12/2002

INHALT

Amtlicher Teil

 

Alle Bistümer

 

«Nicht müde werden!»

Wort der Schweizer Bischöfe zum Karwochenopfer 2002 für die Christen im Heiligen Land

Liebe Schwestern und Brüder
Vor einem Jahr wurden die Friedensverhandlungen zwischen den israelischen und den palästinensischen Behörden abgebrochen. Seither kommt das Heilige Land in den Nachrichtensendungen von Radio und Fernsehen und in unseren Zeitungen noch regelmässiger vor als bisher. Doch können keine Fortschritte im Friedensprozess gemeldet werden; vielmehr erfahren wir praktisch jeden Tag von Überfällen oder Angriffen. Sie reihen sich zu einer endlos scheinenden Kette von Gewalt und Vergeltung aneinander. Papst Johannes Paul II. hat diese Situation als «dramatisch» eingestuft. Sie entmutigt die christliche Minderheit in Israel und im palästinensischen Gebiet und bewegt sie zur Auswanderung. So wird diese kleine Minderheit von heute rund 3% der Bevölkerung immer noch kleiner. Der ausweglos scheinende Konflikt entmutigt aber auch viele Christen und Christinnen in unserem Land, die ihre Glaubensgeschwister im Heiligen Land bisher nachhaltig unterstützt hatten. Sie ermutigen wir mit dem Apostel Paulus: «Lasst uns nicht müde werden, das Gute zu tun» (Gal 6,9). Mit dem Karwochenopfer wollen wir weiterhin jene unterstützen, die über Krieg und Frieden nicht entscheiden können, aber unter den Kriegsfolgen leiden. Zu ihnen gehören viele einfache Menschen, die Wohnungen, Arbeitsplätze, einen Gesundheitsdienst und angemessene Schulen für ihre Kinder brauchen. Erreicht werden diese Menschen von den kirchlichen Einrichtungen und Hilfswerken im Heiligen Land, für deren Projekte das Karwochenopfer bestimmt ist. Es sind dies Bistümer der katholischen Ostkirchen und von Ordensgemeinschaften getragene Einrichtungen im Bereich Bildung, Gesundheit und Sozialhilfe. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen dieser Einrichtungen können nur helfen, wenn sie selbst die Mittel dazu erhalten; und angesichts der dramatischen Situation brauchen auch sie eine zusätzliche Ermutigung, damit sie nicht müde werden. Die Karwochenkollekte als Ausdruck unserer Solidarität mit ihnen bringt ihnen nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch eine Ermutigung. Deshalb bitten wir Sie, liebe Schwestern und Brüder, mit dem Karwochenopfer ein Zeichen der Solidarität zu setzen.
Die Sorge für die Christen und Christinnen im Heiligen Land darf uns auch den Konflikt zwischen dem israelischen und dem palästinensischen Volk nicht vergessen lassen. Unsere Solidarität mit unseren Glaubensgeschwistern schliesst auch die Sorge für den Frieden im Heiligen Land ein. Darum unterstützen wir als Kirche die Christen und Christinnen im Heiligen Land auch in ihrem Dialog mit der jüdischen und mit der islamischen Welt. Nur gemeinsam mit den Kindern Abrahams kann das Heilige Land ein «Land des Friedens» werden. Wir Schweizer Bischöfe bitten Sie um ihren Beitrag dazu.

Freiburg, im Februar 2002
Die Schweizer Bischöfe


Bistum Basel

 

Eine Missio canonica hat erhalten:


Im Herrn verschieden

Riccardo Bulloni, emeritierter Pfarrer, Tesserete
Am 10. März 2002 starb in Tesserete der emeritierte Pfarrer Riccardo Bulloni. Am 21. Juli 1925 geboren, empfing der Verstorbene am 29. Juni 1951 in Solothurn die Priesterweihe. Er wirkte als Vikar in der Pfarrei St. Maria, Biel, von 1951­1957. Von 1957 bis 1995 war er als Fidei-Donum-Priester in Malmö (S) tätig. 1995 kehrte er in seine Heimat zurück und verbrachte seinen Lebensabend als emeritierter Pfarrer in Tesserete, von wo aus er priesterliche Dienste in Ponto Valentino leistete. Er wurde am 13. März 2002 in Ponto Valentino beerdigt.


