11/2001 | |
INHALT | |
Amtlicher Teil |
Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) tagte vom 5. bis 7. März 2001
in Morges (VD) (La Longeraie). Zu Beginn der Fastenzeit bekräftigt
sie ihre Unterstützung der Kampagne des Fastenopfers, «Neue Noten
braucht das Geld», und dankt den Mitarbeitern und dem neuen Direktor
des Hilfswerkes. Auch hat die SBK den Apostolischen Nuntius in der Schweiz,
Mgr. Pier Giacomo De Nicolò, empfangen und seine Grussbotschaft entgegengenommen.
Die SBK hat offiziell ihren neuen Vizegeneralsekretär und Informationsbeauftragten,
Herrn Marc Aellen, gewählt, welcher bereits provisorisch sein Amt am
1. Februar 2001 angetreten hatte. Im Rahmen ihrer Arbeiten haben die Bischöfe
ihr Eintreten für eine ersatzlose Streichung des so genannten Bistumsartikels
bekräftigt und sich ebenso für die Beibehaltung der Grundidee
der Stiftung Solidarische Schweiz ausgesprochen.
Die Schweizer Bischöfe haben vom Entscheid des Bundesrates Kenntnis
genommen, die Volksabstimmung über den so genannten Bistumsartikel
(Art. 72, § 3 der Bundesverfassung) auf den 10. Juni 2001 anzusetzen.
Wie sie im Vorfeld bereits mehrfach bekundet haben, sprechen sich die Bischöfe
erneut für die ersatzlose Streichung dieses Artikels aus.
Es sei hier an den exakten Wortlaut von Art. 72 erinnert, dessen §
3 abgeschafft werden soll:
Art. 72 Kirche und Staat
Die Bischöfe sehen in diesem Artikel ein überlebtes Relikt aus der Vergangenheit. Sie begrüssen im Entscheid der Eidgenössischen Räte, diesen Artikel zu streichen, einen Akt des Respekts gegenüber den Kirchen und einen Schritt in Richtung der Verwirklichung demokratischer Freiheiten. Darüber hinaus bedeutet die Abschaffung des Artikels keinen Nachteil für eine spätere Diskussion über die Beziehungen zwischen Kirche und Staat und ihre eventuelle Festlegung in der Bundesverfassung. Die SBK vertritt das Anliegen eines vermehrten Mitspracherechtes der Katholiken im Rahmen einer möglichen Änderung der Bistumsgrenzen und ist der Meinung, dass der Bistumsartikel eine solche Mitverantwortung nicht begünstigt.
Die Schweizer Bischöfe haben den Genfer Journalisten Marc Aellen
als neuen Vizegeneralsekretär und Informationsbeauftragten der SBK
offiziell gewählt. Er hat sein Amt bereits provisorisch am 1. Februar
2001 als Nachfolger von Dr. Nicolas Betticher angetreten, welcher auf 1.
Januar 2001 zum Pressesprecher des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements
(EJPD) ernannt wurde.
Der am 19. Juni 1962 geborene Marc Aellen hat die universitäre Ausbildung
in seiner Heimatstadt mit der Lizenz in politischen Wissenschaften abgeschlossen
und arbeitet seit 1987 als hauptberuflicher Journalist. Er hat namentlich
beim Genfer Tagblatt «Le Courrier» und der Schweizerischen Depeschen-Agentur
(SDA) gearbeitet. Marc Aellen hat zudem Theologie in Florenz studiert. 1991
wurde er im Auftrag der SBK zum Chefredaktor der dreisprachigen Zeitschrift
«Katholog» ernannt, welche anlässlich der 700-Jahr-Feier
der Eidgenossenschaft publiziert wurde.
Das Sekretariat der SBK ist somit wieder vollständig besetzt, nachdem
bereits am 1. Januar 2001 der neue Generalsekretär, Dr. Agnell Rickenmann,
sein Amt angetreten hat.
