21/2001 | |
INHALT | |
Amtlicher Teil |
Gabriella Loser Friedli, Präsidentin der ZöFra (Verein der
vom Zölibat betroffenen Frauen in der Schweiz), stellt als Gastreferentin
ihre Vereinigung vor. Eindrücklich zeigt sie die vielfältigen
psychologischen, sozialen und juristischen Probleme der zahlreichen Frauen
mit heimlichen Beziehungen zu Weltpriestern und Ordensmännern. Dabei
handelt es sich um ein weltweites Problem. Besonders betroffen macht die
diesbezüglich doppelbödige Rolle der offiziellen katholischen
Kirche.
Die KFK teilt dem Präsidenten der Schweizer Bischofskonferenz, Bischof
Amédée Grab, ihre Solidarität mit der ZöFra schriftlich
mit, in der festen Hoffnung, der Dialog zwischen Schweizer Bischofskonferenz
und ZöFra werde weitergeführt.
Nachdem die KFK in den vergangenen Jahren viel Zeit investiert hatte für ein neues Leitbild, hat sie die Schwerpunkte ihrer Arbeit und ihre Fernziele in einem ansprechenden Faltblatt zusammengefasst, welches Frauen und Männer innerhalb und ausserhalb der katholischen Kirche informieren und zum Dialog einladen soll. Die drei Ausgaben in Deutsch, Französisch und Italienisch sind gratis zu beziehen beim Schweiz. Pastoralsoziologischen Institut, Gallusstrasse 24, 9001 St. Gallen.
Bereits zu Beginn des UNO-Jahres der Freiwilligenarbeit hat die KFK die Schweizer Bischofskonferenz schriftlich aufgefordert, der Freiwilligenarbeit grössere Aufmerksamkeit zu schenken. Unter Nennung konkreter Postulate wird der schriftliche Appell wiederholt.
Dr. Agnell Rickenmann, neuer Sekretär der Schweizer Bischofskonferenz, und Marc Aellen, neuer Vizesekretär der Schweizer Bischofskonferenz, stellen sich vor. Im Hinblick auf eine fruchtbare, unkomplizierte Zusammenarbeit zwischen KFK und SBK geben beide Seiten ihre Erwartungen bekannt.
Mitte Februar hatten sich Vertreterinnen der KFK mit Vertreterinnen der Leitung des Schweizerischen Katholischen Frauenbunds getroffen, um einander kennen zu lernen. Gemeinsamkeiten und unterschiedliche Positionen wurden festgehalten. Das Gespräch wird nächstes Jahr wieder aufgenommen.
Anfang Februar hatte sich eine Delegation der KFK erneut mit einem Teil des Ausschusses der Frauenkonferenz des SEK getroffen diesmal auf Initiative der KFK. Auch diese Begegnung diente dem Austausch der Meinungen und der gegenseitigen Orientierung über laufende Projekte. Das Gespräch soll ebenfalls im Jahr 2002 weitergeführt werden.
Die nächste Plenarsitzung der KFK findet im September 2001 statt.
Einige von uns wissen vielleicht aus eigener, schmerzlicher Erfahrung,
dass eine Flucht keine komfortable Erlebnisreise ist. Wir alle kennen aber
die Bilder der voll gestopften Flüchtlingsboote. Wir alle kennen die
Nachrichten von gestrandeten, entkräfteten oder umgekommenen Flüchtlingen.
Welche Mutter begibt sich freiwillig mit ihrem Kind auf eine tagelange Reise
in einem dunklen Lastwagenverschlag? Welcher Mann riskiert, mit einem Schiffswrack
unterzugehen und umzukommen, wenn er nicht in Not ist? Es gibt ungezählte
Gründe, seine Heimat zu verlassen, aber sicherlich flieht niemand leichtherzig.
Menschen fliehen vor Krieg, sozialem Elend, Willkür oder Gewalt. Sie
sind auf der Flucht, weil es in ihrem Land nicht genügend zu essen
gibt, weil sie angeblich die falsche Hautfarbe oder Religion haben oder
weil ihre Kinder nicht in die Schule gehen können.
Von den 50 Millionen Flüchtlingen weltweit haben im vergangenen Jahr
17611 in der Schweiz um Asyl gebeten.
Es macht uns oft Angst, wenn Fremde in unser Land kommen: Menschen mit einer
anderen Sprache, mit anderen Bräuchen, mit anderer Religion. Aber es
sind vor allem Menschen, die auf unsere Hilfe angewiesen sind. Die Einzelfälle,
in denen es durch Asyl Suchende zu Gesetzesüberschreitungen kam, sind
ernst zu nehmen und zu ahnden. Aber diese Ausnahmen geben uns nicht das
Recht, pauschal zu verdächtigen, zu sanktionieren, zu isolieren.
