4/2001

INHALT

Wortmeldung

"Ankunft"

Meines Erachtens ist um die Weihnachtsbetrachtung der Lyrikerin Christa Peikert-Flaspöhler ein Frontenkrieg entbrannt. Und dieser läuft rein chronologisch ab: von der konservativen Seite werden in der «Schweizerischen Katholischen Wochenzeitung» Nr. 1/2/2001 die Schweizer Bischöfe wegen der Zulassung von Häresien angegriffen; wohl unter Zugzwang und damit postwendend reagiert die Schweizer Bischofskonferenz mit einer ähnlich gelagerten Stellungnahme in der SKZ 3/2001: unmissverständlich distanziert sich nun auch das Bischofspräsidium vom Inhalt der weihnächtlichen Betrachtungen einer ausgewiesenen Lyrikerin.
Meine Meinung: niemand hat das Recht, die Betrachtungen einer von mir und sehr vielen Christen hoch geschätzten Lyrikerin, die sich vorwiegend um christliche Literatur sehr verdient gemacht hat, zu schmälern. Das ist Verrat an der Kunst der Lyrik! Auch ein Klassiker wie Goethe läge mit seinen theologisch-literarischen Werken nicht auf der Linie des kirchlichen Lehramtes; doch es würde niemand ihn anzugreifen wagen. Wenn also jemand einen Rüffel verdient hat, dann wäre es der Hauptredaktor der SKZ, Herr Rolf Weibel, nicht aber eine «Sprachkünstlerin».
Ich habe ob der Lektüre besagten Beitrags meinen katholischen Glauben wahrlich nicht verloren; im Gegenteil: eine Aufweichung des rührseligen weihnächtlichen Kinderglaubens tut «alle Jahre wieder» sehr gut. Darum auch Herrn Rolf Weibel vielen Dank für diesen Beitrag.

Christa Wiggeshoff


© Schweizerische Kirchenzeitung - 2001