11/2002

INHALT

Amtlicher Teil

 

Alle Bistümer

 

255. Ordentliche Versammlung der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) im Priesterseminar der Diözese Lausanne, Genf und Freiburg in Villars-sur-Glâne (FR) vom 4. bis 6. März 2002

Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) hat vom 4. bis 6. März 2002 ihre 255. Ordentliche Versammlung im Priesterseminar der Diözese Lausanne-Genf-Freiburg in Villars-sur-Glâne (FR) abgehalten.

Die Hauptthemen dieser Versammlung waren:

Solidarität mit den Mitchristen im Heiligen Land

Mgr. Pierre Bürcher hat vom 21. bis 24. Januar 2002 Jerusalem besucht. Er nahm dort als Abgesandter der SBK an einem Treffen der Bischofskonferenzen Europas und Nordamerikas teil, an dem diese sich mit der Situation im Heiligen Land auseinandersetzten. Die Einladung dazu war von den katholischen Bischöfen dieser leidgeprüften Region ausgegangen. Der Weihbischof der Diözese Lausanne-Genf-Freiburg zeigte sich tief betroffen angesichts der gegenwärtigen Leiden der palästinensischen und israelischen Bevölkerung.
Die Schweizer Bischöfe schliessen sich den Aufforderungen an, die durch die Versammlung der katholischen Ordinarien im Heiligen Land ausgearbeitet worden sind. Diese erwarten dringend auf eine wirksame Unterstützung. Es gilt zu bedenken, dass das Bestehen christlicher Gemeinden vor Ort durch die Ausmasse des gegenwärtigen Konflikts und durch die Zerstörung der einheimischen Wirtschaft, die er mit sich bringt, bedroht ist. Ist aber die Mutterkirche in Gefahr, so ist auch die gesamte Kirche davon betroffen.
Die SBK steht des Weiteren hinter jeder friedlichen Initiative, die auf allen Ebenen unternommen wird. Sie begrüsst ausserdem die Friedensbemühungen des Bundesrates in der Region. Niemand kann und darf die Augen vor dem Unrecht schliessen, das die palästinensische Bevölkerung infolge der Besetzung erleidet. Diese steht in völligem Widerspruch zu den UNO-Resolutionen. Die Gewaltspirale des Terrorismus ihrerseits verschlechtert einzig noch die Situation. Die Lösung des Konflikts besteht allein in der Anerkennung der Existenzberechtigung eines palästinensischen und israelischen Staates.
Ganz besonders empfiehlt die SBK in diesem Jahr das Karfreitagsopfer in den Kirchen unseres Landes, das für die notleidende Bevölkerung im Heiligen Land bestimmt ist.

Abstimmung vom 2. Juni

Die Kampagne vor der Volksabstimmung vom kommenden 2. Juni zur Frage der Abtreibung wird in Kürze starten. Die Schweizer Bischöfe werden sich daran beteiligen indem sie ihre «Neun Leitsätze zum Schwangerschaftsabbruch» im Rahmen einer Medienkonferenz am Dienstag, 16. April 2002, um 10 Uhr in Bern vorstellen. In diesem Zusammenhang werden sie mit aller Deutlichkeit ihre Gründe aufzeigen, weshalb sie strikt gegen die vorgeschlagene Fristenregelung sind und erneut ihre Position gegenüber der Initiative «Mutter und Kind» erläutern.

Inländische Mission der Schweizer Katholiken

Die Bischöfe haben die Herren Hans Danioth und Adrian Aellig, den Präsidenten und Direktor der Inländischen Mission der Schweizer Katholiken, empfangen. Die beiden präsentierten eine Bilanz der Tätigkeiten ihrer Institution sowie deren künftige Zielsetzungen.
Dieses Hilfswerk unterstützt Priester und Pfarreien in finanziellen Schwierigkeiten sowie ­ auf allgemeinerer Ebene ­ die kirchliche Pastoral (Beratung, materieller Unterhalt). Jedes Jahr wird in allen Pfarreien der Schweiz eine Kollekte aufgenommen zu Gunsten dreier Pfarreien in Schwierigkeiten (fällige Kirchenrestaurationen, Bau neuer Gottesdiensträume usw.), zudem ist das Bettagsopfer für dieses Werk bestimmt.

