39/2001

INHALT

Amtlicher Teil

 

Alle Bistümer

 

Ernennung der Nationaldelegierten für die Fremdsprachigenmissionen

Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) hat die Nationaldelegierten für die katholischen Fremdsprachigenmissionen in der Schweiz ernannt.
Es werden für fünf Jahre ab dem 1. Januar 2002 bestätigt:

Ebenfalls für fünf Jahre ab dem 1. Januar 2002 wurde neu gewählt:

Diese Ernennungen sind das Resultat einer schriftlichen Konsultation bei den betroffenen Missionen und den Bischofskonferenzen der Herkunftsländer.


Schwangerschaftsabbruch

Anlässlich ihrer Plenarversammlung in Zürich beschäftigten sich die Mitglieder der Kirchlichen Frauenkommission der Schweizer Bischofskonferenz (KFK) im Hinblick auf die 2002 anstehende Abstimmung mit der Frage des Schwangerschaftsabbruchs. Die Kommission selber hat bereits 1997 im Zeitpunkt des Vernehmlassungsverfahrens zur Revision der Bestimmungen des Strafgesetzbuches über den Schwangerschaftsabbruch ein Thesenpapier ausgearbeitet, das im Mai 2001 aktualisiert wurde. In diesem Papier sind die wichtigsten Überlegungen und Argumente aufgelistet, die nach Ansicht der Kommission bei der Beurteilung des Schwangerschaftsabbruchs in die Überlegungen einzufliessen haben.
Die KFK beschäftigte sich insbesondere auch mit der Erklärung der Bischofskonferenz vom 5. September 2001 zum Schwangerschaftsabbruch. Mit den Bischöfen weiss sich die KFK einig, dass in unserem Land alles unternommen werden muss, damit die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche möglichst klein gehalten werden kann. Mit grosser Genugtuung hat die KFK deshalb festgestellt, dass die Bischöfe, um «eine bessere Lösung des Schwangerschaftsabbruchs» zu erreichen, «in erster Linie ein flankierendes Paket gesetzlicher Massnahmen zugunsten betroffener Frauen und des Familienschutzes fordern, wie Mutterschaftsversicherung, Mutterschaftsurlaub, Kinderzulagen, Kinderkrippen, reduzierte Krankenkassentarife, Steuererleichterungen». Die KFK dankt den Bischöfen für diese wegweisende Stellungnahme und hofft, dass sie auch in Zukunft mit Priorität ihren Einfluss für die Verwirklichung einer guten und umfassenden Familienpolitik in unserem Land geltend machen werden. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten ist die KFK bereit, hier mitzuarbeiten.

