14/2001 | |
INHALT | |
Amtlicher Teil |
Der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) und die Konferenz
Europäischer Kirchen (KEK) werden sich vom 19. bis zum 22. April 2001
in Strassburg treffen. Dieser überaus wichtige Anlass es werden
Vertreter verschiedener christlicher Konfessionen und zahlreiche Jugendliche
versammelt sein hat als Höhepunkt die Veröffentlichung der
Charta Oecumenica. Das Dokument wird der Leitfaden für die Beziehungen
zwischen den Europäischen Kirchen in den kommenden Jahren sein.
Die Versammlung bildet eine wichtige Weiterführung des Europäischen
Ökumenischen Treffens von Graz 1997. Die Schweizer Bischöfe laden
alle Pfarreien ein, während der Gottesdienste von Samstag 21. und Sonntag
22. April für das Anliegen dieser ökumenischen Begegnung zu beten.
Interessierte finden das Programm der Begegnung, die liturgischen Texte,
das Logo wie auch das Gebet vom Sonntag, 22. April, auf der Internetseite
des CCEE (http://www.kath.ch/ccee). Die Unterlagen können auch unter
folgender Adresse angefordert werden: CCEE, Gallusstrasse 24, 9000 St. Gallen
(Telefon 071-2273374, Fax 071-2273375).
Liebe Schwestern, liebe Brüder
Die Liturgie der Heiligen Woche vermittelt uns die prophetischen Worte des
Jesaja, in denen er von seiner Sendung spricht: «Der Geist Gottes,
des Herrn (...) er hat mich gesandt». Und Jesaja sagt es für
die Menschen seiner Zeit sehr konkret: «Er hat mich gesandt, damit
ich den Armen eine frohe Botschaft bringe und alle heile, deren Herz zerbrochen
ist, damit ich den Gefangenen die Freilassung verkünde und den Gefesselten
die Befreiung» (Jes 61,1ff.). Wie muss diese Botschaft in den Ohren
jener Menschen klingen, die heute im Heiligen Land leben, die heute in jenen
Ländern und Gebieten leben, die Jesus Christus mit seinen Jüngern
durchwandert hat.
Was in der Erinnerung an die Geburt Jesu zu einem Jubeljahr hätte werden
sollen, ist im Herbst des Jahres 2000 zu einem Albtraum geworden. Die mit
so ungleichen Mitteln geführten Auseinandersetzungen und Kämpfe
zwischen den religiös, politisch und kulturell zerstrittenen Völkern
haben den Menschen mehr geraubt als bloss den kargen Verdienst. Die Menschen
haben Hoffnungen verloren und Zuversicht; sie haben begonnen, dem Frieden
zu misstrauen. Sie mussten erfahren, deutlicher denn zuvor, was es heisst,
wirtschaftlich, sozial, politisch eingeschnürt und abgeschottet zu
sein. Sie haben vor allem erfahren, was es für Kinder heisst, nachts
bedroht und beschossen zu werden. Die Christen im Heiligen Land, vorab jene
in den palästinensischen Gebieten, teilen das vielfältige Leid
der Menschen dort. Sie sind Teil dieser politisch entmündigten Gesellschaft,
dieser sozial und wirtschaftlich von den Zentren abgeschnittenen Bevölkerungsgruppen,
und sie sind als Christen Mitglieder einer ums Überleben
kämpfenden Minderheit.
Das Karfreitagsopfer wird in vielen Ländern zugunsten der vielfältig
tätigen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften im Heiligen Land aufgenommen.
Es ist einer der Wege, die pastoralen, sozialen und erzieherischen Aufgaben
der Kirchen zu unterstützen und in die Zukunft hinein zu sichern. Wir
bitten Sie, liebe Brüder und Schwestern, um Ihre grosszügige Gabe.
Sie leisten damit einen Beitrag zu einer unverzichtbaren zwischenkirchlichen
Hilfe. Die orientalischen Christen leben im Brennpunkt des israelisch-palästinensischen
Konfliktes und im Brennpunkt von Judentum, Christentum und Islam. Sie brauchen
unsere Solidarität. Nur so können sie die Hoffnung bewahren, dass
eines Tages den Gefangenen die Freilassung gehört, dass eines Tages
die Gefesselten befreit werden, dass eines Tages die zerbrochenen Herzen
geheilt werden.