«Arbeitsgruppe Bioethik»: Auftrag definiert

Die Bischöfe haben beschlossen, die neu gebildete «Arbeitsgruppe Bioethik» der Theologischen Kommission der SBK anzugliedern. Der Auftrag dieser Gruppe wird sein: die Entwicklung des Wissens auf diesem Fachgebiet zu verfolgen und Stellungnahmen zu Fragen der Bioethik für die Bischöfe zu erarbeiten. Die Mitgliederliste dieser Arbeitsgruppe wird demnächst veröffentlicht werden können.

Für eine effizientere Arbeit in der SBK

Die Bischöfe haben sich ausführliche Gedanken darüber gemacht, wie die Effizienz ihrer Arbeit in internen Bereichen (Neuverteilung der Arbeitsbereiche, Änderung der Geschäftsordnung) gesteigert werden könnte. Eine Kommission, bestehend aus einigen Bischöfen, wird in diesem Anliegen ein Projekt ausarbeiten.

Abschied bei der Kommission «Justitia et Pax»

Die Bischöfe haben sich persönlich bei Herrn Jean-Claude Huot bedankt, einem der beiden Sekretäre der Kommission «Justitia et Pax», der Ende März nach 14-jähriger wertvoller und viel geschätzer Arbeit im Dienste der Kommission seinen Posten verlassen wird, um das Secrétariat romand der «Erklärung von Bern» zu übernehmen. Herr Huot, der eine grosse wissenschaftliche Kompetenz besitzt und jederzeit eher das betonte, was verband, als das, was trennte, hinterlässt der SBK die Fülle einer reichhaltigen Arbeit: Beratung, Stellungnahmen sowie die Bearbeitung von Dokumenten zu sozialen und ethischen Fragen auf dem Hintergrund seines Spezialgebietes «Menschenrechte». Sein Beitrag für die Ökumenische Konsultation war ebenfalls überaus wertvoll.
Der neue Sekretär oder die neue Sekretärin wird in den nächsten Monaten von der Kommission «Justitia et Pax» ernannt werden. Zurzeit wird das Sekretariat allein von Herrn Christian Kissling, ebenfalls Sekretär der Kommission, weitergeführt.

Dank an Pfr. Roger Noirjean, ehemaliger Offizial des Interdiözesanen Kirchlichen Gerichts

Die Bischöfe haben Herrn Pfr. Roger Noirjean aus Pruntrut (JU) empfangen, der seit 1986 das Amt des Offizials des Gerichtes der zweiten Instanz (Interdiözesanes Kirchliches Gericht) bekleidet hat. Er ist von dieser Funktion am 31. Dezember des vergangenen Jahres zurückgetreten. Die Bischöfe haben ihm ­ so wörtlich ­ «mit Bewunderung» für seinen unermüdlichen Einsatz im Dienste dieser wichtigen Instanz der katholischen Kirche gedankt. Pfr. Noirjean, der ein hervorragender Jurist ist, hat neben seiner pastoralen Tätigkeit als Seelsorger mit grossem persönlichen Engagement selbst in besonders heiklen Situationen gute Arbeit geleistet. Seine Mitarbeiter schätzten seine freundschaftliche Nähe.
Bei seinem Besuch an der Versammlung der Bischöfe begleitete ihn Urs J. Cavelti, Richter des Interdiözesanen Kirchlichen Gerichts. Beide stellten den Bischöfen ihren Rechenschaftsbericht über die Tätigkeit des Interdiözesanen Kirchlichen Gerichts vor, dessen Aufgabe es ist, sich mit kirchenrechtlichen Fragen in Ehefällen zu befassen. Das Gericht fungiert als Rekursinstanz nach dem Urteilsspruch einzelner Diözesangerichte.

Ernennungen

Die SBK hat P. Martin Werlen OSB, Abt von Einsiedeln, zum Mitglied der «Internationalen Arbeitsgemeinschaft der Liturgischen Kommissionen im deutschen Sprachgebiet» ernannt. Er vertritt die SBK damit in dieser Gruppe zusammen mit Mgr. Paul Vollmar, Weihbischof von Chur, der ihr bereits angehört.
Die Bischöfe haben des Weiteren Mgr. Paul Vollmar sowie Prof. Patrick Dondelinger (Luzern) zu Mitgliedern der «Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen Liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet» ernannt.
Die SBK hat Herrn Dr. Christian Ruch-Messer zum Mitglied der Schweizerischen Katholischen Arbeitsgruppe «Neue Religiöse Bewegungen» ernannt.
Die Bischöfe haben Herrn Pfr. Stefan Roth, Regens des Priesterseminars der Diözese Sitten, zum Delegierten der SBK im Hochschulrat der Universität Freiburg ernannt. Zusammen mit Dr. Agnell Rickenmann, Generalsekretär, vertritt er die SBK in diesem Rat.

