45/2002

INHALT

Amtlicher Teil

Alle Bistümer

 

Das legitime Recht auf Zuflucht respektieren

Initiative vom 24. November zum Asylrecht

Im Vorfeld der Abstimmung vom 24. November 2002 «gegen den Asylrechtsmissbrauch» bekräftigt die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) mit Nachdruck ihre Unterstützung für eine solidarische Politik gegenüber Ausländern und Flüchtlingen. Die Bischöfe halten daran fest, dass die konkreten Entscheidungen im Hinblick auf eine Gewährung von Asyl oder dessen Ablehnung dem humanitären Grundanliegen des Gesetzes entsprechen müssen, und dass die Menschenrechte und das Prinzip der Verhältnismässigkeit zu respektieren sind. Sie werden sich weiterhin bei den Behörden zugunsten der Flüchtlinge einsetzen, um menschenwürdige Lösungen zu finden.<*>
Wie die Kirchen bereits vor einem Jahr zum Abschluss der «Ökumenischen Konsultation zur wirtschaftlichen und sozialen Zukunft der Schweiz» betont haben, muss das Recht auf Zuflucht weiterhin Leitlinie der Asylpolitik unseres Landes bleiben. Auch wenn es durchaus begreiflich ist, dass Massnahmen zur Begrenzung von Missbräuchen eingeleitet werden müssen, so sind wir gegen jede Massnahme, welche für jene den Zugang zum Asylverfahren verunmöglicht, die legal den Schutz unseres Landes suchen. Wir sind besorgt über alle Massnahmen und Vorschläge, die darauf abzielen, Asylsuchende auszuschaffen, ohne dass diese sich umfassend Gehör verschaffen, oder Rekurs gegen zu Recht anfechtbare Entscheide einlegen konnten. Wir fordern im Übrigen, dass die Abschiebung von Personen, denen der Flüchtlingsstatus verweigert wurde, unter Wahrung ihrer Würde geschieht.
Mehrere dieser Anliegen sind durch die Initiative ernstlich bedroht. Das Schweizer Volk ist im November aufgerufen, darüber abzustimmen. Wir bitten deshalb alle Bürger und Bürgerinnen unseres Landes, über die Konsequenzen ihres Entscheids bei der nächsten Abstimmung nachzudenken.

Das Präsidium der Schweizer Bischofskonferenz


Anmerkung

* Vgl. «Auf der Seite der Flüchtlinge. Memorandum der drei Landeskirchen zu Asyl- und Flüchtlingsfragen» (9. Mai 1985); «Auf der Seite der Flüchtlinge. Für eine menschliche Asylpolitik. Memorandum II der drei Landeskirchen zu Asyl- und Flüchtlingsfragen» (13. Januar 1987).


Personalwechsel in den fremdsprachigen Missionen

migratio


Bistum Basel

 

Hinweis zum Bischofswort für Sonntag, 24. November 2002: «Unsere gemeinsame Taufberufung leben»

Beim zugestellten Bischofswort hat sich aufgrund einer technischen Panne ein Druckfehler auf der Seite 2 eingeschlichen. Bitte streichen Sie danach auf dieser Seite die untersten zwei Linien. Wir bitten Sie, dieses Versehen zu entschuldigen, und grüssen Sie freundlich.

Bischöfliche Kanzlei


Bistum Chur

 

Im Herrn verschieden

Karl Frei, Pfarrer im Ruhestand
Der Verstorbene wurde am 26. März 1916 in Stans (NW) geboren und am 6. Juli 1941 in Chur zum Priester geweiht. Von 1941­1947 wirkte er als Vikar in der Pfarrei St. Franziskus in Zürich-Wollishofen, von 1948­1956 als Kaplan in Alpnach (OW), von 1956­1967 als Kaplan und Pfarrhelfer in Erstfeld (UR) und von 1967­1989 als Pfarrer in Wollerau (SZ). Ab 1989 verbrachte er seinen Ruhestand in Lachen (SZ). Im Juni 2002 erforderte sein Gesundheitszustand eine Übersiedlung ins Kreuzstift in Schänis (SG). Nach längerer Krankheit verstarb er am 25. Oktober 2002 im Bezirksspital Lachen und wurde am 2. November 2002 in Lachen begraben.

Bischöfliche Kanzlei


Bistum Lausanne, Genf und Freiburg

 

Neue Leiterin des Bildungszentrums Burgbühl St. Antoni

Die 28-jährige Sozialarbeiterin und Sozialpädagogin Regina Kelter-Thomma wird neue Leiterin des katholischen Bildungszentrums Burgbühl (BZB) in St. Antoni.
Die gebürtige Berlinerin hat an der Katholischen Fachhochschule Berlin Sozialpädagogik und Sozialarbeit studiert und 1997 mit dem Diplom abgeschlossen. Seit Januar 2001 arbeitet die zukünftige Leiterin des Bildungszentrums Burgbühl als Sozialpädagogin im Kinderheim «Heimelig» in Kerzers. Regina Kelter-Thomma ist verheiratet mit Christian Kelter, Pastoralassistent in der Pfarrei St. Martin, Tafers.


