29-30/2000

INHALT

Kirche in der Schweiz

Zusammenarbeit in Seelsorgeverbänden

von Thomas Englberger

 

Sowohl in der deutschsprachigen als auch in der frankophonen Schweiz werden seit Ende der 60er Jahre in zunehmendem Ausmass Pfarreien miteinander vernetzt, um «die Seelsorge durch gemeinsames Handeln zu fördern» (CIC). In der Deutschschweiz hat sich dafür die Bezeichnung «Seelsorgeverband» eingebürgert, in der Welschschweiz finden sich die Bezeichnungen «secteur pastoral» und «équipe pastorale». «Secteur pastoral» bezieht sich auf das Seelsorgegebiet, «équipe pastorale» auf die Seelsorger<1>, die zusammenarbeiten. Im Rahmen dieses Artikels wird gelegentlich das ansonsten ungebräuchliche und etwas künstliche Wort «Pastoralverband» verwendet, wenn auf beide Sprachregionen Bezug genommen wird.
In Pastoralverbänden werden die Tätigkeiten der angrenzenden Pfarreien so vernetzt und aufeinander abgestimmt, dass es zur langfristigen Bildung grösserer pastoraler Einheiten kommt, die zwischen Pfarrei- und Dekanatsebene angesiedelt sind, dabei jedoch nicht die Pfarreistruktur auflösen, sondern voraussetzen. Das Schweizerische Pastoralsoziologische Institut (SPI) in St. Gallen hat in einer empirischen Untersuchung der Jahre 1997 und 1998 sämtliche Seelsorgeverbände der Diözesen Basel, St. Gallen sowie alle Pastoralsektoren des Bistums Lausanne, Genf und Freiburg angeschrieben, um unterschiedlichen Ausgestaltungsmöglichkeiten von Pastoralverbänden nachzugehen, Stärken und Schwächen aus Sicht der Seelsorger zu erheben sowie Verbesserungsvorschläge zu sammeln. Die Befragung geht auf einen Forschungsauftrag der Pastoralplanungskommission der Schweizer Bischofskonferenz (PPK) zurück.

