12/2001 | |
INHALT | |
Amtlicher Teil |
Am 8. und 9. März trafen sich die Delegierten der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen der Schweiz (AGCK) im Griechisch-orthodoxen Zentrum in Zürich zum Thema «Orthodoxie in der Schweiz». Im Zentrum stand die Begegnung mit orthodoxer Spiritualität und Theologie, die inzwischen von nahezu 20000 Christinnen und Christen in der Schweiz im Alltag gelebt wird.
Die AGCK hat sich für die Zürcher Studientagung zum Ziel gesetzt,
die Beziehungen zu den orthodoxen Kirchen in der Schweiz zu vertiefen. Spiritualität
im gottesdienstlichen Vollzug lässt sich nicht von der Theologie trennen.
Im 1995 eingeweihten Zentrum der griechisch-orthodoxen Gemeinde in Zürich
erlebten die Teilnehmenden im Gottesdienst zum Tag der Vierzig Märtyrer,
wie zentral das liturgische Feiern für eine Diasporagemeinde ist.
«Wer die Begriffe nicht klärt, kann sich nicht verstehen. Das
ist im Gespräch mit den Orthodoxen noch nie wirklich geschehen»,
so stellte Anastasios Kallis, emeritierter Professor für ökumenische
und orthodoxe Theologie aus Münster in Westfalen, in seinem Grundsatzreferat
fest. Kallis lebt seit 40 Jahren in Deutschland und ist ein wichtiger Vermittler
orthodoxen Denkens im Westen. Für ihn braucht der Dialog zwischen westlich
geprägten Kirchen und der Orthodoxie auf beiden Seiten mehr Bereitschaft,
sich auf das andere Denken einzulassen, die Isolation aufzubrechen und durch
vermehrte freundschaftliche Begegnung das Verständnis füreinander
zu vertiefen. «Geht nun euren Weg, schreibt uns nicht mehr über
Dogmen, sondern allein um der Freundschaft willen. Wenn ihr das wollt, so
lebt wohl.» So zitiert Kallis das Schreiben des ökumenischen
Patriarchen Jeremias von Konstantinopel an Tübinger Theologen von 1581;
das könne ein Schlüssel sein für neue Perspektiven der Ökumene
mit den Orthodoxen.
Im Verlauf der Tagung wurde deutlich, dass die national strukturierten orthodoxen
Kirchen sich schwer damit tun, eine Orthodoxe Kirche der Schweiz zu bilden,
unter deren Dach die verschiedenen sprachlichen und nationalen Traditionen
weiter gepflegt werden. Zu einem solchen Schritt riefen der AGCK- Präsident
Thomas Wipf und Kyriakos Papageorgiou, der Vertreter der griechisch-orthodoxen
Gemeinde in Zürich, auf.
Pfarrer Emmanuel Simandrakis (Zürich) und seine Gemeinde bereiteten
den Delegierten einen warmen Empfang und liessen sie an den besonderen Fastenbräuchen
der griechisch-orthodoxen Kirche teilhaben. Der konsequente Verzicht auf
Fleisch macht erfinderisch, Meeresfrüchte in zahlreichen Variationen
treten an seine Stelle.
Die Tagung führte zu einer vertieften Begegnung, die bestehende langjährige
Kontakte zu orthodoxen Kirchen auf eine breitere Basis gestellt hat.
Zur Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK) gehören der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK), die Schweizerische Bischofskonferenz (SBK), die Christkatholische Kirche der Schweiz, die Evangelisch-methodistische Kirche, die Heilsarmee, die Serbisch-orthodoxe Kirche, die Griechisch-orthodoxe Kirche, der Bund der Baptistengemeinden, der Bund der Evangelisch-lutherischen Kirchen in der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein (BELK).
Das Domkapitel des Bistums Basel hat in seiner Sitzung vom 9. März 2001 den neuen residierenden Domherrn des Standes Solothurn, Herrn Regionaldekan Robert Geiser, zum Domkanzler gewählt. Domkanzler Robert Geiser tritt die Nachfolge von Domherr Kuno Eggenschwiler an, der auf Ende Jahr 2000 vom Amt zurückgetreten ist. Das Domkapitel dankt Ehrendomherr Kuno Eggenschwiler herzlich für seine stets speditive und sorgfältige Erledigung all der administrativen Geschäfte.