Die SBK bekräftigt erneut die Unterstützung zur Schaffung einer Stiftung «Solidarische Schweiz», wie sie 1997 durch den Bundesrat bekannt gegeben wurde. Es ist ihr daran gelegen, dass die Grundidee dieser Institution beibehalten wird, und zwar in dem Sinne, dass ein Teil der Goldreserven der Nationalbank zur Unterstützung von Solidaritätsprojekten in der Schweiz und im Ausland eingesetzt wird. Die Bischöfe lehnen die Forderung ab, dass die bereitgestellten Geldsummen hauptsächlich oder gar ausschliesslich für Schweizer Projekte benützt werden und wünschen ausdrücklich, dass der Gebrauch dieser Gelder Gelegenheit zu einer gross angelegten Solidarität gegenüber den am meisten Benachteiligten biete.
Die Schweizer Bischöfe haben bereits ihre Sorge darüber ausgedrückt, dass Sterbehilfeorganisationen in den städtischen Altersheimen der Stadt Zürich Zugang erhalten haben. Das Problem der Euthanasie lässt bei vielen Leuten Unklarheiten zurück, darum hat die SBK sich dazu entschieden, in nächster Zeit ein Dokument zu erarbeiten, das die Position der Kirche zu dieser heiklen Frage erläutert. Einstweilen möchten die Bischöfe im Rahmen des Internationalen Jahres der Freiwilligen ihre Dankbarkeit gegenüber all jenen ausdrücken, die sich in der Palliativmedizin und in der Seelsorge an Sterbenden engagieren.
Die Bischöfe haben den Text der Botschaft der Kirchen, der im Anschluss an die Ökumenische Konsultation über die wirtschaftliche und soziale Zukunft der Schweiz erarbeitet wurde, im Detail besprochen. Diese Botschaft steht kurz vor ihrer Endfassung und wurde der SBK und dem Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) zur Durchsicht unterbreitet.
Die SBK hat den Tätigkeitsbericht 2000 der Nationalkommission «Iustitia et Pax» entgegengenommen und drückt ihr die Anerkennung für die grosse Arbeit aus. Über ihre eigenen Aktivitäten hinaus, erarbeitet die Kommission seit Jahren in Treue, Loyalität und mit Kompetenz wertvolle Dokumente und Arbeitsunterlagen über politische und soziale Fragen zuhanden der SBK.
Die Bischöfe stellen mit Genugtuung das Fortschreiten der Vorbereitungen zur Expo.02 durch den Verein der Schweizer Kirchen zur Expo.02 (ESE.02) fest. Das Projekt «Un ange passe» wurde vom Organisationskomitee der Expo.02 als eines der 37 Projekte bestätigt, welche an der Expo.02 durchgeführt werden. Zwei «events» werden ebenfalls von den Kirchen vorbereitet: Sie finden an Pfingsten und am Eidgenössischen Bettag 2002 statt. Der erste dieser Anlässe sieht vor, dass 200 Kirchenchöre aus der ganzen Schweiz teilnehmen. Die Kirchen möchten auch zum Empfang der Besucher tatkräftig beitragen. Ein Versand mit Informationsmaterial wird Anfang April allen Pfarreien und Kirchgemeinden der Schweiz zugestellt werden. Die Katholiken und Katholikinnen unseres Landes sind ihrerseits eingeladen, die genannten Projekte anlässlich einer Kollekte anfangs 2002 zu unterstützen.
Auf Einladung der südafrikanischen Bischofskonferenz wird eine Dreierdelegation
der SBK vom 26. September bis 2. Oktober 2001 nach Südafrika reisen.
Die Delegierten sind: Mgr. Dr. Ivo Fürer, Bischof von St. Gallen; Mgr.
Dr. Paul Vollmar SM, Weihbischof von Chur, und Mgr. Joseph Roduit CRA, Abt
von St-Maurice. Die Bischöfe unterstreichen, dass es sich dabei im
Rahmen eines pastoralen und kollegialen Besuches vor allem um einen gegenseitigen
Gedankenaustausch beider Bischofskonferenzen handelt.
Dieser Kontakt zwischen den beiden Bischofskonferenzen besteht seit vielen
Jahren und bekam zur Zeit der Apartheid einen wichtigen Stellenwert.
