48/2001

INHALT

Neue Bücher

Bonaventura

 

Marianne Schlosser, Bonaventura begegnen, (Reihe: Zeugen des Glaubens), Verlag St. Ulrich, Augsburg 2000, 174 Seiten.

Die Autorin Marianne Schlosser ist habilitierte Dogmatikerin und doziert am Martin-Grabmann-Institut in München. Ihre Doktor- und Habilitationsarbeit behandeln die Gotteserfahrung des heiligen Bonaventura. Dieser intensive Umgang mit dem Doctor Seraphicus befähigt sie, den heiligen Franziskanertheologen kompetent vorzustellen. Sie macht das sehr anschaulich, indem sie auch die mittelalterliche Universität mit all ihren rechtlichen, sozialen und didaktischen Eigenarten darstellt. Sehr subtil und doch allgemein verständlich zeichnet sie auch das theologische Profil des gelehrten Franziskaners. Das trifft auch zu für ihren kompetenten Umgang mit der mittelalterlichen Armutsbewegung. Das gründliche und doch angenehm lesbare Buch ist ein liebenswürdiger Ausflug ins kirchliche Mittelalter.

Leo Ettlin


Eremiten

 

Maria Anna Leenen, Einsam und allein? Eremiten in Deutschland, Benno Verlag, Leipzig 2001, 142 Seiten.

Es gibt sie tatsächlich heute noch ­ die Einsiedler! Die Journalistin Maria Anna Leenen ist ihren Spuren nachgegangen und hat in Deutschland noch einige wenige Restexemplare gefunden. Sechs davon hat sie porträtiert. Es sind ganz unterschiedliche Lebensformen, die den Alltag zeitgenössischer Eremiten bestimmen. Doch die Grundzüge und die Intention dieser Lebensweise trifft auf alle zu. Zu den sechs eremitischen Lebensskizzen kommt die Interpretation und Standortbestimmung. Marianne Schlosser behandelt die kirchenrechtliche Einordnung dieser einsamen Ordensleute und ihre Spiritualität. Der bekannte Jesuit und Fachmann für mystische Theologie, Josef Sudbrack, ergänzt die Begriffsbestimmung mit grundsätzlichen Erwägungen.

Leo Ettlin


© Schweizerische Kirchenzeitung - 2001