11/2002 | |
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Amtlicher Teil |
Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) hat vom 4. bis 6. März 2002 ihre 255. Ordentliche Versammlung im Priesterseminar der Diözese Lausanne-Genf-Freiburg in Villars-sur-Glâne (FR) abgehalten.
Die Hauptthemen dieser Versammlung waren:
Mgr. Pierre Bürcher hat vom 21. bis 24. Januar 2002 Jerusalem besucht.
Er nahm dort als Abgesandter der SBK an einem Treffen der Bischofskonferenzen
Europas und Nordamerikas teil, an dem diese sich mit der Situation im Heiligen
Land auseinandersetzten. Die Einladung dazu war von den katholischen Bischöfen
dieser leidgeprüften Region ausgegangen. Der Weihbischof der Diözese
Lausanne-Genf-Freiburg zeigte sich tief betroffen angesichts der gegenwärtigen
Leiden der palästinensischen und israelischen Bevölkerung.
Die Schweizer Bischöfe schliessen sich den Aufforderungen an, die durch
die Versammlung der katholischen Ordinarien im Heiligen Land ausgearbeitet
worden sind. Diese erwarten dringend auf eine wirksame Unterstützung.
Es gilt zu bedenken, dass das Bestehen christlicher Gemeinden vor Ort durch
die Ausmasse des gegenwärtigen Konflikts und durch die Zerstörung
der einheimischen Wirtschaft, die er mit sich bringt, bedroht ist. Ist aber
die Mutterkirche in Gefahr, so ist auch die gesamte Kirche davon betroffen.
Die SBK steht des Weiteren hinter jeder friedlichen Initiative, die auf
allen Ebenen unternommen wird. Sie begrüsst ausserdem die Friedensbemühungen
des Bundesrates in der Region. Niemand kann und darf die Augen vor dem Unrecht
schliessen, das die palästinensische Bevölkerung infolge der Besetzung
erleidet. Diese steht in völligem Widerspruch zu den UNO-Resolutionen.
Die Gewaltspirale des Terrorismus ihrerseits verschlechtert einzig noch
die Situation. Die Lösung des Konflikts besteht allein in der Anerkennung
der Existenzberechtigung eines palästinensischen und israelischen Staates.
Ganz besonders empfiehlt die SBK in diesem Jahr das Karfreitagsopfer in
den Kirchen unseres Landes, das für die notleidende Bevölkerung
im Heiligen Land bestimmt ist.
Die Kampagne vor der Volksabstimmung vom kommenden 2. Juni zur Frage der Abtreibung wird in Kürze starten. Die Schweizer Bischöfe werden sich daran beteiligen indem sie ihre «Neun Leitsätze zum Schwangerschaftsabbruch» im Rahmen einer Medienkonferenz am Dienstag, 16. April 2002, um 10 Uhr in Bern vorstellen. In diesem Zusammenhang werden sie mit aller Deutlichkeit ihre Gründe aufzeigen, weshalb sie strikt gegen die vorgeschlagene Fristenregelung sind und erneut ihre Position gegenüber der Initiative «Mutter und Kind» erläutern.
Die Bischöfe haben die Herren Hans Danioth und Adrian Aellig, den
Präsidenten und Direktor der Inländischen Mission der Schweizer
Katholiken, empfangen. Die beiden präsentierten eine Bilanz der Tätigkeiten
ihrer Institution sowie deren künftige Zielsetzungen.
Dieses Hilfswerk unterstützt Priester und Pfarreien in finanziellen
Schwierigkeiten sowie auf allgemeinerer Ebene die kirchliche
Pastoral (Beratung, materieller Unterhalt). Jedes Jahr wird in allen Pfarreien
der Schweiz eine Kollekte aufgenommen zu Gunsten dreier Pfarreien in Schwierigkeiten
(fällige Kirchenrestaurationen, Bau neuer Gottesdiensträume usw.),
zudem ist das Bettagsopfer für dieses Werk bestimmt.
Die Bischöfe haben beschlossen, die neu gebildete «Arbeitsgruppe Bioethik» der Theologischen Kommission der SBK anzugliedern. Der Auftrag dieser Gruppe wird sein: die Entwicklung des Wissens auf diesem Fachgebiet zu verfolgen und Stellungnahmen zu Fragen der Bioethik für die Bischöfe zu erarbeiten. Die Mitgliederliste dieser Arbeitsgruppe wird demnächst veröffentlicht werden können.