In Kürze

Die SBK hat den Apostolischen Nuntius, Mgr. Pier Giacomo De Nicolò, zu einem freundschaftlichen Besuch empfangen. Der Nuntius wird im April sein 50-jähriges Priesterweihejubiläum feiern.
Die Schweizer Bischöfe haben die neuen Statuten des Schweizerischen Sakristanenverbandes zur Kenntnis genommen.


Weiterarbeit an der Ökumenischen Konsultation

Informationsdrehscheibe für Follow-up-Aktivitäten

Der Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) und die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) haben mit Befriedigung vom Abschluss der Ökumenischen Konsultation zur sozialen und wirtschaftlichen Zukunft der Schweiz Kenntnis genommen. Formell ist die Konsultation, die im Januar 1998 von den beiden Kirchen lanciert worden war, an der letzten Sitzung des Präsidiums vom 6. Februar abgeschlossen worden. Obwohl die Konsultation eine Dimension angenommen hatte, die weit über den ursprünglich geplanten Rahmen hinausging, konnte sie ohne Defizit beendet werden.
Die Bischofskonferenz und der Rat des SEK bestätigen, dass das Sekretariat Justitia et Pax als «Drehscheibe» für die gegenseitige Information und Koordination für alle Gruppen und Einzelnen, die sich für Follow-up-Aktivitäten der Konsultation engagieren, zur Verfügung steht (Justitia et Pax, Postfach 6872, 3001 Bern).<*>
Der Rat des SEK und die SBK unterstützen alle Initiativen, die unternommen werden, um das «Wort der Kirchen: Miteinander in die Zukunft», mit dem die Konsultation ihren inhaltlichen Abschluss fand, in der schweizerischen Bevölkerung weiter bekannt zu machen und in die Praxis von Kirchen und Gruppen zu übertragen. Sie ermutigen insbesondere die nationale ökumenische Gruppe «Follow-up», die sich ­ in Verbindung mit der «Drehscheibe» Justitia et Pax ­ mit der geistigen Weiterführung des Konsultationsgedankens befasst.
Das Präsidium der Ökumenischen Konsultation setzte sich seitens des SEK aus dem Präsidenten des Rates, Pfr. Thomas Wipf, Pfr. Marco Pedroli, Dr. Claudia Schoch Zeller und seitens der SBK aus deren Präsidenten, Bischof Amédée Grab, Weihbischof Peter Henrici sowie lic. theol. Béatrice Bowald zusammen.


* Für spezifische Anfragen, welche den evangelisch-reformierten Einzugsbereich betreffen, steht selbstverständlich auch weiterhin das Institut für Sozialethik des SEK (Sulgenauweg 26, 3007 Bern) zur Verfügung, welches mit der «Drehscheibe» vernetzt ist.


Bistum Basel

 

Chrisam-Messe 2002

Am Montag in der Karwoche, 25. März 2002, feiert Bischof Kurt Koch zusammen mit dem Presbyterium und den Seelsorgerinnen und Seelsorgern des Bistums um 10.30 Uhr die Chrisam-Messe in der St.-Ursen-Kathedrale. In diesem Gottesdienst weiht der Bischof das Öl für die Krankensalbung, das Katechumenenöl für die Taufe sowie den Chrisam für Taufe und Firmung, für Weihen und Konsekrationen.
Ein herzlicher Willkomm gilt den Priesterjubilaren.
Alle Gläubigen, die den Gottesdienst mitfeiern wollen, sind dazu herzlich eingeladen.


Ernennungen


Korrigenda Jubilare 2002

Wir bitten um Kenntnisnahme und die Betroffenen um Entschuldigung.


Ausschreibungen

Die beiden Pfarrstellen Frick und Gipf-Oberfrick im Seelsorgeverband Tierstein (AG) (Frick, Gipf-Oberfrick, Oeschgen, Wittnau, Wölflinswil) werden für einen Pfarrer und einen Gemeindeleiter/eine Gemeindeleiterin zur Wiederbesetzung ausgeschrieben.
Interessierte Personen melden sich bitte bis 4. April 2002 beim Diözesanen Personalamt, Baselstrasse 58, 4501 Solothurn, oder E-Mail personalamt@bistum-basel.ch


Ferienvertretung

Es melden sich immer wieder ausländische Priester beim Diözesanen Personalamt mit der Bereitschaft, im Sommer/Herbst 2002 Ferienvertretungen zu übernehmen. Sofern von Seiten der Pfarreien entsprechender Bedarf besteht, können die Pfarreien diesbezüglich mit dem Diözesanen Personalamt bis ca. Ende März 2002 Kontakt aufnehmen.


