25/2000

INHALT

Wortmeldung

Richtigstellung: «Kundenbezogene Kirche?»

Im Leitartikel von Pius Bischofberger über «Kundenbezogene Kirche?» in SKZ 22/2000 werde ich als ein Bischof angeführt, für den Kundenfreundlichkeit kein Fremdwort mehr sei. Als Beleg wird aus einem Artikel von mir zitiert: «Kundenfreundlich war durchaus die Art und Weise, in der Jesus seine Botschaft an den Mann und an die Frau zu bringen versuchte, vor allem in der Sprache seiner anschaulichen Gleichnisse.» Es ist mir ein Anliegen, die Leser und Leserinnen der SKZ darüber zu informieren, dass dieser zwar richtig zitierten Aussage im besagten Artikel die folgenden Sätze vorausgingen, die das Zitat in ein anderes Licht rücken: «Jesus ist ans Kreuz gekommen, weil er sich nicht einfach nach den Bedürfnissen und Plausibilitäten der ihm begegnenden Menschen richtete, sondern weil er im Dienst einer Botschaft stand, die er gelegen oder ungelegen und keineswegs nur gelegentlich ausrichtete. Sein Leben war in erster Linie Botschaft-orientiert.»
Die ganze Stossrichtung meines Artikels ging also in eine andere Richtung als das aus dem Kontext herausgerissene Zitat, nämlich dahingehend, dass auch und gerade heute für die Kirche in der Nachfolge Jesu das erste Kriterium ihres Handeln in der Orientierung an der Wahrheit des Evangeliums liegen muss und dass, wenn diese feststeht, auch kundenfreundliche Überlegungen, Planungen und Entscheidungen angebracht sind. Auch ein Bischof ist froh, wenn man in seinen Texten Vordersatz und Nachsatz nicht miteinander austauscht oder den Vordersatz geradezu unterschlägt. Die Respektierung dieser grammatikalischen Regel ist immer noch die beste Garantie dafür, dass man nicht in eine einem nicht entsprechende Richtung vereinnahmt wird.

+ Kurt Koch
Bischof von Basel


© Schweizerische Kirchenzeitung - 2000