31-32/2002

INHALT

Amtlicher Teil

 

Alle Bistümer

 

Caritas-Opfer

Liebe Seelsorgerinnen und Seelsorger
Nach dem Vorbild Jesu, in dessen Dienst wir stehen, bemühen wir uns, die Not unserer Mitmenschen zu sehen und ihnen nach Kräften zu helfen. Wir übersehen oft, dass in unseren Pfarreien tatsächlich sehr viel geschieht, teils sichtbar in Werken der Diakonie, teils im Verborgenen. Wenn wir unsere Sinne dafür etwas öffnen, geht uns auf, wie viel Glieder unserer Kirche beitragen zu einer Welt, in der sich die Menschen besser geborgen fühlen können.
Aber leider sprengt die Not die Grenzen unseres unmittelbaren Umfeldes. In Radio und Fernsehen begegnen uns Menschen auf der Flucht, Opfer des Krieges, Opfer der Dürre oder Opfer anderer Katastrophen sowohl hier in der Schweiz wie auch in der Welt. Die Not kommt uns nahe. Oft können wir gar nicht mehr hinhören oder hinschauen, weil uns das Gefühl der Ohnmacht umgibt: Wie können wir so grosse Not abwehren? Wirksame Hilfe übersteigt tatsächlich die Möglichkeiten von einzelnen Menschen, aber auch von ganzen Pfarreien. Trotzdem können wir dazu beitragen, dass in verschiedener Weise Not überwunden oder wenigstens gemildert wird. Die Caritas Schweiz stellt dazu professionelle Hilfe zur Verfügung. Das Hilfswerk kann abklären, welche Hilfe sinnvoll und nachhaltig ist, und kann Kenntnisse und Hilfsgüter vor Ort bringen. Mit der Kollekte tragen wir dazu bei, dass die Caritas die notwendigen Voraussetzungen für Hilfeleistungen im Inland und in der Welt schaffen kann.
Im Namen der Schweizerischen Bischofskonferenz bitte ich Sie, diese Kollekte aufzunehmen und sie mit einem persönlichen, überzeugenden Wort zu empfehlen.

Mit herzlichem Dank und Gruss

+ Ivo Fürer, Bischof
Verantwortlicher des Ressorts
Diakonie in der SBK


Erklärung der Jüdisch/Römisch-Katholischen Gesprächskommission gegen Terror und Gewalt

Was können wir tun?

Terrorismus und Gewalttätigkeit haben seit Herbst 2001 einen bisher unbekannten Grad erreicht. Angst macht sich breit. Wohin wird die entfesselte Gewalt die Welt führen? Wie können wir als Menschen jüdischen oder christlichen Glaubens in dieser Situation konkret zum Frieden beitragen? Wie werden wir unserer eigenen Verantwortung für Frieden und Versöhnung gerecht?
Es ist unbestreitbar, dass der Hang zur Gewalt auch eine geistige und religiöse Herausforderung für alle Menschen weltweit darstellt. So lautet auch für uns, Juden und Jüdinnen, Christen und Christinnen in der Schweiz, die Frage: Wie reagieren wir auf Terror und Gewalt?
Unsere Erklärung möchte helfen, hier in unserem Land konkret und praktisch eine Antwort zu finden.

Solidarität mit den Opfern, Leidenden und Trauernden

Zerstörung, Menschenverachtung und Mord sind keine Lösungen von Konflikten. Wir sind entsetzt über die steigende Anzahl von terroristischen Anschlägen und Gewalttaten während der letzten Monate in verschiedenen Teilen der Welt. Unsere Solidarität gilt den Opfern und ihren Angehörigen.
Mitgefühl ist geboten. Wir dürfen nicht gleichgültige Zeugen der Zerstörung werden. Gleichgültigkeit wäre ein schlimmes Versagen. Wir müssen den Mut haben, von uns selbst abzusehen und uns dem Leid der betroffenen Menschen auszusetzen und es nachzufühlen. Es gilt der wahren Natur zerstörerischer Gewalt ins Auge zu sehen, um gegen diese Versuchung gefeit zu sein. Gewalt darf niemals verharmlost oder gar verherrlicht werden.
Besorgt stellen wir fest, dass die Gewaltbereitschaft, schon unter Jugendlichen, auch in den westlichen Ländern zunimmt. Umso dringlicher ist es, zu verhindern, dass sie eskaliert und unkontrollierbar wird.

Welche Antwort auf Feindschaft?

