49/2001

INHALT

Amtlicher Teil

 

Alle Bistümer

 

Aktion zum Menschenrechtstag ­ 10. Dezember 2001

Töten um der Ehre willen

Liebe Schwestern und Brüder,
In einigen Gegenden der Welt überlebt bis heute die Praxis des Tötens von Mädchen und Frauen um der Ehre willen. Diese Praxis wurzelt in einer patriarchalen Tradition, die besagt, Männer hätten die Pflicht, dafür zu sorgen, dass die Familienehre nicht besudelt werde ­ eine Pflicht, die gelegentlich nicht einmal vor dem Mord an der Ehefrau, der Schwester oder der Schwägerin Halt macht. In manchen Fällen stützen sich die Anschuldigungen auf reine Vermutungen oder Gerüchte, und so kommt es denn vor, dass Unschuldige ermordet werden.
Ein solches Verständnis von Familienehre stürzt die betroffenen Familien in ein auswegloses Dilemma. Inzwischen werden nun aber in Gesellschaften, in denen dieser Ehrenkodex und die damit einhergehenden Praktiken noch existieren, Männer und Frauen aktiv und setzen sich für die Abschaffung dieser Bräuche ein. Wichtige Instrumente in diesem Kampf sind die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und die international gültigen Pakte und Übereinkommen. Sie tragen dazu bei, dass die Würde der Frau vollumfänglich garantiert und dass ihr Recht auf Leben und ihr Recht, als eigenständige Person anerkannt zu werden, respektiert wird.
Gemäss Genesis 1,27 ­ «Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie» ­ sind Mann und Frau nach dem Ebenbild Gottes geschaffen, gleichwertig, beide mit ihrer je eigenen, unverwechselbaren Identität. Beide haben dasselbe Recht auf Unversehrtheit und auf ein Leben in Würde. Nach der Bibel kann die Ehre einer bestimmten Person nie höher gewichtet werden als das Leben einer anderen Person.
Wir sind bereit, jene tatkräftig zu unterstützen, die sich gegen die grausame und frauenverachtende Praxis des Tötens um der Ehre willen wehren. Es braucht viel Mut, vor allem für Frauen, aber auch für Männer, sich gegen Traditionen aufzulehnen, deren Wurzeln nicht selten weit in die Zeit der Antike zurückreichen.
Wir laden Sie ein, während der Adventszeit, die Hoffnung und Licht bringen soll, jener Frauen zu gedenken, die «um der Ehre willen» getötet werden. Informationen dazu enthält das entsprechende Dossier. Es soll Ihnen den Impuls geben, Aktionen in Ihrer Kirchgemeinde und in Ihrer Gruppe durchzuführen und die Petition zu unterschreiben.
Wir danken Ihnen für die aktive Teilnahme an der diesjährigen Aktion.

Pfarrer Thomas Wipf,
Präsident des Rates Schweizerischer
Evangelischer Kirchenbund

Bischof Amédée Grab,
Präsident Schweizer Bischofskonferenz

Pfarrer Fritz Müller, Bistumsverweser
der Christkatholischen Kirche der Schweiz


Die Landeskirchen zum Absturz der Crossairmaschine bei Kloten

Mit Betroffenheit haben die Schweizer Bischofskonferenz, der Schweizerische Evangelische Kirchenbund und die Christkatholische Kirche der Schweiz vom Absturz der Crossairmaschine bei Bassersdorf (ZH) erfahren.
Erneut hat sich in der Schweiz ein schweres Unglück zugetragen. Unsere grösste Sorge gilt den Opfern und ihren Angehörigen. Erneut ist auch der Luftverkehr betroffen, eine krisengeschüttelte Branche, die im Wiederaufbau begriffen ist.
Die Landeskirchen drücken allen Angehörigen der 24 Todesopfer, aber auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Fluggesellschaft ihr Mitgefühl aus und danken den zahlreichen Helferinnen und Helfern für ihren grossen Einsatz und die erbrachte Hilfe.
Bereits zuvor hat in der Schweiz eine Häufung tragischer Unfälle die Bevölkerung erschüttert. Wir beten darum, dass diese Serie und die Fragen nach ihrem Sinn nicht zu einer inneren Abstumpfung und Gewöhnung führen. In jedem einzelnen Fall wiegt der Verlust von Menschenleben schwer. Krisen wie diese fordern uns auf, anstehende Probleme gemeinsam zu lösen, die Gefahren so weit wie möglich zu minimieren. Gleichzeitig müssen wir mit den Grenzen unserer Möglichkeiten leben und akzeptieren, wie verletzlich wir sind.
Wir wünschen den Betroffenen viel Kraft und Gottes Beistand für die Zeit der Trauer und des Abschieds von den Opfern.

Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund
Schweizer Bischofskonferenz
Christkatholische Kirche

Bern und Freiburg, 26. November 2001


Bistum Basel

 

Ernennungen

Auf Vorschlag der Dekanate ernannte Diözesanbischof Dr. Kurt Koch für die laufende Amtsperiode im:

Dekanat Leimental

Dekanat Liestal

Die Amtszeit dauert bis 31. Dezember 2003.


Ausschreibung

Die auf den 15. Juli 2002 vakant werdende Pfarrstelle Bünzen (AG) wird für einen Pfarrer oder einen Gemeindeleiter/eine Gemeindeleiterin zur Wiederbesetzung ausgeschrieben.
Interessierte Personen melden sich bitte bis zum 28. Dezember 2001 beim Diözesanen Personalamt, Baselstrassse 58, 4501 Solothurn, oder E-Mail personalamt@bistum-basel.ch


Aufhören und Anfangen

Der Diözesane Seelsorgerat des Bistums Basel traf sich am 23./24. November 2001 im Seminar St. Beat in Luzern zur 12. und letzten Sitzung der Amtsperiode. Im Zentrum der Tagung standen «Aufhören und Anfangen», aber auch Danken und guten Rat wünschen. Schwerpunkt der ordentlichen Sitzung bildete die Verabschiedung des Stellenbeschriebes für die Schaffung einer Frauenstelle im Bistum Basel und des Konzeptes für die Angliederung einer Stelle für Familienpastoral im Pastoralamt des bischöflichen Ordinariates.

Vom Licht empfangen

Am Vorabend begaben sich die Ratsmitglieder zum Kloster Wesemlin ­ ein Laternenlicht empfing und führte sie ins Refektorium zum Nachtessen. Als Beitrag zum Jahr der Freiwilligenarbeit und als Dankeschön an die Mitglieder des Rates für deren Arbeit boten die Fraktionen mit unterhaltsamen Einlagen einen Rückblick auf die Amtsperiode.

Familienpastoral

Den Einstieg in die Diskussion bildete die Frage «Sind alle Familienformen gleich-gültig?» Ist denn jede gelebte Beziehung auch schon Familie? Generalvikar R. Schmid brachte es auf den Punkt: Halten wir uns das Idealbild vor Augen ­ dann verdienen z.B. Alleinerziehende unsere Anerkennung, wenn sie alleine beitragen, was sonst auf ein Elternpaar aufgeteilt wird, dann können wir uns auch nicht aus der Verantwortung stehlen, anderen Familienformen zu helfen, sie zu unterstützen und zu begleiten!
Für die heutigen vielfältigen Familiensituationen wurde der neue Begriff «Baustelle ­ Familie» geprägt.
Es wurde festgestellt, dass es viele Ehe- und Familienberatungsstellen, Projekte und Einrichtungen in den Regionen sowie Kinderbetreuungs-Angebote gibt, die von der Kirche und Pfarreien getragen werden. Nun fehlt aber eine zentrale Stelle, welche Pfarreien in ihren familienpastoralen Aufgaben unterstützt. Es fehlen «Bauführerinnen oder Bauführer», welche die «Pläne» erstellen. Auch fehlen Ansatzpunkte im Familienbereich bezüglich Verkündigung. Der Seelsorgerat ist sich einig, dass Familienpastoral begleitet werden muss durch die Einrichtung einer Fachstelle im Ordinariat. Der Seelsorgerat richtet sich nun an die verschiedenen Gremien unseres Bistums mit der Aufforderung, im Pastoralamt eine solche Fachstelle einzurichten.

