38/2002 | |
INHALT | |
Amtlicher Teil |
Eine vom Fernsehen auf allen drei Sendeketten übertragene ökumenische
Feier, die Verleihung des «Sozialpreises der Kirchen 2002»,
eine Reihe von Talkshows über das soziale Engagement sowie ein Rockkonzert
für den Frieden das waren die Ingredienzen des zweiten «Tages
der Kirchen» an der Expo.02, der am Eidgenössischen Dank-, Buss-
und Bettag stattfand. Das sonnige Herbstwetter und ein zahlreich erschienenes
zufriedenes Publikum trugen zum Erfolg des Anlasses bei, der unter dem Titel
stand: «Star People ein Funke(l)n genügt!»
Auch der zweite Tag der Kirchen an der Expo.02 hat die Erwartungen erfüllt.
Die Verantwortlichen der ESE.02 (des Vereins der Schweizer Kirchen an der
Expo.02) freuten sich darüber am Sonntagabend. Für Thomas Wipf,
Präsident der ESE.02, war der Anlass «nicht zuletzt deswegen
erfolgreich, weil die 14 Kirchen und kirchlichen Verbände wie schon
an Pfingsten ein gemeinsames Ziel verfolgten. Heute, am eidgenössischen
Bettag, war das besonders zu spüren, wo der soziale Aspekt ein
fundamentaler Teil des kirchlichen Lebens beleuchtet wurde. Ich hoffe,
und bin mir dessen sicher, dass dies in der Zukunft Spuren hinterlassen
wird.»
Der Tag begann mit einer ökumenischen Feier auf der Arteplage Murten.
Der zweisprachige, ungewöhnlich gestaltete Gottesdienst wurde vom Fernsehen
der SRG in alle Sprachregionen live ausgestrahlt. Erstmals in der Schweiz
hatten Mobil-Telefonbesitzer die Möglichkeit, den Schlusssegen der
Feier per SMS zu empfangen, wenn sie sich dafür angemeldet hatten.
2000 machten davon Gebrauch und erhielten den kurzen Segensspruch: «Gott
liebt dich, sein Segen mache dich zu einem Friedensstifter!». An der
Feier auf der voll besetzten Scène de Meyriez in Murten selbst, an
der zahlreiche Repräsentanten aus allen Kirchen teilnahmen, wurden
von Schauspielern Teile der neutestamentlichen Bergpredigt rezitiert, unterbrochen
durch Lebensberichte von sozial engagierten Personen, Tänzen von Kindern
und musikalischen Beiträgen. Pierre Bürcher, Weihbischof des Bistums
Lausanne-Freiburg-Genf, der als Vorstandsmitglied des Vereins der Schweizer
Kirchen an der Feier mitwirkte, sagte am Schluss: «Es ist schön
zu sehen, dass heute mehr denn je die Christen Ðvernetztð mit der
Solidarität sein wollen. Dabei ist die Solidarität zu Gott nicht
trennbar von der Solidarität zu den Menschen.
Unter dem Titel «Star people ein Funke(l)n genügt»
fanden anschliessend drei Talkshows über soziales Engagement auf den
Arteplages von Murten, Yverdon und Biel statt. An jedem Ort diskutierte
eine bekannte Persönlichkeit aus dem Sport mit einem anderen «Star»,
der wohl wenig bis gar nicht bekannt ist, aber durch einen grossen Einsatz
ein beispielhaftes soziales Projekt realisiert hat. In Murten begegnete
die ehemalige Wasserspringerin Jacqueline Schneider der Mitgründerin
des Projektes «in-fra» (Kreuzlingen und Amriswil), Vroni Zimmermann.
Geleitet wurde das Gespräch von der Fernsehmoderatorin Gabriela Amgarten.
In Yverdon sprachen unter der Leitung des Journalisten Jean-Philippe Rapp
die Skirennfahrerin Sylviane Berthod und Jean-Marie Viénat, Gründer
und Leiter von «CARE» (Genf) über die Frage, wer denn eigentlich
ein Star sei. Im dritten Talk, demjenigen in Biel, unterhielt sich Kurt
Aeschbacher mit der ehemaligen Skirennfahrerin Vreni Schneider und mit Sabine
Kugler von der «Villa Yoyo» (St. Gallen und Neuenburg).
In Yverdon gaben drei junge Rockgruppen ein Konzert für Frieden und
Solidarität. In Zusammenarbeit mit der Organisation Open Hearts und
der Radiostation Virus von DRS 3 organisierten die Kirchen den Wettbewerb
«Rock Kidz for Peace». 24 Songs mit Musik für den Frieden,
gegen Hass und Ausgrenzung waren vorgängig eingereicht worden. Drei
der jungen Bands wurden ausgewählt und erhielten die Gelegenheit zu
einem Auftritt an der Expo.02 vor zahlreichem Publikum. Durch ihre Songs,
die den Zuhörern sichtlich gefielen, gelang es den jungen Bands durch
ihre Begeisterung, einige markante Funken sprühen zu lassen.
