26/2001 | |
INHALT | |
Neue Bücher |
Willi Hoffsümmer, 5u7 Ideen für Familiengottesdienste durch das Kirchenjahr, Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 2001, 159 Seiten.
Der Familiengottesdienst spricht verschiedene Altersgruppen an. Das gelingt
ihm über die Anschauung. Dabei setzt er ein Sprechspiel, ein Symbol,
eine Geschichte, ein Spiel, eine Postkarte oder Zeichnung ein und erreicht
so immer mehrere Sinne des Zuhörers. Damit trifft er auch den Erlebnis-
und Verständnishorizont der Kinder.
Willi Hoffsümmer legt bewährte Modelle vor, die in verschiedenem
Mass ausgearbeitet sind. Die Anregungen für Eucharistiefeiern weisen
oft auch Fürbitten und Meditationen nach der Kommunion auf. Sie decken
den Verlauf des Kirchenjahres ab, nehmen aber auch allgemeine Fragen auf
(Christsein, Leid, Krankheit, Glauben, Vertrauen), beleuchten markante Punkte
im Jahreslauf (Jahreswende) und bringen ganz Aktuelles heutiger Glaubensgemeinschaften
zur Sprache (Zusammenlegung von Pfarrgemeinschaften). Der Bogen ist weit
gespannt: So finden sich Ideen für Eucharistiefeiern und weiter drei
Bussfeiern, zwei Erstkommunionfeiern (Festgottesdienst, Andacht und Dankmesse
unter einem Symbol) und eine Firmfeier. Das wertvolle Buch erschliesst sich
durch die Register der Schriftstellen und Stichworte, den Überblick
nach dem Kirchenjahr sowie das Verzeichnis der eingesetzen Zeichen und Symbole.
David Seeber (Hrsg.), Im Aufbruch gelähmt? Die deutschen Katholiken an der Jahrtausendwende, Verlag Josef Knecht, Frankfurt am Main 2000, 239 Seiten.
Das Buch hat die gegenwärtige Situation des deutschen Katholizismus zum Thema. 19 Autoren betrachten von verschiedenen Standpunkten aus das katholische Leben in Deutschland, weisen auf Schwachstellen und Defizite hin, aber auch auf Bewährung, Durchhaltewillen, Engagement und Stärke. Trotz Ermüdungserscheinungen und Freudlosigkeit findet dieses Autorenteam im deutschen Katholizismus immer noch ein starkes und dynamisches Potenzial, das für die Zukunft hoffen lässt. Das Buch behandelt das Verhältnis der Katholiken zu ihrer Kirche, wobei man altersmässig differenzieren muss; junge Katholiken haben ein anderes Kirchenbild als ihre Väter und Grossväter. Hoffnungen und Enttäuschungen nach den Aufbrüchen des Zweiten Vatikanischen Konzils und eine wachsende und sich ausprägende Distanz nach Rom sind Gegenstand der Untersuchungen. Die Autoren befassen sich mit Chancen und Problemen der Diaspora, die nach der Deutschen Einigung in eine schwierige Phase getreten ist. Auch die Nachbarn werden gefragt, wie sie den deutschen Katholizismus betrachten. Für die Schweiz hat Urs Altermatt diese Aufgabe übernommen. Dieses Buch ist für uns sehr aufschlussreich, weil wir in vielen Aspekten dieselben Probleme und Sorgen haben. In vielen Ausführungen können wir uns abgesehen von kleinen Nuancen bestätigt finden. Auf viele Probleme wird man bei der Lektüre dieses Buches erst aufmerksam. Das Studium dieses Buches, in dem wir uns so oft wiedererkennen, ist wirklich empfehlenswert.
Anton Bauer (Hrsg.), Doch bei dir ist Vergebung. Bussgottesdienste, Schwabenverlag, Ostfildern 2000, 238 Seiten.
Der Herausgeber Anton Bauer (1928) war bis 1998 Stadtpfarrer in Stuttgart.
Immer noch ist der emeritierte Seelsorger Mitherausgeber der Predigtzeitschrift
«Dienst am Wort». Aus diesem Mitarbeiterkreis hat er zwanzig
Autoren verpflichtet, an einer Sammlung von Bussgottesdiensten mitzuarbeiten.
Das Konzept stammt von Bauer. Die thematische Aufteilung in sechs Gruppen
zu je sieben Bussgottesdiensten (je sieben Advents- und Weihnachtslieder,
sieben Gaben des Heiligen Geistes usw.) mag zuerst als originelle Spielerei
erscheinen. Dem ist aber nicht so. Die Vorlagen sind im besten Sinne praxisorientiert
und lebensnah. Oft werden auch Gestaltungselemente («Symbole»)
eingeplant; sie sollen die Aufmerksamkeit fördern.
Der Tübinger Pastoraltheologe Ottmar Fuchs schreibt eine bemerkenswerte
theologische Einführung «Die Busse im Horizont des Jüngsten
Gerichts ein vergessener Zusammenhang».
Edmund Arens, Widerworte. Gedanken gegen den Zeitgeist, Edition Exodus, Luzern 2001, 63 Seiten.
Edmund Arens, der an der Theologischen Fakultät der Universität Luzern Fundamentaltheologie lehrt, steht für eine öffentliche Theologie ein. Wie er das praktisch macht, belegt diese Sammlung von neuenzehn «Worten zum Sonntag», die 1999 und 2000 von FS DRS gesendet wurden; sie werden ergänzt durch Predigtskizzen zum Flüchtlingssonntag und zum Caritassonntag. Abschliessend reflektiert er die Frage, was öffentliche Theologie, was konkret ein Wort zum Sonntag kann und muss; sich einmischen, religiös animieren und inspirieren, ist seine Antwort. Rolf Weibel