41/2000 | |
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Wortmeldung |
Im Anschluss an seine letzte Sitzung erarbeitete der Ausschuss der Laientheologinnen und Laientheologen des Bistums Basel folgende Stellungnahme zur Erklärung «Dominus Jesus»:
Das Dokument «Dominus Jesus» hat viele Christinnen und Christen
innerhalb und ausserhalb der römisch-katholischen Kirche sowie Angehörige
anderer Religionen geschmerzt und verunsichert. Theologinnen und Theologen
im pastoralen Dienst im Bistum Basel teilen diesen Schmerz und bedauern
die undifferenzierte, einseitige Deutung von Texten der Bibel und des Konzils
in dieser Verlautbarung. Die im II. Vatikanum angelegte und gewagte Öffnung
wird durch das Schreiben ein weiteres Mal zurückzunehmen versucht und
damit die in Jahrzehnten gewachsene partnerschaftliche ökumenische
Basisarbeit kompromittiert.
Realitätsfern wirkt die Betonung von Eucharistie und Ordination als
Wesens- und Unterscheidungskriterium, wenn zugleich die drängenden
Fragen nach anderen Zulassungsbedingungen für die Ordination ausgeklammert
werden. Wir erachten es als fahrlässig, wenn diesbezüglich Entscheidungsfreiraum
nicht genutzt und Gestaltungsverantwortung nicht wahrgenommen wird.
Wir Theologinnen und Theologen im pastoralen Dienst werden uns auch in Zukunft
einsetzen für einen konstruktiven Dialog zwischen den Konfessionen
und Religionen und für eine weitere Öffnung unserer Kirche.
Das Forum kirchliche Jugendarbeit ist ein beratendes Gremium auf deutschschweizerischer
Ebene, an dem die Verantwortlichen der pfarreiorientierten Jugendarbeit
teilnehmen. Derzeit sind folgende Mitglieder im Forum vertreten: Bundesleitung
Blauring/Jungwacht, Verbandsleitung der katholischen Pfadfinderinnen und
Pfadfinder, Vorstand des Vereins deutschschweizerischer Jugendseelsorger/Jugendseelsorgerinnen,
Fachstelle für kirchliche Kinder- und Jugendarbeit.
Das Forum kirchliche Jugendarbeit möchte sich an dieser Stelle nicht
an theologischen Diskussionen über die Erklärung «Dominus
Jesus» beteiligen. Die Methode und die Art der Kommunikation dieser
Erklärung hat aber im Forum starkes Befremden ausgelöst.
In unserer Arbeit begegnen wir vielen Jugendlichen, die der Institution
Kirche sehr skeptisch gegenüberstehen. Die Art und Weise wie die Erklärung
theologische Inhalte kommuniziert und wie diese Erklärung dann in der
Öffentlichkeit verbreitet wurde, kann bei Jugendlichen mühsam
aufgebautes Vertrauen zerstören und eine neue Distanz zu den Seelsorgerinnen
und Seelsorgern vor Ort schaffen. Einmal mehr sind sie es, die die Konsequenzen,
die solche Dokumente an der Basis auslösen, zu tragen haben.
Die Institution «Kirche» und nicht die Inhalte des christlichen
Glaubens rücken so in den Mittelpunkt des Interesses und führen
zu wenig sachdienlichen Auseinandersetzungen.
Die damit einhergehende Verstärkung des antirömischen Affekts
macht die Aufgabe der in der Jugendarbeit Engagierten nicht einfacher.
Von pastoraler Klugheit und Sensibilität, die zu Recht stets von Seelsorgerinnen
und Seelsorgern gefordert wird, ist im Umgang mit den Inhalten dieser Erklärung
wenig zu spüren. Wir setzen uns ein für eine katholische Kirche,
die ihre Inhalte so kommunizieren kann, dass sie zum Dialog einladen und
nicht abschreckend wirken oder gar verletzten.