Im Weiteren verlieh die ESE.02 (Schweizer Kirchen an der Expo.02) an diesem
ereignisreichen Tag Preise an zwei soziale Projekte: «NetZ4»,
ein Projekt der methodistischen Kirche, das sich in Zürich um die Integration
von jungen Ausländern kümmert, und ein Projekt namens «ECREVIS»
der Caritas Jura, das die Wiedereingliederung Arbeitsloser und Ausgesteuerter
zum Ziel hat. Überraschenderweise waren 96 Projekte aus der ganzen
Schweiz zum Wettbewerb angetreten. Die beiden mit je 25000 Franken dotierten
Preise wurden am Sonntagnachmittag auf der Arteplage Biel im Beisein von
verschiedenen Persönlichkeiten übergeben von Ruth Lüthi,
Staatsrätin von Freiburg und Präsidentin der Konferenz der kantonalen
Sozialdirektoren. Zusätzlich ging ein Anerkennungspreis von 3000 Franken
an die Organisation COTMEC in Genf und an die Plateforme Evangile et Société,
die mit 30 Ehrenamtlichen so genannte «Sans-Papiers» umsorgen.
Dieser Tag der Kirchen ist einer der beiden Events, die die Kirchen im Rahmen
der Expo.02 organisieren. Der erste Event, ein Chorfest, wurde an Pfingsten,
am 19. Mai 2002, durchgeführt. Während der ganzen Expo-Dauer sind
die Kirchen mit der Ausstellung «Un ange passe sieben Räume
des Glaubens» in Murten präsent. ESE.02 ist ein Verein der Schweizer
Kirchen mit dem Zweck, an der Landesausstellung «die Gegenwart und
das Zeugnis der Kirchen zu sichern». Die Zusammenarbeit von 14 christlichen
Kirchen und Verbänden in diesem Verein ist bisher einzigartig.
Die Schweizerische Nationalkommission Justitia et Pax hat Frau Dr. Anne Durrer zu ihrer neuen «Secrétaire francophone» gewählt. Frau Durrer ist promovierte Pharmazeutin und arbeitete zuletzt als Öffentlichkeitsbeauftragte der Schweizerischen Krebsliga. Sie wird ihr Amt im Sekretariat von Justitia et Pax am 1. Oktober 2002 antreten (Telefon 0313815955, Fax 0313818349, E-Mail juspax-ad@bluewin.ch).
Da der jetzige Amtsinhaber nach über 12-jähriger Tätigkeit
auf Anfang November eine neue berufliche Aufgabe übernimmt, ist die
Notariatsstelle beim Interdiözesanen Schweizerischen Kirchlichen Gericht
neu zu besetzen. Das Amt des Notars oder der Notarin setzt voraus: kirchenrechtliche
und/oder theologische Ausbildung und/oder juristische Berufserfahrung (Notariat
oder Ähnliches); Fähigkeit zu selbständigem, exaktem und
speditivem Arbeiten; Muttersprache: Deutsch, Französisch oder Italienisch,
gute Kenntnisse der beiden andern Sprachen (mündlich und schriftlich).
Die Arbeit umfasst: Führen der Gerichtskanzlei und ihres Archivs
mit Sitz im «Salesianum» in Freiburg, regelmässige Präsenzzeiten,
Vorbereitung der Gerichtssitzungen (die im Salesianum in Freiburg stattfinden),
Verkehr mit den diözesanen Offizialaten und, in beschränktem Umfang,
mit den Parteien, deren Ehenichtigkeitsverfahren bei unserem Gericht hängig
sind. Es handelt sich um eine 50%-Stelle; die Besoldung ist geregelt
durch die Schweizer Bischofskonferenz.
Auskunft erteilt der Offizial des Schweizerischen Kirchlichen Gerichts:
P. Peter von Sury OSB, Benediktinerkloster, CH-4115 Mariastein (Telefon
0617351111, E-Mail pp.mariastein@gmx.ch); an ihn sind auch Bewerbungen zu
richten (bis zum 15. Oktober 2002).
Die auf den 1. März 2003 vakant werdende Seelsorgestelle an der
Klinik St. Anna Luzern wird für einen Priester zur Wiederbesetzung
ausgeschrieben (5060 Stellenprozente).
Interessierte Personen melden sich bitte bis 11. Oktober 2002 beim Diözesanen
Personalamt, Baselstrasse 58, 4501 Solothurn, oder E-Mail personalamt@bistum-basel.ch
«Un ange passe die sieben Himmel» und der Monolith
auf der Arteplage in Murten waren Ziel des diesjährigen Ausfluges des
Personals des bischöflichen Ordinariates.
Schönes spätsommerliches Wetter begleitete die fröhliche
Schar nach Murten auf die Arteplage «Augenblick und Ewigkeit».
In der Französischen Kirche führte Georg Schubert, Geschäftsführer
des Vereins ESE.02, in die Ausstellung «un ange passe» ein.