Deutsch und Welsch

Innerhalb des Modells «Pastoralverband» lassen sich ­ unabhängig von terminologischen, organisatorischen oder rechtlichen Details ­ zwei Grundkonzepte ausmachen, die relativ klar den beiden Sprachregionen zuzuordnen sind. Seelsorgeverbände werden in der Deutschschweiz meist erst im Krisenfall etabliert, das heisst wenn in einer Pfarrei bleibende priesterliche Lücken absehbar oder bereits eingetreten sind. Die engsten Nachbarpfarreien kompensieren dann die Vakanz, wobei in den so entstehenden Pastoralverbänden meist zwei bis drei Seelsorger für 2000 bis 3000 Katholiken zuständig sind. Diese typischen ad-hoc-Gründungen bergen die Gefahr in sich, dass nicht auf längere Sicht geplant wird.
Hingegen sind in der frankophonen Schweiz Stellenvakanzen nicht notwendige Voraussetzung für die Errichtung von «Secteurs pastoraux». Nicht selten verfügen alle beteiligten Pfarreien (noch) über einen eigenen Pfarrer, was die faktische Zusammenarbeit erleichtert, zugleich aber nicht zwingend notwendig macht. Obwohl Pastoralverbände in der Westschweiz also zunächst nur auf dem Papier errichtet sein können, werden sie doch meist auch faktisch realisiert. Sie sind häufig doppelt so gross angelegt wie vergleichbare Zusammenschlüsse von Pfarreien in der Deutschschweiz und umfassen sechs bis sieben vollamtliche Seelsorger sowie meist um die 6000 Katholiken. Auch die Zahl der beteiligten Pfarreien ist im Schnitt doppelt so hoch wie in der Deutschschweiz.
In beiden Untersuchungsgebieten (Deutsch- und Welschschweiz) ist die Errichtung von Pastoralverbänden primär als Reaktion der Planungsstellen auf eine stetig sinkende Zahl von Priestern anzusehen. Wenn auch das Ziel dasselbe ist, werden in beiden Regionen doch deutlich unterscheidbare Strategien verfolgt. Während in der Deutschschweiz häufig ein Priester für die Pfarreien des Seelsorgeverbands zuständig ist, werden in der Westschweiz mehrere Priester (im Durchschnitt vier!) in einem «Secteur pastoral» eingesetzt, was zu einer wesentlichen Entlastung der Einzelnen beiträgt. Die Unterschiede lassen sich nicht darauf zurückführen, dass die Situation des Priesternachwuchses in der frankophonen Schweiz besser wäre, sondern resultieren daraus, dass in der Diözese Lausanne, Genf und Freiburg die gesamte ordentliche Pfarrseelsorge in überpfarreilichen Seelsorgeeinheiten (Sektoren) organisiert ist. Soll mit der Errichtung von Pastoralverbänden der viel beklagte Priestermangel kompensiert werden, kommen freilich auch sogleich die Grenzen des Modells in den Blick.
In der Romandie werden Priester weit über das 65. Lebensjahr in der ordentlichen Seelsorge eingesetzt, wodurch man die Auswirkungen des Priestermangels hinauszuzögern hofft. Ebenso werden in der Deutschschweiz Ruhestandsgeistliche als «stille Reserve» betrachtet, auf die (trotz offizieller Dementi) immer unverhohlener zurückgegriffen wird. Neben der Kompensation der zurückgehenden Priesterzahlen durch ältere Priester lässt sich in beiden Sprachregionen eine weitere Gegenmassnahme ausmachen: der Einsatz von (qualifizierten) Laien. Während in der frankophonen Schweiz die Priester eines Pastoralverbandes primär für die Sakramentenpastoral, nicht ordinierte Seelsorger hingegen schwerpunktmässig für Sakramentenvorbereitung, Katechese und Hausbesuche zuständig sind, übernehmen Pastoralassistenten in der Deutschschweiz auch Aufgaben, die traditionell Priestern vorbehalten sind (zum Beispiel Leitungsverantwortung, Predigtdienste und Taufen). Die Gründe für die Überschneidung der Tätigkeitsbereiche sind nicht nur in der formal gleichen Ausbildung von Priestern und Pastoralassistenten zu suchen, sondern auch in strukturellen Bedingungen. Ist ein Priester in einem deutschschweizerischen Seelsorgeverband allein für mehrere Pfarreien zuständig, wird er gerne auf die Möglichkeit einer Entlastung durch Laienmitarbeiter (etwa im Predigtdienst) zurückgreifen. In Westschweizer Pastoralverbänden kommt ein Laienmitarbeiter auf zwei Priester, in der Deutschschweiz ein Priester auf zwei Laien. In beiden Untersuchungsregionen sind die Laienmitarbeiter im Schnitt zehn Jahre jünger als ihre ordinierten Kollegen.
Um den Priestermangel in seinen Auswirkungen abzufedern, geht man in beiden Sprachregionen zudem dazu über, Ausländer (Laien und Priester) in die Pastoral einzubeziehen. Während in der Deutschschweiz mehr als 75% der ausländischen Seelsorger aus den deutschsprachigen Nachbarländern kommen, werden in der Romandie überwiegend Personen aus Frankreich, Italien, Schwarzafrika und Polen angestellt. Dabei weicht der generelle Anteil ausländischer Seelsorger in beiden Untersuchungsregionen nicht wesentlich vom allgemeinen Ausländeranteil der Schweiz ab. In der Deutschschweiz sprechen Indizien dafür, dass über ausländische Pastoralassistenten bereits der fehlende Nachwuchs an Schweizer Laientheologen überbrückt werden muss («doppelte Kompensation»).