Kirchliche Frauenkommission der Bischofskonferenz


Ministrieren ­ keine Kindersache

Es gibt Pfarreien, in denen man nur wenige Kinder und Jugendliche in der Kirche sieht. Es gibt Pfarreien ohne kirchliche Jugendverbände, die ja auch dann wichtig sind, wenn man sie weniger in der Kirche sieht. Doch in allen Pfarreien gibt es Ministrantinnen und Ministranten. Sie sind ein wichtiger Teil der Jugendseelsorge, eine grosse Hoffnung für die Kirche. Die Ministranten verdienen unsere Aufmerksamkeit und Förderung, auch wenn dadurch die andern Jugendlichen und Jugendverbände in keiner Weise benachteiligt werden dürfen.
Der CIM (Coetus Internationalis Ministrantium) ist ein wichtiges europäisches Forum, in dem die Verantwortlichen der Ministrantenseelsorge ihre Probleme und Erfahrungen miteinander besprechen können. So trafen sich am 11.­14. September 2001 in Schengen (Luxemburg) 31 Ministranten-Verantwortliche aus 8 Ländern Europas, um darüber nachzudenken, wie die Minis motiviert werden können, über das Kindesalter hinaus dem Ministrantendienst treu zu bleiben.
In den europäischen Ländern gibt es sehr verschiedene Situationen. Die Franzosen müssen sich vom gängigen Begriff «enfant du chur» verabschieden. Die Polen kennen noch keine Ministrantinnen. Überall bemüht man sich, die Minis über das Kindesalter hinaus im Ministrantendienst sinnvoll einzusetzen. Ältere Minis nehmen Verantwortung gegenüber den jüngeren wahr in der Ausbildung, Begleitung und Einsatzplanung. Wichtig sind für die ältern Minis gute Gruppenerfahrungen mit Gleichaltrigen, Weiterbildungsmöglichkeiten auf Dekanats- und Landesebene und internationale Kontakte (Lager, CIM-Wallfahrten nach Rom alle 5 Jahre).
Es wurde berichtet, wie beim Entwachsen aus dem Kindesalter einige Minis sich ausdrücklich verabschieden, andere stillschweigend fern bleiben und andere dann nur noch selten kommen, zum Beispiel bei Festtagen. Wichtig ist, dass solche «Unregelmässige» nicht fortgeschickt werden, sondern mit besonderer Aufmerksamkeit aufgenommen und begleitet werden.
Die gute Begleitung der Minis ist sehr wichtig, aber nicht so leicht zu organisieren, weil jede Pfarrei selbständig ist. Die Minis bilden keinen Verband, sondern werden je nach Pfarrei verschieden begleitet. Daher sind überpfarreiliche Inspirationen sehr wichtig, wie sie in der Schweiz von der DAMP (Deutschschweizerische Arbeitsgruppe für MinistrantInnenpastoral) kommen, die durch ihren neuen Präsidenten Vikar Michael Pfiffner (Niederuzwil [SG]) und ihrem Sekretär Matthias Müller (Zürich) in Schengen vertreten waren. Es zeigt sich auch, wie die Minis immer häufiger wegen ihres Dienstes in der Kirche von ihren Kameraden in Frage gestellt werden. So ist der Ministrantendienst immer weniger eine Kindersache, sondern ein Bekenntnis zum Glauben und zur Kirche.
Die CIM-Vertreter beschlossen, für das Jahr 2005 wieder eine Europäische Ministrantenwallfahrt nach Rom vorzusehen nach dem grossen Erfolg dieses Jahres. Auch sollten alle europäischen Bischöfe vermehrt auf die Bedeutung der Ministrantenpastoral hingewiesen werden und auf die Hilfen, die der europäische Gedankenaustausch im CIM jedem Land anbietet. Eine gute Gelegenheit für solche Impulse wird das kommende Symposion der europäischen Bischöfe vom 24.­28. April 2002 in Rom zum Thema «Junge Menschen Europas im Wandel ­ Laboratorium des Glaubens» sein. Dort werde ich als Präsident des CIM auf die grossen Chancen der Ministrantenpastoral für jede Pfarrei hinweisen können. Weihbischof Martin Gächter


Südafrika-Besuch

Auf Einladung der Südafrikanischen Bischofskonferenz wird eine Dreierdelegation der SBK vom 25. September bis 2. Oktober 2001 nach Südafrika reisen. Die Delegierten sind: Mgr. Dr. Ivo Fürer, Bischof von St. Gallen, Mgr. Dr. Paul Vollmar SM, Weihbischof von Chur, und Mgr. Joseph Roduit CRA, Abt von St-Maurice. Es handelt sich dabei im Rahmen eines pastoralen und kollegialen Besuches vor allem um einen gegenseitigen Gedankenaustausch beider Bischofskonferenzen. Dieser Kontakt zwischen den beiden Bischofskonferenzen besteht seit vielen Jahren und bekam zur Zeit der Apartheid einen wichtigen Stellenwert.
Drei weitere Personen werden an dieser Reise teilnehmen: Herr Martin Bernet, Sekretär des Schweizerischen Katholischen Missionsrates, sowie zwei Mitglieder des Fastenopfers, Herr Antonio Hautle, Direktor, und Herr Walter Ulmi, Projektverantwortlicher für Südafrika.
Parallel zu diesem Besuch wird eine Delegation des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes auf Einladung des Südafrikanischen Kirchenrates nach Südafrika reisen (23. September bis 2. Oktober). Auf dem Programm der zwei Delegationen ­ der katholischen und der reformierten ­ werden verschiedene gemeinsame Begegnungen stehen.


Bistümer der deutschsprachigen Schweiz

 

Ministranten- und Ministrantinnen-Pastoral in der Deutschschweiz

17 Jahre wirkte Roland Häfliger, Pfarrer in Menziken (AG), in der «Deutschschweizer Arbeitsgruppe für MinistrantInnen-Pastoral (DAMP)». Schon als Theologiestudent schrieb er für die Ministranten im «tut» und im Mini-Kalender. Er wirkte als Leiter in vielen Ministrantenkursen, wurde 1997 Präsident der DAMP, schrieb am Grundsatzpapier mit (SKZ 1998, S. 65f.), leitete das Minifest am 5. September 1999 in Bern mit 4200 Minis und eröffnete im Jahr 2000 die Arbeitsstelle DAMP, Bederstrasse 76, 8027 Zürich. Anfangs August 2001 war er mit 350 Schweizern an der grossen Ministrantenwallfahrt in Rom. Seit September 2001 ist nun Vikar Michael Pfiffner (Niederuzwil [SG]) neuer Präsident der DAMP, die weiterhin viele Angebote für die Minis in allen Pfarreien macht (vgl. Internet www.minis.ch). Wir danken allen Mitgliedern der DAMP, namentlich dem bisherigen Präsidenten, Pfarrer Roland Häfliger, dem jetzigen Präsidenten, Vikar Michael Pfiffner, und dem Leiter der Arbeitsstelle, Matthis Müller, für ihren wertvollen Einsatz.

