7/2001 | |
INHALT | |
Neue Bücher |
Erich Camenzind (Hrsg.), Der Tod ein Tor zum Leben. Vom Sinn des Sterbens, Kanisius Verlag, Freiburg 1997, 96 Seiten.
Die Beiträge dieses Bändchens sind für einen Vortragszyklus,
den die Dreifaltigkeitspfarrei Bern veranstaltete, entstanden. Der Zyklus
trug den Titel des Buches und stiess auf ein aussergewöhnlich grosses
Interesse, so dass die vorliegende Publikation sich direkt aufdrängte.
Bischof Kurt Koch befasst sich mit dem heute auf einmal wieder aktuellen
Thema der Reinkarnation und dem Fegefeuer. Professor Johannes Brantschen
behandelt die Frage um Himmel und Hölle. Er gibt nach subtilem Abwägen
der Hoffnung Ausdruck, dass es Gott gelingen möge, alle Menschen für
sich zu gewinnen. Die Theologin Maria Brun behandelt die vorbereitende Einstellung
zum Sterben. Der Herausgeber dieser gediegenen Publikation, Erich Camen-zind,
ehemaliger Chefredaktor der «Freiburger Nachrichten» und heute
Gemeindepfarrer in Lausanne, und der Veranstalter der Vortragsreihe, der
Dreifaltigkeitspfarrer Franz Kuhn, behandeln zum Abschluss die persönliche
Betroffenheit und ihre Aufarbeitung nach dem Tod eines nahe stehenden Menschen.
Briege McKenna, Wunder geschehen wirklich, Vier-Türme-Verlag, Münsterschwarzach, 41994, 152 S.
Das Buch ist im Umkreis der charismatischen Bewegung entstanden; die Autorin ist eine amerikanische Ordensfrau. Sie hält für Priester charismatische Exerzitien, die oft von aussergewöhnlichen Phänomenen begleitet sind. Das aussergewöhnliche Wirken der charismatischen Nonne, mit der Forderung der Priesterweihe für die Frau in Beziehung zu bringen im Sinne: der Frau das Charisma, dem Mann das Amt, wie das der Werbetext tut, entbehrt einer sachlichen Beurteilung des Problems.
Henri Boulad, «Samuel, Samuel!». Alexandrinische Predigten. Übersetzt nach den französischen Originalkassetten und herausgegeben von Hidda Westenberger, Otto Müller Verlag, Salzburg 2000, 160 S.
Der Jesuit Henri Boulad wirkt im ägyptischen Alexandrien. Seiner Herkunft nach ist er Syrer und Italiener, der Nationalität nach ist er Ägypter und Libanese; die Liturgie feiert er im byzantinischen Ritus; die Studienorte waren Libanon (Theologie), Frankreich (Philosophie), USA (Psychologie und Pädagogik). Zwölf Jahre lang leitete er die Caritas Ägyptens, dann war er Vizepräsident der Welt-Caritas. Dieser ungewöhnliche Mann ist berufen, unterschiedliche Realitäten zu versöhnen: Naher Osten und Westen; Philosophie und Theologie, Aktion und Kontemplation, Physik und Mystik. Je mehr sich der geistige Horizont geweitet hatte, umso tiefer versenkte er sich in die Mystik, und darin sieht der viel Gereiste heute seine Aufgabe, seine Zuhörer in die Tiefe zu führen. «Die alexandrinischen Predigten» sind klassische Beispiele seiner spirituellen Vertiefung. Henri Boulad ist ein Mystiker und Prophet, der unseren Tagen geschenkt ist. Er führt den Hörer (Leser) in den Kern der Botschaft Christi. Wer sich auf ihn eingelassen hat, wird nicht mehr so schnell von ihm wegkommen.