Den drei beschriebenen Strategien zur Abfederung des Priestermangels kommt in der deutschsprachigen und der frankophonen Schweiz ein unterschiedlicher Stellenwert zu. In der Deutschschweiz werden vor allem nicht ordinierte Theologen angestellt, in der frankophonen Schweiz greift man eher auf ältere und ausländische Priester zurück. Eine langfristige Lösung des Grundproblems leistet keine dieser Strategien. Priester jenseits des 70. Lebensjahrs sind irgendwann einmal nicht mehr einsatzfähig und (verheiratete) Pastoralassistenten können allenfalls in Grauzonen priesterliche Funktionen wahrnehmen. Demgegenüber scheint der Einsatz ausländischer Kräfte relativ probat. Allerdings werden in Gebieten mit hohem Ausländeranteil bereits Klagen einer «pastoralen Überfremdung» laut.
Man wird Pastoralverbänden nicht gerecht, wenn man sie ausschliesslich als Instrument zur Verwaltung sinkender Priesterzahlen einsetzt. Gemeinhin stehen sie im Ruf, den Seelsorgern (zu viele) Kompromisse abzuverlangen und pastorale Autonomie einzuschränken. Nun lässt sich durch die Untersuchung aber auch zeigen, dass gerade jene Seelsorger, die im Team eines Pastoralverbandes miteinander kooperieren, durchaus um die Vorteile wissen, wenn Aufgaben sinnvoll (nach Neigung wie nach Fähigkeit) aufgeteilt werden können. Verantwortung liegt auf mehreren Schultern. Mehrere Seelsorger vergrössern den Pool an Ideen und Lösungen. Es besteht die Möglichkeit, grössere Projekte anzugehen, die die Kapazität einer Einzelpfarrei übersteigen würden. Koordinierte Angebote und sachbezogene Teilressorts helfen, Kräfte zu sparen und Energien effizient einzusetzen. Priester können sich gegenseitig in Krankheits- und Urlaubszeiten vertreten und Aushilfsdienste leisten. Aufgaben, die Einzelne möglicherweise überfordern, können delegiert werden. Die Gefahr von Isolation und Vereinsamung ist weniger gegeben. Qualitativ und inhaltlich scheint allerdings nur dann mehr erreichbar zu sein, wenn die Equipen theologisch nicht allzu heterogen zusammengesetzt sind.
Mit der Untersuchung wurde den Betroffenen zugleich Gelegenheit gegeben, Schwächen von Pastoralverbänden zur Sprache zu bringen. In beiden Sprachregionen wurde der hohe organisatorische Aufwand für einen gut funktionierenden Pastoralverband angemerkt (übrigens relativ unabhängig von dessen Grösse). Diffuse Aufgabenbereiche machen in beiden Gebieten die Kooperation unnötig mühsam. In der Westschweiz leiden Laienmitarbeiter darunter, wenn Priester ihnen keinen Platz lassen und sie als Untergebene, nicht aber als Partner betrachten. Die autoritäre Haltung seitens der ordinierten Seelsorger, die die Notwendigkeit partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit Laienseelsorgern (noch) nicht erkennen, belastet die Atmosphäre. In der Deutschschweiz hingegen empfinden Priester den sakramentalen Dienst in einer anderen Pfarrei oft als unbefriedigendes Flickwerk. Sie müssen sich stärker im Seelsorgeverband engagieren als ihre nicht ordinierten Kollegen. Notorisches Problemfeld sind Kompetenzfragen zwischen Pfarreibeauftragten und Priestern, gerade wenn die Kooperative über keinen Hauptverantwortlichen bzw. Moderator verfügt oder Zuständigkeiten nicht klar geregelt sind. (Es gibt im Übrigen keine führungslosen Teams, mögen diese selbst auch noch so sehr daran glauben.) Die Tatsache wird beklagt, dass Pastoralassistenten und Gemeindeleiter Seelsorger zweiter Klasse sind, ohne Weihe und deshalb ohne Vollmacht. In der Westschweiz fühlen sich die Laien in ihrem Einsatz zu wenig respektiert, in der Deutschschweiz leiden sie an der Diskrepanz unterschiedlicher Kompetenz bei gleicher Ausbildung.
Während in Deutschschweizer Seelsorgeverbänden die Vernetzung der Aufgabenbereiche zwar im Prinzip richtig organisiert wird, verhindern oftmals zu kleine Zusammenschlüsse synergetische Effekte («Ein-Priester-Verbände»). Hingegen weisen Westschweizer Pastoralsektoren die optimalen Rahmenbedingungen auf, nützen sie jedoch zum Teil (zu) wenig für eine tatsächliche Arbeits- und Aufgabenteilung zwischen den Seelsorgern. Häufig werden dort eher Spezialaufgaben auf Dekanats- und Bistumsebene übernommen, statt im Pastoralverband Arbeitsbereiche aufzuteilen. Nur in einer Region werden günstige Rahmenbedingungen mit funktionaler Arbeitsteilung optimal verknüpft ­ im «Jura pastoral» (Bistumsregion des französischsprachigen Teils des Kantons Bern und des Kantons Jura).