Der Flüchtlingssabbat und Flüchtlingssonntag steht unter der Losung
«Respekt», ein Motto, das zum 50-jährigen Jubiläum
der Genfer Flüchtlingskonvention und des UN-Hochkommissariats UNHCR
ausgewählt und von den Hilfswerken übernommen wurde.
Respekt ist nicht Mitleid der Starken mit den Schwachen.
Respekt heisst nicht, sich alles gefallen zu lassen.
Respekt heisst vielmehr, dem Gegenüber Menschenwürde und Freiheit
zuzusprechen, es in seinem Anderssein anzunehmen. Diese Achtung ist grundlegend
für ein gelungenes Zusammenleben in der Familie, im Berufsleben,
im Staat, in den Glaubensgemeinschaften und eben auch zwischen Menschen
verschiedener Herkunft, Hautfarbe und Religion.
Respekt und Nächstenliebe gehören zusammen.
Respekt und gegenseitige Achtung bereiten den Boden für eine gerechtere
Welt, in der immer weniger Menschen ihre Heimat verlassen müssen.
An dieser gerechten Welt können wir mitbauen, wenn wir respektvoll
leben und jene Menschen und Organisationen unterstützen, die Flüchtlinge
in ihrer Not aufnehmen, sie auf dem Weg der Integration begleiten und ihnen
helfen, eine neue Heimat zu finden.
Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund SEK und die Schweizer Bischofskonferenz
SBK wollen am 28.29. Oktober 2001 in Bern an einer gemeinsamen Tagung
über die ökumenische Zukunft nachdenken. Anstoss dazu gibt die
«Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre» zwischen
evangelisch-lutherischer und römisch-katholischer Kirche.
Angesichts der ökumenischen Diskussionslage vor und nach «Augsburg
1999» haben SBK und SEK die Evangelisch/Römisch-katholische Gesprächskommission
(ERGK) beauftragt, eine wissenschaftliche Tagung zu organisieren. An diesem
Treffen sollen die Entwicklung seit der Unterzeichnung der Dokumente analysiert
und Visionen für den zukünftigen ökumenischen Dialog entwickelt
werden.
Im Frühjahr 1997 liess die Nachricht aufhorchen, die evangelisch-lutherische
und die römisch-katholische Kirche seien in der jahrhundertelang kontroversen
Frage der Rechtfertigung des Glaubens einig geworden. Die «Gemeinsame
Erklärung zur Rechtfertigungslehre» stiess jedoch auf Widerstand,
gerade auch bei 160 deutschen Theologieprofessoren. Nur wenig später
schien ausserdem die mühsam errungene Einigung über die Rechtfertigungslehre
durch die Erklärung «Dominus Iesus» im Herbst 2000 wieder
in Frage gestellt. Der Frage, was Augsburg 1999 für den ökumenischen
Prozess tatsächlich gebracht hat, soll nun an einer gemeinsamen Tagung
in Bern vertieft nachgegangen werden.
Als Referenten konnten Prof. Dr. Pierre Bühler (Zürich), Prof.
Dr. Eberhard Jüngel (Tübingen) und Kardinal Dr. Walter Kasper
(Rom) gewonnen werden, für ein Podiumsgespräch neben den Genannten
Prof. Dr. Silke-Petra Bergjan (Zürich), Prof. Dr. Barbara Hallensleben
(Freiburg) und PD Dr. Patrick Streiff (Neuchâtel).
Der Seelsorgerat der Bistumsregion Jura befasste sich an seiner Sitzung
vom 12. Mai 2001 in Biel mit dem Konzept «Grossräumigere Regionalisierung».
Er wurde durch Bischofsvikar Pierre Rebetez ausführlich über das
Projekt informiert. Dass diese Diskussion spannend würde, wusste jede
und jeder bereits im Vorfeld. Sieht doch das Konzept der Grossräumigeren
Regionalisierung des Bistums ein Zusammengehen der Region Jura (Kanton Jura
und französischsprachiger Teil des Kantons Bern) mit der Region Deutsch-Bern
vor.
Pierre Rebetez wies auf die vielfältigen Probleme hin, welche die Zusammenarbeit
und die Zusammengehörigkeit in unserem grossen Bistum erschweren und
gar verunmöglichen.
Drei Arbeitsgruppen diskutierten die verschiedenen Fragestellungen und bildeten
sich eine Meinung, welche anschliessend im Plenum zusammengefasst wurde.
Gewisse Teile des Konzeptes fanden breite Zustimmung, vor allem jene, die
mehr Effizienz und Effektivität versprechen. Auf Verständnis stösst
auch die grundsätzliche Idee einer Neueinteilung des Bistums und einer
Vereinfachung der Entscheidungsprozesse und der Verbesserung der Kommunikationswege.
