37/2002 | |
INHALT | |
Amtlicher Teil |
Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) hat vom 2. bis 4. September 2002 im Priesterseminar der Diözese Sitten in Givisiez (FR) ihre 257. Ordentliche Versammlung abgehalten. Behandelt wurden unter anderem folgende Hauptthemen:
Die SBK hat Herrn Pierre-Yves Maillard und Herrn Olivier Dinichert, zwei der Schweizer Organisatoren des WJT, empfangen. Das WJT fand dieses Jahr Ende Juli in Toronto (Kanada) statt. 750 junge Schweizer Jugendliche haben an der Reise teilgenommen. Gemäss zahlreicher Aussagen gegenüber den Verantwortlichen konnten die Jugendlichen eine echte Erfahrung der weltumspannenden Wirklichkeit der Kirche um Papst Johannes Paul II. machen. Bereits jetzt treffen sie sich an verschiedenen Orten wieder, um das Abenteuer «WJT» fortzusetzen. Die Bischöfe möchten allen ihre Dankbarkeit aussprechen, die sich während vieler Monate für die Vorbereitung dieser Tage eingesetzt haben. Sie haben mit Freude vernommen, dass nächstes Jahr in den drei Sprachregionen je ein «WJT Schweiz», über die üblichen Diözesanjugendtage hinaus, stattfinden wird. Das nächste WJT wird im Jahr 2005 in Köln (Deutschland) organisiert. Die Schweiz als Nachbarland wird sicher besonders miteinbezogen werden.
Erneut bekräftigt die SBK ihre Unterstützung zur Gründung der Solidaritätsstiftung Schweiz, die 1997 durch den Bundesrat angeregt wurde. Sie hält daran fest, dass die Grundidee dieser Institution beibehalten wird: Das heisst, dass die Goldreserven der Nationalbank eingesetzt werden, um Solidaritätsprojekte in der Schweiz und im Ausland zu verwirklichen. Die Bischöfe verwerfen die Idee, dass die freigegebenen Summen einzig dem AHV-Fonds oder Schweizer Projekten zukommen sollen. Sie wünschen hingegen sehr, dass der Nutzen dieses Fonds eine Gelegenheit zur umfassenden Solidarität gegenüber Benachteiligten sein soll.
Am Samstag, 21. September, findet in verschiedenen Schweizer Städten die zweite Schweizer Marche Blanche gegen die Pädokriminalität statt. Die Schweizer Bischöfe schliessen sich den Bemühungen der Organisatoren an, im Zuge einer echten Bewusstwerdung dieser Geissel in unserer Gesellschaft konkrete Massnahmen im Kampf gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern zu fordern. Mgr. Denis Theurillat vertritt die SBK im Patronatskomitee der Marche Blanche. Die SBK ihrerseits wird im Dezember ihre Leitlinien zur Vorbeugung und Behandlung des sexuellen Missbrauchs in der Seelsorge vorstellen.
Die Schweizer Bischöfe haben die Problematik der Kirchenaustritte besprochen, besonders unter dem seelsorgerischen Aspekt. Ausgangspunkt bildete ein Arbeitspapier der Pastoralplanungskommission (PPK) der SBK. Im Hinblick auf die verschiedenen persönlichen Motive und die grossen Unterschiede der rechtlichen Situation in den verschiedenen Diözesen und Kantonen sowie den Sprachregionen ist die SBK der Ansicht, dass ein für die ganze Schweiz gültiges und detailliertes Leitbild kaum verwirklichbar ist. Die Dokumentation der PPK wird den Ordinariaten zur Verfügung gestellt. Dazu kommt, dass offizielle Dokumente zu dieser Frage in mehreren Diözesen und Kantonen bereits vorhanden sind.
Die SBK hat den freundschaftlichen Besuch des Apostolischen Nuntius der
Schweiz, Mgr. Pier Giacomo De Nicolò, erhalten und seine Botschaft
entgegengenommen. Der Nuntius wurde von seinem neuen Sekretär Mgr.
Paul Russell begleitet.
Die Bischöfe haben ausserdem Herrn Nicolas Buttet und Herrn Professor
François-Xavier Putallaz empfangen, welche die SBK über das
Projekt eines Anthropologie-Institutes in Freiburg informiert haben.
