31-32/2001 | |
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Berichte |
Zu dem Zeitpunkt, da Sr. Ingrid Grave OP am Schweizer Fernsehen DRS von
der Rolle als Moderatorin der «Sternstunden» zu jener der «Wort
zum Sonntag»-Sprecherin wechselte, wurde ihr von der Medienkommission
der Schweizer Bischofskonferenz der Katholische Medienpreis 2001 zugesprochen.
Mit diesem Preis soll in der Welt der Medien in der Schweiz zu einem Engagement
ermutigt werden, das gegenüber der Öffentlichkeit von christlicher
Hoffnung oder einer echten spirituellen Suche zeugt, wie anlässlich
der Preisverleihung am Freitag vor Pfingsten Georg Rimann als Präsident
der Jury erinnerte. Mit einem Wort von Victor Hugo bezog P. Albert Longchamp
SJ, der Präsident der Medienkommission, die Preismaxime auf die Moderatorin
der sonntäglichen «Sternstunden», besser: auf die Animatorin,
auf jene, die ihr die Seele gibt. Victor Hugo schrieb einem Korrespondenten
über die Sendung des Dichters: «Sie sehen den Schatten, ich aber
sehe die Sterne; jeder hat seine Art, die Nacht zu sehen Vous voyez
l'ombre, et moi je vois les astres, chacun a sa façon de voir la
nuit.»
Dass diese Art von Sr. Ingrid Grave nicht nur binnenkirchlich geschätzt
wird, zeigt eine weitere Preisverleihung, wie Georg Rimann betonte: Ende
Monat wird Sr. Ingrid Grave der von den Ostschweizer Kantonsregierungen
gestiftete «Radio- und Fernsehpreis der Ostschweiz 2001» überreicht
werden. Bei der Jurierung der zahlreichen begründeten Nominationen
habe zudem festgestellt werden können, wie allerorten und in verschiedensten
Formen und Mediengattungen Menschen bestrebt seien, «christliche Hoffnung,
katholische Weite und Vielfalt, Suche nach Antworten auf Sinn- und Wertefragen,
spirituelle Tiefe mittels Medien in unserer offenen, pluralen Gesellschaft
zu Wort kommen zu lassen, ins Bild zu setzen, vernehmbar zu machen».
Dass Antworten vom Glauben her auch gehört werden können, setze
allerdings voraus, dass auf echte Fragen geantwortet werde, jenseits von
kirchlicher Nabelschau und Strukturquerelen: «Unsere Mitmenschen horchen
dann auf, wenn sie spüren, dass die Fragen von Christen und Kirchen
ja auch ihre ganz eigenen sind.»
Die eigentliche Laudatio hielt die Medienschaffende Rosemarie Pfluger, die
einen Film über Sr. Ingrid Grave realisiert hat. Die sehr persönlich
gehaltenen Ausführungen gipfelten im Gedanken, dass man glaubwürdig
nur wirken kann, «wenn man seine Persönlichkeit nicht an irgendeinen
Nagel hängt nicht einmal an den eines Ordens».
Auch wenn der Medienpreis «medienkristisch betrachtet»
in erster Linie dem Ordenskleid von Sr. Ingrid Grave gelte, fuhr der
Medienbischof Peter Henrici fort, sei mit dem Ordenskleid allein noch kein
christliches Zeugnis gegeben. Wohl hätten in einer Zeit des Sehens,
nicht zuletzt wegen des Fernsehens, die religiösen Zeichen eine entscheidende
Bedeutung erlangt. «Eine Religion, ja, das Religiöse überhaupt,
das nicht durch Zeichen sichtbar wird, existiert in der Öffentlichkeit
nicht und schon gar nicht in der Medienwelt.» In diesem Zusammenhang
gewinne auch die religiöse Gewandung neue Bedeutung. Zumal der dominikanische
Ordenshabit kein frei erfundenes Outfit sei, sondern Ausdruck einer Corporate
Identity, «die nicht nur alle Predigerbrüder und Dominikanerinnen
auf der weiten Welt umfasst, sondern die auch durch die Jahrhunderte bis
zum Ordengründer Dominikus hinabreicht. Unterschwellig und doch deutlich
sichtbar wird so ein Begriff von Weltkirche und von christlicher Tradition
vernmittelt.»
