss noch vor den Weihen oder der Aufnahme in den kirchlichen Dienst thematisiert
werden. Dies war bisher schon der Fall, doch ist eine vertieftere Auseinandersetzung
notwendig. Schliesslich ist der regelmässige Besuch von Weiterbildungen,
die geistliche Begleitung sowie bei persönlichen Krisen die Begleitung
durch einen ausgewiesenen Spezialisten unerlässlich.
Der vierte Teil beschreibt die Aufgaben des Fachgremiums «Sexuelle
Übergriffe in der Pastoral», das während dieser Versammlung
durch die SBK eingesetzt worden ist und sich gegenwärtig aus elf Mitgliedern
(Vertretern der Kirche und anderen Experten) zusammensetzt. Diese «task-force»
ist beauftragt, die SBK zu beraten, und wird je nach Bedarf von Bischöfen
und Institutionen beigezogen werden können, um die Entwicklung dieser
Problematik unter psychologischen, juristischen, kirchlichen und weiteren
Aspekten weiterzuverfolgen und auf zu ergreifende Massnahmen hinzuweisen.
Sie kann auch für die Aus- und Weiterbildung von Priestern und kirchlichen
Mitarbeitern aktiv werden.
Das fünfte Kapitel spricht das Vorgehen in den Diözesen an. Es
geht um die Schritte, die bei der Aufdeckung eines Falles von sexuellem
Übergriff einzuschlagen sind. Auf der einen Seite muss das kirchliche
Verfahren in erster Linie jeden Rückfall verhindern. Die Bischöfe
müssen weiter darüber wachen, dass die Opfer als solche anerkannt
werden und dass ihnen, je nach Umstand, in seelsorgerlicher, ärztlicher,
psychotherapeutischer oder auch finanzieller Form geholfen wird. In jeder
Diözese müssen eine oder mehrere Ansprechpersonen die Betroffenen
an ausgewiesene Beratungsstellen verweisen können. Das Bestehen solcher
Stellen wird der Öffentlichkeit bekannt gegeben. Ausserdem werden die
Bischöfe die Zusammenarbeit und den Fluss nützlicher Informationen
(Kapitel 6) gewährleisten. Die Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen
zivilen Untersuchungsbehörden, Gerichten ist ebenso ausdrücklich
gefordert.
Schliesslich geben verschiedene Anhänge Auskunft über die verwendeten
Begriffe sowie die Angaben über die Mitglieder des Fachgremiums, über
die Ansprechpersonen und Kontaktadressen in den Diözesen und den regionalen
kirchlichen und zivilen Beratungsstellen. Es folgen ein Auszug aus dem Schweizerischen
Zivilgesetzbuch und eine umfangreiche Literaturauswahl.
Diese Richtlinien treten am 5. Dezember 2002 in Kraft. (http://www.kath.ch/sbk-ces-cvs/pdf/Doc_abus_sexuels_d.pdf)
Die Bischöfe haben erneut ihrer Sorge gegenüber der aktuellen politischen Situation in der Schweiz Ausdruck gegeben nach der äusserst knappen Ablehnung der Initiative «gegen Missbräuche im Asylrecht». Sie wünschen, dass bei allen künftigen Entscheiden die Schweizer in rechter Weise für eine grossherzige Aufnahme der Ausländer offen sind. Das Vorbeugen von Missbräuchen kann eine solche Offenheit nur begünstigen. Es erscheint den Bischöfen in diesem Zusammenhang als normal, dass alle Katholiken, Schweizer und Ausländer, das Stimmrecht in kirchlichen Belangen erhalten.
Die Bischöfe haben Dr. Christian Kissling, einen der beiden Sekretäre
der nationalen Kommission «Justitia et Pax», empfangen. Nach
mehr als zehn Jahren wird er die Stelle dieser sehr wichtigen Kommission
der SBK auf Ende Januar verlassen. Die Bischöfe haben ihrem geschätzten
Mitarbeiter für seine vielseitigen Kompetenzen besonders im Rahmen
der Sozialethik herzlich gedankt und wünschen ihm das Beste für
seine weiteren Tätigkeiten.