Mit den besten Segenswünschen für ein frohes Osterfest danken
wir Ihnen für die tatkräftige Unterstützung des Karwochenopfers.
Aus Anlass des Tages der Völker 2000 sind bei migratio (Kommission
der Schweizer Bischofskonferenz für Migration [ehemals SKAF]) Fr. 141659.
an Kirchenopfern eingegangen. Bei diesem Kirchenopfer handelt es sich nicht
um eine verordnete Kollekte, sondern um einen freiwilligen Akt der Solidarität.
Wie angekündigt worden war, sollte diesmal der Solidaritätsbeitrag
verschiedenen Projekten in Asien sowie dem Priesterseminar in Shkoder, Albanien,
und den Unbeschuhten Karmelitinnen in Sarengrad, Kroatien, zufliessen. Die
zuständige Aufsichtskommission von migratio hat dem Seminar in Albanien
sowie dem Kloster in Kroatien je Fr. 15000. zugesprochen. Fr. 13000.
sind für die Ausbildung von Ordensschwestern in Süd- und Fr. 3000.
für die Ausbildung von Novizinnen in Nordvietnam, Fr. 6000. für
Stipendien für Theologiestudenten in Birma und Fr. 8000. als Ausbildungshilfe
für Seminaristen auf den Philippinen bereitgestellt worden. Fr. 81000.
sind dem Fonds Fremdsprachigenseelsorge bei migratio gutgeschrieben worden.
Der restliche Betrag wird der Solidaritätsaktion 2001 gutgeschrieben.
Vom Ertrag des Solidaritätsopfers dieses Jahres der Tag der Völker
wird am 11. November 2001 begangen sollen vor allem Projekte unterstützt
werden, die das Zusammenleben verschiedener nationaler, ethnischer und religiöser
Menschengruppen fördern oder wieder ermöglichen. So ist die Unterstützung
des Aufbaus einer Primarschule in Bosnien-Herzegowina sowie eines Alphabetisierungs-
und Ausbildungsprojektes vor allem für Frauen und Mädchen in Oberägypten
vorgesehen.
migratio dankt bei dieser Gelegenheit allen Spenderinnen und Spendern herzlich
für die Unterstützung, die für viele Hoffnung bedeutet und
ihnen Mut gibt bei der Bewältigung ihres nicht leichten Alltags.
Die auf den 1. August 2001 vakant werdende Pfarrstelle Dulliken (SO)
wird für einen Pfarrer oder einen Gemeindeleiter/eine Gemeindeleiterin
zur Wiederbesetzung ausgeschrieben (siehe Inserat in SKZ Nr. 10 vom 8.3.2001).
Interessierte Personen melden sich bitte bis 26. April 2001 beim Diözesanen
Personalamt, Baselstrasse 58, 4501 Solothurn, oder E-Mail personalamt@bistum-basel.ch
Urs Elsener als Pfarrer der Pfarrei Muri (AG) per 1. April 2001.
An diesem wunderschönen Frühlingssonntag fanden sich über
350 Jugendliche aus dem Bistum Basel in der Kantonsschule Solothurn ein.
Gemeinsam mit Bischof Kurt Koch und den Weihbischöfen Martin Gächter
und Denis Theurillat wurde das fünfte bistumsweite Jugendtreffen durchgeführt.
Die Initiative kam von den Jugendlichen selbst, und jedes dieser Treffen
wurde auch von Jugendlichen geplant, organisiert und durchgeführt.
Ein farbenfrohes und vielfältiges Morgenprogramm zeugte von dieser
Tatsache. Mit szenischen Spielen, Pantomimen und Liedern stimmten Jugendgruppen
aus verschiedenen Orten des Bistums in das Tagesthema «Auftauchen»
ein.
«Auftauchen», umschrieb Bischof Kurt Koch in seiner Ansprache,
sei die Wirkung der Taufe, denn durch die Taufe gehe ein neuer Mensch hervor.
Dies erfülle die Sehnsucht jedes Menschen: endgültig und ohne
Vorbehalte angenommen zu werden. Die Verwirklichung dieses «Ja»
zum Menschen sei die christliche Botschaft die Aufnahme in die Gemeinschaft
der Kirche.