Frauenstelle im Bistum Basel

Der Diözesane Seelsorgerat beantragt dem Bischofsrat die Schaffung einer Frauenstelle im Bistum Basel. Die Stelle soll als dreijähriges Projekt gestaltet werden. Ein solcher Zeitraum scheint gut überblick- und überprüfbar. Nach dieser Projektphase wird eine Auswertung stattfinden, allenfalls könnten Korrekturen angebracht werden um danach die Frauenstelle als feste Institution im Bistum einzurichten.
Eine Gruppe von Frauen hat sich seit 1996 mit der Frauenförderung im Bistum auseinandergesetzt. Aufgrund ihrer Arbeit hat die Gruppe folgende Schwerpunkte für eine Frauenstelle festgehalten:

Abschlussfeier

Allseits gelobt wurde die gute Zusammenarbeit und das Funktionieren des Seelsorgerates unter sich, aber auch mit der Bistumsleitung. Grosser Dank gilt der Präsidentin Renate Falk-Fritschi, die es verstand, eine positive Gesprächskultur zu schaffen, das Vertrauensverhältnis zwischen Rat und Bistumsleitung zu fördern und an so mancher Sitzung mit ihren kreativen Einlagen die Mitglieder zu motivieren und die Arbeit zu erleichtern.
Mit einem Gottesdienst gemeinsam mit Bischof Kurt Koch und einer unterhaltsamen Abschlussrunde bei Glühwein und Lebkuchen endete diese letzte Zusammenkunft der Amtsperiode.
Den scheidenden Mitglieder Glück- und Segenswünsche auf ihren weiteren Weg; den verbleibenden und den zukünftigen Mitglieder des Seelsorgerates die besten Wünsche für die neue Amtsperiode.

Informationsstelle


Ausschuss der Laientheologinnen und Laientheologen des Bistums Basel stellt Aktivitäten ein

Nachdem die Jahrestagung in diesem und im vergangenen Jahr wegen mangelnder Anmeldungen abgesagt werden musste, rief der Ausschuss die Laientheologinnen und Laientheologen des Bistums Basel dazu auf, ihm Vorstellungen über die zukünftigen Zielsetzungen mitzuteilen (SKZ 26/01). Es gingen über 50 Reaktionen ein, worauf die Mitglieder des Ausschusses nochmals zu einer Sitzung einluden, um Möglichkeiten der Weiterarbeit zu evaluieren (SKZ 42/01). Diese Sitzung fand am 23. November im Pfarreiheim St. Marien in Olten statt. Neben fünf Mitgliedern des Ausschusses waren sieben Personen anwesend, elf Entschuldigungen lagen vor.
Die Anwesenden diskutierten die vielfältigen Entwicklungen und Veränderungen innerhalb der Gemeinschaft der Laientheologinnen und Laientheologen. Die anfänglich kleine und recht homogene Gruppe stellt mittlerweile einen grossen Teil der Seelsorgerinnen und Seelsorger des Bistums. Laientheologinnen und Laientheologen sind in den verschiedensten Arbeitsbereichen engagiert und haben sich oft vor Ort Vernetzungs- und Unterstützungsmöglichkeiten geschaffen (z.B. Gemeindeleiterrunden). Das Verbindende des Nichtordiniertseins reicht offenbar nicht mehr aus für eine gemeinsame Interessensvertretung, zumal einerseits viele drängende Probleme nicht bloss solche von Laientheologinnen und Laientheologen sind und sich andererseits in wichtigen Fragen seit Jahren keine Lösung abzeichnet.
Der Ausschuss der Laientheologinnen und Laientheologen des Bistums Basel hat deshalb beschlossen, seine Aktivitäten einzustellen, zumal er von der Laientheologinnen/Laientheologen-Tagung keinen Auftrag mehr hat. Die Vertretung der gemeinsamen Anliegen von Laientheologinnen und Laientheologen soll, soweit möglich, in Zukunft von den Mitgliedern des Rates der Laientheologinnen, Laientheologen und Diakone übernommen werden, der offizieller Ansprechpartner der Bistumsleitung ist.
Darüber hinaus hoffen die Mitglieder des Ausschusses, dass auch in Zukunft Initiativen von engagierten «Laien» entstehen und verändernde Wirkung haben.

Jürgen Heinze, Sprecher des Ausschusses


Bistum Chur

 

Ausschreibung

Infolge Demission des bisherigen Amtsinhabers wird die Pfarrei Stans (NW) zur Wiederbesetzung ausgeschrieben.
Interessenten mögen sich melden bis zum 28. Dezember 2001 beim Sekretariat des Bischofsrates, Postfach 133, 7002 Chur.


