24/2001 | |
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Neue Bücher |
Jan-Heiner Tück, «Gelobt seist Du, Niemand». Paul Celans Dichtung eine theologische Provokation, Verlag Josef Knecht, Frankfurt/Main 2000.
Geprägt von der Auseinandersetzung mit der Shoah gehört das dichterische Werk Paul Celans, das in dezidierter Mehrdeutigkeit historische Präzision und poetische Rätselhaftigkeit verbindet, zu den schwierigsten und am meisten interpretierten des 20. Jahrhunderts. Biblische Motive wie Spuren jüdischer Mystik und Anspielungen auf die Passion des Gekreuzigten finden sich in seinen Gedichten. Auf der Grenze von Reden und Verstummen sind sie, auch und gerade wo sie religiöses Sprachgut verarbeiten, einer «Flaschenpost» vergleichbar (so Celan selber), immer «unterwegs» auf «etwas Offenstehendes, ein ansprechbares Du vielleicht», das mal eher versteckt, mal eher offen als Anrufung einer nicht näher zu fassenden transzendenten Wirklichkeit verstanden werden kann. Die «theologische Provokation» dieses vielfach verschlüsselten, mit Schweigen angereicherten Sprechens von Gott, sucht der Theologe und Germanist Jan-Heiner Tück aufzunehmen. Neben lebens- und werkgeschichtlichen Hintergrundinformationen steht Celans dichterische Spracharbeit, die mit Chiffren wie «Niemand» und «Nichts» bewusst das routinierte Repetieren überkommener Theologumena unterbricht («O einer, o keiner, o niemand, o du»), im Zentrum seiner äusserst anregenden, lesbar geschriebenen Veröffentlichung. Das theologische Gespräch kreist denn auch um die Frage, wie nach und angesichts der Shoah (noch) von Gott geredet, ja, zu ihm gebetet werden kann, ohne die Leidensgeschichte der Welt und die schmerzliche Erfahrung der Verborgenheit Gottes zu überspielen. Ins Zentrum des christlich-jüdischen Dialogs «nach Auschwitz» zielt schliesslich die Frage, wie die Bedeutung des Kreuzestodes Jesu Christi (eine der Quellen christlichen Antijudaismus!) ohne falschen Triumphalismus und die christliche Auferstehungsbotschaft ohne den idyllischen Messianismus einer universalen Vergebung, der leichtfertig die Differenz zwischen Tätern und Opfern einebnet, heute glaubhaft bezeugt werden kann. Dabei sieht Tück Juden und Christen durch die gemeinsame biblische Hoffnung, dass Gottes rettende Macht sich am Ende, allem Augenschein zum Trotz, durchsetzen wird, in einer «Ökumene der Erwartung» vereint, dass gerade auch der Schmerz, die stumme Not und die vergeudeten Möglichkeiten, die die Finsternis unserer Menschengeschichte ausmachen, dank der unausgeschöpften Möglichkeiten Gottes dereinst in messianisches Licht getaucht werden.
Rosel Termolen, Sei gegrüsst, Maria. Gebete und Texte für Andachten und Feiern, Verlag Herder, Freiburg i.Br. 2000, 158 Seiten.
Dieses Werkbuch bietet allen, die Marienfeiern, Andachten und Wallfahrten
vorbereiten, eine Fülle von Anregungen und Materialien.
Es hat darunter Texte aus verschiedenen Jahrhunderten christlicher Tradition,
aber auch solche aus unserer Gegenwart. Alle Materialien und Texte sind
sorgfältig ausgewählt. Lamentalitäten und Maiandacht-Romantik
sind ausgeschieden. Für diese gesunde und wohl überlegte Stoffsammlung
kann man von Herzen danken.