40/2001

INHALT

Pastoral

Einladung zum Weltjugendtag

von Rolf Weibel

 

Seit 1984 wird in der römisch-katholischen Kirche der Weltjugendtag begangen, zu dem Papst Johannes Paul II. im Jahr zuvor in Mailand nach Rom eingeladen hatte. Zunächst als Vorbereitung auf das Heilige Jahr 1985, das Jahr der Erlösung, gedacht, wurde die Idee eines regelmässigen Weltjugendtages durch das UNO-Jahr der Jugend von 1985 noch zusätzlich unterstützt. Begangen wird er zum einen jährlich am Palmsonntag in den Ortskirchen und zum andern alle zwei Jahre in einem anderen Kontinent als weltweites Treffen, an dem sich die Jugendlichen um den Papst scharen.

Salz der Erde, Licht der Welt

Die Vorbereitungen für das nächste weltweite Treffen, den 17. Weltjugendtag, der im Juli 2002 in Toronto stattfinden wird, sind auch in der Schweiz in vollem Gang. Deshalb hat das schweizerische Koordinationskomitee unter der Leitung von Weihbischof Denis Theurillat, der in der Bischofskonferenz den Bereich Jugendpastoral wahrnimmt, zu einer ersten Pressekonferenz eingeladen. Bischof Theurillat warf einen kurzen Blick auf die geschichtliche Herkunft des Weltjugendtages und betonte sodann seine geistliche Bedeutung.
Diese Einrichtung verdanke sich einer Intuition, mehr noch: einer Inspiration Papst Johannes Pauls II. In seinem Leben wehe der Heilige Geist und habe der Heilige Geist sehr stark geweht; das sei auch an der weltweiten Auswirkung des Weltjugendtages ablesbar. In dem Mass, in dem wir das Wirken des Heiligen Geistes in uns entdeckten, könne er uns sehr weit führen, bis an die Grenzen der Erde.
Sodann seien die Jungen nicht nur die Hoffnung für morgen, sondern auch das Leben von heute; heute lebten wir mit ihnen. Mit ihnen und mit allen ist die Einladung, «den Aufbau der Welt weiterzuführen», sehr eindringlich. «Und sie handeln, was wirklich ergreifend ist, indem sie dem Aufruf eines Gottesmannes, nämlich Johannes Pauls II. folgen.»
«Ihr seid das Salz der Erde... Ihr seid das Licht der Welt» (Mt 5,13­14): unter dieses Thema hat Papst Johannes Paul II. den 17. Weltjugendtag gestellt und dazu unter anderem geschrieben: «Wenn das Licht abnimmt oder ganz schwindet, vermag man die umgebende Wirklichkeit nicht mehr zu erkennen. In der Tiefe der Nacht kann man sich verängstigt und unsicher fühlen und wartet dann voll Ungeduld auf das Licht des anbrechenden Morgens. Liebe junge Leute, ihr müsst die Wächter des Morgens sein (Jes 21,11­12), die den Aufgang der Sonne, den auferstandenen Christus ankündigen.»
Bischof Theurillat selber hofft, dass nach den Anschlägen in den USA, durch die das Licht in der Welt stark abgenommen hat, die Wächter des Morgens in Toronto den Sieg des Guten über das Böse verkünden werden, den Sieg der Auferstehung über den Tod, den Sieg der Liebe über den Hass. In einem Wort: die Sonne des Auferstandenen.
Wie diese Spiritualität im Ereignis erlebt werden kann, erhellte aus dem anschliessenden Bericht einer Teilnehmerin des letztjährigen Weltjugendtages in Rom. Mit so vielen Jugendlichen unterwegs zu sein, eine Verbundenheit mit ihnen zu spüren, sei eine tiefe Erfahrung. Einen geistig lebendigen Papst zu erleben, sei eine andere gute Erfahrung. Und die Zeugnisse, die während der Vigilfeier abgelegt worden seien, blieben nicht nur eine eindrückliche Erinnerung, sondern eine Bestärkung auf dem eigenen Glaubensweg.