Martin Gächter, Weihbischof


Voranzeige

Prof. Paul M. Zulehner (Wien) wird an der nächsten Dulliker Tagung für Theologie und Seelsorge über «Männer im Aufbruch ­ Männerpastoral» sprechen am Mittwoch, 7. November 2001, 9.30­16.30 Uhr. Auskunft und Anmeldung im Franziskushaus Dulliken, Telefon 062-2952021.

Martin Gächter, Weihbischof


Bistum Basel

 

Auf zu den Wurzeln des Bistums

Ordinariatsausflug

Gemeinsam mit Bischof Kurt Koch und Weihbischof Martin Gächter machte sich das Personal des bischöflichen Ordinariates am 19. September 2001 auf nach Basel zur Ausstellung des Münsterschatzes und zum ältesten Baptisterium der Schweiz in Kaiseraugst (AG).
Ganz im Sinne des Bistumsprojektes «Als Getaufte leben» fuhr die fröhliche Schar nach Basel, um den «einstigen Besitz» der Fürstbischöfe zu bewundern. Unter kundiger Führung bestaunten die Teilnehmenden den wunderbaren Reichtum an Kreuzen, Reliquien-Schreinen, Monstranzen, Kelchen und weiteren Gefässen und liessen sich orientieren über die aussergewöhnliche Geschichte des Münsterschatzes von der Reformation bis heute.
Auf dem Rheinschiff «Stadt Basel» ging die Reise gemütlich und kulinarisch weiter, rheinaufwärts nach Kaiseraugst. Dort, im alten Römerkastell am Rhein befinden sich die Mauerreste einer der ältesten Kirchen im Gebiet der heutigen Schweiz. Dazu gehören auch Grundmauern, die vermutlich zu einem Taufraum, einem Baptisterium gehört haben. Fachkundig, spannend und illustriert erzählte Matthys Klemm, Augst, die bewegte Geschichte von Kaiseraugst. Dass die «Taufrituale» von damals bis in unsere Zeit weiterwirken nahm Bischof Kurt Koch zum gedanklichen Schwerpunkt der anschliessenden Eucharistiefeier in der Kaiseraugster Kirche St. Gallus und Othmar. «Als Getaufte sind wir angenommen ohne Vorleistung und persönlich beim Namen genannt. Als Getaufte sind wir aufgenommen, eingebunden und mitverantwortlich für die Welt.» Bei dieser Gelegenheit dankte Bischof Kurt Koch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Ordinariates; dieser Ausflug soll Zeichen sein für die Anerkennung der geleisteten Arbeit.
Zur allgemeinen Überraschung wurde die illustre Gemeinschaft von der Pfarrei Kaiseraugst zu einem Apéro eingeladen.
Mit der Busfahrt durch den Baselbieter und den Solothurner Jura und einem währschaften Zvieri in Zunzgen endete dieser reichhaltige, informative und erholsame Tag für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ordinariates.

Informationsstelle


Ausschreibungen

Die vakante Pfarrstelle Hägendorf (SO) wird für einen Pfarrer oder einen Gemeindeleiter/eine Gemeindeleiterin zur Wiederbesetzung ausgeschrieben (siehe Inserat).
Das auf den 1. Januar 2002 vakant werdende Ökumenische Aids-Pfarramt beider Basel wird für einen katholischen Theologen/eine katholische Theologin (70%) zur Wiederbesetzung ausgeschrieben (siehe Inserat).
Interessierte Personen melden sich bitte bis zum 25. Oktober 2001 beim Diözesanen Personalamt, Baselstrasse 58, 4501 Solothurn, oder E-Mail personalamt@bistum-basel.ch


Bistum St.Gallen

 