Angeregt durch diesen «Nachdenk-Impuls» verteilten sich die
Jugendlichen in Gesprächsgruppen, um im kleinen Kreise die eigenen
Erfahrungen auszutauschen und über das Gehörte nachzudenken.
25 Jugendliche trafen sich auch zu einer persönlichen Gesprächsrunde
mit Bischof Kurt Koch. Dieses Gespräch zeigte auf, welche Bedeutung
Taufe heute immer noch hat. Alle freuen sich, wenn ein Kind geboren wird;
alle möchten diesen Anlass feiern. Christliche Taufe aber kann nicht
nur diese eine Freude feiern; die Taufe hat Konsequenzen, denn sie sollte
in ein christliches Leben führen. Daher sind Eltern, Paten und Angehörige
gefordert, und gerade dies scheint den Jugendlichen wichtig zu sein.
Verschiedene offene Angebote wie «Raum der Stille», Volkstanz
oder einfach das Besteigen des St. Ursenturmes boten den Jugendlichen weitere
Möglichkeiten, sich untereinander zu begegnen, sich kennen zu lernen
und gemeinsam etwas zu unternehmen.
Kamen diese Jugendlichen doch aus allen Ecken und Enden unseres weitverzweigten
Bistums, aus der Ostschweiz, dem Berner Oberland, aus Zug oder Basel, und
speziell dieses Jahr auch eine grosse Gruppe aus dem Jura.
Nicht gerade alle mochten im Innern der Kantonsschule ausharren, das schöne
Wetter zog sie hinaus. Man mochte auch von der Stadt etwas sehen.
Mit einem feierlichen Jugendgottesdienst in der Jesuitenkirche endete dieses
stimmungsvolle Jugendtreffen.
Bischof Amédée ernannte:
P. Patryk Kaiser, OCist., zum Vikar des Pfarrers der Pfarrei Christkönig
in Kloten (ZH);
Ephraim Umoren zum Vikar des Pfarradministrators der Pfarrei Hl. Paulus
in Dielsdorf (ZH).
Infolge Demission des bisherigen Amtsinhabers wird die Pfarrei Maladers
(GR) zur Wiederbesetzung (20%) ausgeschrieben.
Interessenten mögen sich melden bis zum 27. April 2001 beim Sekretariat
des Bischofsrates, Postfach 133, 7002 Chur.
Im Rahmen der Chrisammesse feiern wir dieses Jahr am Dienstag in der
Karwoche ein seltenes Jubiläum. Vor 25 Jahren, am 2. Mai 1976, wurde
Dr. Otmar Mäder zum Bischof von St. Gallen geweiht. Im Herbst 1994
nahm der Papst sein Demissionsgesuch an und Otmar Mäder zog sich zuerst
ins Pfarrhaus Muolen und später in eine Privatwohnung in St. Gallen-Bruggen
zurück. Wie Otmar Mäder mit ganzer Konsequenz für alle öffentlich
Bischof war, so will er heute mit ebensolcher Konsequenz still im Hintergrund
leben.
Im Namen des ganzen Bistums entbiete ich ihm zum silbernen Bischofsjubiläum
herzliche Glück- und Segenswünsche. Wer einem Bischof gratuliert,
überlegt sich, welches die bedeutenden Ereignisse während seiner
Amtszeit waren. Dies ist vor allem aus zwei Gründen problematisch:
Einerseits liegt das entscheidende Wirken oft dort, wo kaum jemand
auch der Wirkende selber es wahrnimmt, wo wir so voll und ganz einfach
Werkzeug Gottes sind. Andererseits wird das Wirken eines Bischofs sehr stark
bedingt von der Situation, in die er hineingestellt ist. Sichtbare Höhen
oder auch Tiefpunkte sind oft Folgen der Zeitumstände. Entscheidend
ist, wie der von Christus bestellte Hirte mit seiner Lage umgehen kann.
Wahrscheinlich würde Bischof Otmar hier gerne zu lesen aufhören.
Trotzdem sind einige Bemerkungen über sein Wirken als Bischof von St.
Gallen angebracht. Otmar Mäder ist ein begabter Katechet. Er verliert
sich nicht in dem, was fraglich ist und auch noch zu bedenken wäre.
