24/2001

INHALT

Amtlicher Teil

 

Alle Bistümer

 

Freier Weg in die Zukunft!

Das Schweizer Volk hat heute entschieden, den Ausnahmeartikel über die Errichtung von Bistümern aus der Verfassung zu streichen. Mit Genugtuung nehmen die Schweizer Bischöfe dieses Resultat entgegen, das eine diskriminierende und obsolete Bestimmung aufhebt. Diese Verfassungsbestimmung war die letzte Spur der Ausnahmeartikel, die vor ungefähr 130 Jahren in unsere Verfassung eingeschrieben worden sind. Es geht nun darum, in die Zukunft zu schauen, ohne sich je wieder einer Vergangenheit zuzuwenden, die, wie wir hoffen, unwiederbringlich überholt ist!
Während der Abstimmungskampagne haben manche ihre Befürchtungen geäussert bezüglich der Schaffung neuer Bistümer in der Schweiz, zum Beispiel in Genf oder Zürich, oder einer Einflussnahme des Vatikans über solche Entscheidungen. Die Schweizer Bischöfe halten es für wichtig, heute daran zu erinnern, dass es weder mittelfristig noch vielleicht langfristig in Frage kommt, neue Diözesen zu errichten. Selbst wenn eines Tages eine solche Hypothese verwirklicht werden sollte, wäre der Schlussentscheid jedenfalls die Frucht einer breit angelegten Konsultation aller betroffenen Parteien, darin inbegriffen auch unsere Schwestern und Brüder anderer Konfessionen. Was die Praxis des Vatikans der letzten Jahrzehnte angeht, so zeigt sie, dass die Initiative zu solchen Veränderungen der Kompetenz der Lokalkirchen überlassen wird.
Die Schweizer Bischofskonferenz wiederholt darüber hinaus ihre Bereitschaft, über eine eventuelle Einschreibung eines Religionsartikels in unserer Verfassung zu diskutieren, welcher die Beziehung zwischen verschiedenen religiösen Gemeinschaften und dem Staat festschreiben würde. Wie die SBK schon einmal betont hat, wird die Erarbeitung eines solchen Artikels aber sicherlich viel Zeit brauchen, zumal das Parlament in der Vergangenheit sehr deutlich die Idee eines derartigen Artikels abgelehnt hat.
Die Bischöfe erklären in jedem Fall ihre Bereitschaft, bei der Abfassung eines Religionsartikels mitzuarbeiten. Die Bischöfe bekräftigen auch entschlossen ihren Willen, mit noch grösserer Überzeugung den Weg der Ökumene weiterzuverfolgen in einem Umfeld, das nun freigeschaufelt ist von den letzten Spuren des Kulturkampfes. Die SBK wird jedenfalls wachsam sein gegenüber jeglicher Form von Hindernis, das sich ihren Partnern in den Weg stellen könnte. Nur Frauen und Männer, die von gegenseitigen Ängsten frei sind, können auf ihre gemeinsame Zukunft hoffen und eine künftige Einheit im Reichtum ihrer Unterschiede ins Auge fassen.

Freiburg, 10. Juni 2001


Peterspfennig

Unser Heiliger Vater, Papst Johannes Paul II., sichert seit bald 23 Jahren den Zusammenhalt aller römisch-katholischen Glaubensbrüder in allen Kontinenten. Um seinen apostolischen Auftrag im Namen Jesu erfüllen zu können, braucht er unser aller Unterstützung. Wir wissen, dass er dazu auf die Hilfe vieler treuer Mitarbeiter zählen kann, die auch Anrecht auf einen gerechten Lohn haben. Sie alle erfüllen die ihnen aufgetragenen Aufgaben und helfen so dem Diener aller Diener, die ihm zugepsrochene Mission gewissenhaft zu erfüllen.
Zur Finanzierung der gesamten weltkirchlichen Verwaltung helfen auch die Schweizer Katholiken. Im Namen des Staatssekretariates im Vatikan danken wir allen Spendern für das letztjährige Opfer, mit der Hoffnung, dass unser Anteil am grossen Werk der Kirche im angebrochenen Jahrtausend nicht kleiner werde.