Weiter konnte die SBK Frau Sabine Bieberstein begrüssen. Sie ist katholischerseits
verantwortlich für das Projekt «2003. Das Jahr der Bibel».
In diesem Jahr finden zahlreiche Veranstaltungen, Ausstellungen und Feiern
statt zum Motto: «Suchen. Und Finden». Das Jahr wird gemeinsam
von Institutionen verschiedener Kirchen und christlichen Gemeinden der Schweiz
organisiert. Das Jahr steht unter dem Patronat der Arbeitsgemeinschaft der
christlichen Kirchen der Schweiz (AGCK). Mgr. Denis Theurillat ist Delegierter
der SBK im ökumenischen Organisationskomitee.
Interessierte Personen melden sich bitte bis 3. Oktober 2002 beim Diözesanen Personalamt, Baselstrasse 58, 4501 Solothurn, oder E-Mail personalamt@bistum-basel.ch
Max Kaufmann, emeritierter Pfarrer, Neuendorf
Am 4. September 2002 starb in Neuendorf der emeritierte Pfarrer Max Kaufmann.
Am 13. November 1916 geboren, empfing der Verstorbene am 29. Juni 1949 in
Solothurn die Priesterweihe. Er wirkte als Vikar in der Pfarrei Interlaken
von 19491955. Von 19551982 war er Pfarrer in der Pfarrei Maria
Lichtmess in Olten. Danach versah er die Aufgabe als Pfarradministrator
von Niederbuchsiten (19821991). Ab 1991 verbrachte er seinen Lebensabend
als emeritierter Pfarrer in Neuendorf. Er wurde am 9. September 2002 in
Neuendorf beerdigt.
Die Verantwortung für das Personalwesen liegt seit 1. Juni 2002
bei Generalvikar Anton Thaler und Peter Lampart (Anstellung 80%). Mit Hilfe
eines externen Beraters hat das gegenwärtige Personalteam (Anton Thaler,
Paul Hutter, Philipp Hautle in Zusammenarbeit mit Peter Lampart) Richtlinien
für das Personalwesen erarbeitet, welche Bischof Ivo Fürer ad
experimentum für zwei Jahre erlassen hat.
Die beiden Personalleiter sind dem Diözesanbischof je direkt unterstellt.
Sie werden durch den Personalausschuss des Ordinariates unterstützt,
der unter anderem die optimale Absprache und den Informationsfluss zwischen
den verschiedenen Bereichen sicherstellen soll. Der Ausschuss setzt sich
aus den Personalleitern, dem Diözesankatecheten, dem Regens und dem
Bildungsleiter zusammen.
Die Aufgaben der beiden Personalleiter wurden wie folgt festgelegt:
Hauptaufgabe:
Zusätzliche Aufgaben:
Hauptaufgabe:
Zusätzliche Aufgaben:
In den Pfarreien des Bistums St. Gallen kommt jeder dritte Mitmensch
aus einem anderen Kulturkreis. Wie und wann nehmen die Pfarreiangehörigen
die Fremden wahr? Brauchen die Kroaten, Albaner, Tamilen und Portuguiesen
eine spezielle Fremdsprachigenseelsorge, und warum benötigen sie die
Italiener oder Spanier immer noch?
Mit diesen und weiteren Fragen setzten sich die Mitglieder des diözesanen
Seelsorgerates an ihrer Herbsttagung im Kloster Neu St. Johann auseinander.
Es ging darum, Probleme der Fremdsprachigenmission auf Seiten der Ortspfarrei
und der Fremdsprachigen zu sehen und zu benennen sowie dazu anzuregen, das
Thema auf Ebene der Pfarrei, des Dekanates und auch des Bistums weiterzubearbeiten.
Mit einem Bibeltext über das Leben zu Hause und unter Fremden aus Jesus
Sirach («...und weil du fremd bist, darfst du nirgendwo den Mund aufmachen»)
hatte der Ortspfarrer Dekan Guido Scherrer auf das Thema eingestimmt. Domdekan
Markus Büchel gab einen Überblick über die Organisation der
Fremdsprachigenmission im Bistum St. Gallen.
