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14/2000
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Anton Ehrler, Pfarrer und Pilgerdirektor, Wollerau/Schwyz
Mit dem Hinscheiden von Pfarrer Anton Ehrler am 4. Oktober 1999 fand
ein reich erfülltes Priesterleben ein plötzliches Ende. Zurückgekehrt
von einer Wallfahrt nach Nevers und Lourdes, erlag er im Universitätsspital
Zürich einer doppelten Lungenentzündung.
Der Verstorbene kam am 4. Juni 1931 in Schwyz als ältester von drei
Geschwistern zur Welt. Dort besuchte er die Primarschule und das Kollegium
Maria Hilf (19451951). Nach der RS meldete er sich im Priesterseminar
St. Luzi in Chur (19511956). Zum Priester wurde er am 3. Juli 1955
geweiht. Die Primiz feierte er am 17. Juli in Schwyz.
Er wurde mit ganzer Seele Priester. Zunächst wirkte er 19561970
als Vikar in Herz Jesu, Zürich-Wiedikon, dann 19701974 als Pfarrer
in Maria Lourdes in Zürich-Seebach. 1974 holten ihn die Gläubigen
zurück nach Wiedikon, das damals nach Katholikenzahl wohl die grösste
Pfarrei der Schweiz war. Als gesundheitliche Probleme auftraten, siedelte
er 1989 als Pfarrer nach Wollerau über. Nach seiner Resignation 1998
nahm er dort Wohnung. Immer legte er grossen Wert auf die Feier der Eucharistie
und eine würdige Liturgie. Entsprechend schulte er die Ministranten.
Auf die Predigten bereitete er sich gründlich vor, knüpfte meist
an eine Geschichte an. Am Herzen lag ihm auch der Religionsunterricht. Daneben
pflegte er persönlich Kontakte, war Feldprediger, Präses des Deutschschweizerischen
Frauen- und Müttervereins und Mitglied des Katholischen Schulvereins,
Zürich.
Vor 25 Jahren wünschte Bischof Vonderach, dass Pfarrer Ehrler dem Vorstand
der Deutschschweizerischen Lourdeswallfahrt beitrete. Als man am 8. Dezember
1980 den bisherigen Pilgerpräsidenten und -direktor Pfr. Arnold in
Altdorf zu Grabe trug, wurde er zu seinem Nachfolger gewählt. Er erwarb
sich grosse Verdienste um die Einheit unter den Vereinen, eine solide finanzielle
Grundlage, um Zuteilung und Koordination der verschiedenen Ressorts, die
Anpassung der Statuten und Reglemente. Seine Sorge galt auch da den Gottesdiensten.
Unter seiner Leitung entstanden fünf neue regionale Lourdespilgervereine.
Jahr für Jahr nahmen 3000 Pilger mit 300 Schwerkranken an der Bahnwallfahrt
teil. Sein Einsatz wurde 1988 durch die Ernennung zum Ehrenkaplan U.L.F.
von Lourdes anerkannt. Die Krankenpflegevereinigung machte ihn zum Ehrenpräsidenten.
Bei all der Arbeit fand er Zeit, sich in Bücher zu vertiefen. Er verfügte
über eine reiche Bibliothek mit neuesten Werken in Liturgie und Pastoral,
Geschichte und Kunst. Seine Ferien benutzte er, um Barockkirchen und -klöster,
ihre Kunst und Geschichte, kennen zu lernen. So ist es nicht verwunderlich,
dass der Verband katholischer Buchhändler ihn zum geistlichen Begleiter
wählte. Sein letzter Gottesdienst galt ihnen.
In grosser Treue stand Pfr. Ehrler in über vier schwierigen Jahrzehnten
zur Kirche, zu seinen priesterlichen Aufgaben, zu seiner Überzeugung,
gelegen oder ungelegen, zu seinen Mitarbeitern und Freunden. Ein Leben im
Dienst der Kirche! Beim Begräbnis in Schwyz am 9. Oktober feierte Weihbischof
Vollmar mit vielen Priestern und Gläubigen die Eucharistie.
Abt Ivo Auf der Maur
© Schweizerische Kirchenzeitung - 2000