+ Bernard Genoud
Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg


252. Ordentliche Versammlung der Schweizer Bischofskonferenz (SBK), Einsiedeln (SZ), vom 28. bis 30. Mai 2001

Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) tagte vom 28. bis 30. Mai 2001 in der Benediktiner-Abtei Einsiedeln (SZ). Sie hat das Wort der Kirchen verabschiedet, welches als Abschlussdokument der Ökumenischen Konsultation zur sozialen und wirtschaftlichen Zukunft der Schweiz veröffentlicht werden wird. Die Bischöfe haben erneut ihre Überzeugung bekräftigt zur Abschaffung des so genannten Bistumsartikels. Über dessen Streichung wird in der Volksabstimmung vom 10. Juni entschieden.
Die SBK hat darüber hinaus den Apostolischen Nuntius in der Schweiz, Mgr. Dr. Pier Giacomo De Nicolò, empfangen und dessen Botschaft entgegengenommen. Einige emeritierte Bischöfe haben am ersten Tag der Ordentlichen Versammlung teilgenommen.

Zur Streichung des Bistumsartikels: Ein überzeugtes Ja

Wenige Tage vor der Eidgenössischen Volksabstimmung über die Streichung des Bistumsartikels, der die Errichtung von Bistümern betrifft, sind zahlreiche Bürgerinnen und Bürger noch immer unentschieden. Dies liegt wohl auch daran, dass sich die Debatte bis jetzt vornehmlich auf Insider-Kreise mit manchmal sehr polarisierten Meinungen beschränkt hat. Von daher besteht die Gefahr, dass manche ihren Emotionen nach stimmen werden und nicht auf Grund einer ausgewogenen Analyse der Sachlage.
Es ist nützlich, daran zu erinnern, dass sowohl das Parlament mit einer sehr grossen Mehrheit als auch der Bundesrat und sozusagen alle politischen Parteien die Ja-Parole zur Abschaffung dieses Artikels empfehlen. Ein solcher Artikel sollte in Zukunft keinen Platz mehr in der Bundesverfassung haben. Damit sei gesagt, welch breiten Konsens dieses Thema unter den Politikerinnen und Politikern unseres Landes geniesst.
Die Schweizer Bischöfe sind sich der Schwierigkeiten und Gründe bewusst, die während der vorbereitenden Kampagne zu Tage getreten sind und die manche dazu bewogen haben, die Streichung des Artikels abzulehnen. Die Bischöfe selber haben sich aber bereits im Sinne einer erweiterten Mitverantwortung der Katholiken im Rahmen der eventuellen Änderung der Bistumsgrenzen ausgesprochen. Es ist hingegen eine Tatsache, dass der Bistumsartikel keineswegs das geeignete Instrument ist, um diese Probleme zu lösen.
Es ist zudem nicht sinnvoll, einen solchen Artikel beizubehalten, nur um damit einer Missstimmung Luft zu machen oder gar um so eine «Demokratisierung der Kirche zu erreichen». Diese Abstimmung betrifft lediglich die der katholischen Kirche gegebene Möglichkeit, sich selber nach ihren Bedürfnissen zu organisieren wie es zum heutigen Zeitpunkt ausser der katholischen Kirche allen Kirchen und Vereinen zukommt. Am 10. Juni Ja zu stimmen, heisst also einem Akt der Gerechtigkeit zuzustimmen.
Die SBK bekräftigt noch einmal, dass die Abschaffung des Bistumsartikels für eine zukünftige Diskussion über die Beziehungen zwischen Kirche und Staat und ihre eventuelle Einschreibung in die Bundesverfassung keinerlei Hindernis bedeutet.

Ökumenische Konsultation: Verabschiedung des Wortes der Kirchen

Die SBK hat einstimmig das Wort der Kirchen verabschiedet, das gemeinsam mit dem Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund (SEK) erarbeitet worden ist und das die Ökumenische Konsultation über die soziale und wirtschaftliche Zukunft der Schweiz abschliesst. Dieses wichtige Dokument wird am 3. Juli 2001 den Medien vorgestellt und danach offiziell den Behörden und den Vertretern von Arbeitswelt und Wirtschaft während eines öffentlichen Festaktes am 1.September 2001 in Bern überreicht.
Der Text berücksichtigt die Resultate der Ökumenischen Konsultation, welche die SBK und der SEK im Januar 1998 lanciert haben. Die beiden Kirchenleitungen geben damit auf die in den drei vergangenen Jahren gesammelten Beiträge Antwort. Die Botschaft will das Engagement für eine in Mitverantwortung gestaltete Zukunft anregen, eine Zukunft, in der jeder und jede seinen Platz hat.