Seit 1992 wirkte Herr Kissling mit bei der Ausarbeitung einer grossen Anzahl
von Dokumenten der SBK, wie Stellungnahmen, und Ähnlichem. Zudem hat
er infolge des Rücktritts des französischsprachigen Sekretärs
bis zur Ankunft von Frau Anne Durrer im Oktober die Übergangszeit alleine
gemeistert. Als Gast begrüssten die Bischöfe auch Frau Durrer
ganz herzlich.
Die SBK hat darüber hinaus das Jahresprogramm der nationalen Kommission
«Justitia et Pax» genehmigt, welches die Schwerpunkte der Arbeit
für das kommende Jahr festlegt. Die Kommission wird sich besonders
um die Themen Gesundheitspolitik, Familie sowie Fragen zur Ausländer-
und Flüchtlingspolitik kümmern.
Die SBK hat ihre Zustimmung zu den Leistungsvereinbarungen gegeben, welche die Subventionen für verschiedene Institutionen der katholischen Medienwelt regeln. Diese Institutionen erhalten finanzielle Unterstützung von der Römisch-katholischen Zentralkonferenz (RKZ) und dem Fastenopfer. Diese Leistungsvereinbarungen sichern die Subventionen bis ins Jahr 2005. Folgende Institutionen sind daran beteiligt: Katholische Internationale Presseagentur (KIPA), Freiburg; Katholische Bildagentur CIRIC, Lausanne; Centre Catholique de Radio et Télévision (CCRT), Lausanne; Centro Cattolico per la Radio e la Televisione (CCRTV), Lugano; Katholischer Mediendienst (KM), Zürich; Cinedia, Freiburg; Catholink, Lausanne; Radio kath.ch, Zürich.
Die SBK reagiert freudig auf die Entscheidung von Papst Johannes Paul
II., ein «Rosenkranzjahr» zu begehen, um die Glaubensgeheimnisse
zu vertiefen. Sie empfiehlt diese Form des Gebetes allen Katholiken. Besondere
Wertschätzung bringen die Bischöfe der Einführung der fünf
lichtreichen Geheimnisse entgegen. Sie machen es möglich, über
die Jahre des öffentlichen Lebens Christi zu meditieren, in denen er
die frohe Botschaft des kommenden Gottesreiches ankündigt.
Folgende fünf Geheimnisse sind die zentralen Momente aus diesem Abschnitt
von Jesu Leben. In der deutschsprachigen Tradition des Rosenkranzgbetes
werden diese in so genannte «Gesätze» gefasst. Die von
den deutschsprachigen Bischofskonferenzen und Diözesen offiziell approbierte
Form lautet folgendermassen:
Am 4. und 5. Januar 2003 wird traditionsgemäss in den katholischen
Kirchen der ganzen Schweiz das so genannte Epifanieopfer aufgenommen. Dieses
Opfer ist für das Bauvorhaben von drei Pfarreien bestimmt, die aus
eigener Kraft nicht in der Lage wären, ihre Bau- bzw. Renovationsprojekte
zu verwirklichen oder die unter der Last von grossen Schulden leiden.
Das Epifanieopfer 2003 ist für die folgenden drei Pfarreien vorgesehen:
Rona (GR), Cerentino (TI) und La Plaine (GE). Die Bischöfe danken allen
Spendern sehr herzlich und empfehlen gleichzeitig die Epifaniekollekte 2003
dem Wohlwollen aller Katholiken in der Schweiz. (http://www.kath.ch/sbk-ces-cvs/pdf/Don_epiphanie_03_d.pdf).
Die Bischöfe haben P. Prof. Dr. Michael Sherwin OP, Freiburg, zum
neuen Mitglied der Theologischen Kommission der SBK ernannt. Geboren am
4. Juni 1963 in San Francisco (USA), geniesst Pater Sherwin internationalen
Ruf. Er ist Professor der Moraltheologie an der Universität Freiburg.
In die Katechetische Kommission der SBK wurden zwei neue Mitglieder gewählt:
Es handelt sich um Frau Barbara von Mérey-Zeller und um Herrn Pfr.
Hans Zünd. Frau von Mérey-Zeller, Courtelary, ist verheiratet
und Mutter eines Kindes und hat im Institut Romand de Formation aux Ministères
(IFM) in Freiburg studiert. Hier erhielt sie ihr Diplom und die Befähigung
zur Aufgabe der vollamtlichen Katechetin. Pfarrer Hans Zünd ist Bischofsvikar
und Verantwortlicher des Pastoralamtes der Diözese Basel.