Priesterrat und Rat der Diakone, Laientheologinnen und Laientheologen

Priesterrat und Rat der Diakone, Laientheologinnen und Laientheologen behandelten an ihrer ersten Sitzung im neuen Jahr, am 19. und 20. Februar 2002 im Centre St. François, Delémont, das weitere Vorgehen betreffend ökumenische Konsultation «Wort der Kirchen: Miteinander in die Zukunft» und liessen sich über die neuen Bewegungen in der katholischen Kirche informieren.
Zu Beginn der Sitzung wurde der neue Generalvikar Pater Roland-Bernhard Trauffer begrüsst, welcher die Räte künftig leiten wird. Ebenfalls begrüsst wurden die neuen Mitglieder in beiden Räten.

Miteinander in die Zukunft

Hans-Peter Bucher, Wettingen, führte in das Thema ein und erinnerte an das Dokument der ökumenischen Konsultation, welches am 1. September 2001 in Bern verabschiedet wurde. Er zitierte verschiedene Referate und Berichte, unter anderem die Bettagsansprache vom damaligen Bundespräsidenten Moritz Leuenberger.
In der anschliessenden Diskussionsrunde versuchten die Mitglieder Wege aufzuzeigen, wie dieses einhellig gut befundene Grundlagenmaterial der Konsultation weiterverbreitet und zur Anwendung gebracht werden könnte.
Soll die Arbeit «unten» in Arbeitsgruppen von Pfarreien beginnen, oder muss zuerst von «oben» etwas kommen? Der Anstoss soll gleichzeitig von beiden Seiten her erfolgen, da sind sich die Räte einig.
Im künftigen Pastoralamt mit drei hauptamtlichen Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen wird eine Person für die Diakonie zuständig sein. Hier wird erwartet, dass Vorschläge in die Räte und an die Basis fliessen werden, die einerseits an die ökumenische Konsultation erinnern und anderseits anregen, diese Texte zu gebrauchen, zu verwenden und umzusetzen.
Es kann auch direkt an der Basis begonnen werden. Gefragt sind da zum Beispiel die Kirchgemeinden (Behörden) ­ diese könnten unter anderem durch die Anstellungsbedingungen (Familien- und Kinderzulagen) oder durch Steuererleichterungen für Familien und Alleinerziehende mit finanziellen Problemen vorbildliche Massnahmen ergreifen und damit einen ersten Schritt zur Umsetzung leisten. In den Pfarreien kann in ökumenischen Arbeitsgruppen durchaus eine Sensibilisierung für die Texte bewirkt werden.

Neue Bewegungen in der katholischen Kirche

Pfarrer Joachim Müller von der Schweizerischen Katholischen Arbeitsgruppe «Neue religiöse Bewegungen» referierte über neue innerkirchliche Bewegungen. Er plädierte für das Wahrnehmen einer neuen Pluralität in der Kirche Schweiz. Schwerpunkt dieser Bewegungen sei die Erneuerung im persönlichen Leben des Einzelnen, das heisst es gehe dabei meistens um einen individuellen Ansatz, in Verbindung mit Persönlichkeiten, Vorbildern, Idealen usw. Oft würden diese Bewegungen in Spannungen zum Pfarreileben erlebt. Daher regte der Referent an, dass sich in den Pfarreien vermehrt Gesprächsrunden mit und über diese Bewegungen angeboten werden sollten, damit sich alle gegenseitig besser kennen lernen und verstehen könnten.
Mit verschiedenen Treffen von «Pfarreien und Bewegungen» in Baar (ZG) konnte der Dialog in die richtige Richtung angegangen werden.
Bischof Kurt Koch meinte: «Die Sache ist nicht neu! Bereits durch die ganze Kirchengeschichte hindurch gab es Bewegungen und Orden, die durch die Ortskirche nicht eingefangen werden konnten.» Daraus könne einiges gelernt werden.