Die Bischöfe haben sich ausführliche Gedanken darüber gemacht, wie die Effizienz ihrer Arbeit in internen Bereichen (Neuverteilung der Arbeitsbereiche, Änderung der Geschäftsordnung) gesteigert werden könnte. Eine Kommission, bestehend aus einigen Bischöfen, wird in diesem Anliegen ein Projekt ausarbeiten.
Die Bischöfe haben sich persönlich bei Herrn Jean-Claude Huot
bedankt, einem der beiden Sekretäre der Kommission «Justitia
et Pax», der Ende März nach 14-jähriger wertvoller und viel
geschätzer Arbeit im Dienste der Kommission seinen Posten verlassen
wird, um das Secrétariat romand der «Erklärung von Bern»
zu übernehmen. Herr Huot, der eine grosse wissenschaftliche Kompetenz
besitzt und jederzeit eher das betonte, was verband, als das, was trennte,
hinterlässt der SBK die Fülle einer reichhaltigen Arbeit: Beratung,
Stellungnahmen sowie die Bearbeitung von Dokumenten zu sozialen und ethischen
Fragen auf dem Hintergrund seines Spezialgebietes «Menschenrechte».
Sein Beitrag für die Ökumenische Konsultation war ebenfalls überaus
wertvoll.
Der neue Sekretär oder die neue Sekretärin wird in den nächsten
Monaten von der Kommission «Justitia et Pax» ernannt werden.
Zurzeit wird das Sekretariat allein von Herrn Christian Kissling, ebenfalls
Sekretär der Kommission, weitergeführt.
Die Bischöfe haben Herrn Pfr. Roger Noirjean aus Pruntrut (JU) empfangen,
der seit 1986 das Amt des Offizials des Gerichtes der zweiten Instanz (Interdiözesanes
Kirchliches Gericht) bekleidet hat. Er ist von dieser Funktion am 31. Dezember
des vergangenen Jahres zurückgetreten. Die Bischöfe haben ihm
so wörtlich «mit Bewunderung» für seinen
unermüdlichen Einsatz im Dienste dieser wichtigen Instanz der katholischen
Kirche gedankt. Pfr. Noirjean, der ein hervorragender Jurist ist, hat neben
seiner pastoralen Tätigkeit als Seelsorger mit grossem persönlichen
Engagement selbst in besonders heiklen Situationen gute Arbeit geleistet.
Seine Mitarbeiter schätzten seine freundschaftliche Nähe.
Bei seinem Besuch an der Versammlung der Bischöfe begleitete ihn Urs
J. Cavelti, Richter des Interdiözesanen Kirchlichen Gerichts. Beide
stellten den Bischöfen ihren Rechenschaftsbericht über die Tätigkeit
des Interdiözesanen Kirchlichen Gerichts vor, dessen Aufgabe es ist,
sich mit kirchenrechtlichen Fragen in Ehefällen zu befassen. Das Gericht
fungiert als Rekursinstanz nach dem Urteilsspruch einzelner Diözesangerichte.
Die SBK hat P. Martin Werlen OSB, Abt von Einsiedeln, zum Mitglied der
«Internationalen Arbeitsgemeinschaft der Liturgischen Kommissionen
im deutschen Sprachgebiet» ernannt. Er vertritt die SBK damit in dieser
Gruppe zusammen mit Mgr. Paul Vollmar, Weihbischof von Chur, der ihr bereits
angehört.
Die Bischöfe haben des Weiteren Mgr. Paul Vollmar sowie Prof. Patrick
Dondelinger (Luzern) zu Mitgliedern der «Ständigen Kommission
für die Herausgabe der gemeinsamen Liturgischen Bücher im deutschen
Sprachgebiet» ernannt.
Die SBK hat Herrn Dr. Christian Ruch-Messer zum Mitglied der Schweizerischen
Katholischen Arbeitsgruppe «Neue Religiöse Bewegungen»
ernannt.
