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42/2000
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P. Josef Birrer, Pfarrer, Menzingen
Am 31. Juli 2000 starb an seinem ersten Ferientag Pfarrer Pater Josef
Birrer, Menzingen, für uns alle unerwartet an einem Herzversagen. Diese
traurige Nachricht traf die Pfarrei und Kirchgemeinde Menzingen schwer.
Am Montag, den 7. August 2000, nahm die Pfarrei Abschied von ihrem geliebten
Pfarrer. Gegen 40 Priester und Gemeindeleiter/Gemeindeleiterinnen feierten
mit den Pfarreiangehörigen einen eindrücklichen Trauergottesdienst.
Der Pastoralassistent der Pfarrei, Wolfgang Müller, hat einige Stationen
im Leben von Pater Josef Birrer vorgetragen. Pfarrer Birrer war ein Hobbyfunker,
deshalb nahm der Pastoralassistent die Funkantenne des Pfarrers als Symbol.
«Josef Birrer erblickte am 20. Februar 1949 Ðim gelobten Landð
in Luzern, wie er seinen Heimatkanton betitelte, das Licht der Welt. In
der Stadt Luzern verbrachte er auch seine Kindheit und die erste Schulzeit
bis er dann ins Salvator-Kolleg in Freiburg für das Pro-Gymnasium seine
Fühler ausstreckte. Offenbar gefiel es ihm dort sehr gut, denn er setzte
dann dort seine Gymnasialzeit am Kollegium St. Michael bis zur Matura fort.
Auch in der darauffolgenden Zeit in der Rekrutenschule waren seine Sender
und sein Horizont schon um vieles weiter und grösser als das damals
noch übliche Freund-Feind-Denken. In dieser Zeit stellte sich dann
auch seine religiöse Antenne, sein direkter Draht zu Gott, als die
für ihn wichtigste Orientierungshilfe heraus. So entschied er sich,
zunächst ins Priesterseminar St. Beat nach Luzern zu gehen. Nach einem
Jahr allerdings zog es ihn zu den Salvatorianern zurück. Er begann
das Noviziat der Salvatorianer im deutschen Passau und schloss dann auch
nach weiteren vier Jahren sein Theologiestudium mit dem Diplom dort ab.
Rückkehrend in die Schweiz wurde er 1978 zum Priester geweiht. Dies
in Sachseln (OW) beim Bruder Klaus, zu dem er stets einen ganz besonderen
Draht hatte. Dass seine religiöse Antenne immer sehr bodenständig
geerdet war, durften viele Menschen dann in Giffers (FR) erfahren. Dort,
in seinem ersten pastoralen Einsatz, wirkte er über fünf Jahre
als Kaplan. Es folgt die schönste Zeit seines Lebens, wie er sie bezeichnete:
fünf Jahre als Buschpfarrer in der Salvatorianer-Mission im Kongo.
Seine Weltoffenheit, seine missionarische Antenne und seine enormen pädagogischen
Fähigkeiten liessen in ihm dann den Entschluss reifen, ein Zusatzstudium
in Bibelexegese in Angriff zu nehmen, um dann selbst später in Afrika
als Professor Bibelunterricht zu geben. 1988 begann er deshalb das Bibelstudium
in Löwen in Belgien. Aus gesundheitlichen Gründen und auch aus
inneren Konflikten mit dem katholischen Lehramt liess Pater Josef Birrer
dann von seinem Vorhaben ab, wieder nach Afrika zurückzukehren. Nach
seiner Rückkehr in die Schweiz zeigte sein innerer Kompass dann nach
Menzingen, wo er die letzten zehn Jahre in vielerlei Hinsicht Enormes geleistet
hat. Seine vielen Verdienste zu erwähnen, hat er uns ja in seinem Testament
verboten. Ich würde vermutlich auch nicht fertig damit.
Josef, ich möchte dir zum Schluss nur das eine sagen: Unsere Antenne
zu dir wird in tiefer Dankbarkeit immer auf Empfang bleiben.»
Tatsächlich ist es schwer, die grosse seelsorgerische Arbeit von Pfarrer
Birrer in Worte zu fassen. Sein geistiges Testament lebt in der Saat weiter,
die er in den letzten zehn Jahren in Menzingen ausgesät hat. Am Nachmittag
vom 7. August 2000 fand sich eine grosse Trauergemeinde beim Gemeinschaftsgrab
der Salvatorianer im Friedhof Zug ein, um endgültig Abschied von Pfarrer
Birrer nehmen zu können.
Kirchenrat Menzingen
© Schweizerische Kirchenzeitung - 2000