Unabhängig vom Pass ist jeder getaufte Christ Mitglied der Kirche und bei uns an seinem Wohnort Mitglied einer Pfarrei. Durch die Taufe gehören alle zur Gemeinschaft der Gläubigen. In den Fremdsprachigen-Missionen treffen sich die Landsleute, hier sind sie unter sich, sprechen sie ihre Sprache, pflegen sie ihre eigenen religiösen Formen. Entgegen weit verbreiteter Ansicht möchten auch die in der Schweiz aufgewachsenen Menschen aus anderen Sprach- und Kulturkreisen sie nicht missen. Fremdsprachigen-Missionen waren und sind als Ergänzung gedacht, um den Fremden in unserem Land ein Stück religiöse und kulturelle Heimat zu geben, haben sich jedoch oft als Parallelpfarrei zur Ortspfarrei entwickelt. Finanziert werden sie vom Katholischen Konfessionsteil und über den Inlandteil des Fastenopfers.
Geringer werdende personelle und finanzielle Ressourcen, der Wandel in
der Migration wie auch in der Pastoral am Ort machen es heute nötiger
denn je, Wege vom Nebeneinander zu Miteinander zu finden. Dazu gehören
Anstrengungen auf beiden Seiten. Einmal im Jahr einen «Tag der Völker»
gemeinsam zu organisieren genügt nicht mehr. Die Fremdsprachigen und
ihre Missionare müssen im kirchlichen Alltag verstärkt wahrgenommen,
in die Pfarreiarbeit und in die neuen Seelsorgekonzepte einbezogen werden.
Räume müssten ihnen grosszügig bereitgestellt werden.
Hinderlich auf dem Weg zur Communio sind, wie in den Gruppengesprächen
aufgelistet wurde, fehlende Sprachkenntnisse, mangelndes Verständnis
für die Trennung von kirchlichen und staatskirchlichen Strukturen,
die ungewohnte Zusammenarbeit der Missionare mit Laienseelsorgenden, die
verschiedene Art von Frömmigkeit. Das fehlende Stimmrecht mindert allerdings
die Bereitschaft zur Mitarbeit in kirchlichen Gremien am Ort.
An der Seelsorgeratssitzung erhielt die Zusammenarbeit mit den Italiener-Missionen
besonderes Gewicht durch die Anwesenheit des Italienerseelsorgers P. Giuseppe
Salvadé, Wil, der Jugendarbeiterin Rosaria Sciullo aus Uznach und
Maria Amato-Müller, Schmerikon, die seit zehn Jahren Mitglied der für
die Finanzen zuständigen Konsultativkommission für Fremdsprachigenseelsorge
des Administrationsrates ist.
An den Kantonalen Psychiatrischen Diensten Sektor Nord (Schwerpunkt Klinik
Wil) und Heimstätten Wil wird infolge Pensionierung von Klinikpfarrer
Josef Eicher die Stelle eines Priesters, Diakons, einer Pastoralassistentin
oder eines Pastoralassistenten (Pensum 100%) zur Wiederbesetzung auf den
1. Mai 2003 oder nach Vereinbarung ausgeschrieben.
Der Aufgabenkreis umfasst: Seelsorge in der Psychiatrischen Klinik Wil und
an den Heimstätten Wil (Menschen mit psychischer und geistiger Behinderung),
Gottesdienstgestaltung, Begleitung von Angehörigen und Zusammenarbeit
mit dem therapeutischen Team und anderen Berufsgruppen.
Voraussetzungen für die Klinikseelsorge sind abgeschlossenes Theologiestudium,
klinische Seelsorgeausbildung (CPT oder ähnlich), Berufserfahrung und
Belastungsfähigkeit und Bereitschaft zu ökumenischer Zusammenarbeit.
Auskunft erteilen: Klinikpfarrer Josef Eicher und Josef Fässler, Präsident
Gesamtleitung Kantonale Psychiatrische Klinik Wil (Telefon 0719131111).
Bewerbungen sind bis 31. Oktober 2002 zu richten an das Personalamt der
Diözese St. Gallen, Generalvikar Dr. A. Thaler, Klosterhof 6b, Postfach
263, 9001 St. Gallen.