14/2001

INHALT

Neue Bücher

Priester sein in dieser Zeit

Gisbert Greshake, Priester sein in dieser Zeit. Theologie­Pastorale Praxis­Spiritualität, Verlag Herder, Freiburg i.Br. 2000, 445 Seiten.

Gisbert Greshake, emeritierter Professor für Dogmatik und Ökumenische Theologie der Universität Freiburg i.Br., schreibt dieses Buch über und für Priester aus einem realistischen und besorgten Problembewusstsein heraus. Seine Beobachtungen sind scharf und realistisch, aber keineswegs von Defaitismus inspiriert. Dabei liegt es ihm aber fern, beschwichtigend zu trösten oder den Ernst der Probleme zu überspielen.
Greshake behandelt das priesterliche Amt von seiner neutestamentlichen Sendung und der historischen Entwicklung bis zum heutigen Amtsverständnis. Er sieht es unter den gegenwärtigen soziokulturellen Bedingungen. Ausführlich entwirft er eine priesterliche Spiritualität für heute. Er übersieht auch Fehlformen nicht: Klerikalismus, Vereinsamung und Isolation. Dann entwirft er ein Priesterbild, das sowohl der Heiligen Schrift und der kirchlichen Tradition entspricht als auch der heutigen Situation voll und ganz Rechnung trägt. Vor allem aber soll das Buch eine Orientierung für den Priester sein und solche, die sich über eine mögliche Berufung Gedanken machen.

Leo Ettlin


Kreuzwege

Heinrich Schnuderl, Fünf Kreuzwege für jeden Sonntag in der Fastenzeit, Styria Verlag, Graz 2001, 175 Seiten.

In der Stadtpfarrei Graz besteht noch der Brauch, an den fünf Fastensonntagen am Nachmittag eine Kreuzwegstationenandacht zu halten. Und sie soll sich wieder grösseren Interesses erfreuen. Der Stadtpfarrer Heinrich Schnuderl hat Studierenden der Grazer katholischen Hochschulgemeinde den Auftrag gegeben, diese Andachten zu gestalten. Drei Studenten/Studentinnen haben zum Teil im Teamwork solche Andachten verfasst und auch gehalten. Die Studierenden haben diese Aufgabe sehr ernst genommen. Das Ergebnis ist in jeder Hinsicht erfreulich und bemerkenswert. Diese fünf Kreuzwegandachten sind vom unangenehmen Klischee tradierter Stationenandachten weit entfernt. Der Band ist mit eindrücklichen, in knappen Strichen gearbeiteten Kreuzwegbildern aus der Kapelle der Kreuzschwestern in Graz gefällig illustriert. Leo Ettlin


Bräuche und Feste

Manfred Becker-Huberti, Lexikon der Bräuche und Feste. 3000 Stichwörter mit Infos, Tipps und Hintergründen, Verlag Herder, Freiburg i.Br. 2000, 480 Seiten.

Das Lexikon der Bräuche und Feste ist eine volkskundliche Fundgrube, in der man überraschende Informationen finden kann. Besonders reich ist die Ausbeute auf dem Gebiet der religiösen Volkskunde mit ihrem überschwenglichen Brauchtum. Da wird eingehend über Osterhasen und Ostereier gehandelt, über den Christbaum und den Weihnachtsmann, den Heiligen Abend, die Hirten und die drei Könige. Es gibt Informationen über den Karneval und die Karwoche. Attribute und Legenden bekannter Heiliger (Jakobus, Martin von Tours, Nikolaus von Myra usw.) sind umfassend dargestellt. Das Buch wird in der Bibliothek eines Theologen und Seelsorgers eine Bereicherung sein. Man wird darin nicht nur nachschlagen, sondern in Stunden der Musse staunend und immer neu bereichert bei ihm verweilen.

Leo Ettlin


Ein Engelchor

Anselm Grün, 50 Engel für die Seele, Verlag Herder, Freiburg i.Br. 2000, 157 Seiten.

1997 hat Anselm Grün das Buch «50 Engel für das Jahr» herausgegeben. Darin hat er Engel als inspirierende und diskrete Begleiter des Alltags vorgestellt ­ als Beschützer in der Not und als Boten einer anderen Wirklichkeit. Das Buch wurde ein Bestseller mit zwölf Auflagen. Das hat den bekannten Benediktiner aus Münsterschwarzach ermutigt, nochmals fünfzig Engel auf die Reise zu den Menschen zu schicken ­ die Engel sind ja nicht zu zählen ­ wer weiss, ob noch mehr auf eine Aussendung von Anselm Grün warten?
Der soeben ausgesandte Engelchor nennt sich «Engel für die Seele». Er handelt von englischen Tugenden der Menschen (Zuverlässigkeit, Lauterkeit, Augenmass, Mitleid usw.). Sie bilden gesamthaft den Reichtum unserer Seele und möchten uns anregen, die Fähigkeiten zu entfalten, die in unser Herz gelegt sind.

Leo Ettlin


© Schweizerische Kirchenzeitung - 2001