Bistum Chur

 

Sitzung des Priesterrates

Eingehend befasste sich der Priesterrat am 13. März 2002 mit der Taufpastoral im Bistum. Die Situation der jungen Familien kam eingehend zur Sprache. Aufgrund ihres Lebenskontexts nehmen sie das Taufsakrament in einer sehr individuellen, zuweilen auch individualistischen Sicht wahr. Einerseits soll dem Rechnung getragen werden, anderseits möchte man die Familien einladen, am Leben der Glaubensgemeinschaft teilzunehmen und dies im Zusammenhang mit der Taufe konkret zu erleben. Ein grosser Teil der Pfarreien ist gewillt, jungen Familien Lebens- und Erfahrungsräume zu eröffnen. Taufe ist in mehr als einer Hinsicht nicht mehr selbstverständlich. So gewinnt auch die Erwachsenentaufe und der entsprechende Katechumenat an Bedeutung. Dem Taufwunsch von Erwachsenen soll in der geeigneten Art und Weise begegnet werden.
Das zu erstellende Rahmenstatut für die Dekanate in der Diözese beschäftigte ausserdem den Priesterrat. Veränderten Rahmenbedingungen ist Rechnung zu tragen, und zwar in den verschiedenen Dekanaten unterschiedlich. Ein Dekanat als Gemeinschaft der im kirchlichen Dienst Tätigen kann eine Vielzahl von kirchlichen Berufen umfassen. Das Statut will ein Minimum an Gemeinsamkeit im Bistum garantieren.
Der Diözesanbischof brachte seine Sicht des Bistums, seine vordringlichen Sorgen, aber auch Hoffnungen ein. Diese Offenheit, wie der Umgang und das Klima im Priesterrat überhaupt, zeigen, wie die Situation im Bistum sich entspannt hat und wie nicht wenige zu neuer konstruktiver Überlegung und Zusammenarbeit ermutigt sind. Ein ähnliches Zeichen ist die Tatsache, dass die Sitzung im Priesterseminar St. Luzi stattfand, das mit der Theologischen Hochschule (THC) zusammen einen neuen Anfang gemacht hat.

Für den Arbeitsausschuss:
Martin Kopp


Personalverzeichnis 2002

Aus verschiedenen Gründen hat sich bei der Erstellung und Herausgabe des Personalverzeichnisses 2002 eine grössere Verzögerung ergeben. Der Bischofsrat hat deshalb beschlossen, das diesjährige Verzeichnis erst im Sommer 2002 herauszugeben mit Stichtag 1. Juli 2002 und Gültigkeit bis zum Sommer 2003. Es wird ab Mitte August 2002 ausgeliefert. Mutationen für diese Ausgabe sind bis allerspätestens 15. Juni 2002 schriftlich an die Bischöfliche Kanzlei Chur, Postfach 133, 7003 Chur 2, z.H. Herrn H. Hafner, einzureichen. Bisher eingegangene Bestellungen für das Personalverzeichnis 2002 behalten ihre Gültigkeit.
Das Personalverzeichnis des Bistums Chur wird künftig immer im Sommer herausgegeben mit Gültigkeit bis zum Sommer des folgenden Jahres.


Ausschreibungen

Infolge Demission der bisherigen Stelleninhaber werden die folgenden Pfarreien zur Wiederbesetzung ausgeschrieben:

Interessenten mögen sich melden bis zum 12. April 2002 beim Sekretariat des Bischofsrates, Postfach 133, 7002 Chur.


Bistum St.Gallen

 

11. Diözesanforum für kirchliche Jugendarbeit: Ermutigung für die Praxis

Es muss den für Religionsunterricht und Jugendarbeit verantwortlichen Frauen und Männern wohl getan haben, am 11. Diözesanforum für kirchliche Jugendarbeit von kompetenter Seite zu hören, ihre Arbeit lohne sich. Sie sei erfolgreich, auch wenn die Kirchen weiterhin zu gross sind für die, die in ihr feiern und sich dabei an das Interesse Gottes am Menschen und seiner Welt erinnern.
Für die Frauen und Männer aus kirchlichen Behörden dürften die Gedanken des 59-jährigen Karl Heinz Schmitt, Priester und Professor für Erziehungswissenschaften in Paderborn, Anstoss sein, das Geld für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen nicht mehr nur vom sichtbaren Erfolg, das heisst von Kirchenbesuchen, abhängig zu machen. Und bei einer Stellenbesetzung werden sie wohl inskünftig verstärkt darauf achten, wie eine Bewerberin, ein Bewerber den Menschen allgemein und insbesondere den jungen Menschen begegnet. Erfährt der Jugendliche durch die Begegnung mit dem Jugendseelsorger oder mit der Katechetin etwas von der Liebe und Sorge Gottes zu den Menschen? Machen er oder sie den Namen Gottes dadurch erfahrbar, dass Kinder und Jugendliche sich gut aufgehoben fühlen, Anteilnahme erfahren sowie Zuwendung, Wertschätzung, Vergebung, Solidarität, bedingungslose Anerkennung. Und zwar um ihrer selbst willen und nicht, um sie in die Kirche zu bringen.
Karl Heinz Schmitt ist überzeugt, dass in Sachen des Lebens und des Glaubens nur aus persönlicher Sicht gesprochen werden kann. Darum stellte er erst sich und seinen Lebensweg vor, bevor er sich darauf einliess, die Anwesenden zu ermutigen und ihnen zu zeigen, was es heisst, im heutigen Umfeld den Namen Gottes erfahrbar zu machen. Die kirchliche Jugendarbeit hat ihn stark geprägt. Für sein Glaubensleben hat er von ihr mehr profitiert als vom Religionsunterricht und vom Elternhaus. Er, der während des 2. Vatikanischen Konzils Theologie studierte, hat Glauben als etwas kennen gelernt, das in Bewegung ist. Was unveränderlich schien, war plötzlich veränderbar. In der Zeit der gesellschaftlichen Unruhen hat er auch erfahren, dass Freiheit und Glaube absolut zusammengehören. Sein biblisches Leitbild ist jenes vom Vater, der seinen Sohn ziehen lässt und dieser gehen kann mit der Gewissheit, auch nach schweren «Abstürzen» wieder im Vaterhaus aufgenommen und in seine alten Rechte eingesetzt zu werden.
Karl Heinz Schmitt findet es wichtig, dass in der Begegnung mit andern, gerade auch mit Jugendlichen, von Lebenssituationen erzählt wird, in denen sich der Glaube als hilfreich und förderlich erwiesen hat. Von eigenen Schwächen soll ebenfalls die Rede sein. Er meint sogar, es müsse eine neue Form der Fehlerfreudigkeit gelernt werden. Mit dem Bistumsprojekt «He! Was glaubst Du?» sind hier Anfänge gemacht worden.
Bischof Ivo Fürer, der gemeinsam mit der Daju, der Diözesanen Arbeitsstelle für Jugendseelsorge, zum 11. Diözesanforum ins Pfarreiheim St. Fiden-St. Gallen eingeladen hatte, dankte allen in der Kinder- und Jugendarbeit tätigen Frauen und Männern für ihren Einsatz. Er wünschte ihnen weiterhin Mut und Freude für ihre Arbeit in der Kirche, die heute eine der vielen Lebenswelten ist, aus denen der Mensch frei wählt, was ihm für die Befriedigung seiner Lebensbedürfnisse dient.