Doch hier steigen die Zweifel. Wer soll das bezahlen, vor allem dann, wenn
die Zuständigkeit für Pastoral und Personelles an die Regionen
delegiert wird? Dies verlangt nach gut ausgebildetem Personal. Gleichzeitig
wird bezweifelt, ob die vorgesehenen Bischofsvikare, welche als Leiter der
neuen Regionen eingesetzt werden, auch genügend ausgebildet seien,
um Führungsfunktionen wahrzunehmen. Zu guter Letzt befürchten
die Anwesenden eine weitergehende Hierarchisierung des Bistums diese
Gefahr liege dem Modell zu Grunde.
Am meisten zu reden gab natürlich das vorgeschlagene Zusammengehen
mit dem deutschsprachigen Teil von Bern. Dem Seelsorgerat scheint es kaum
vorstellbar, zwei sprachlich und kulturell derart unterschiedliche Regionen
zusammenzuführen um daraus «eine» Region zu machen. Dazu
berge dieses Zusammengehen ein gewisses Konfliktpotential, niemand wünsche
sich eine Rückkehr in die 70er Jahre! Ein Mitglied des Rates brachte
es auf den Punkt: Was sollen wir uns im Jura mit den Problemen der Touristen-Seelsorge
in Interlaken auseinandersetzen?
Schlussendlich sagte das Plenum «Ja, aber» oder «Nein,
falls nicht...»! «Ja, aber...» nur wenn alle Beschäftigten
auf einem künftigen Regionaldekanat unbedingt zweisprachig sind und
«Nein, falls nicht...» die Stelle des Bischofsvikar gesplittet
wird je zur Hälfte französisch sprechend im Jura und zur
anderen Hälfte deutsch sprechend in Bern.
Die kulturellen Unterschiede zwischen Deutsch-Bern und der Region Jura sind
gross. Der Seelsorgerat der Region Jura attestiert jedoch den anderen Regionen
des Bistums ebensolche Probleme, denn es gibt in unserem weiträumigen
Bistum grosse Gegensätze und vielfache kulturelle Unterschiede, sei
es zwischen Schaffhausen und dem Berner Oberland oder zwischen Basel-Stadt
und Zug.
Im Jura kämen diese Unterschiede eben ganz besonders zum Ausdruck,
so sei beispielsweise die Jura-Region eher «pro Bischof» und
Deutsch-Bern eher oppositionell. Aber auch bezüglich Liturgie und Katechese
gehen beide Regionen verschiedene Wege. Die Jura-Region richte sich in Fragen
der Jugendpastoral und bezüglich Religionsunterricht nach der Romandie
und nicht nach Solothurn.
Der Seelsorgerat wünscht sich, dass die kulturellen Sensibilitäten
bei dieser Grossräumigeren Regionalisierung vermehrt mit berücksichtigt
werden!
Die auf den 30. September 2001 vakant werdende Pfarrerstelle Zeiningen
(AG) im Seelsorgeverband Zeiningen-Zuzgen-Wegenstetten wird für einen
Pfarrer zur Wiederbesetzung ausgeschrieben.
Interessenten melden sich bitte bis zum 14. Juni 2001 beim Diözesanen
Personalamt, Baselstrasse 58, 4501 Solothurn, oder E-Mail personalamt@bistum-basel.ch
Diözesanbischof Amédée Grab erteilte die Missio canonica
an:
Toni Zimmermann, Stäfa, als Pastoralassistent des Pfarrers der Pfarrei
Liebfrauen in Zürich mit der Aufgabe als Leiter der Bahnhofseelsorge.
Baseli Giusep Albin, Pfarrer im Ruhestand
Der Verstorbene wurde am 12. September 1918 in Disentis/Mustér geboren
und am 2. Juli 1944 in der Kathedrale Chur zum Priester geweiht. Stationen
seines seelsorgerlichen Wirkens waren: Pfarrer von Camuns (19461950)
und Pfarr-Provisor von Tersnaus (19481950), Pfarrer von Platta/Medel
(19501956), Kaplan in Rueras/Tavetsch (19561965), Pfarrer von
Tumegl/Tomils und Pfarr-Provisor von Papsels und Almens/Rodels (19651980),
Seelsorger am Stadtspital Waid in Zürich (19891994). Seinen Ruhestand
verbrachte er in Zürich (19891994) und in seinem Heimatort Disentis/Mustér
ab 1994. Er verstarb im Altersheim S. Gions in Disentis/Mustér am
12. Mai 2001 und wurde am 16. Mai 2001 in Disentis/Mustér bestattet.
Am Wochenende vom 5./6. Mai ist Felix Büchi (1956) in den Pfarreien
Sargans-Vilters-Wangs von Dekan Alois Fritschi feierlich in sein Amt als
Pfarrer in dieser Seelsorgeeinheit eingesetzt worden. Felix Büchi,
1994 zum Priester geweiht, war von 1996 bis 1999 Domvikar in der Dompfarrei
St. Gallen, hat dort eine längere Pfarrvakanz gemeistert und anschliessend
ein Jahr Urlaub genommen, um im Ausland verschiedene Pastorationsmodelle
kennen zu lernen.