In die Medienkommission der wurde Herr Charles Martig, Zürich, als
neues Mitglied gewählt. 37 Jahre alt, besitzt Herr Martig, Kinospezialist,
das Lizentiat in Theologie und das Diplom des Institutes für Journalistik
Freiburg. Herr Martig ist seit langem Mitglied des katholischen Mediendienstes
in Zürich, dessen Leitung er dieses Jahr übernommen hat.
Zu neuen katholischen Mitgliedern der Jüdisch/Römisch-katholischen
Gesprächskommission (JRGK) wurden P. Prof. Dr. Benedict Viviano OP,
Freiburg, und P. Dr. Christian Rutishauser SJ, Bad-Schönbrunn, ernannt.
Geboren am 22. Januar 1940 in St. Louis (USA), ist Pater Viviano Professor
für biblische Theologie und Exegese an der Universität Freiburg.
Pater Rutishauser ist am 3. Dezember 1965 in Niederuzwil (SG) geboren; er
ist Mitverantwortlicher des Bildungszentrums Bad-Schönbrunn (ZG).
Die SBK hat den freundschaftlichen Besuch des Apostolischen Nuntius der
Schweiz, Mgr. Pier Giacomo De Nicolò, erhalten und seine Botschaft
entgegengenommen. Der Nuntius wurde von seinem Ersten Sekretär, Mgr.
Paul Russell, begleitet.
Die Bischöfe empfingen Prof. Dr. Adrian Schenker OP, Dekan der Theologischen
Fakultät der Universität Freiburg.
Die SBK ermutigt den gemeinsamen Austausch von Ideen und Erfahrungen in
der Tourismusseelsorge im Hinblick auf die weitere Verwirklichung der Vorschläge,
die von der Kommission «migratio» der SBK ausgegangen sind.
Die Abteien von Einsiedeln (für die Deutschschweiz) und von St-Maurice
(für die Westschweiz) sind beauftragt, die Bemühungen im Hinblick
auf die Entwicklung der Koordination in dieser Sache zu leiten.
Die SBK hat Mgr. Dr. Kurt Koch, Bischof von Basel, zu seiner Ernennung als
Mitglied des Päpstlichen Rates für die Förderung der Einheit
der Christen gratuliert. Die gleichen Glückwünsche gehen an Dr.
Barbara Hallensleben, Professsorin an der Theologischen Fakultät Freiburg,
an Dr. Eva-Maria Faber, Professorin an der Theologischen Hochschule Chur,
sowie an P. Dr. Gospert Byamungu, Professor am Ökumenischen Zentrum
von Bossey. Alle drei sind als Konsultoren dieses Gremiums ernannt worden.
Am 4. und 5. Januar 2003 wird traditionsgemäss in den katholischen
Kirchen der ganzen Schweiz das so genannte Epifanieopfer aufgenommen. Dieses
Opfer ist für Bauvorhaben von drei Pfarreien bestimmt, die aus eigener
Kraft nicht in der Lage wären, ihre Bau- bzw. Renovationsprojekte zu
verwirklichen oder die unter der Last von grossen Schulden leiden.
Das Epifanieopfer 2003 ist für die folgenden drei Pfarreien vorgesehen:
In dieser kleinen Kirchgemeinde steht die barocke Kirche «St. Antonius Abt und St. Leonhard» aus dem Jahre 1663. Zum letzten Mal wurde sie 1932 renoviert. Das Warmluftheizsystem hat zu einer enormen Verschmutzung aller Oberflächen geführt. Feuchtigkeitsprobleme, Restaurierung und Renovation verursachen trotz Beiträgen von Bund und Kanton so hohe Kosten, dass die 70 Kirchenmitglieder sie unmöglich alleine tragen können.
An der Strasse nach Bosco Gurin steht die Kirche «Maria der Gnade» von Cerentino, ein Gebäude von historischer Bedeutung. Von den 625 Personen, die früher in Cerentino auf 761 bis 1140 m ü. M. lebten, wohnen nur noch 65 Personen, die regelmässig die Eucharistiefeier mitfeiern können. Die Grundmauern der Kirche wurden bereits gesichert, und die Feuchtigkeit ist gebannt. Die Innenrenovation steht nun an. Wegen hoher Hypothekarschuld ist die Kirchgemeinde Cerentino besonders dankbar für das Geschenk dieser Epifaniekollekte.