Bistum St.Gallen

 

Brief des Bischofs an die Gläubigen am 12./13. Januar

Provoziert durch die schrecklichen Ereignissen in den USA und auch bei uns in der Schweiz beschäftigt sich Bischof Ivo Fürer im Brief an die Gläubigen diesmal mit den verschiedenen Gesichtern von Religion. Der Brief soll in den Kirchen des Bistums am Wochenende vom 12./13. Januar verlesen werden.


Offene Stellen: Spitalseelsorge

Am Kantonsspital St. Gallen wird infolge Pensionierung von Spitalpfarrer Klaus Dörig auf den 1. Juli 2002 eine Aushilfestelle als Spitalseelsorger für einen Priester, eine Pastoralassistentin oder einen Pastoralassistenten frei. Diese Aushilfestelle ist eine 50%-Stelle und dauert bis 30. August 2003.
Auf den 1. September 2003 ist die Stelle eines Priesters als Spitalseelsorger (Pensum 100%) zur Wiederbesetzung ausgeschrieben. Eine qualifizierte Bewerbung liegt vor.
Die Tätigkeitsfelder umfassen: Seelsorgebesuche, Pikettdienst (24 Std.), Sterbebegleitung, Gottesdienstgestaltung, Mitarbeit in der Aus-, Weiter- und Fortbildung des Pflegepersonals und Mitarbeit in spitalinternen Kommissionen und Arbeitsgruppen.
Voraussetzungen für die Spitalseelsorge sind: abgeschlossenes Theologiestudium, einige Jahre Erfahrung in Gemeindeseelsorge, klinische Seelsorgeausbildung (CPT oder Ähnliches), Wille und Fähigkeit, im Team partnerschaftlich zu arbeiten (inkl. Supervision), und Bereitschaft für ökumenische Zusammenarbeit.
Auskunft erteilen: Klaus Dörig, M. Fabienne Bucher, Josef Schönauer, Katholisches Pfarramt am Kantonsspital, 9007 St. Gallen, Telefon 071-4941111.
Bewerbungen sind bis 31. Dezember 2001 zu richten an das Personalamt der Diözese St. Gallen, Klosterhof 6b, Postfach 263, 9001 St. Gallen.


Priesterweihe in Gossau

Am 24. November wurde Diakon Patrik Brunschwiler in der Pauluskirche in Gossau von Bischof Ivo Fürer zum Priester geweiht. Am Sonntag darauf feierte der Neupriester in der St. Nikolauskirche in Wil sein erstes Messopfer. Hier wie dort waren die Kirchen voll, nahm die Bevölkerung regen Anteil an den beiden selten gewordenen Anlässen.
In Gossau ging Bischof Ivo Fürer in der Predigt auf das Weiheamt und die Sendung der Jünger durch Jesus ein. In Wil nahm der Festprediger den Leitsatz auf, den sich Patrick Brunschwiler für sein Wirken als Priester ausgewählt hat: «Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füsse gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füsse waschen».
Patrik Brunschwiler ist 1975 in Wil geboren und aufgewachsen und hat sich dort auch in der Jugendarbeit engagiert. Nach dem Besuch des Gymnasiums Friedberg, wo ihm erstmals klar wurde, dass er Priester werden wollte, studierte er Theologie in Freiburg und München. In der Pfarrei St. Otmar-St. Gallen wurde er in die praktische Pfarreiarbeit eingeführt; von dort aus besuchte er auch den Pastoralkurs im Seminar St. Georgen. Anfangs Juli wurde er zum Diakon geweiht. Anschliessend zügelte er an seinen neuen Wirkungsort nach Gossau, wo er sich im Seelsorgeteam wohl fühlt.


Bistum Lausanne, Genf und Freiburg

 

Ernennung

Der liturgische Empfang der drei neuen Domherren fand am 6. Dezember 2001 in der Kathedrale St. Nikolaus statt.
Das Domkapitel der Diözese von Lausanne, Genf und Freiburg, zählt 15 Domherren, von denen 9 nichtresidierende und 6 residierende sind. Letztere haben, unter anderem, eine wichtige liturgische Funktion inne: Sie treffen sich zum täglichen Gebet in der bischöflichen Kirche. Gemäss Konzil ist das Domkapitel nicht mehr der einzige Rat des Bischofs. Trotzdem unterstützt es regelmässig den Diözesanbischof in seiner Hirtenaufgabe.


© Schweizerische Kirchenzeitung - 2001