26/2002

INHALT

Amtlicher Teil

 

Alle Bistümer

 

Schritte in die falsche Richtung: Priesterinnenweihe in Deutschland

Wenn am 29. Juni 2002 an einem geheimen Ort von einem Bischof/mehreren Bischöfen mit fragwürdiger Herkunft und bischöflicher Sukzession Frauen zu Priesterinnen geweiht werden, dann wird aus einer berechtigten Sehnsucht nach einer Weihemöglichkeit für Frauen, die viele römisch-katholische Frauen (und Männer) unterstützen, dem verständlichen Wunsch, eine kirchliche Männerbastion zu sprengen, ein Schritt in die falsche Richtung getan. Nicht nur die Fragwürdigkeit der Legitimität dieser Weihen, sondern auch die Folgen solcher Weihen für die Frauenbewegung in der römisch-katholischen Kirche sind von den Weihekandidatinnen zu wenig bedacht worden.
Seit 1992 tritt Romulo Braschi, zunächst als Priester, seit 1998 als Erzbischof der Katholisch-Apostolischen (nicht-römischen) Charismatischen Kirche Jesus König in Europa in Erscheinung. 1995 errichtete er die Diözese Zürich (neben den Diözesen München [für Deutschland], Buenos Aires und San Salvator de Bahia in Argentinien 1994). Im Mai 2002 nahm er die Bischofsweihe von Ferdinand Regelsberger, bis 1977 Benediktinermönch von Kremsmünster (Österreich) und dann verheiratet, vor. Am 29. Juni 2002 wird er, so ist der Plan, in Deutschland die Frauenpriesterweihe vornehmen.
Romulo Braschi, 1941 in Argentinien geboren, war früher Priester der römisch-katholischen Kirche (Priesterweihe 1966; Orden de los Maristas); er hatte Kontakte zur Basisbewegung und zur charismatischen Bewegung innerhalb der römisch-katholischen Kirche Argentiniens. Konflikte führten zur Trennung und dem Austritt von Herrn Braschi aus der römisch-katholischen Kirche. 1978 Gründung der «Katholisch-Apostolischen Charismatischen Kirche Jesus König» in Argentinien. Erste Kontakte zur von Rom unabhängigen Katholisch-Apostolischen Kirche Brasiliens (Igreja Catolica Apostolica Brasileira).
Am 11. Oktober 1998 wurde Romulo Braschi in München von Bischof Roberto Garrido Padin, Mitglied des Episkopates der Katholisch-Apostolischen Kirche Brasiliens als «Erzbischof von München, Zürich, Buenos Aires und San Salvator de Bahia» geweiht. Er steht damit in der Sukzessionslinie der Katholisch-Apostolischen Kirche Brasiliens, die der ursprünglich rechtmässig geweihte brasilianische Bischof Carlos Duarte Costa (1888­1961) nach dem Bruch mit Rom 1945 gründete.
Am 30. Januar 1999 erhielt «Erzbischof» Braschi noch einmal die Bischofsweihe durch den früheren römisch-katholischen Bischof Jerónimo Podestá (1920­2000) in Buenos Aires. Dieser ist der Vorsitzende der Organisation der verheirateten römisch-katholischen Priester in Lateinamerika und Vizepräsident ihrer Weltföderation.
«Erzbischof» Romulo Braschi ist mit Alicia Cabrera Braschi verheiratet; nach eigenen Angaben ist sie Kunstdozentin der Kunstakademie für Bildhauerei und Malerei und Tanzpädagogin in München. Frau Cabrera Braschi war «Ordensfrau» und ist heute Priesterin der Katholisch-Apostolischen Charismatischen Kirche.
Herr Braschi ist jedoch nicht nur mit der christlichen Kirche verbunden. Er gründete 1996 bereits in München den Verein Carismatica-Oxala-Nana, eine «Naturreligion», die als die afro-argentinische Umbanda-Religion des Volkes Gege Naga bezeichnet wird. Über die Rituale und Praktiken dieser Religionsgemeinschaft wollte er entsprechend Programm an der Esoterikmesse im März 2001 in Zürich informieren.
In der Schweiz unterhielt Romulo Braschi zunächst in Schlattingen bei Schaffhausen ein «Generalordinariat» für die Schweiz; nach Auseinandersetzungen (und in der Folge mehreren Prozessen) mit der dortigen Mitarbeiterin (darüber wurde in der Zeitschrift «Beobachter» 14/2000 und 16/2000 berichtet) wurde dieses schweizerische «Generalvikariat» nun in die Mättenbergstrasse 15, 3367 Thörigen (bei Bern), verlegt. Nach eigenen Angaben umfasst die Kirche weltweit 13000 Personen; für Deutschland wie für die Schweiz werden je 250 Personen angegeben. In Thörigen entstand eine Kirche, in der mehrmals im Jahr Gottesdienste und Heilungsgottesdienste mit «Erzbischof» Braschi in spanischer, portugiesischer und deutscher Sprache stattfinden. Die Gemeinde finanziert sich durch Spenden.