Allerdings müssten Kleid und Persönlichkeit zusammenstimmen, sonst
bliebe es bei der blossen Verkleidung. «Cucullus non facit monachum
die Kutte macht noch keinen Mönch», und auch noch keine
Nonne, zitierte Weihbischof Henrici ein altes Sprichwort. Und für dieses
Zusammenstimmen von Kleid und Person erhalte Sr. Ingrid Grave den Medienpreis,
als Ermunterung für sie persönlich, aber auch und vielleicht in
erster Linie als eine Ermunterung, dass andere es ihr in dieser Authentizität
nachtun.
Ende Mai wurde an der Vereinsversammlung des Vereins Information Kirchliche Berufe (IKB) ein neues Team für die Arbeitsstelle und ein neuer Vereinspräsident gewählt. Robert Knüsel-Glanzmann und Schwester Anneres Oberli ersetzen an der Arbeitsstelle Pfarrer Oswald Krienbühl, Seelsorgehelferin Amanda Ehrler und Margrit Arnold, Lehrerin. Mit dem neuen Team wechselt die Arbeitsstelle IKB auf Anfang August von Zürich nach Luzern. Als neuer Vereinspräsident löst P. Dr. Thomas Morus OFMCap, Luzern, Ernst Heller, Kriens, ab.
Mit dem Theologen Robert Knüsel-Glanzmann (1950), als Gemeindeleiter
in Suhr-Gränichen (AG) und als teilzeitlicher Leiter des Dritten Bildungsweges
in Luzern tätig, und der Ordensfrau Anneres Oberli (1939) von der Gemeinschaft
der Spitalschwestern in Luzern, soll an der Arbeitsstelle IKB die vom bisherigen
Team seit bald 11 Jahren geleistete Aufbau- und Grundlagenarbeit im Bereich
der Berufungspastoral weitergeführt werden. Das Grundanliegen der bisherigen
Stelleninhaber, die Vernetzung der Berufungspastoral in der Gesamtpastoral
der Kirche auf institutioneller Ebene, vor allem aber auch in den Pfarreien,
Orden und Gemeinschaften, soll vom neuen Stellenleiter und seiner Mitarbeiterin
kontinuierlich ausgebaut werden. Die sich ergänzenden Kenntnisse der
beiden neuen Verantwortlichen in der überregionalen Berufungspastoral
weisen auch auf eine weiterhin praxisbezogene, kreative und fundierte Fortführung
der Arbeit an der Arbeitsstelle IKB hin.
Robert Knüsel und Schwester Anneres Oberli traten ihre neue Stelle
am 1. August an. Sie wurden von der Deutschschweizer Ordinarienkonferenz
auf Antrag des IKB-Vorstands bestätigt und von der IKB-Vereinsversammlung
vom 30. Mai 2001 einstimmig gewählt. Die Arbeitsstelle IKB ist ab diesem
Zeitpunkt neu am Abendweg 1 in Luzern beheimatet.
Wie das bisherige Team der Arbeitsstelle wurde auch die Stelle des Vereinspräsidenten
neu besetzt: Mit dem Guardian des Kapuzinerklosters Wesemlin, Luzern, P.
Dr. Thomas Morus (Jahrgang 1941), konnte eine Persönlichkeit gefunden
werden, die ganz im Sinn von Pfarrer Ernst Heller die Anliegen der Berufungspastoral
gegen aussen und gegenüber der Schweizer Kirchenleitung vertreten wird.
Die bisherigen Stelleninhaber und der Vereinspräsident schauen auf
eine ereignisreiche Zeit in der Arbeit für die Berufungspastoral zurück.
Als Informations-, Dokumentations- und Forschungsstelle war ihnen der vielfältige
Kontakt in die Pfarreien, Bistümer, Orden und Gemeinschaften sehr wichtig.
Auf Grund der personellen Situation in den Pfarreien und Orden wurde bald
einmal festgelegt, dass sich Berufungspastoral nicht nur auf die Förderung
von Priester- und Ordensberufen beschränken kann. So wurde Berufungspastoral
in den letzten Jahren immer als eine Förderung einer gesunden Spiritualität
in den Pfarreien und der Kirche als Ganzem verstanden. Pfarrer Oswald Krienbühl,
Seelsorgehelferin Amanda Ehrler, Sekretariatsmitarbeiterin Margrit Arnold
und Vereinspräsident Pfarrer Ernst Heller verlassen die Stelle nach
mehr als 10 Jahren Tätigkeit auf eigenen Wunsch.