Er stellte die «sieben Himmel» vor, die Entstehungsgeschichte,
die Ideen dahinter und die bereits vielen Erfahrungen aus den vergangenen
Wochen und Monaten an der Expo.02. Gerade die unterschiedlichen Reaktionen
der Besucherinnen und Besucher zeigen, dass das Konzept weitgehend gelungen
ist. Wer das althergebrachte und vertraute Kirchenbild suche, sei wohl etwas
enttäuscht, wer aber bereits weit entfernt von kirchlichem Denken lebe,
bekäme doch viele Impulse und Anregungen, um über sich und seine
religiösen Gefühle nachzudenken. Da gäbe es schon mal staunende
Aussagen wie: Was, das ist auch Kirche?
So bewegten sich unser Bischof, die Weihbischöfe und alle Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter des Ordinariates durch die sieben Himmel! Vom «Blick
ins Jenseits» (au-delà), über den himmlischen Segen (bénédiction)
bis zu den «schreienden Eseln» der Schöpfung (création).
Beeindruckt von diesen Erfahrungen fand sich die Gesellschaft in der katholischen
Pfarrkirche Murten zur gemeinsamen Eucharistiefeier zusammen. Bischof Kurt
Koch dankte in seiner kurzen Predigt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
für ihren Einsatz für das Bistum und die Kirche.
Der Nachmittagsbesuch galt dem Monolith, den fantastischen Panoramabildern
«Schweiz» und «Schlacht von Murten». Danach stand
genügend Zeit für den individuellen Rundgang durch die weiteren
Ausstellungsorte zur Verfügung. Einige liessen sich in der «Werft»
über Migration und Konflikte in der Welt informieren, andere konnten
sich im Ausstellungszelt der Armee begeistern, und beim Bummel durch das
hübsche Städtchen traf man schlussendlich da und dort kleine fröhliche
Runden bekannter Gesichter in einem Strassencafé an.
Der diesjährige Ausflug wurde von der Abteilung Finanzen/Verwaltung
des Ordinariates vorzüglich organisiert und vorbereitet, das wurde
von allen Teilnehmenden löblich festgestellt sowohl beim ausgezeichneten
Mittagessen im Hotel Murten als auch beim währschaften Zvieri im «Goldenen
Krug» in Lyss.
Diözesanbischof Amédée Grab ernannte:
Nach Abschluss des Pastoraljahres 2001/2002 erteilte Diözesanbischof Amédée Grab folgenden Personen die Missio canonica für ihren Seelsorgedienst:
Zudem erteilte er die Missio canonica
Infolge Demission der bisherigen Stelleninhaberin wird die Pfarrei Dielsdorf
(ZH) zur Wiederbesetzung (durch einen Priester oder einen Gemeindeleiter/eine
Gemeindeleiterin) ausgeschrieben.
Interessenten mögen sich melden bis zum 11. Oktober 2002 beim Sekretariat
des Bischofsrates, Postfach 133, 7002 Chur.
Bei seiner Sitzung am 11. September 2002 in Einsiedeln befasste sich
der diözesane Priesterrat am Vormittag mit dem momentan in der breiten
Öffentlichkeit diskutierten Thema der Pädophilie von Priestern.
Der Einsiedler Abt Martin Werlen führte mit einem klärenden Exposé
in die Problematik ein und vermittelte notwendige Grundinformationen. Der
anschliessende Austausch zeigte deutlich, dass das Thema auch auf verschiedenen
Ebenen (Bischofskonferenz, Bistum, Priesterrat, Ausbildungsverantwortliche)
und unter verschiedenen Aspekten (Prävention, Regeln für das Vorgehen
im Ernstfall, Beratungsmöglichkeiten, Begleitung) präsent bleiben
muss.
Am Nachmittag beschäftigte sich der Rat mit dem priesterlichen Lebensstil,
einer Thematik, die mit derjenigen des Vormittags in vielerlei Hinsicht
zu tun hat. Insbesondere wurde das «Wohnen» der Priester in
den Blick genommen. In kurzen Statements wurden unterschiedliche konkrete
Beispiele aus dem vielfältigen Bistum vorgelegt, vom mehr oder weniger
traditionellen Pfarrhaus über den Einmann-Haushalt bis zur Wohngemeinschaft
von Pfarreiteams. Es ergab sich einerseits erstaunlich viel Zufriedenheit
mit der Wohnsituation, andererseits aber auch Handlungsbedarf. Auch damit
wird sich die Bistumsleitung wie der Priesterrat weiter beschäftigen.
Hermann Bodenmann, alt Pfarrer
Am 7. September 2002 starb alt Pfarrer Hermann Bodenmann in Vernayaz in
seinem 84. Lebensjahr. Hermann Bodenmann wurde am 26. März 1919 in
Lax geboren. Am 25. Juni 1944 wurde er von Bischof Viktor Bieler in Sitten
zum Priester geweiht. Danach wirkte er zuerst als Vikar in Fully (19451949),
dann als Rektor von Ollon (19491952), als Rektor von Morgins (19521956),
als Rektor von Fey und Aproz (19561970). 1970 wurde Hermann Bodenmann
zum Pfarrer von Ulrichen ernannt, wo er 22 Jahre segensreich wirkte. Im
Jahre 1992 zog er sich zuerst nach Daillens (VD) in den Ruhestand zurück,
und seit 1995 lebte er in Vernayaz.
Die Beerdigung von Hermann Bodenmann fand am 11. September 2002 in Vernayaz
statt.