An der französischen Grenze, auf dem Land gelegen, steht die Kirche «St. Peter und St. Laurent» von La Plaine, deren Dach einstürzen könnte. Den 400 katholischen Hausständen ist dies eine grosse Sorge. Der dortige Pfarrer sagte kürzlich im Religionsunterricht: «Die Kirche ist ein Haus Gottes...». Ein kleines Mädchen antwortete «...dann müssen wir diese pflegen, wie Maria damals Jesus gepflegt hat.» Die dringende Aussenrestauration kostet die Kirchgemeinde rund 500000 Franken. Die dortige Landbevölkerung dankt allen für jede Unterstützung.
Jede dieser drei Pfarreien erhält einen Drittel der gesamten Epifaniekollekte,
je die Hälfte à fonds perdu und als zinsloses Darlehen für
die Dauer von 10 Jahren. Diese Darlehen werden nach ihrer Rückzahlung
anderen Pfarreien zu gleichen Bedingungen für Bauvorhaben zur Verfügung
gestellt, sodass die Opfergelder in mehrfacher Weise wirksam werden können.
Das Opfer 2002 ergab den Betrag von rund 570000 Franken. Wir danken allen
Spendern sehr herzlich und empfehlen gleichzeitig das Epifaniekollekte 2003
dem solidarischen Wohlwollen aller Katholiken in der Schweiz.
Wenig bekannt ist sie, doch es gibt sie auch im Bistum Basel: die Jungfrauenweihe,
die vom 2. Vatikanischen Konzil wieder entdeckt wurde. Sie wird von Frauen
gelebt, die ihr Leben Gott geweiht haben. Der Sinn ihrer Jungfrauenweihe
ist die Ausrichtung ihres Lebens auf Christus hin, in dem sie auch allen
Mitmenschen geschwisterlich verbunden sind. Diese Frauen leben unerkannt
in der Welt, oft in sozialen Berufen. Ihre Liebe zu Christus leben sie in
der frohen Gottverbundenheit des Gebetes und des Daseins für die Mitmenschen.
Im Bistum Basel haben bereits über ein Dutzend Frauen diese Jungfrauenweihe
abgelegt. Acht von ihnen trafen sich am 1. Adventssonntag in Solothurn mit
Weihbischof Martin Gächter und Bischof Kurt Koch. Sie beschlossen,
ein kleines Flugblatt auszuarbeiten. Damit möchten sie auf ihren Lebensweg
aufmerksam machen, für den es in unserer Zeit nicht gerade grosses
Verständnis gibt. Doch sie sind keineswegs scheue «Jumpfere»,
sondern aus ihrer Verbundenheit mit Gott glückliche und beglückende
Frauen mitten in unserer Welt.
Auf Vorschlag der Dekanate ernannte Diözesanbischof Dr. Kurt Koch für die laufende Amtsperiode im
Die Ernennungen gelten ab dem 1. Januar 2003. Die Amtszeit dauert bis 31. Dezember 2003.
Der Bischof von Basel, Msgr. Dr. Kurt Koch, ernannte als Nachfolger des
emeritierten Domherrn Alois Stammler auf den 1. Adventssonntag 2002 Herrn
Pfarrer Josef Brühwiler, Pfarrer der Römisch-Katholischen Stadtpfarrei
St. Marien, Langenthal, zum neuen nicht residierenden Domherrn des Standes
Bern.
Das Domkapitel des Bistums Basel entbietet dem neuen Mitglied einen herzlichen
Willkomm und freut sich auf eine gute Zusammenarbeit.
Mit einer Dankesfeier nahm der Jura pastoral am 1. Dezember 2002 Abschied
von der Frauengemeinschaft «Surs du Cénacle» im jurassischen
Les Genevez.
Das «Maison du Cénacle» in Les Genevez schliesst seine
Türen definitiv am 2. Januar 2003. Den Entscheid, dieses Zentrum zu
schliessen, fällte das Mutterhaus im April 2002. Am 1. Dezember luden
die Schwestern die Bevölkerung des Dorfes, der Region und alle Freunde
und Bekannten zur Abschiedsfeier nach Les Genevez ein.