Am Montag in der Karwoche, 9. April 2001, feiert Bischof Kurt Koch zusammen
mit dem Presbyterium und den Seelsorgerinnen und Seelsorgern des Bistums
um 10.30 Uhr die Chrisam-Messe in der St.-Ursen-Kathedrale. In diesem Gottesdienst
weiht der Bischof das Öl für die Krankensalbung, den Chrisam für
Taufe und Firmung, für Weihen und Konsekrationen, sowie das Katechumenenöl
für die Taufe.
Ein herzlicher Willkomm gilt den Priesterjubilaren.
Alle Gläubigen, die den Gottesdienst mitfeiern wollen, sind dazu herzlich
eingeladen.
Ausbildung war erneut das vordringliche Thema der Sitzung des Priesterrates
des Bistums Chur vom 14. März in Einsiedeln. Erfreut durfte der Rat
davon Kenntnis nehmen, dass sein Aufruf, die Theologische Hochschule finanziell
zu stützen und so zu erhalten ein ausgezeichnetes Echo
im ganzen Bistum gefunden hat. Der Aufruf war von verschiedenen Gremien
und Gruppen geteilt worden. So kann der Weiterbestand einstweilen als gesichert
gelten, auch wenn es immer noch beträchtliche Anstrengungen zur materiellen
Konsolidierung brauchen wird. Der Rat deutet die Solidarität in der
Diözese als gemeinsamen Willen, die Ausbildungsstätte des Bistums
in Chur aufrechtzuerhalten und den Bedürfnissen anzupassen. Eine Kommission
von anerkannten Fachleuten hat bereits die Erarbeitung einer Studienreform
an die Hand genommen. Schwergewicht wird in Chur die praktische Seelsorge
sein. In naher Zukunft sind Ernennungen von neuen Professoren vorzunehmen,
von denen die Hochschule ebenfalls eine Erneuerung der Kräfte erwarten
darf.
Es ist vorgesehen, im Herbst 2001 mit anderen deutschsprachigen Diözesen
zusammen in Chur ein Jahr der Berufsklärung einzurichten für junge
Leute, die sich mit dem Gedanken tragen, Priester zu werden. Dabei erkennt
der Rat, dass angesichts der abnehmenden Zahlen von Theologie Studierenden
die Berufsförderung dringlich ist. Einen besonderen Wert legt der Rat
auf die Einführung und Begleitung junger Seelsorger. Er gibt seiner
Freude darüber Ausdruck, dass nicht nur an der Theologischen Hochschule,
sondern auch am Priesterseminar St. Luzi durch eine neue Leitung eine Belebung
möglich wurde, die sich bereits in verschiedenen Bereichen positiv
auswirkt und vor allem einen erheblichen Gewinn an Vertrauen gegenüber
der diözesanen Ausbildungsstätte im ganzen Bistum gezeitigt hat.
In den Jahren 1994, 1996 und 1998 hatte Fortbildungsleiter Paul B. Hutter
im Bistum St. Gallen einen Kurs durchgeführt mit Priestern und Laientheologen,
die neu die Führung einer Pfarrei übernommen hatten, sowie mit
Pfarreibeauftragten, die bereits im Amt waren. Im Rahmen der diözesan
verordneten Fortbildungskurse gemäss Richtlinien für die Fortbildung
der Priester und Pastoralassistenten und Pastoralassistentinnen bietet er
nun einen weiteren Kurs für die gleiche Personengruppe an, und zwar
in zwei Blöcken, vom 12. bis 15. November im Bildungshaus St. Arbogast
und vom 21. bis 23. Januar 2002 im Seminar St. Georgen-St. Gallen.
Damit der Kurs für alle zu einem Gewinn wird, die Voraussetzungen und
die Interessen für die Fortbildung aber sehr unterschiedlich sind,
sollen die Fortbildungswünsche an einer Sitzung vom Mittwoch, 22. August,
15 bis 18 Uhr, im Sitzungssaal des Bischöflichen Ordinariates, Klosterhof
6b, 9001 St. Gallen, aufgelistet und der Kurs entsprechend gestaltet werden.