9. Ökumenischer Jugend-Begegnungs-Tag: Alles oder nüüt

Den 9. Jugend-Begegnungs-Tag trotz der Attentate durchzuführen, war ein kluger Entscheid des OK. Es waren weit mehr Jugendliche in den Klosterbezirk geströmt als letztes Jahr, und im Gottesdienst dürften es gegen 1500 gewesen sein.
Das Thema «Alles oder nüüt» war wie geschaffen für diesen Bettag, an dem die bange Frage im Raum stand: Wie weiter? «Ihr seid mitverantwortlich mit euren täglichen Entscheidungen für unsere Gesellschaft und damit für die Welt von morgen.» Diesen Appell nahmen die jungen Leute mit in die Ateliers und später in den Gottesdienst.
Mit einer Gedenkminute im inneren Klosterhof begann der Anlass, in den die evangelische und katholische Jugendarbeit viel Zeit und Arbeit investiert hatte. In der Masse mitzuschweigen oder sich mit den Nachbarn zu unterhalten, forderte nach der Entscheidung, trotz Regen und Kälte teilzunehmen, bereits eine weitere persönliche Entscheidung. Die mit dem Glücksrad ermittelten Aufgaben zwangen dann Denis und Tobias aus dem Publikum sich zu entscheiden, ob sie diese anpacken und damit die in Aussicht gestellten Preise gewinnen oder ob sie gleich klein beigeben, sich also für das Nüüt entscheiden wollten. Sie wagten und gewannen.

Sich entscheiden und sich einlassen

Wer sich für das eine oder andere der rund 30 Ateliers rasch entscheiden konnte, hatte eher die Chance, im gewählten Atelier mitmachen zu können. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von «A-pro-proscht» beispielsweise waren schon längst beim Ausprobieren von Drinks ohne Alkohol, als sich die letzten entschieden, das wäre eigentlich auch noch etwas für sie. Gross war der Run auf «Big Brother ­ Leben im Trend der Zeit» oder auf die Werkstatt «Wenn Aids alles blockiert». Mit dem Berufsbegleiter wurde über Lust oder Frust in der Berufslehre diskutiert, mit Politikerinnen über «Politik ganz anders ­ aber wie?». Die Erlebniswerkstatt zum Thema «Esoterik» fand genauso Anklang wie der Blick ins Modellbusiness. Es interessierten die Fragen: «Wie lässt es sich im Rollstuhl leben?», «Was steckt hinter der Magersucht?» oder: «Was bedeuten mir meine Freunde?». Das Atelier «Pickel, Petting, Pariser & Co.» war ein Atelier für junge Frauen.
Der Begegnung mit dem Bischof und einer Kirchenrätin hatte das Atelier «Lust und Ärger ­ warum arbeite ich in der Kirche?» Konkurrenz gemacht, so dass die beiden Workshops zusammengelegt werden mussten. Sie wurden vor allem von Erwachsenen besucht, die Jugendliche nach St. Gallen begleitet haben, haupt- oder nebenberuflich in der kirchlichen Jugendarbeit tätig sind und die Gelegenheit nutzten, sich auszutauschen.
Dass es den Verantwortlichen immer wieder gelingt, qualifizierte Leute aus den verschiedensten Bereichen für diesen Grossanlass im Rahmen der kirchlichen Jugendarbeit zu gewinnen, ist erfreulich. Sie sind jeweils mit grossem Engagement dabei, was die Atelier-Teilnehmenden spüren und zu schätzen wissen. Ihr schriftlicher Bericht wird nicht zuletzt im Hinblick auf einen weiteren Jugend-Begegnungs-Tag ausgewertet.

«Ich wär' so gerne Millionär»

Nach Schätzungen des Messmers waren gegen 1500 Jugendliche zum eindrücklichen ­ mit den eingehaltenen Stille-Zeiten eindrücklicher als auch schon ­ Gottesdienst in die St. Laurenzenkirche gekommen, musikalisch gestaltet vom Pfarrei-Jugendchor St. Martin, Bruggen, «PowerVoice». Auch hier die Frage: «Das Leben ein Millionenspiel?». Philipp aus dem Rheintal wurde gefragt, wie viel er von einem allfälligen Gewinn von 500 Franken spenden täte. Er entschied sich für 50 Franken, die er dann auch gewann. Hätte er sich allerdings für eine Spende von 500 Franken entschieden, dann wären ihm 500 Franken sicher gewesen.
Mit einem Friedensgebet, das eine Muslimin in ihrer Sprache nachbetete, schloss der Gottesdienst. Während der Chor das Dona Nobis Pacem sang, verliessen die Jugendlichen mit einer brennenden Kerze die Kirche und gestalteten damit auf dem Klosterplatz eine Friedenstaube.


© Schweizerische Kirchenzeitung - 2001