6/2001 | |
INHALT | |
Berichte |
Einmal mehr kreiste das Hauptthema der jährlichen Kontaktsitzung
der Internationalen Arbeitsgemeinschaft der Liturgischen Kommissionen im
deutschen Sprachgebiet (IAG) um Fragen im Zusammenhang mit dem Messbuch.
Anlass dazu bot vor allem die von der Gottesdienstkongregation im lateinischen
Wortlaut bereits veröffentlichte «Institutio generalis»
zur Editio tertia des römischen Messbuchs. Zunächst ging es darum,
die Änderungen gegenüber der früheren Allgemeinen Einführung
aufzuzeigen sowie eventuelle Anpassungsmöglichkeiten für das deutsche
Sprachgebiet zu überlegen. Nach Auskunft des Beobachters der Gottesdienstkongregation
befindet sich das überarbeitete lateinische Messbuch gegenwärtig
im Druck. So wird es darum gehen, möglichst schnell die Neuausgabe
für die Länder der deutschen Sprache zu erarbeiten. Seit 12 Jahren
bereits wurden dazu gründliche Vorarbeiten geleistet. Wie viel davon
allerdings von den Bischofskonferenzen übernommen und von den zuständigen
römischen Instanzen angenommen wird, ist schwer einzuschätzen.
Neu überarbeitet ist die «Feier der Taufe». Neben einer
vollkommen neuen Pastoralen Einführung der Bischöfe des deutschen
Sprachgebietes enthält sie im Anhang neu auch Anregungen für Feiern
zur Eröffnung des Weges zur Taufe. Die Vorlage kann nun Bischöfen
zur nochmaligen Begutachtung vorgelegt werden. Wenn keine grossen Änderungen
gefordert werden, kann der längst erwartete Rituale-Teil Ende 2002
in Gebrauch kommen. Die vollständig überarbeitete «Feier
der Eingliederung Erwachsener in die Kirche» dürfte ebenso nächstes
Jahr vorliegen. Dasselbe gilt von einem eigenen Werkbuch für vertiefende
Feiern zwischen Taufe und Erstkommunion mit dem Titel «Du bist getauft».
Gearbeitet wird ferner an einer Neuausgabe der «Feier der Busse»,
doch wird sie noch etwa drei Jahre auf sich warten lassen.
Als dringend erweist sich die Überarbeitung der «Begräbnisfeier».
Die Materie ist jedoch sehr komplex, weil hier besonders viele regionale
Unterschiede zu berücksichtigen und Anpassungen an die heutige Situation
(z.B. Urnenbestattung) vorzunehmen sind.
Bis 2003 sollte auch die vollständig überarbeitete Neuauflage
des «Benedictionale» greifbar sein.
Eine neue Arbeitsgruppe wurde damit beauftragt, als Ergänzung zum Lektionar
eine Anzahl von Schriftlesungen zu suchen, in denen besonders von Frauen
die Rede ist und damit ein zu Recht angezeigtes Defizit der Leseordnung
zu beheben.<1>
1 Einen Wechsel gab es in der Ständigen Kommission für die Herausgabe der liturgischen Bücher: RA Raphael Kühne löst den langjährigen Vertreter der Schweiz, Dr. Jürg Largier ab. Aus der Schweiz nahmen am Kontakttreffen der Liturgiekommissionen teil: Abt Dr. Georg Holzherr, Weihbischof Dr. Paul Vollmar, Prof. Dr. Martin Klöckener, Dr. Robert Trottmann und Anton Pomella.