Ausschuss der Laientheologinnen und -theologen des Bistums Basel

Helen Hagemann orientiert über die Sondersitzung des Rates der Diakone, Laientheologinnen und Laientheologen vom Vorabend: Sie sind vom Ausschuss der Laientheologinnen und -theologen des Bistums Basel angefragt worden, ob sie bereit sind, sich für die Vertretung gemeinsamer Interessen gegenüber der Bistumsleitung zur Verfügung zu stellen. Folgendes wurde beschlossen:

Informationsaustausch - Vernetzungsarbeit

Die Räte liessen sich auch informieren über die Arbeit im Seelsorgerat, in der Liturgischen Kommission und über die Projekte der Missionskommission.
Im April und Juni werden die Räte gemeinsam mit dem Seelsorgerat zum Bistumsprojekt «Als Getaufte leben» tagen.

Hans-E. Ellenberger
Informationsbeauftragter


Der Jura und die Grossräumigere Regionalisierung des Bistums

Diözesanbischof Kurt Koch, begleitet von Weihbischof Denis Theurillat und dem neuen Generalvikar Pater Roland-Bernhard Trauffer, fanden sich vergangenen Freitag, 22. Februar 2002, im Centre St. François, Delémont, zusammen, um die Rolle des Juras in der geplanten Neuorganisation des Bistums zu diskutieren.
Das Konzept «Grossräumigere Regionalisierung des Bistums Basel», welches anfangs 2001 in die Vernehmlassung gelangte, sah ursprünglich vor, das Bistum in vier Regionen (BS, BL, SO / LU, ZG / AG, SH, TG / BE, JU) aufzuteilen und die Regionalleitungen zu professionalisieren, was gleiche Vertretungs- und Mitbestimmungsrechte möglich macht. Dabei wurde vorgesehen, eine effizientere Bistumsleitung zu schaffen durch die Reduktion des heutigen Bischofsrates und der Regionaldekanenkonferenz auf ein einziges Gremium.
Die Zuteilung des Jura zu Bern fand jedoch kaum Verständnis und Zustimmung. Dass jedoch die Bistumsregion Jura auch den französischsprachigen Teil des Kantons Bern umfasst, macht die Sache schwierig. Um diese Fragen mit den Betroffenen vor Ort besprechen zu können, trafen sich Bischof Kurt Koch, Weihbischof Denis Theurillat und der Generalvikar Pater Roland-Bernhard Trauffer mit den Verantwortlichen der Bistumsregion und allen Seelsorgenden.

Den Jura nicht marginalisieren

Pierre Rebetez, Bischofsvikar im Jura, erläuterte vor den zahlreich erschienenen Seelsorgenden der Region Jura das Projekt und Weihbischof Denis Theurillat fasste die Ergebnisse der Vernehmlassung zusammen. Grundsätzlich werde die Grossräumigere Regionalisierung des Bistums begrüsst. Für das Zusammengehen von Bern und Jura als eine Region könne sich jedoch niemand anfreunden. Bischof Kurt Koch und die Projektgruppe haben unter Berücksichtigung der sprachlichen, historischen und kulturellen Eigenarten vorgeschlagen, neu nur drei Regionen zu schaffen. Dies ermögliche die Schaffung einer Bistumsleitung mit vernünftiger Grösse und darin auch die Vertretung von Laien. Würde dabei die Bistumsregion Jura allein als Region beibehalten, bedeutete dies eine doppelte Marginalisierung (geografisch und sprachlich). Daher sieht der neue Vorschlag folgende drei Regionen vor: BE, JU, SO / AG, BS, BL / LU, SH, TG, ZG. Dieser Vorschlag liegt derzeit bei den staatskirchenrechtlichen Gremien und der Regionaldekanenkonferenz zur Vernehmlassung bis zum 24. März 2002.

Mehrheit einverstanden

Die Mehrheit der anwesenden Seelsorgenden äusserte sich positiv zu diesem Vorschlag. Bischof Kurt Koch dankte für die engagierte Diskussion und freute sich über die positive Aufnahme der Idee. Er betonte auch, dass es für alle gut sei, wenn es nur noch einen Rat geben würde, in welchem alle Regionen vertreten sind. Dieser Rat ermögliche die Verbesserung von Austausch, Information und Transparenz. Diese Lösung sei eine «katholische» und nicht mehr eine «kantonale». Schlussendlich gehörten wir alle zur Universalkirche.