Der 35-jährige und seit zehn Jahren aktiv in der Jugendarbeit tätige Christoph Balmer-Waser ist an der Kantonskonferenz von Blauring und Jungwacht der Kantone SG/AI/AR/GL in Wattwil mit Einverständnis von Bischof Ivo Fürer und des Ordinariatsrates als Nachfolger von Gabriele Fiedler-Volk zum neuen Kantonalpräses JW/BR gewählt worden. Das Amt verträgt sich gut mit der 50-Prozent-Stelle bei der akj in Gossau. An der gleichen Konferenz wurde der 30-jährige Kunststofftechnologe Beat Hutter, Diepoldsau, als Nachfolger von Christof Egger zum neuen Kantonal-Präsidenten gewählt. Mit 6014 aktiven Mitgliedern bilden Blauring und Jungwacht den grössten Jugendverband der Ostschweiz. Die 88 Scharen in den Kantonen St. Gallen, beider Appenzell und Glarus gliedern sich in fünf Regionen: Linth, Toggenburg, Sargans/Werdenberg, Stadt St. Gallen und Rheintal.
Infolge Demissionierung des Pfarradministrators P. Alois Osterwalder
wird die Pfarrstelle Goldach-Untereggen auf den 1. August 2001 zur Wiederbesetzung
ausgeschrieben. Der neue Pfarrer wird mit einem Seelsorgeteam zusammenwirken,
bestehend aus zwei Pastoralassistenten, einer Seelsorgerin und einem Jugendarbeiter
in Goldach und einem Pfarreibeauftragten in Untereggen.
Interessenten melden sich bitte bis 25. April 2001 beim Diözesanen
Personalamt, Klosterhof 6b, Postfach 263, 9001 St. Gallen (Telefon 071-2273347,
Fax 071-2273341, E-Mail thaler@bistum-stgallen.ch).
Ad memoriam: Folgende offene Pfarrstellen sind weiterhin zur Wiederbesetzung ausgeschrieben:
Interessenten melden sich bitte beim Diözesanen Personalamt, Klosterhof 6b, Postfach 263, 9001 St. Gallen (Telefon 071-2273347, Fax 071-2273341, E-Mail thaler@bistum-stgallen.ch).
Wie im vergangenen Jahr, sind auch in diesem Jahr wieder alle Priester
herzlich eingeladen, an der Chrisam-Messe teilzunehmen. Dieses Zusammensein
und zusammen die Chrisam-Messe feiern möchte Bischof Norbert Brunner
zur Tradition machen. Danach sind alle zu einem einfachen Mittagessen
eingeladen.
Damit alle Priester wieder rechtzeitig in ihren Pfarreien sein können,
beginnt die Chrisam-Messe schon um 9.30 Uhr.
Bitte beachten Sie den Einladungsbrief, der Ihnen in den kommenden Tagen
zugesandt wird. Herzlichen Dank.
Julius Tschopp, alt Professor
Am 11. März 2001 ist im Annaheim in Steg alt Professor Julius Tschopp
im Alter von 97 Jahren gestorben.
Julius Tschopp wurde am 26. April 1904 in Gampel geboren. Am 25. März
1928 empfing er in Innsbruck die Priesterweihe. Nach einem Weiterstudium
in Romanistik wurde er an das Kollegium Brig berufen, wo er während
41 Jahren Sprachen unterrichtete. Julius Tschopp war während 73 Jahren
Priester des Bistums Sitten und somit der älteste Priester des Bistums.
Eine seiner grossen Leistungen war die Gründung des Kinderheims «Nazareth»
in Brig, dem er bis zu seiner Auflösung im Jahre 1977 vorstand. Nach
seiner Pensionierung lebte der Verstorbene in Brig. Die Beerdigung fand
am 13. März 2001 in Brig statt.