Pfr. Oswald Perren wurde als Mitglied in die Kommission «Ehe und Familie» der SBK gewählt, in der er die Diözese Sitten vertritt. Als Pfarrer von Mörel und Dekan von Brig ist er Mitglied des diözesanen Priesterrates von Sitten.
Die SBK hat das Mandat von Herrn Dr. Urs Köppel als Nationaldirektor von «migratio» um weitere 5 Jahre verlängert. Sie dankt ihm für die stets hervorragende Arbeit. Migratio ist die für die Pastoral der Migranten zuständige Kommission der SBK.
P. Damian Weber CMM, scheidender Nationaldirektor von Missio Schweiz.
Die SBK drückt ihm ihre grosse Dankbarkeit für die zahlreichen
Jahre im Dienst der Kirche im Rahmen seiner Arbeit bei Missio aus.
Prof. Dr. Roland Campiche, Direktor des Observatoire des religions in Lausanne.
Er stellte die Aktivitäten dieses neuen Forschungsinstitutes vor.
Herrn Dr. Markus Heil, Sekretär des Komitees der SBK für das Jahr
2000. Die Bischöfe danken ihm für seinen grossen Einsatz als Sekretär
dieses Komitees.
Herrn Jean-Claude Huot, Sekretär der Nationalkommission Iustitia et
Pax, der sich zum Stand der Arbeiten im Gefolge der Ökumenischen Konsultation
äusserte.
Eingeladen zu diesem Treffen sind alle Pfarreiangehörigen aus unserem Bistum, Jung und Alt, Familien, Pfarreigruppen und Vereine. Zudem werden Vertreterinnen und Vertreter aus den Bistümern Strassburg und Freiburg i.Br. teilnehmen. Mit diesen Bistümern hat unser Bistum in den letzten Jahren eng zusammengearbeitet.
10.30 Uhr Festgottesdienst mit Bischof Kurt Koch. Anschliessend gemeinsamer
Apéro und Mittagessen. Am Nachmittag steht ein grosses Angebot an
Treffpunkten und Begegnungsmöglichkeiten zur Auswahl: Vorträge,
Diskussionsgruppen, Podiumsgespräche, Infostände usw.. Diese ermöglichen
den breiten Erfahrungsaustausch, neue Impulse und insbesondere auch vertieftere
Informationen zum Thema «Als Getaufte leben». Nach einem kurzen
Schlussgottesdienst in der Kathedrale St. Ursen endet das Treffen um ca.
17.15 Uhr.
Über die weiteren Einzelheiten und das Anmeldeverfahren wird im Laufe
des Monats April informiert. Das definitive Programm erscheint im Juni.
Für Rückmeldungen, Anliegen und Fragen an das Organisationskomitee
wenden Sie sich an das Bischöfliche Ordinariat, Bistumstreffen, Postfach
216, 4501 Solothurn.
Die nächste Laientheolog(inn)entagung des Bistums Basel findet unter dem Titel «Ermächtigt weiter Auf dem Weg zu neuen Strukturen» am 17./18. Juni 2001 im Romero-Haus Luzern statt. Die Einladungen hierzu werden in der nächsten Zeit verschickt.
Die vakante Pfarrstelle der beiden Pfarreien Neuenhof (AG) und Killwangen
(AG) (Seelsorgeverband Neuenhof-Killwangen) wird für einen Pfarrer
oder eine Gemeindeleiterin/einen Gemeindeleiter zur Wiederbesetzung ausgeschrieben.
Da weitere Stellenprozente offen sind, kann die Neubesetzung der Gemeindeleitung
kombiniert werden mit der Anstellung/Beauftragung von 12 weiteren Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern
(z.B. Vikar, Pastoralassistentin/Pastoralassistent, Jugendseelsorger/Jugendseelsorgerin).
Die auf den 31. Juli 2001 vakant werdende Pfarrstelle Suhr (AG) wird für
einen Pfarrer oder eine Gemeindeleiterin/einen Gemeindeleiter zur Wiederbesetzung
ausgeschrieben.