Eine grosse Schar Frauen und Männer folgte der Einladung und füllte
die Mehrzweckhalle der Gemeinde Les Genevez zu dieser letzten Begegnungsmöglichkeit
mit den Schwestern.
Ein Brot, im Holzbackofen des Dorfes gebacken, symbolisierte die gewachsene
Verbindung der Schwestern mit der Dorfgemeinschaft. Seit 1994 wirkten sie
im Haus zu den drei Tannen «Trois Sapins». Weitere Gaben wurden
überbracht als Zeichen der Dankbarkeit für die pastoralen Aktivitäten
der Gemeinschaft, begonnen mit einem «Tischset» für die
Gastfreundschaft der Schwestern. Die Missionstätigkeit der Schwestern
erstreckte sich von der Glaubensverkündigung, Glaubensvertiefung, das
Betenlernen über die spirituelle Begleitung von Einzelnen und Gruppen
bis zu Einkehrwochenenden und Berufungswochen. Zudem bot das Haus im Jura
Möglichkeiten für Wander- und Familienferien, für Wochenenden
von Jugend- und Firmgruppen. Ihr ökumenisches Zusammenwirken und ihr
aktives Engagement in der Kirche des Jura pastoral rundeten die Aktivitäten
der Schwestern ab.
Um der Trauer über den Abschied Ausdruck geben zu können, wurden
die Anwesenden eingeladen, in einer Lichterprozession Kerzen zum Kreuz hinzutragen
und das Kreuz zu verehren. Ein Zeichen, wie die der Hoffnung im Glauben
verpflichteten Schwestern es verstehen, ihre Trauer in die Osterfreude und
in das Licht des Auferstandenen hinüberzuführen.
Für den Jura pastoral bedeutet die Schliessung dieses spirituellen
Zentrums einen schmerzlichen Verlust.
Die vier noch verbliebenen Schwestern werden im Januar 2003 in verschiedene
Richtungen gehen, drei nach Frankreich, eine nach Rom.
Das Mutterhaus der «Surs du Cénacle», gegründet
1828 durch die heilige Schwester Thérèse Couderc, befindet
sich in La Louvesc in Südfrankreich. Von hier aus breitete sich die
Gemeinschaft aus nach dem übrigen Europa, den USA, Australien, den
Philippinen, Kanada, bis nach Togo und Madagaskar.
Auf dem Gebiet des Bistums Basel stehen drei Frauen und ein Mann als Ansprechpersonen zur Verfügung für
Die Ansprechpersonen nehmen im Auftrag des Bistums die Begleitung der Betroffenen wahr mit dem Ziel, sie im Blick auf eine Klärung des Vorgehens zu stützen. Sie verschaffen ihnen zum Beispiel Zugang zu therapeutischer oder juristischer Hilfe. Im Einverständnis mit den Betroffenen informieren sie die Verantwortlichen des Personalamts.
Die Ansprechpersonen sind:
Marie-Theres Beeler, Theologin, Supervisorin Büchelistrasse 6, 4410 Liestal Telefon 0619215227 E-Mail mth.beeler@bluewin.ch Walter Franzetti, Psychotherapeut, Psychoanalytiker SGST Ökumenische Eheberatungsstelle Lenzburg-Freiamt-Seetal, Postfach 1062, 5610 Wohlen Telefon 0566229266 E-Mail w.franzetti@pop.agri.ch Lucia Hauser, Theologin, Supervisorin Kantonsspital Basel, Seelsorge, Petersgraben, 4056 Basel Telefon G 0612657499, P 0613219726 E-Mail hauser.lucia@bluewin.ch Maria Weibel, Paar- und Familientherapeutin Regionale Eheberatung, Augustin-Keller-Strasse 3, 5000 Aarau Telefon 0628224343 E-Mail eb.aarau@bluewin.chKontaktpersonen im Diözesanen Personalamt:
Alois Reinhard, Luisa Heislbetz Bischöfliches Ordinariat, Baselstrasse 58, 4500 Solothurn Telefon 0326255822 E-Mail personalamt@bistum-basel.ch
Am Samstag, 30. November 2002, hat Weihbischof Dr. Paul Vollmar in der Predigerkirche in Zürich Diakon Fr. Peter Spichtig OP, geboren am 10. September 1968 in Sarnen (OW), von Sachseln (OW), wohnhaft in Zürich, zum Priester geweiht.