Gemeinsam und sprachregional

Wie die letzten Weltjugendtage wird auch der nächste zweigeteilt durchgeführt. Das Vorprogramm vom 17.­ 22. Juli 2002 sieht einen Empfang in den Diözesen Kanadas bzw. in Gastfamilien vor; die Jugendlichen aus der ganzen Schweiz werden voraussichtlich ins Erzbistum Québec eingeladen. Das Hauptprogramm vom 23.­28. Juli 2002 in Toronto ist jenem von Rom ebenfalls ähnlich: an den Vormittagen werden Katechesen angeboten, an den Nachmittagen finden verschiedenste Aktivitäten statt, neu können auch Sozialwerke besucht werden. Am Samstag/Sonntag finden die Gebetsnacht und der Abschlussgottesdienst statt. Die Deutschschweizer Vorbereitungsgruppe plant vom 11.­17. Juli 2002 eine mehr touristisch ausgerichtete Vorreise durch Québec, an der indes alle teilnehmen können.
Weil die Jugendsektion des Päpstlichen Rates für die Laien, die Organisatorin der Weltjugendtreffen, die drei grossen Sprachregionen der Schweiz als unterschiedliche Einheiten behandelt, können sie sich eigenständig vorbereiten und auch eigenständig reisen und teilnehmen. Um den Weltjugendtag dennoch nicht getrennt wahrzunehmen, haben sich die Vorbereitungsgruppen der drei Sprachregionen zu einem Koordinationskomitee unter der Leitung von Weihbischof Denis Theurillat und unter Mitwirkung von Marc Aellen, dem Informationsbeauftragten und Vizegeneralsekretär der Bischofskonferenz, zusammengeschlossen. Das Koordinationskomitee hat beschlossen, die gleiche Diözese als Gastdiözese auszusuchen, die Kosten für nationale Aktivitäten zu teilen, die Suche nach Sponsoren und die Kommunikationsarbeit gemeinsam durchzuführen.
Zum Weltjugendtag eingeladen sind alle Jugendlichen zwischen 16 und 35 Jahren, auch nichtkatholische, «die Lust haben, sich mit anderen Jugendlichen auszutauschen und ihren Glauben zu teilen». Das Koordinationskomitee rechnet mit je 300 Teilnehmenden aus der Deutsch- und der Westschweiz sowie 150 aus dem Tessin; ein numerus clausus ist jedoch nicht vorgesehen. Eine Teilnahme kostet höchstens Fr. 1500.­; wer für diesen Betrag nicht aufkommen kann, sollte sich mit den Vorbereitungsverantwortlichen in Verbindung setzen, um eine individuelle Lösung suchen zu können, denn aus Kostengründen soll niemand nicht mitreisen können.
Die Vorbereitungsgruppe in der Westschweiz besteht seit dem Weltjugendtag von Paris 1997 und ist unter der Leitung des jeweiligen Westschweizer «Jugendbischofs» der Bischofskonferenz repräsentativ zusammengesetzt. Die Vorbereitungsgruppe in der Italienischen Schweiz ist eine Arbeitsgruppe der Kommission für Jugendpastoral der Italienischen Schweiz; sie ist auch Ansprechpartnerin für die Jugendlichen der italienischsprachigen Täler des Bistums Chur (Misox, Poschiavo, Bergell).
Die Vorbereitungsgruppe in der Deutschschweiz ist eine Arbeitsgruppe («Toronto 2002») der OKJV (Ordinarienkonferenz-Jugendvereinigungen) mit einem professionellen Sekretariat.<1> Gegen aussen tritt die Vorbereitung vorerst vor allem werbend in Erscheinung. Die Pfarreien haben bereits einen Brief von Weihbischof Theurillat erhalten. Angeboten wird ihnen ein Besuch von Jugendlichen mit einem «Werbebus» in den ersten vier Monaten des nächsten Jahres; eine Gruppe Jugendlicher möchte Gottesdienste animieren, um junge Leute in Pfarreien ansprechen zu können. Geplant sind Vorbereitungstreffen, ein Rundbrief («newsletter»), ein Gesangbuch; bereits erreichbar ist schliesslich www.weltjugendtreffen.ch. Auf dieser Internetsite wird unter anderem über die Teilnahmemöglichkeiten informiert, es kann der Rundbrief abonniert werden und die Anmeldung online vorgenommen werden. Der Anmeldeschluss ist der 30. April 2002.


Anmerkung

1 Sekretariat AG Toronto 2002, c/o juseso Zürich, Auf der Mauer 13, 8023 Zürich, Telefon 01-2666918, E-Mail info@weltjugendtreffen.ch


© Schweizerische Kirchenzeitung - 2001