Ein Vorbild

Der «Jura pastoral» gilt (und galt schon lange vor der Untersuchung des SPI) als jene Gegend der Schweiz, in der Pastoralverbände am besten gelingen. Einige Daten konnten diesen Eindruck erhärten und auf konkrete Rahmenbedingungen zurückführen. Der «Jura pastoral» kann als Schnittmenge des Deutschschweizer und des Westschweizer Modells verstanden werden. Einerseits wird (im Unterschied zur Diözese Lausanne, Genf und Freiburg) nicht die gesamte Seelsorge neu organisiert, sondern pastorale Vielfalt eingeräumt. Es existieren weiterhin traditionelle Pfarreien neben Doppelpfarreien und Pastoralverbänden, wie sie auch in der Deutschschweiz üblich sind. Im Unterschied zur Deutschschweiz werden sie jedoch grösser konzipiert, wobei der Teamgedanke einen höheren Stellenwert erhält und entschiedener umgesetzt wird. Damit ist der «Jura pastoral» zugleich vorbildhaft für frankophone wie deutschsprachige Pastoralverbände.
Die Untersuchung in jenen Schweizer Diözesen, die Pastoralverbände in grösserem Stil praktizieren, hat den Ist-Zustand untersucht und dabei geltende Begrenzungen respektiert. Pastoraltheologisch steckte die «versorgte» Gemeinde, ekklesiologisch die Unterscheidung in Priester und Laien, kirchenrechtlich die Zulassungsbeschränkungen zum kirchlichen Amt und soziologisch die Territorialpfarrei das Feld der Überlegungen ab. Eine dauerhafte Lösung des vermeintlichen Grundproblems ­ die Rekrutierungsschwierigkeiten ehelos lebender Priester, um die sakramentale Versorgungsdichte unter volkskirchlichen Bedingungen aufrechtzuerhalten ­ kann mit diesen Einschränkungen nicht anvisiert werden. Falsch wäre der Eindruck, als seien Pastoralverbände nur als ein Modell der Überbrückung geeignet, das in «winterlicher Zeit» eingeführt wird, bis veränderte gesellschaftliche Tendenzen oder gesamtkirchliche Regelungen aus den personellen Engpässen herausführen. Andererseits sollen sie aber auch nicht als Allheilmittel oder Patentrezept propagiert werden. Teamseelsorge in einem überpfarreilichen Pastoralverband ist eine Form der Pastoral mittlerer Reichweite. Schwächen können nicht geleugnet, unbestreitbare Vorteile sollten aber auch nicht verschwiegen werden. Pastoralverbände sind eine Möglichkeit (neben anderen), die Seelsorge an die Herausforderungen der Gegenwart anzupassen und als eine mögliche Übergangsform in eine noch unabsehbare Zukunft hinüberzuführen ­ wenn man sie gut und umsichtig organisiert.<2>

 

Der Theologe und Soziologe Thomas Englberger ist Mitarbeiter des Schweizerischen Pastoralsoziologischen Instituts (SPI), St. Gallen.


Anmerkungen

1 Männliche Formen schliessen im Rahmen dieses Artikels Männer und Frauen ein. «Seelsorger» dient als Sammelbegriff für Priester und Nichtpriester.