Diözesanbischof Amédée Grab ernannte den Neupriester Fr. Peter Spichtig OP zum Vikar der Pfarrei Liebfrauen in Zürich.
Wie soll die Seelsorge im Bistum St. Gallen in den nächsten fünf
bis zehn Jahren inhaltlich aussehen? Bischof Ivo Fürer hat die Pastoralplanungskommission
beauftragt, sich dazu Gedanken und ein Konzept zu machen Anlass für
eine historische Sitzung.
Erstmals tagte der Seelsorgerat am 22./23. November gemeinsam mit dem Priesterrat,
dem Rat der hauptamtlichen Laienseelsorger/-innen, dem Ordinariatsrat und
den Mitgliedern der Pastoralplanungskommission im Bildungshaus Neu-Schönstatt
in Quarten. Das von Bischof Ivo in Auftrag gegebene Projekt «Pastorale
Perspektiven» sollte bereits in der Anfangsphase möglichst breit
abgestützt sein und von vielen mitgetragen werden. Daher wurden die
Grundlagen für einen ersten Entwurf in einer Klausurtagung mit allen
steuernden Räten im Bistum erarbeitet.
Um innert der neun Arbeitsstunden zu Zielsetzungen zu finden, wurde die
Methode «Zukunftskonferenz» gewählt, ein von Marvin Weisbord
entwickeltes Dialog-, Lern-, Planungs- und Mobilisierungsinstrument. Niklaus
Bayer, Pfarreianimator bei der Caritas, leistete dabei grossartige Moderationsarbeit.
Die 60 Teilnehmenden machten von Anfang an höchst motiviert mit. Sie
dachten abwechslungsweise im Plenum und dann wieder in kleinen Gruppen über
die Kirche im Bistum und in der Pfarrei nach. Sie spürten den Zeichen
der Zeit nach, ausgehend von wichtigen Ereignissen der letzten 40 Jahre
in Gesellschaft, Kirche und im persönlichen Leben. Dabei einbezogen
wurden die Erfahrungen aus dem Bistumsprojekt «He! Was glaubst Du?».
Dann wurden Schwerpunkte in verschiedenen Bereichen der Seelsorge ermittelt,
Schwerpunkte und Kriterien in der Verkündigung, in der Liturgie und
in der Diakonie. Sie sollen mithelfen, pastorale Entscheide (wie beispielsweise
jener für «Firmung ab 18 Jahren») für die Zukunft
zu treffen.
Jugendliche und Kirchenferne fehlen in den Räten. Ihre Stimmen konnten
nicht persönlich gehört werden, aber man war sich dessen bewusst.
Jugendseelsorger, Väter und Mütter brachten stellvertretend die
andere, die «jugendliche Sicht» ein. Stimmen von Fachleuten
hatten die Mitglieder der Pastoralplanungskommission vorgängig eingeholt
und sie in die Ratsarbeit einfliessen lassen.
Die Tagung war anregend, fordernd und streng zugleich, sie hat aber auch
Spass gemacht, war eine positive Erfahrung auf dem Weg, miteinander Kirche
zu sein. Sie hat Material zur Weiterarbeit geliefert und Verständnis
für die Mitglieder in der Pastoralplanungskommission geweckt, die nun
daraus mit einfachen Worten Leitsätze formulieren müssen.
Bischof Ivo Fürer freute sich über das engagierte Mitdenken der
Teilnehmenden. Wie schon beim Bistumsprojekt wurde deutlich, dass es wichtig
ist, Räume und Gefässe zu schaffen, wo über den Glauben gesprochen
und aufeinander gehört wird, wo Erfahrungen des täglichen Lebens
ausgetauscht werden können.
Sie ist eine besondere Nacht, die «Nacht der Lichter». Und
sie ist ein besonderer Einstieg in die Adventszeit. Offeriert von der katholischen
und evangelischen Kirche und wahrgenommen von rund 2500 vorwiegend jungen
Leuten und Kindern.