Die Bischöfe haben Herrn Pfr. Stefan Roth, Regens des Priesterseminars
der Diözese Sitten, zum Delegierten der SBK im Hochschulrat der Universität
Freiburg ernannt. Zusammen mit Dr. Agnell Rickenmann, Generalsekretär,
vertritt er die SBK in diesem Rat.
Die SBK hat den Apostolischen Nuntius, Mgr. Pier Giacomo De Nicolò,
zu einem freundschaftlichen Besuch empfangen. Der Nuntius wird im April
sein 50-jähriges Priesterweihejubiläum feiern.
Die Schweizer Bischöfe haben die neuen Statuten des Schweizerischen
Sakristanenverbandes zur Kenntnis genommen.
Der Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) und die
Schweizer Bischofskonferenz (SBK) haben mit Befriedigung vom Abschluss der
Ökumenischen Konsultation zur sozialen und wirtschaftlichen Zukunft
der Schweiz Kenntnis genommen. Formell ist die Konsultation, die im Januar
1998 von den beiden Kirchen lanciert worden war, an der letzten Sitzung
des Präsidiums vom 6. Februar abgeschlossen worden. Obwohl die Konsultation
eine Dimension angenommen hatte, die weit über den ursprünglich
geplanten Rahmen hinausging, konnte sie ohne Defizit beendet werden.
Die Bischofskonferenz und der Rat des SEK bestätigen, dass das Sekretariat
Justitia et Pax als «Drehscheibe» für die gegenseitige
Information und Koordination für alle Gruppen und Einzelnen, die sich
für Follow-up-Aktivitäten der Konsultation engagieren, zur Verfügung
steht (Justitia et Pax, Postfach 6872, 3001 Bern).<*>
Der Rat des SEK und die SBK unterstützen alle Initiativen, die unternommen
werden, um das «Wort der Kirchen: Miteinander in die Zukunft»,
mit dem die Konsultation ihren inhaltlichen Abschluss fand, in der schweizerischen
Bevölkerung weiter bekannt zu machen und in die Praxis von Kirchen
und Gruppen zu übertragen. Sie ermutigen insbesondere die nationale
ökumenische Gruppe «Follow-up», die sich in Verbindung
mit der «Drehscheibe» Justitia et Pax mit der geistigen
Weiterführung des Konsultationsgedankens befasst.
Das Präsidium der Ökumenischen Konsultation setzte sich seitens
des SEK aus dem Präsidenten des Rates, Pfr. Thomas Wipf, Pfr. Marco
Pedroli, Dr. Claudia Schoch Zeller und seitens der SBK aus deren Präsidenten,
Bischof Amédée Grab, Weihbischof Peter Henrici sowie lic.
theol. Béatrice Bowald zusammen.
* Für spezifische Anfragen, welche den evangelisch-reformierten Einzugsbereich betreffen, steht selbstverständlich auch weiterhin das Institut für Sozialethik des SEK (Sulgenauweg 26, 3007 Bern) zur Verfügung, welches mit der «Drehscheibe» vernetzt ist.
Am Montag in der Karwoche, 25. März 2002, feiert Bischof Kurt Koch
zusammen mit dem Presbyterium und den Seelsorgerinnen und Seelsorgern des
Bistums um 10.30 Uhr die Chrisam-Messe in der St.-Ursen-Kathedrale. In diesem
Gottesdienst weiht der Bischof das Öl für die Krankensalbung,
das Katechumenenöl für die Taufe sowie den Chrisam für Taufe
und Firmung, für Weihen und Konsekrationen.
Ein herzlicher Willkomm gilt den Priesterjubilaren.
Alle Gläubigen, die den Gottesdienst mitfeiern wollen, sind dazu herzlich
eingeladen.
Wir bitten um Kenntnisnahme und die Betroffenen um Entschuldigung.
Die beiden Pfarrstellen Frick und Gipf-Oberfrick im Seelsorgeverband
Tierstein (AG) (Frick, Gipf-Oberfrick, Oeschgen, Wittnau, Wölflinswil)
werden für einen Pfarrer und einen Gemeindeleiter/eine Gemeindeleiterin
zur Wiederbesetzung ausgeschrieben.