2 Wer an den Ergebnissen der Untersuchung im Detail interessiert ist, kann den zweisprachigen Forschungsbericht «Zusammenarbeit in Seelsorgeverbänden. Ergebnisse einer Befragung in einigen Schweizer Diözesen» (94 Seiten) zum Preis von Fr. 16.­ beziehen beim Schweizerischen Pastoralsoziologischen Institut (SPI) St. Gallen, Postfach 1926, 9001 St. Gallen, Telefon 071-2232389, Fax 071-2232287, E-Mail spippk@kath.ch


Urnenbegräbnis als Chance

von Hans John

 

Das heutige Begraben eines Verstorbenen geschieht oft im kleinen Kreis der Angehörigen, ohne dass deswegen der Ritus menschlicher würde. Vielfach ist ein Aufbahren in der Kirche nicht möglich, das Zu-Grabe-Tragen entfällt und ein Absenken des Toten in seine letzte Ruhestätte wird vermieden. Gelegentlich ist der Sarg bei der Ankunft des Zelebranten bereits im Grab. Der letzte Kontakt der Angehörigen mit dem Verstorbenen reduziert sich auf einen Blick ins Grab, das Hinabwerfen einer Rose und ­ je nach Konfession ­ das Besprengen mit Weihwasser.
Die heutige Urnenbestattung macht ein reichhaltigeres Abschiedsritual möglich. Niemand wird uns hindern, die Urne in der Kirche (bzw. in der Abdankungshalle) sichtbar zu platzieren. Kreuz, Kerzen und ein Teil des Grabschmuckes machen Glaube und menschliche Anteilnahme dezent sichtbar. Meist ist es für die Angehörigen ein vorerst befremdender Gedanke, die Urne mit der Asche des Verstorbenen selber zum Grab hinzutragen. Sie fürchten, emotionell überfordert zu sein. Nach einem anfänglichen Zögern können sich aber nicht selten die Trauernden dieses letzte Ehren- und Liebeszeichen dem Verstorbenen gegenüber als vollziehbar vorstellen. «Jetzt trage ich meine Tochter zum letzten Mal», meinte eine Mutter. Die beiden mit ihr gehenden Waisenkinder wollten beim Gang die Urne mit ihren Händchen ebenfalls berühren. Kaum jemand der Umstehenden konnte dieses Abschiedsbild ungerührt mitansehen. «Meine Mutter trug mich neun Monate, jetzt möchte ich sie tragen»; «ich möchte meine Frau ein letztes Mal umarmen» ­ solche oder ähnliche Gedanken fiinden plötzlich Raum und dürfen ausgesprochen werden.
Unschlüssige Angehörige beruhige ich: «Sie müssen sich jetzt für gar nichts entscheiden. Sie dürfen es tun oder Sie können es lassen. Wenn aber in Ihnen beim Auszug oder erst auf dem Weg zum Grab der Wunsch zum Tragen der Urne aufsteigt, wird Ihnen diese auf ein Zeichen hin sofort übergeben.» Meist wird der Entscheid noch vor der Abdankung gefällt. Es ist beeindruckend, wenn Kinder die Urne ihrer Eltern einander für je eine weitere Wegstrecke übergeben. Segensreich war das Tragen der Urne für einen mit seiner Mutter hadernden Sohn. Auf dem (in jenem Dorf) langen Begräbnisweg spürte er, dass mit dem Gestus des Umarmens eine Heilung von alten seelischen Verletzungen einsetzte. Wenn Angehörige nach der Beerdigung für das Tragendürfen der Urne ausdrücklich danken, dann hat dieser letzte Pietätsakt ohne Zweifel einem tief menschlichen Bedürfnis entsprochen.


Internationales Insolvenzrecht

Im Rahmen der diesjährigen Kampagne «Time out ­ anders weiter» hatten Fastenopfer und Brot für alle die Unterschriften-Aktion für die Schaffung eines Internationalen Insolvenzrechts lanciert. Mehr als 17000 Personen haben sich mit ihrer Unterschrift daran beteiligt. Viele Pfarreien nahmen diese Unterschriftensammlung auf und noch heute treffen regelmässig bei den Hilfswerken Unterschriftenbögen ein.
Gestartet wurde die Unterschriftensammlung im März anlässlich eines Symposiums in Bern, an dem Vertretende der «Jubilee 2000-Kampagne» wie auch Experten von Geschäftsbanken, Weltbank, Politiker sowie Spezialistinnen und Spezialisten aus Kamerun und Brasilien teilnahmen.
Das Insolvenzverfahren ist im Rahmen der Internationalen «Jubilee-Kampagne» Traktandum an internationalen Konferenzen. Auch am UNO-Gipfel 2001, der unter dem Thema «Entwicklung finanzieren» steht, wird darüber diskutiert.


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