Katholische Arbeitsstelle
«Neue Religiöse Bewegungen»


Bistum Basel

 

Ernennungen


Ausschreibungen

Interessierte Personen melden sich bitte bis 18. Juli 2002 beim Diözesanen Personalamt, Baselstrasse 58, 4501 Solothurn, oder E-Mail personalamt@bistum-basel.ch

Interessierte Personen melden sich bitte bis 12. August 2002 beim Diözesanen Personalamt, Baselstrasse 58, 4501 Solothurn, oder E-Mail personalamt@bistum-basel.ch


Bistum St.Gallen

 

Diepoldsau. Verabschiedung von Pfarrer Lorenz Wüst

Am 16. Juni hatte die St.-Antonius-Kirche in Diepoldsau zu wenig Sitzplätze. Im Festgottesdienst zum Patrozinium der Pfarrei Diepoldsau-Schmitter ist Pfarrer Lorenz Wüst (Jg. 1932) verabschiedet worden. Ende Juni wird er nach Kriessern zügeln, von wo aus er gerne noch als Aushilfe für priesterliche Dienste zur Verfügung steht. Nach Diepoldsau war Lorenz Wüst im Spätherbst 1997 gezogen, um mit Eintritt ins Pensionierungsalter nur mehr einer überschaubaren Pfarrei vorzustehen. Sein Tätigkeitsfeld als Pfarrer von Widnau (ab 1981) hatte sich nämlich 1995 mit der Gründung des Seelsorgeverbandes Widnau-Balgach-Diepoldsau stark ausgeweitet und war ihm zu einer grossen Belastung geworden.
Als Pfarradministrator ad interim für Diepoldsau wurde per Ende Juni Kanonikus und Pfarrer Martin Schlegel, Widnau, ernannt.


St. Gallen. Verabschiedung von Spitalpfarrer Klaus Dörig

Am Kantonsspital St. Gallen ist am 13. Juni erstmals ein gut besuchtes Symposium über Seelsorge am Spital durchgeführt worden. Anlass dazu war einerseits das veränderte Umfeld, das nahe legte, über die spezifische Aufgabe der Spitalseelsorge nachzudenken, andererseits die offizielle Verabschiedung von Spitalpfarrer Klaus Dörig (Jg. 37). Nach 24 Jahren am Kantonsspital wollte er Ende Juni in Pension gehen. Weil sein Nachfolger Markus Schöbi (Jg. 63, zuletzt Pfarrer im toggenburgischen Stein) aber seine Zweitausbildung als Krankenpfleger erst im Herbst 2003 abschliesst, bleibt er bis dann zu 50 Prozent noch am Spital tätig. Die anderen 50 Prozent übernimmt der ehemalige Immenseer Missionar P. Markus Gemperli (seit 2001 in der Pfarreiseelsorge in Rorschach), um sich in die Spitalseelsorge einzuarbeiten.


© Schweizerische Kirchenzeitung - 2002