Interessierte Personen melden sich bitte bis 4. April 2002 beim Diözesanen
Personalamt, Baselstrasse 58, 4501 Solothurn, oder E-Mail personalamt@bistum-basel.ch
Es melden sich immer wieder ausländische Priester beim Diözesanen Personalamt mit der Bereitschaft, im Sommer/Herbst 2002 Ferienvertretungen zu übernehmen. Sofern von Seiten der Pfarreien entsprechender Bedarf besteht, können die Pfarreien diesbezüglich mit dem Diözesanen Personalamt bis ca. Ende März 2002 Kontakt aufnehmen.
Priesterrat und Rat der Diakone, Laientheologinnen und Laientheologen
behandelten an ihrer ersten Sitzung im neuen Jahr, am 19. und 20. Februar
2002 im Centre St. François, Delémont, das weitere Vorgehen
betreffend ökumenische Konsultation «Wort der Kirchen: Miteinander
in die Zukunft» und liessen sich über die neuen Bewegungen in
der katholischen Kirche informieren.
Zu Beginn der Sitzung wurde der neue Generalvikar Pater Roland-Bernhard
Trauffer begrüsst, welcher die Räte künftig leiten wird.
Ebenfalls begrüsst wurden die neuen Mitglieder in beiden Räten.
Hans-Peter Bucher, Wettingen, führte in das Thema ein und erinnerte
an das Dokument der ökumenischen Konsultation, welches am 1. September
2001 in Bern verabschiedet wurde. Er zitierte verschiedene Referate und
Berichte, unter anderem die Bettagsansprache vom damaligen Bundespräsidenten
Moritz Leuenberger.
In der anschliessenden Diskussionsrunde versuchten die Mitglieder Wege aufzuzeigen,
wie dieses einhellig gut befundene Grundlagenmaterial der Konsultation weiterverbreitet
und zur Anwendung gebracht werden könnte.
Soll die Arbeit «unten» in Arbeitsgruppen von Pfarreien beginnen,
oder muss zuerst von «oben» etwas kommen? Der Anstoss soll gleichzeitig
von beiden Seiten her erfolgen, da sind sich die Räte einig.
Im künftigen Pastoralamt mit drei hauptamtlichen Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen
wird eine Person für die Diakonie zuständig sein. Hier wird erwartet,
dass Vorschläge in die Räte und an die Basis fliessen werden,
die einerseits an die ökumenische Konsultation erinnern und anderseits
anregen, diese Texte zu gebrauchen, zu verwenden und umzusetzen.
Es kann auch direkt an der Basis begonnen werden. Gefragt sind da zum Beispiel
die Kirchgemeinden (Behörden) diese könnten unter anderem
durch die Anstellungsbedingungen (Familien- und Kinderzulagen) oder durch
Steuererleichterungen für Familien und Alleinerziehende mit finanziellen
Problemen vorbildliche Massnahmen ergreifen und damit einen ersten Schritt
zur Umsetzung leisten. In den Pfarreien kann in ökumenischen Arbeitsgruppen
durchaus eine Sensibilisierung für die Texte bewirkt werden.
Pfarrer Joachim Müller von der Schweizerischen Katholischen Arbeitsgruppe
«Neue religiöse Bewegungen» referierte über neue innerkirchliche
Bewegungen. Er plädierte für das Wahrnehmen einer neuen Pluralität
in der Kirche Schweiz. Schwerpunkt dieser Bewegungen sei die Erneuerung
im persönlichen Leben des Einzelnen, das heisst es gehe dabei meistens
um einen individuellen Ansatz, in Verbindung mit Persönlichkeiten,
Vorbildern, Idealen usw. Oft würden diese Bewegungen in Spannungen
zum Pfarreileben erlebt. Daher regte der Referent an, dass sich in den Pfarreien
vermehrt Gesprächsrunden mit und über diese Bewegungen angeboten
werden sollten, damit sich alle gegenseitig besser kennen lernen und verstehen
könnten.
Mit verschiedenen Treffen von «Pfarreien und Bewegungen» in
Baar (ZG) konnte der Dialog in die richtige Richtung angegangen werden.
Bischof Kurt Koch meinte: «Die Sache ist nicht neu! Bereits durch
die ganze Kirchengeschichte hindurch gab es Bewegungen und Orden, die durch
die Ortskirche nicht eingefangen werden konnten.» Daraus könne
einiges gelernt werden.