Unterstützung der Stiftung Solidarische Schweiz

Im Hinblick auf die bevorstehende parlamentarische Debatte bekräftigt die SBK erneut die Unterstützung zur Schaffung einer Stiftung «Solidarische Schweiz», wie sie 1997 durch den Bundesrat bekannt gegeben wurde. Es ist ihr daran gelegen, dass die Grundidee dieser Institution beibehalten wird, und zwar in dem Sinne, dass ein Teil der Goldreserven der Nationalbank zur Unterstützung von Solidaritätsprojekten in der Schweiz und im Ausland eingesetzt wird. Die Bischöfe lehnen die Forderung ab, dass die bereitgestellten Geldsummen hauptsächlich oder gar ausschliesslich für Schweizer Projekte benützt werden, und wünschen ausdrücklich, dass der Gebrauch dieser Gelder Gelegenheit zu einer gross angelegten Solidarität gegenüber den am meisten Benachteiligten biete.

Ökumene-Kommission: Rücktritt

Die Sekretärin der Ökumene-Kommission, Frau Marie-Christine Varone, hat ihren Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen bekannt gegeben. Die Bischöfe haben die Demission angenommen und drücken Frau Varone ihre grosse Anerkennung für das Engagement während zahlreicher Jahre aus. Ihre Nachfolge wird in den kommenden Monaten geregelt.

Jüdisch/Römisch-katholische Gesprächskommission: Ernennung eines katholischen Mitglieds

Die SBK hat Herrn P. Jean-Bernard Livio SJ alskatholischen Delegierten in die Jüdisch/Römisch-katholische Gesprächskommission (JRGK) ernannt.

Jahr der Freiwilligen

Die Bischöfe haben beschlossen, zum Internationalen Tag der Freiwilligen, der am 5. Dezember 2001 stattfinden wird, eine Botschaft zu verfassen. Sie möchten damit all jenen ihre Anerkennung aussprechen, die überall in der Kirche eine unersetzliche Arbeit leisten.

Dialog mit dem Islam

Die Bischöfe haben beschlossen, die notwendigen Vorbereitungen zur Schaffung einer Gesprächskommission mit dem Islam in die Wege zu leiten.


Bistum Basel

 

Ernennungen

Markus Stohldreier-Weinkötz, Diakon, zum Gemeindeleiter der Pfarrei Unterendingen (AG) im Seelsorgeverband Lengnau-Unterendingen-Würenlingen per 3. Juni 2001,
Jerko Bozic als Vikar in der Pfarrei St. Marien, Thun, per 10. Juni 2001,
Urs Steiner als Vikar in der Pfarrei Horw (LU) per 10. Juni 2001.


Ausschreibungen

Die auf den 31. Dezember 2001 vakant werdende Pfarrstelle Worb (BE) wird für einen Pfarrer oder einen Gemeindeleiter/eine Gemeindeleiterin zur Wiederbesetzung ausgeschrieben.
Die auf den 1. September 2001 vakant werdende Pfarrstelle Rickenbach (LU) wird für einen Pfarrer oder einen Gemeindeleiter/eine Gemeindeleiterin zur Wiederbesetzung ausgeschrieben.
Interessierte Personen melden sich bitte bis 5. Juli 2001 beim Diözesanen Personalamt, Baselstrasse 58, 4501 Solothurn, oder E-Mail personalamt@bistum-basel.ch


Im Herrn verschieden

Anton Amrein, emeritierter Pfarrer, Inwil
Am 2. Juni 2001 starb in Inwil der emeritierte Pfarrer Anton Amrein. Am 17. November 1923 geboren, empfing der Verstorbene 1949 die Priesterweihe. Er wirkte als Vikar in Wettingen, St. Sebastian (1949­1954), und in Luzern, St. Karl (1954­1969). Von 1969­1970 wirkte er als Pfarrer in Cham und als Jugendseelsorger in Zug, Gut Hirt, von 1970­1971. Von 1971 bis 1977 war er Vikar in Reussbühl und danach von 1977­1995 Pfarrer in Buchrain, ab 1982­1995 auch Pfarrer in Perlen. Von 1989­1993 war er Dekan des Dekanates Luzern-Habsburg. Von 1995­1999 lebte er als emeritierter Pfarrer in Emmen, St. Mauritius, und seit 1999 bis zu seinem Tod in Inwil.
Er wurde am 11. Juni 2001 in Luzern beerdigt.