Rosmarie Früh


Personalplanungskommission (PPK): Neue Zusammensetzung

Die schlanker gewordene Pastoralplanungskommission setzt sich wie folgt zusammen: Bischofsvikar Markus Büchel, Leiter des Pastoralamtes (Präsident); Franz Kreissl, Mitarbeiter im Pastoralamt (Sekretär); Cordula Köppel, Andwil; Pfarrer Niklaus Popp, Gossau; Pfarrer Josef Raschle, St. Gallen-Dom; Monika Seitz, Mitglied des Seelsorgerates, St. Margrethen; Pfarreibeauftragter Markus Zweifel, Wittenbach.
Der erste Auftrag an die PKK geht dahin, die von den Pfarreien zurückgeschickten Unterlagen des Bistumsprojektes «He! Was glaubst Du?» zu sichten und daraus für das Pastoralamt pastorale Perspektiven zu erarbeiten.


Behindertenkatechese: Stabübergabe nach 20 Jahren

Nach 20 Jahren intensiver und kreativer Tätigkeit hat Margaretha Scherrer ihr Amt als Verantwortliche für die Behindertenkatechese im Bistum St. Gallen an Trudy Schuler und Ursula Eichmann weitergegeben.
Als ausgebildete Katechetin absolvierte Margaretha Scherrer 1981 die Zusatzausbildung für Behindertenkatechese am IFOK. Seither unterrichtet sie mit einer grossen Hingabe und Kompetenz an der Heilpädagogischen Schule in St. Gallen. Selbst körperlich behindert, weiss sie um die nötige Geduld und die kleinen Schritte, die das Zusammensein mit diesen oft Übersehenen abverlangt.
Zudem führte sie jährliche Weiterbildungsangebote durch für die Katechetinnen und Katecheten, die mit Kindern und Jugendlichen mit geistigen Behinderungen ganz besonders auf handfeste und sinnenhafte Weise den Zugang zum Glauben benötigen. Ein Grossteil der Angebote waren ökumenisch, auf der evangelisch-reformierten Seite war Frieda Knaus verantwortlich.
Auch auf deutschschweizerischer Ebene brachte Margaretha Scherrer ihr Wissen und ihre Erfahrungen ein. Dass jetzt das Stuttgarter Bibelwerk interessiert ist, mit ihr eine Unterrichtsreihe für Katechese bei behinderten Kindern herauszugeben, zeigt, wie sie in diesem Dienst der Verkündigung geschätzt wird.
Nun hat Margaretha Scherrer diese Aufgabe den beiden Katechetinnen Trudy Schuler, Rapperswil-Jona, und Ursula Eichmann, Niederuzwil, übergeben. Beide sind seit mehreren Jahren in der Behindertenkatechese tätig und werden als Tandem diesen wertvollen Dienst weiterführen.
Den drei Frauen und allen, die ­ meist ganz im Hintergrund ­ in dieser speziellen Glaubensverkündigung wirken, dankt die Bistumsleitung ganz herzlich.

Philipp Hautle, Diözesankatechet


© Schweizerische Kirchenzeitung - 2002