Helen Hagemann orientiert über die Sondersitzung des Rates der Diakone, Laientheologinnen und Laientheologen vom Vorabend: Sie sind vom Ausschuss der Laientheologinnen und -theologen des Bistums Basel angefragt worden, ob sie bereit sind, sich für die Vertretung gemeinsamer Interessen gegenüber der Bistumsleitung zur Verfügung zu stellen. Folgendes wurde beschlossen:
Die Räte liessen sich auch informieren über die Arbeit im Seelsorgerat,
in der Liturgischen Kommission und über die Projekte der Missionskommission.
Im April und Juni werden die Räte gemeinsam mit dem Seelsorgerat zum
Bistumsprojekt «Als Getaufte leben» tagen.
Diözesanbischof Kurt Koch, begleitet von Weihbischof Denis Theurillat
und dem neuen Generalvikar Pater Roland-Bernhard Trauffer, fanden sich vergangenen
Freitag, 22. Februar 2002, im Centre St. François, Delémont,
zusammen, um die Rolle des Juras in der geplanten Neuorganisation des Bistums
zu diskutieren.
Das Konzept «Grossräumigere Regionalisierung des Bistums Basel»,
welches anfangs 2001 in die Vernehmlassung gelangte, sah ursprünglich
vor, das Bistum in vier Regionen (BS, BL, SO / LU, ZG / AG, SH, TG / BE,
JU) aufzuteilen und die Regionalleitungen zu professionalisieren, was gleiche
Vertretungs- und Mitbestimmungsrechte möglich macht. Dabei wurde vorgesehen,
eine effizientere Bistumsleitung zu schaffen durch die Reduktion des heutigen
Bischofsrates und der Regionaldekanenkonferenz auf ein einziges Gremium.
Die Zuteilung des Jura zu Bern fand jedoch kaum Verständnis und Zustimmung.
Dass jedoch die Bistumsregion Jura auch den französischsprachigen Teil
des Kantons Bern umfasst, macht die Sache schwierig. Um diese Fragen mit
den Betroffenen vor Ort besprechen zu können, trafen sich Bischof Kurt
Koch, Weihbischof Denis Theurillat und der Generalvikar Pater Roland-Bernhard
Trauffer mit den Verantwortlichen der Bistumsregion und allen Seelsorgenden.
Pierre Rebetez, Bischofsvikar im Jura, erläuterte vor den zahlreich erschienenen Seelsorgenden der Region Jura das Projekt und Weihbischof Denis Theurillat fasste die Ergebnisse der Vernehmlassung zusammen. Grundsätzlich werde die Grossräumigere Regionalisierung des Bistums begrüsst. Für das Zusammengehen von Bern und Jura als eine Region könne sich jedoch niemand anfreunden. Bischof Kurt Koch und die Projektgruppe haben unter Berücksichtigung der sprachlichen, historischen und kulturellen Eigenarten vorgeschlagen, neu nur drei Regionen zu schaffen. Dies ermögliche die Schaffung einer Bistumsleitung mit vernünftiger Grösse und darin auch die Vertretung von Laien. Würde dabei die Bistumsregion Jura allein als Region beibehalten, bedeutete dies eine doppelte Marginalisierung (geografisch und sprachlich). Daher sieht der neue Vorschlag folgende drei Regionen vor: BE, JU, SO / AG, BS, BL / LU, SH, TG, ZG. Dieser Vorschlag liegt derzeit bei den staatskirchenrechtlichen Gremien und der Regionaldekanenkonferenz zur Vernehmlassung bis zum 24. März 2002.
Die Mehrheit der anwesenden Seelsorgenden äusserte sich positiv zu diesem Vorschlag. Bischof Kurt Koch dankte für die engagierte Diskussion und freute sich über die positive Aufnahme der Idee. Er betonte auch, dass es für alle gut sei, wenn es nur noch einen Rat geben würde, in welchem alle Regionen vertreten sind. Dieser Rat ermögliche die Verbesserung von Austausch, Information und Transparenz. Diese Lösung sei eine «katholische» und nicht mehr eine «kantonale». Schlussendlich gehörten wir alle zur Universalkirche.