In der «Nacht der Lichter» spenden Tausende von Teelichtern,
verteilt auf dem Hochaltar, auf dem Chorgitter und auf der Orgelempore,
in der Kathedrale ein warmes Licht. In dieser Nacht ist jeder Bankplatz
besetzt, stehen die Leute in den Gängen, sitzen sie eng beisammen auf
dem Boden des grossen Chorraums. In dieser Nacht beten und singen katholische
und evangelische Christen gemeinsam miteinander, machen sie sich gemeinsam
auf den Weg durch den Advent, schöpfen sie gemeinsam Kraft für
den weiteren Lebensweg. Sie waren aus allen Ecken und Enden des Bistums
und des Kantons St. Gallen, ja auch aus dem benachbarten Thurgau gekommen.
Diese «Nacht der Lichter» ist auch für Bischof Ivo Fürer
einer der «hervorragendsten Abende» und für Kirchenratspräsident
Dölf Weder eine eindrückliche Erfahrung von Licht, Friede und
Nähe zu Gott. Beide haben sie nach dem Segen und dem offiziellen Teil
des Gottesdienstes ihr Licht zur Kreuzikone getragen; miteinander sind sie
zum stillen Gebet niedergekniet. Beide haben sie später in der bischöflichen
Wohnung, die bis gegen Mitternacht allen offen stand, unzählige Hände
geschüttelt. Hände von Jugendlichen, von Müttern und Vätern,
die mit ihren Kindern gekommen waren, auch von Leuten «im besten Alter».
Im Rahmen des Jubiläums «150 Jahre Bistum St. Gallen» mit
dem Motto «Auf dem Weg in die Zukunft» war von der der Diözesanen
Arbeitsstelle für Jugendseelsorge/Daju die Idee eines Taizé-Treffens
eingebracht worden. Daraus entstand zusammen mit der Arbeitsstelle für
Jugendfragen der evangelisch-reformierten Kantonalkirche die «Nacht
der Lichter», die nun zum dritten Mal von den in den kirchlichen Jugendarbeit
tätigen Frauen und Männer vorbildlich vorbereitet und im Geist
von Taizé durchgeführt worden ist. Unterstützt wurden sie
dabei von vielen ehrenamtlich mitwirkenden Leuten. Basierend auf den Erfahrungen
vor zwei Jahren hatten sie 2000 Lichter für die Teilnehmenden eingekauft
und 600 Suppenportionen vorbereitet. Zu wenig, wie sich im Nachhinein herausstellte.
G'hacktes und Hörnli für die 200, die sich angemeldet hatten,
und für die im ad-hoc-Chor Mitwirkenden (Leitung: Domkapellmeister
Hans Eberhard) waren jedoch genügend vorhanden.
«Nichts führt in innigere Gemeinschaft mit Gott als meditatives gemeinsames Gebet mit nicht endenden Gesängen, die in der Stille des Herzens weiterklingen», heisst es in einem Liederheft von Taizé. Das Singen dominierte denn auch im Gottesdienst. Besondere Augenblicke in ihm sind die Momente, in denen nach dem Lied «Im Dunkel unserer Nacht, entzünden das Feuer, das nie mehr erlischt» das Licht von Hand zu Hand weitergegeben wird, wenn nach dem in verschiedenen Sprachen verlesenen Evangelium fünf Minuten lang rund 2500 Leute miteinander schweigen. Eine Stille, die mit Fürbitten endet, die mit dem Weihrauch zum Himmel steigen.
Bis um 23 Uhr blieb die Kathedrale geöffnet. Bis zum Schluss blieben
nicht wenige der jungen Leute in der Kirche, stimmten sie immer wieder eines
der Lieder an. Nach einem Abstecher in den Dekanatsflügel zum Aufwärmen,
zu Suppe und Getränken und zum Gespräch untereinander, kehrten
sie oft zum Kreuz zurück.
Beten und sozial handeln gehören zusammen. Die 2000 verteilten Gläser
mit den Teelichtern stammten aus einer Glasfabrik in Ho Chi Minh (Saigon).
Diese Fabrik ist ein Entwicklungsprojekt, das 250 verarmten Bauern in Vietnam
neue Erwerbsmöglichkeiten bei anständigen Arbeitsbedingungen und
Sozialleistungen bietet. Der Betrag aus der Kollekte, der den Einkaufswert
der Lichter übersteigt, wird Fastenopfer/Brot für alle für
ein ähnliches Projekt überwiesen.