Orden und Kongregationen

 

Neue Generalleitung für die Mariannhiller Missionare

Die Mariannhiller Missionare wählten auf ihrem Generalkapitel in Rom eine neue Generalleitung.
Am 19. Oktober wählte das Generalkapitel P. Dieter Gahlen zum neuen Generalsuperior. P. Dieter wurde am 8. Oktober 1948 in Kirchhellen-Feldhausen in der deutschen Diözese Münster geboren. Er besuchte Mariannhiller Gymnasien und machte dort 1969 sein Abitur. 1970 trat er in Riedegg (Österreich) ins Mariannhiller Noviziat ein und legte am 15. September 1971 seine ersten Gelübde ab. Zum Theologiestudium ging er nach Südafrika. Am 13. Dezember 1975 wurde er in seiner Heimatpfarrei Feldhausen zum Priester geweiht. Nach seiner Rückkehr nach Südafrika war er in der Diözese Umtata (Transkei) Pfarrer, Jugendseelsorger und Postulantenmeister. 1985 wurde er zum Direktor des St.-Wendelin-Entwicklungszentrums ernannt, das Fragen der Landaufteilung rund um Mariannhill regeln sollte. Er war im Redaktionsstab der Zulu-Wochenzeitung «Umafrika».
Am 21. Oktober wählte das Generalkapitel drei Generalräte.
Als erster wurde P. Siegfried Jwara gewählt. Er ist zurzeit Provinzial von Mariannhill. Geboren wurde er 1975 in Braemer, Südafrika; seine ersten Gelübde machte er 1982; zum Priester geweiht wurde er 1987. Sechs Jahre lang war er Direktor des Mariannhiller Studienhauses am College St. Joseph in Merrivale, Südafrika. 1998 wurde er zum Provinzial von Mariannhill gewählt.
Zum 2. Generalrat wurde Br. Thomas Fischer gewählt. Er ist 1962 in Oberwinden (Deutschland) geboren. Bevor er 1994 in Würzburg in die Mariannhiller Kongregation eintrat, war er Bankkaufmann. Seine ersten Gelübde machte er am 24. September 1995. Dann war er 5 Jahre als Missionar in Zimbabwe. Jetzt arbeitete er in der Missionszentrale in Würzburg. Br. Thomas ist der erste Laien-Bruder, der in die Generalleitung gewählt wurde.
Zum 3. Generalrat wurde P. David Fernandez gewählt. Er ist 1948 im spanischen Priora geboren. Seine erste Profess als Mariannhiller machte er 1968, und zum Priester geweiht wurde er 1973. Zum ersten Mal in der Mission war er 1975. Von 1985 bis 1991 war er Provinzial in Spanien; anschliessend kehrte er zurück in die Mission in Zimbabwe, wo er bis jetzt tätig war.
Am 22. Oktober wählte das Kapitel P. Peter Grand zum 4. Generalrat und zum Generalvikar. Er ist 1942 in Susten in der Schweiz geboren. Seine ersten Gelübde legte er 1965 ab. 1970 wurde er zum Priester geweiht. Seitdem ist er Missionar in Afrika, zuerst in der Diözese Umtata (Transkei), dann als Novizenmeister in Mariannhill. In den letzten zwei Jahren war er Provinzial in Sambia.
Die Mariannhiller Missionare haben sich als Kongregation aus dem Trappistenkloster Mariannhill in Kwa Zulu, Südafrika, entwickelt. Neben Häusern in Europa und Nordamerika arbeiten die Mariannhiller in Südafrika, Simbabwe, Sambia, Kenia, Mozambique und Papua-Neuguinea. Ihr Generalkapitel begann am 30. September 2002 und dauerte bis zum 25. Oktober 2002.


Im Herrn verschieden

P. Eugen Tschirky, Weisser Vater
Am 9. Oktober 2002 starb nach kurzer Krankheit 89-jährig P. Eugen Tschirky, Afrikamissionar (Weisser Vater) in Rebstein (SG). Geboren am 25. Oktober 1913, zum Priester geweiht 1941 in Karthago (Tunesien), arbeitete er als Afrikamissionar in Spanien, Tansania (Bukoba) und der Schweiz bis ins hohe Alter. Er wurde beerdigt am 15. Oktober in seiner Heimatgemeinde Rebstein.

P. Paul Schönenberger, Weisser Vater
Am 27. Oktober starb 87-jährig der Afrikamissionar P. Paul Schönenberger, Weisser Vater, nach längerem Spitalaufenthalt im Spital Siders. Geboren am 19. Mai 1915 in St. Gallen, wurde er 1941 in Karthago (Tunesien) zum Priester geweiht. Nach weiteren Studien an den Universitäten in Freiburg und Basel arbeitete er während fast seines ganzen Missionarlebens in Tanzania, besonders als Professor der Hl. Schrift in mehreren Priesterseminarien. Als Spezialist der einheimischen Nyamwezisprache verfasste er darüber mehrere wissenschaftliche Werke und übersetzte auch das ganze Neue Testament in diese Sprache. Erst 82-jährig kam er in die Schweiz zurück und verbrachte seine letzten Jahre im Altersheim der Weissen Väter in Veyras (ob Siders) bis zu seiner letzten Krankheit. Das Beispiel eines äusserst fruchtbaren Missionarlebens für die Kirche und die Bewahrung afrikanischer Kultur in Tanzania.


© Schweizerische Kirchenzeitung - 2002