Priesterlicher Mitarbeiter in der Seelsorgeeinheit ist Julius Pfiffner (1925),
der seit 1952 Pfarrer in Vilters ist und als solcher altershalber seine
Demission eingereicht hat. In Wangs hat der Pfarrer von Heiligkreuz, Stephan
Hässig, als Pfarradministrator gewirkt. Die 18-monatige Vakanz in Sargans
hat P. Wolfrid Zihlmann vom Kapuzinerkloster Mels nach dem Tod von Kanonikus
und Pfarrer Albert Brunner überbrückt.
Im Dekanat Sargans gibt es in den 22 Pfarreien noch elf Priester, davon
sind sechs im Pensionsalter.
Die Pfarrstelle von Stein und Wildhaus im Oberen Toggenburg wird infolge
Wegzugs des bisherigen Seelsorgers zur Wiederbesetzung ausgeschrieben. Auf
den neuen Pfarrer wartet ein vielseitiges Arbeitsgebiet in Liturgie und
Verkündigung, aber auch in Jugendarbeit und Katechese.
Bewerber melden sich bitte bis 11. Juni 2001 beim Diözesanen Personalamt,
Klosterhof 6b, Postfach 263, 9001 St. Gallen.
Vikar Dr. Josef Bless, St. Gallen
Nach langem, treuem und stillem Dienst an den Menschen und an der Wissenschaft
ist Vikar Dr. Josef Bless in seinem 90. Lebensjahr am 12. Mai 2001 im St.
Josefshaus in St.Gallen gestorben. Seinem Wunsch entsprechend wurde er am
17. Mai in seiner Heimatgemeinde Flums beerdigt.
Auswandern oder weiterstudieren das waren im Frühjahr 1940 die
Alternativen für sechs Neupriester, hatte doch der damalige Bischof
Joseph Meile für die vierzehn neugeweihten Priester nur acht offene
Stellen im Bistum. Josef Bless, 1912 in Flums geboren und dort aufgewachsen,
entschied sich für ein zusätzliches Studium der Nationalökonomie
in Freiburg i.Ü. und schloss dieses ab mit der Dissertation «Das
Wesen des Kapitals. Eine kapitaltheoretische Untersuchung». Das Schreiben
wurde in der Folge zu seinem Beruf und sozialethische Fragen liessen ihn
nicht mehr los. Von 1945 bis 1952 war Josef Bless Redaktor am christlichsozialen
Tagblatt «Hochwacht» in Winterthur. Gleichzeitig redigierte
er das Wochenblatt «Arbeiter» des damaligen katholischen Arbeitervereins.
Sein Buch über die 1961 von Papst Johannes XXII. herausgegebene Sozialenzyklika
«Mater et magistra» fand in- und ausserhalb des kirchlichen
Raumes hohe Anerkennung. Geschätzt wurden auch seine Vorlesungen an
der Hochschule St. Gallen und seine Radiovorträge; als gefragter Referent
trat er in vielen Gremien auf.
Von 1968 bis 1983 war Josef Bless als Vertreter der Region Werdenberg/Sargans
Mitglied des katholischen Administrationsrates, der Exekutive des Katholischen
Konfessionsteils. Wertvoll war auch sein jahrelanges Mitwirken in der diözesanen
Kommission Politisch-wirtschaftlicher Bereich.
Ab 1952 bis zu seinem Eintritt ins Pflegeheim St. Josefshaus anfangs 1999
gehörte Vikar Josef Bless zu St. Georgen in St. Gallen. Er hat diese
Pfarrei als Priester mitgetragen, mehr als einmal längere Pfarrvakanzen
gemeistert und priesterliche Dienste bis weit über 80 geleistet. Im
Seminar St. Georgen führte der Sozialethiker die jungen Theologen in
die katholische Soziallehre ein, als Präses der Jungmannschaft machte
er die jungen Leute mit Grundfragen sozialer Marktwirtschaft vertraut.
Der Tod ist als Erlöser ans Bett von Josef Bless getreten, der seine
Talente als Seelsorger und Wissenschafter zum Wohle vieler vielfältig
genutzt hat.
Bischof Bernard Genoud hat Pfr. Francis Ducrey, bisher Pfarrer in Plasselb, zum Pfarrer von Schmitten (FR) ernannt, mit Amtsantritt auf den 1. Januar 2002. Der bisherige Pfarrer Konstanz Schwartz tritt in den Ruhestand.