Hans-E. Ellenberger
Informationsbeauftragter


Bistum St.Gallen

 

Veränderungen im Personalamt

Das Umfeld für die Aktivitäten des Personalamtes verändert sich laufend. Die anstehenden Probleme stellen immer höhere Anforderungen an die Verantwortlichen (Generalvikar Anton Thaler, Diözesankatechet Philipp Hautle, Paul Hutter, Leiter Fortbildung). Die Personalarbeit im Bistum muss daher verstärkt und professionalisiert werden. Dazu gehören nebst den bisherigen Aktivitäten auch zusätzliche Aufgaben wie Unterstützung der kirchlichen Behörden und Verantwortlichen an Ort, Begleitung der Diskussionen im Hinblick auf die Bildung von Seelsorgeeinheiten, Ansprechpartner für Probleme von Einzelnen und von Teams usw.
Bischof Ivo Fürer konnte für die Mitwirkung im Personalteam einen ausgewiesenen Fachmann gewinnen. Peter Lampart (1958), Herisau, wird am 1. Juni 2002 in das Team eintreten. Paul Hutter wird auf Ende August 2002 aus dem Personalteam ausscheiden und seine Aktivitäten als Priester in Rorschach verstärken, wo er bereits heute teilzeitlich tätig ist.
Peter Lampart verfügt über eine fundierte Aus- und Weiterbildung mit Schwerpunkt in der kaufmännischen Arbeit und im Personalmanagement. In den vergangenen fünf Jahren leitete er das Service Center einer grossen Krankenversicherung in St. Gallen; gleichzeitig war er Mitglied der schweizerischen Direktion. Zuvor war Peter Lampart als Leiter des Personalwesens in grösseren Firmen tätig. In seiner Wohnortsgemeinde ist und war Peter Lampart in vielfältiger Hinsicht im kirchlichen Umfeld tätig (Kirchenverwaltungsrat, Erwachsenenbildung, Jugendarbeit). Nebenamtlich absolviert er zurzeit die Katechetenausbildung und den Theologiekurs für Laien (TKL).
Das aktuelle Personalteam ist daran, mit Peter Lampart und einem Organisationsberater die neuen Schwerpunkte für das Personalamt und für die Nachfolge von Paul Hutter zu entwickeln. Dazu gehören auch organisatorische Details, beispielsweise die Regelung der Zuständigkeiten sowie der Ansprechpersonen für Mitarbeitende, Pfarreien, Dekane und Behörden. Diese Arbeiten werden die nächsten sechs bis acht Wochen in Anspruch nehmen. Anschliessend wird darüber informiert.
Das Ordinariat freut sich, dass in der Personalarbeit den neuen Anforderungen begegnet und die Kompetenzen dazu verstärkt werden können.

Informationsdienst


Bistum Lausanne, Genf und Freiburg

 

«Unsere Berufung als Menschen und Christen»

Hirtenbrief von Mgr. Bernard Genoud, Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg

Mgr. Bernard Genoud hat allen Pfarreien seines Bistums den Hirtenbrief 2002 versandt. Der Diözesanbischof erwähnt die Berufung eines jeden Gläubigen, Berufung, die einen doppelten Inhalt aufweist: «Mensch sein» und «Christ sein». Der Brief wurde in allen Pfarreikirchen am Wochenende vom 9./10. März 2002 vorgelesen.
«Wir gleichen alle dem von Gott geworfenen Bumerang, um zu ihm zurückzukehren. Das ist das Wesen des Menschen: nach dem Glück zu haschen wie eine Blume, die nach der Sonne dürstet und ihre Wurzeln aus der Scholle zieht dem Himmel entgegen!»
Bischof Genoud stützt seine Gedanken auf das Vertrauen des Blinden im Johannesevangelium (Joh 9, 1­41). Der Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg lädt alle Gläubigen ein, stets nach Gerechtigkeit, Frieden, Wahrheit und Glück zu suchen. Er ruft alle auf, Zeugen zu sein. «Wie wollt ihr das für euch behalten? Man muss es hinausrufen in alle Welt, die um den Einsatz unserer Liebe bettelt.» «Unsere Berufung als Christen besteht darin, wie der Blinde anzuerkennen, dass wir alles vom Herrn erhalten haben, ihm zu danken, ihn zu lieben»... «Erst dann werden wir das Recht haben, den schönen Namen ÐChristenð zu tragen; unsere Augen werden sich öffnen: Der Vater wird darin den Blick seines Sohnes erkennen und die Menschen finden dort den Blick ihres Vaters.»
Die Hirtenbrief kann im Ordinariat in Freiburg bezogen werden.


© Schweizerische Kirchenzeitung - 2002