Mit Entschiedenheit verurteilen wir alle Akte von Terror und Gewalt auf der Welt. Jede Gewalttat ist ein Angriff auf die Würde des Menschen, der nach Gottes Ebenbild geschaffen ist.
Der Schutz vor Terror und seine Abwehr sind eine gemeinsame Aufgabe aller Kulturen, Gesellschaften und Religionen. Deshalb ist hier das Engagement aller Religionsgemeinschaften, ungeachtet ihrer religiösen Unterschiede, gefordert. Als Kinder des Einen Gottes empören wir uns gegen die Zerstörung der Welt und treten gemeinsam ein für ihre Bewahrung.
Wie antworten wir auf die wachsende Gewalt? Angst und Hass wären natürliche Reaktionen.
Aber unsere jüdischen und christlichen Traditionen zeigen uns, zum Teil aufgrund einer langen geschichtlichen Erfahrung mit Gewalt, dass es bei solchen Reaktionen nicht bleiben darf, denn sie sind mehr Fluch als Segen. Der zerstörerischen Gewalt steht ihre schöpferische Überwindung gegenüber. Sie allein ist eine positive Alternative zur Zerstörungswut.

Aufbietung der Kräfte des Friedens

Ein erster Schritt in Richtung auf Frieden ist Besonnenheit und Vernunft. Wir sind aufgefordert, das Geschehene, seine Ursachen und Motive so tief zu verstehen wie nur möglich. Wir bedürfen der Einfühlungskraft, um die Vorstellungen irregeleiteter und verblendeter Menschen zu deuten. Unsere Empörung darf nicht zu Vorurteilen, zu kulturellen Fronten und religiösen Feindbildern führen. Eine globale Strategie der Bekämpfung von Terrorismus und Gewalttätigkeit muss langfristig deren politische, soziale und ideologische Ursachen abbauen.
Das hebräische Wort «Schalom» meint ein gerechtes und wohl geordnetes Leben. Es bedeutet Friede, Versöhnung, Ganzheit, Harmonie, Begrüssung, Gastfreundschaft und Segen. Das Streben nach Frieden verlangt eine andauernde Anstrengung und verpflichtet unser ganzes Denken, unseren Glauben und unser Leben.
Auf diesem Weg zu gehen ist gerade in der Schweiz, wo im Grossen und Ganzen mehr Frieden herrscht als in vielen anderen Ländern der Erde, eine besondere Pflicht für Juden und Christen. Die Welt braucht ein geistiges Klima, in dem die Menschen atmen können. Dieses wird auch von uns mitbestimmt, im Sinne des Friedens wie des Unfriedens. Hier liegt ein Handlungsspielraum vor uns, dessen Bedeutung wir nicht unterschätzen dürfen. Wer unter uns an den Gott der Schrift glaubt, weiss, dass Er solche Bemühungen liebt und segnet: «Ich denke Gedanken des Friedens und nicht des Zorns» (Jeremia 29,11).


Bistum Chur

 

Aus der Agenda der Bistumsleitung im 1. Halbjahr 2002


Bistum Lausanne, Genf und Freiburg

 

Pfarrei Bösingen erhält wieder einen Priester

Der Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg, Bernard Genoud, hat den Salvatorianerpater Adam Serafin als Priester in die Pfarrei Bösingen berufen. Der Ordenspriester Pater Serafin ist 30-jährig, gebürtiger Pole und hat an der hiesigen Universität soeben eine Lehrerausbildung im Fach Religion absolviert. Seit 1999 hat der Salvatorianerpater in verschiedenen Pfarreien der Schweiz priesterliche Dienste wahrgenommen und war auch schon als Religionslehrer tätig. In Bösingen wird er zu 50 Prozent angestellt und mit einem Team zusammenarbeiten, das aus dem Pfarradministrator Pfarrer Paul Sturny, Wünnewil, Vreni Stulz, Pfarreimitarbeiterin, und Eliane Schwartz, Pfarreipräsidentin, besteht. Die Ernennung von Pater Serafin erfolgt vorerst für ein Jahr. Der Pater wird seinen Wohnsitz im Salvatorhaus in der Stadt Freiburg beibehalten. Stellenantritt ist der kommende 15. September.
Daniel Schwenzer, seit letztem Herbst als Pastoralassistent in Bösingen tätig, verlässt die Pfarrei wieder.

Marie-Thérèse Weber-Gobet


Orden und Kongregationen

 

Wahl einer neuen Generalleitung

Das Generalkapitel der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz wählte die Generaloberin und sechs Generalrätinnen.
Als Generaloberin wurde gewählt: Sr. Louise-Henri Kolly, 1940, von Billens (FR). Sie wird während einer zweiten Amtszeit von 6 Jahren die Hauptverantwortung für die Kongregation tragen.
Sie wird ihre Aufgaben wahrnehmen mit einem internationalen Team, das sich zusammensetzt aus den bisherigen Generalrätinnen:

Die Generalökonomin Sr. Melanie Irniger bleibt vorläufig im Amt.
Die Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz mit dem Mutterhaus in Brunnen-Ingenbohl (SZ) zählt heute weltweit 4452 Schwestern, wovon 940 in der Schweiz leben.


© Schweizerische Kirchenzeitung - 2002