12/2001 | |
INHALT | |
Neue Bücher |
Heinz-Jürgen Förg und Hermann Scharnagl, Wallfahren heute. Gnadenorte, Kult- und Andachtsstätten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Echter Verlag, Würzburg 2000, 160 S. (17 Farbfotos und 75 s/w-Abbildungen).
Auch im religiösen Leben stehen wir unter einem Dualismus: Wir gehören
zu einer Pfarrei mit ihrer Pfarrkirche, sehen uns aber ebenso angezogen
durch Wallfahrtsorte. Pfarrei und Wallfahrtsorte stehen nicht in Konkurrenz
zueinander. Sie ergänzen und bereichern sich gegenseitig.
Oft wählen wir eine Wallfahrtskirche sogar als Ziel für eine Wanderung
oder eine Ferienreise. Das vorliegende Buch möchte helfen, dass der
Mensch, der sich auf den Weg macht, die nötigen Informationen findet
und sich so einstimmen kann.
Für Deutschland, Österreich (mit Südtirol) und die Schweiz
werden 106 Gnadenstätten, die national oder international bekannt sind,
alphabetisch erfasst sowie in ihrer Entstehung und heutigen Bedeutung dargestellt.
Wer an einem Wallfahrtsort das Erlebnis der Gemeinschaft sucht, ist dankbar
für die Angabe der Hauptwallfahrtszeiten. Die Wallfahrtsorte lassen
sich gut finden, weil ihre geographische Lage genau vermerkt ist.
Wallfahrtsorte sind Äusserungen der Kirchenbasis. Die Menschen vernehmen
die Stimme Gottes deutlich an einem bestimmten Ort. Dort gewinnen sie auch
Einsicht in sein Handeln. Dieses subjektive Empfinden ist meistens erhärtert
durch eine lange geschichtliche Entwicklung. So gelangt es zu einer Beheimatung
im kirchlichen Umfeld. Diese Überlegungen waren wohl auch Kriterium
für die Aufnahme eines Wallfahrtsortes in diesem Buch im Fall
von Eisenberg a.d. Raab (Burgenland) allerdings nicht. Dieser Marienwallfahrtsort
(Seherin Aloisia Lex und wundersames «Rasenkreuz») hat die Billigung
der Kirche nicht, wie die Verfasser auf Seite 129 selber angeben.
Ein Fehler ist noch anzuzeigen:
In der Beschreibung des Oberhalbsteiner Wallfahrtsortes Ziteil taucht unvermittelt
(wohl aus dem vorherigen Beitrag) der Name «Werthenstein» auf.
Gerhard Isermann, Widersprüche in der Bibel. Warum genaues Lesen lohnt. Ein Arbeitsbuch, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2000, 253 Seiten.
Das Buch aus der Reihe «Biblisch-theologische Schwerpunkte» (Band 18) wendet sich an Menschen, die ihre Bibel besser verstehen möchten, aber im Verständnis und in der Deutung noch unbeholfen sind. Der Autor deutet nach der historisch-kritischen Exegese Bibelabschnitte, die Schwierigkeiten bereiten können. Es geht dem Autor darum, dem für das Wort Gottes aufgeschlossenen Laien die Angst vor der kritischen Bibelexegese zu nehmen. Er stellt ihm für die eigene Meinungsbildung Informationen bereit, die befreiend wirken können. Der Autor nimmt aus dem biblischen Material grundlegende Abschnitte heraus (Schöpfung, Gottessohnschaft, Kreuzigung, Auferstehung, Weltende). Ergänzend kommen noch Abhandlungen über den Kanon der Heiligen Schrift und Wirksamkeit der biblischen Texte, die besonders das Bibelverständnis vom Standpunkt der Evangelischen fördern sollen.