Seine Stärke ist es, Vorgänge des Alltags ebenso wie grosse Glaubensgeheimnisse
auf einen anschaulichen Nenner zu bringen und schwierige Gedankengänge
bildlich darzustellen. Deshalb war er der beliebte Religionslehrer, der
Fachmann in der Gestaltung katechetischer Rahmenpläne und der beliebte
Vortragsredner in Pfarreien. Viele Gläubige denken gern zurück
an seine Fastenpredigten in der Kathedrale.
Otmar Mäder wurde Bischof nach Abschluss der Synode 72. Schon in den
ersten Tagen nach der Bischofsweihe arbeitete er aktiv an der Setzung von
pastorellen Schwerpunkten mit, welche die Früchte der Synode 72 den
Pfarreien besser zugänglich machen sollten. Sein Einsatz war so gross,
dass manche befürchteten, er wäre eine zu schnelle Lokomotive
für einen recht moderat fahrenden Zug.
Ein Bischof hat verschiedene Beratungsgremien, vor allem Priesterrat/Rat
der hauptamtlichen Laienseelsorger/Laienseelsorgerinnen und Seelsorgerat.
Er steht in manchen Belangen dem Katholischen Konfessionsteil und einzelnen
Kirchgemeinden gegenüber. Bischof Otmar musste neue Wege der Zusammenarbeit
suchen, in einer Zeit, in der die Meinungsvielfalt wuchs und die nicht frei
war von Polarisierungen. Ein äusserlich sichtbarer Lichtblick in diesem
Zusammenhang war das Bistumstreffen vom 12./13. September 1987, welches
bewies, dass das Bistum über alle Unterschiede hinweg eine Einheit
bildet.
Otmar Mäder war Bischof in den Jahren, in denen für immer weniger
Pfarreien ein Priester als Pfarrer gefunden werden konnte, andererseits
aber neu Pastoralassistenten und Pastoralassistentinnen für kirchliche
Dienste vermehrt zur Verfügung standen. Dies erforderte ein unermüdliches
Umdenken wie auch die Überprüfung von bestehenden Strukturen.
Die Stunden, welche Bischof Otmar suchend, animierend und beschwörend
in diesem Bereich eingesetzt hat, sind kaum zu zählen.
Bei der Weihe der Heiligen Öle, im Gottesdienst mit den vielen ebenfalls
jubilierenden Priestern und Laienseelsorgern werden wir Gott danken für
alles, was er durch Bischof Otmar und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
im Dienste der Kirche des Heiligen Gallus in den letzten Jahren gewirkt
hat und auch heute wirkt.
Am Samstag, 19. Mai, werden in der Kathedrale St. Gallen Abschluss und
Anfang gefeiert. Abgeschlossen wird mit der Übergabe des dritten Teils
für den Projekt-Ordner das Urteilen, die zweite Phase im Bistumsprojekt
«Glauben in Gemeinschaft», das im August 1998 in vielen Pfarreien
und Gruppierungen gestartet worden ist. Gleichzeitig wird dazu eingeladen,
gemeinsam den ersten Schritt in das Handeln zu machen, in die dritte Phase,
und damit in die Zukunft des Bistums und der Pfarreien.
Alle Seelsorgerinnen und Seelsorger, alle Mitglieder der Pfarreiräte,
des Seelsorgerates und der Animationsgruppen, alle, die das Bistumsprojekt
in ihrer Pfarrei in irgendeiner Form mitgetragen haben, sowie alle, die
sich angesprochen fühlen, sind zur Eucharistiefeier um 9.30 Uhr eingeladen.
Anschliessend gibt es im Klosterhof Gelegenheit zu vielfältiger persönlicher
Begegnung bei St. Galler Bratwurst und Pürli.
Nach der Demission des bisherigen Generalvikars, Mgr. Jacques Richoz, seit 1975 im Amt, hat Bischof Bernard Genoud, zusammen mit dem Bischofsrat, den bisherigen Dekan des Dekanates Greyerz und Pfarrer in Bulle, Rémy Berchier, geboren 1956, zum Priester geweiht 1982, zum Generalvikar des Bistums ernannt mit Amtsantritt am 1. September 2001.