Bistum Chur

 

Im Herrn verschieden

Ewald Jäger, Pfarrer im Ruhestand
Der Verstorbene wurde am 12. Oktober 1914 in Vasön (SG) geboren und am 13. Juli 1947 in der Kathedrale Chur zum Priester geweiht. Sein ganzes priesterliches Wirken war Pfarreien im Bündnerland gewidmet. Als Neupriester übernahm er die Kaplanei von Obersaxen-St. Martin (GR) und war dort tätig von 1947­1963. Von 1963­1975 und von 1983­1987 wirkte er als Pfarrer in Schmitten (GR), und von 1975­1983 als Pfarrer in Trimmis (GR). Seit 1987 lebte er als Resignat in Domat/Ems (GR). Während rund 35 Jahren nahm er zudem die Aufgabe des Präses des Lourdesvereins Graubünden wahr. Er verstarb am 30. Mai 2001 im Kreuzspital in Chur und wurde am 2. Juni 2001 in Valens (SG) beerdigt. Bischöfliche Kanzlei


Bistum St.Gallen

 

Institutio in Uznach

In den ständigen kirchlichen Dienst des Bistums St. Gallen aufgenommen werden am Samstag, 7. Juli, 17 Uhr, in der Abteikirche Otmarsberg, Uznach: Sabina Alther (ab August Pastoralassistentin in Bütschwil), Otmar Bischof, Pastoralassistent in Benken, Cornel Keller, Pastoralassistent in Mogelsberg/Degersheim, und André Lenz, Neu St. Johann/Ebnat Kappel (ab August Mitarbeiter auf der Daju, der Diözesanen Arbeitsstelle für Jugendseelsorge). Die neuen kirchlichen Mitarbeitenden haben nach dem Theologiestudium neben ihrer Tätigkeit in einer Pfarrei den in Blöcke aufgeteilten Pastoralkurs im Seminar St. Georgen-St. Gallen besucht und sind dabei mit verschiedenen Bereichen von Seelsorgearbeit im Bistum konfrontiert worden. Ihre Kurskollegen Patrik Brunschwiler und Albert Wicki wollen Priester werden. Sie erhalten am 8. Juli die Weihe zum Diakon. Ein Absolvent des Pastoralkurses wird ein zusätzliches Praktikum in einer weiteren Pfarrei absolvieren.


Weihe zum Diakon

Am Sonntag, 8. Juli, 9 Uhr, wird in der Kathedrale St. Gallen Bischof Ivo Fürer acht Männer zu Diakonen weihen. Zwei davon, nämlich Patrik Brunschwiler, St. Otmar-St. Gallen (ab August in Gossau), und Albert Wicki, Rebstein, erhalten die Weihe als Vorstufe zur Priesterweihe.
Zum Ständigen Diakon geweiht werden Paul Bigger, Sennwald, Martin Blankenburg, Häggenschwil, Bruno Jud, Lütisburg, Walter Lingenhöle, Au (ab Anfang September in Wil-Wilen), Arthur Salcher, Azmoos, und Stefan Staub, Riethüsli-St. Gallen.


Bistum Lausanne, Genf und Freiburg

 

Im Herrn verschieden

Msgr. Edouard Cantin, Domprobst
Geboren am 29. September 1911 in Vallon bei Estavayer. Priesterweihe 1936. Professor am Kollegium St. Michael in Freiburg 1936­1976, davon 18 Jahre als Rektor. Mitarbeit am Kirchlichen Ehegericht von 1976­1981. Prälat Seiner Heiligkeit 1961. Residierender Domherr des Kapitels St. Niklaus in Freiburg 1981, und am 5. November 1981 vom Staatsrat Freiburg zum Domprobst ernannt. Gestorben im Priesterheim «Jean Paul II» am 27. Mai 2001. Beigesetzt in der Kathedrale St.Niklaus am 30. Mai 2001.


Orden und Kongregationen

 

Mariannhiller-Missionare

Die Brüder und Patres der Schweizer Provinz der Mariannhiller-Missionare haben P. Damian Weber, von 1991 bis 2001 Nationaldirektor der Missio, zu ihrem neuen Provinzial gewählt; er löst in diesem Amt P. Pirmin Supersaxo ab.


© Schweizerische Kirchenzeitung - 2001