Das Umfeld für die Aktivitäten des Personalamtes verändert
sich laufend. Die anstehenden Probleme stellen immer höhere Anforderungen
an die Verantwortlichen (Generalvikar Anton Thaler, Diözesankatechet
Philipp Hautle, Paul Hutter, Leiter Fortbildung). Die Personalarbeit im
Bistum muss daher verstärkt und professionalisiert werden. Dazu gehören
nebst den bisherigen Aktivitäten auch zusätzliche Aufgaben wie
Unterstützung der kirchlichen Behörden und Verantwortlichen an
Ort, Begleitung der Diskussionen im Hinblick auf die Bildung von Seelsorgeeinheiten,
Ansprechpartner für Probleme von Einzelnen und von Teams usw.
Bischof Ivo Fürer konnte für die Mitwirkung im Personalteam einen
ausgewiesenen Fachmann gewinnen. Peter Lampart (1958), Herisau, wird am
1. Juni 2002 in das Team eintreten. Paul Hutter wird auf Ende August 2002
aus dem Personalteam ausscheiden und seine Aktivitäten als Priester
in Rorschach verstärken, wo er bereits heute teilzeitlich tätig
ist.
Peter Lampart verfügt über eine fundierte Aus- und Weiterbildung
mit Schwerpunkt in der kaufmännischen Arbeit und im Personalmanagement.
In den vergangenen fünf Jahren leitete er das Service Center einer
grossen Krankenversicherung in St. Gallen; gleichzeitig war er Mitglied
der schweizerischen Direktion. Zuvor war Peter Lampart als Leiter des Personalwesens
in grösseren Firmen tätig. In seiner Wohnortsgemeinde ist und
war Peter Lampart in vielfältiger Hinsicht im kirchlichen Umfeld tätig
(Kirchenverwaltungsrat, Erwachsenenbildung, Jugendarbeit). Nebenamtlich
absolviert er zurzeit die Katechetenausbildung und den Theologiekurs für
Laien (TKL).
Das aktuelle Personalteam ist daran, mit Peter Lampart und einem Organisationsberater
die neuen Schwerpunkte für das Personalamt und für die Nachfolge
von Paul Hutter zu entwickeln. Dazu gehören auch organisatorische Details,
beispielsweise die Regelung der Zuständigkeiten sowie der Ansprechpersonen
für Mitarbeitende, Pfarreien, Dekane und Behörden. Diese Arbeiten
werden die nächsten sechs bis acht Wochen in Anspruch nehmen. Anschliessend
wird darüber informiert.
Das Ordinariat freut sich, dass in der Personalarbeit den neuen Anforderungen
begegnet und die Kompetenzen dazu verstärkt werden können.
Mgr. Bernard Genoud hat allen Pfarreien seines Bistums den Hirtenbrief
2002 versandt. Der Diözesanbischof erwähnt die Berufung eines
jeden Gläubigen, Berufung, die einen doppelten Inhalt aufweist: «Mensch
sein» und «Christ sein». Der Brief wurde in allen Pfarreikirchen
am Wochenende vom 9./10. März 2002 vorgelesen.
«Wir gleichen alle dem von Gott geworfenen Bumerang, um zu ihm zurückzukehren.
Das ist das Wesen des Menschen: nach dem Glück zu haschen wie eine
Blume, die nach der Sonne dürstet und ihre Wurzeln aus der Scholle
zieht dem Himmel entgegen!»
Bischof Genoud stützt seine Gedanken auf das Vertrauen des Blinden
im Johannesevangelium (Joh 9, 141). Der Bischof von Lausanne, Genf
und Freiburg lädt alle Gläubigen ein, stets nach Gerechtigkeit,
Frieden, Wahrheit und Glück zu suchen. Er ruft alle auf, Zeugen zu
sein. «Wie wollt ihr das für euch behalten? Man muss es hinausrufen
in alle Welt, die um den Einsatz unserer Liebe bettelt.» «Unsere
Berufung als Christen besteht darin, wie der Blinde anzuerkennen, dass wir
alles vom Herrn erhalten haben, ihm zu danken, ihn zu lieben»... «Erst
dann werden wir das Recht haben, den schönen Namen ÐChristenð
zu tragen; unsere Augen werden sich öffnen: Der Vater wird darin den
Blick seines Sohnes erkennen und die Menschen finden dort den Blick ihres
Vaters.»
Die Hirtenbrief kann im Ordinariat in Freiburg bezogen werden.