Interessierte Personen melden sich bitte bis 10. April 2001 beim Diözesanen
Personalamt, Baselstrasse 58, 4501 Solothurn, oder E-Mail personalamt@bistum-basel.ch
Es melden sich immer wieder ausländische Priester beim Diözesanen Personalamt mit der Bereitschaft, im Sommer/Herbst 2001 Ferienvertretungen zu übernehmen. Sofern von Seiten der Pfarreien entsprechender Bedarf besteht, können die Pfarreien diesbezüglich mit dem diözesanen Personalamt bis Ende März 2001 Kontakt aufnehmen.
Die Pfarrstelle der Pfarreien Gommiswald und Rieden wird zur Wiederbesetzung
ausgeschrieben. Der Pfarrer von Gommiswald ist auch zuständig für
die kleinere Pfarrei Rieden. Im Seelsorgeteam wirken ein Kaplan und ein
Pastoralassistent mit, die auch weitgehend den Religionsunterricht an der
Oberstufe abdecken.
Intereressenten melden sich bitte bis 20. April 2001 beim Diözesanen
Personalamt, Klosterhof 6b, Postfach 263, 9001 St. Gallen.
Alt Pfarrer Karl Stadler, Kirchberg
In Kirchberg, in der Kirche zum hl. Kreuz, in der alt Pfarrer Karl Stadler
1947 die erste hl. Eucharistie gefeiert hatte, fand am 12. März der
Beerdigungsgottesdienst statt. Der Tod war am 7. März als Erlöser
ans Bett des Toggenburger Priesters getreten. Im Alters- und Pflegeheim
in Kirchberg, seinem Geburtsort, hatte der 1922 geborene Karl Stadler seine
letzten Jahre verbracht.
«Durch Gottes grosse Gnade und Barmherzigkeit zum Arbeiter im Reiche
Christi berufen», hatte der Verstorbene in seiner Einladung zur Priesterweihe
in der Kathedrale St. Gallen geschrieben. Er war immer ein eifriger Arbeiter,
ein hingebungsvoller Seelsorger gewesen. In der Zeit von 1947 bis 1962 wirkte
er als Kaplan in Oberegg, Widnau, Bad Ragaz, Rebstein und Rorschach. «Rorschach
reut mich, Kaltbrunn freut mich!», hatte er dann am Dreifaltigkeitssonntag
1962 gesagt, als er zum Pfarrer der St. Georgspfarrei eingesetzt wurde.
Hier setzte er die Beschlüsse des 2. Vatikanischen Konzils so geschickt
um, dass ihn die Kaltbrunner nach gut neun Jahren nur sehr ungern nach Mels
ziehen liessen. Kurz vor Weihnachten 1971 hat Karl Stadler, der die Sarganserländer
schon während seiner siebenjährigen Tätigkeit in Bad Ragaz
kennen und schätzen gelernt hatte, sein neues Pfarramt in der Pfarrei
St. Peter und Paul angetreten und es während zwanzig Jahren mit grossem
Einsatz ausgeübt. Neben der seelsorgerlichen Arbeit, die im Laufe der
Jahre des Priestermangels wegen immer grösser wurde, engagierte er
sich bei der Renovation der Pfarrkirche, des Pfarrhauses, der Marienkapelle
sowie der Kapellen von St. Martin, Vermol und Mädris. Bis gegen Ende
1985 erfreute er sich einer beneidenswert guten Gesundheit, hatte er keine
einzige Religionsstunde wegen Krankheit ausfallen lassen müssen. Dann
aber bedingten die plötzlich aufgetretenen ernsten gesundheitlichen
Störungen immer wieder Kur- und Erholungsaufenthalte. Die Abwesenheiten
von der Pfarrei machten Karl Stadler seelisch sehr zu schaffen, so dass
er sich entschloss, auf Ende Februar 1991 auf das Pfarramt zu demissionieren.
Er blieb als Pfarrresignat noch drei Jahre in Mels, bevor er 1994 ins Alters-
und Pflegeheim in Kirchberg zügelte.
Während vieler Jahre hatte sich Karl Stadler in der diözesanen
Liturgiekommission engagiert und war er als Mitglied des Zentralrates eng
mit dem Schweizerischen Kolpingwerk verbunden.