Erklärung des Bischofs von Sitten zum Inserat von «RomanDit» im Nouvelliste vom 10. März 2001 (siehe Artikel «Gegnerschaft macht mobil» im Walliser Bote vom 13. März 2001)
Meine Botschaft zur diesjährigen Fastenzeit hat unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Vor allem die ablehnenden Stimmen bezogen sich in ihrer Kritik ausschliesslich auf den ersten Teil und im Besonderen auf den Satz: «Mir scheint, dass hier unter dem Deckmantel eines legitimen Anliegens mit berechtigten Argumenten ein Ðteuflischesð Spiel betrieben wird. Die Würde des Menschen verbietet es, dass wir uns auf dieses Spiel und viele andere einlassen, (...) Denn sie erinnern uns zu sehr an die Versuchungen, denen Jesus in der Wüste ausgesetzt war.»
Die im Zusammenhang der ganzen Botschaft gelesene Interpretation kann
nichts anderes heissen als dieses: Homosexuelle und lesbische Menschen machen
auf der gesetzlichen Ebene legitime und berechtigte Anliegen geltend (Abschaffung
ungerechter Diskrimination zum Beispiel). Diese müssen diskutiert werden.
Die Betroffenen lassen sich jedoch in diesem Unterfangen dazu «verführen»,
Formen zu wählen (konkret die gay pride), die nicht zu einer Befriedung
der Menschen beitragen kann, sondern den Graben der Missverständnisse
noch vertieft, das Unverständnis fördert und die Ablehnung vergrössert.
Zudem widerspricht eine Selbstdarstellung, wie sie an gay pride üblich
ist, der Würde des Menschen.
Aus diesen Gründen habe ich mich gegen die Durchführung einer
gay pride in Sitten (und auch ganz allgemein) ausgesprochen. Ich habe dieser
Aussage nichts beizufügen.
Wenn sich Männer und Frauen in unserem Lande in der Wahrnehmung ihrer
Verantwortung als Christen auch dagegen aussprechen, weil sie sich in ihrem
Glauben und in ihrem sittlichen Empfinden verletzt fühlen, sollen und
müssen sie das tun. Sie dürfen es jedoch nur tun in Verständnis
für das Anderssein von Mitmenschen und in der Achtung ihrer Würde.
Ich verneine diese Frage, auch wenn ich weiss, dass sie heute sehr kontrovers diskutiert wird, aber noch keine endgültige Antwort gefunden hat. Wir aber glauben aufgrund der Schöpfungsgeschichte, dass Gott den Menschen als sein Ebenbild geschaffen hat, und zwar als Mann und als Frau, und dass er diese beiden aufeinander hingeordnet hat: «Darum verlässt der Mann Vater und Mutter und bindet sich an seine Frau, und sie werden ein Fleisch» (Gen 2,24). Wir glauben aus der Botschaft Christi auch, dass die Verbindung zwischen Mann und Frau Abbild der innergöttlichen Beziehung ist.
Für die katholische Kirche bedeutet das, dass die Sexualität in ihrer gottgewollten Form nur in der dauerhaften und ausschliesslichen Liebesbeziehung eines Mannes und einer Frau, also in der Ehe (die unter Christen die Würde eines Sakramentes hat) gelebt werden darf. Das heisst, dass ich mit der Kirche die gelebte Homosexualität als moralisches Fehlverhalten benennen muss. Diese Lehre und die Haltung gegenüber homosexuellen Menschen wiederholt die Kirche in ihrem Katechismus (Katechismus der Katholischen Kirche, Nrn. 23572359, im Anhang).
Ich lehne das Inserat von «RomanDit» im «Nouvelliste et Feuille d'Avis du Valais» vom 10. März in seiner Form und in seinen Aussagen, die sich nicht gegen ein Handeln, sondern gegen Menschen richten, entschieden ab. Es wurde im Übrigen ohne mein Wissen veröffentlicht. Noch mehr: ich war erstaunt, dass mein Name in diesem Inserat erwähnt wurde. Ich war aber auch etwas enttäuscht darüber, dass Leser mir eine solche «Komplizenschaft» oder gar Zustimmung zu diesem Inserat zugetraut haben.